Mücken-Allergie: Symptome und Behandlungsmöglichkeiten
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Gesundheit

Mückenstich & Mückenallergie – Symptome und Behandlung

Ein Mückenstich ist sehr unangenehm, löst aber keineswegs direkt eine Allergie aus. Was Sie tun können und wie Sie vorbeugen, erfahren Sie hier.

Stechmücken fühlen sich im Sommer, bei warmem Regenwetter, sowie in See- oder Wassernähe besonders wohl. Während die meisten Menschen von juckenden Mückenstichen zwar genervt sind, wird solch ein Stich für sie im Allgemeinen nur kurzzeitig zum Problem. Allerdings können sich auch großflächige Quaddeln bilden, welche die Einstichstelle schon aus der Entfernung sichtbar machen.

Allergische Reaktionen sind zwar die Ausnahme, doch sie können in extrem seltenen Fällen durchaus vorkommen. Eine gesteigerte Reaktion im Bereich des Stichs ist außerdem auch dann möglich, wenn keine Allergie vorliegt. Wie wahrscheinlich eine Allergie ist, an welchen Symptomen sie zu erkennen ist und wie sich eine ausgeprägte Reaktion auf einen einfachen Mückenstich am besten behandeln lässt, möchten wir allen interessierten Lesern im weiteren Verlauf gerne im Detail verraten.

Gibt es so etwas wie eine Mücken-Allergie?

Zunächst einmal sollten Sie wissen, dass es aktuell kein Allergenextrakt am Markt gibt, welches zum Nachweis einer potentiellen Mücken-Allergie genutzt werden könnte. Sich bei dem Verdacht auf eine Mücken-Allergie entsprechend testen zu lassen, ist demnach schlichtweg unmöglich. Auch bei Menschen, die gar nicht von solch einer überaus seltenen Allergie betroffen sind, kann die Einstichstelle extrem anschwellen. Für den Laien erweckt solch eine extreme Reaktion dann häufig den Anschein, dass es sich um eine Allergie handeln könnte, wenngleich dem gar nicht so ist. Denn ob eine Allergie vorliegt, lässt sich an solchen äußerlichen Anzeichen nicht verlässlich ablesen.

➔ Warum juckt die Haut nach einem Mückenstich?

Der Vorgang, der selbst bei einem Nicht-Allergiker nach einem Mückenstich zu Juckreiz und einer angeschwollenen Einstichstelle führen kann, lässt sich einfach erklären: Die weibliche Mücke durchsticht die menschliche Haut und gibt dabei ein wenig von ihrem Speichel in die Wunde ab. In diesem Speichel sind Proteine enthalten, die die Gerinnung des Blutes hemmen, damit die Mücke weiter das Blut des Trägers in sich aufnehmen kann. Gleichzeitig werden die sogenannten Mastzellen von diesen Proteinen im Mückenspeichel aktiviert. Durch diese Zellen wird der Botenstoff Histamin freigesetzt. Er verursacht die entzündliche Reaktion sowie den unangenehmen Juckreiz.

So sehr sich die Betroffenen an dieser Reaktion stören, so nützlich ist sie. Denn als Folge von Insektenstichen kann es durchaus zu Infektionen kommen. Um diese Folgen, die eine weitaus größere Gefahr für den Organismus bedeuten können als ein einfacher Mückenstich, abzuwenden, werden die Abwehrzellen gleich an Ort und Stelle aktiv. Dies ist zwar unangenehm, lässt jedoch längst nicht auf eine allergische Reaktion schließen.

➔ Mückenstich: Schwellung bedeutet noch keine Allergie

Damit von einer Allergie die Rede sein kann, müsste es vielmehr zu einer anaphylaktischen Reaktion kommen. Diese tritt entweder sofort oder spätestens binnen weniger Minuten, nachdem die Person mit dem Allergen in Kontakt gekommen ist, auf. Zwar geht eine allergische Reaktion auch mit einer Immunreaktion einher, allerdings fällt diese unangemessen extrem aus. Wie Sie anhand der vorangehenden Ausführungen nachvollziehen können, weist eine bloße Immunreaktion auf einen Mückenstich somit längst nicht auf eine Allergie hin.

Symptome einer Mückenallergie

Viele Ärzte berichten, dass ihnen ein Mensch mit einer Mücken-Allergie noch nie oder vielleicht nur einmal in ihrer Karriere begegnet ist. Angesichts der Tatsache, dass es wohl kaum jemanden auf dieser Erde gibt, der noch nie in seinem Leben von einer Mücke gestochen wurde, ist dies ein handfestes Indiz dafür, dass eine echte Mücken-Allergie ausgesprochen selten ist. Dabei werden Patienten, die tatsächlich gegen den Speichel von Mücken allergisch sind, ohnehin meist in großen Allergiezentren vorstellig.

Sie haben zum Teil mit deutlich verheerenderen Beschwerden als mit einer lediglich unangenehm juckenden Einstichstelle zu kämpfen. Bei handfesten Allergien ist es schließlich oftmals so, dass gleich mehrere Organsysteme auf das Allergen reagieren. Einige Allergien gehen daher zum Beispiel nicht nur mit Hautrötungen, sondern auch mit Atemnot einher. Bei verschiedenen Insektenallergien kann es daher ebenfalls zu schweren allergischen Symptomen wie den folgenden kommen:

  • Schwellungen im Gesicht und Halsbereich
  • Übelkeit
  • Schwindel
  • Atemnot

Grundsätzlich ist bei einer Insektengiftallergie auch ein Herz-Kreislaufstillstand möglich, der eine der dramatischsten Folgen einer Allergie darstellt. Zu solch einer extremen Reaktion auf den Stich einer Stechmücke wird es allerdings nur in den seltensten Fällen kommen. Vielmehr äußert sich eine Mückenstichallergie häufig in Form dieser Symptome:

  • starkes Anschwellen der Einstichstelle und umliegenden Regionen über viele Stunden oder sogar Tage hinweg
  • extrem ausgeprägte Schmerzen, welche die normalen Beschwerden bei einem Mückenstich deutlich übersteigen
  • Durchfall oder andere Störungen im Bereich des Magen-Darm-Traktes
  • Schmerzen im Bereich der Gelenke
  • Kopfschmerzen
  • Blutdruckabfall

Wenn der komplette Organismus durch den Mückenstich stark belastet wird, dann sind Herzrasen und Atemnot bis hin zu einem möglichen Kreislaufstillstand neben einer eher harmlosen, aber dennoch sehr unangenehmen Übelkeit nicht ausgeschlossen.

Mückenstich: Wann zum Arzt?

Wenn Sie bemerken, dass sich die Symptomatik über Stunden und Tage hinweg nicht bessert, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Das gilt vor allem dann, wenn sich zu dem Mückenstich auch noch körperliches Unbehagen gesellt. Dass Sie tatsächlich gegen Mückenstiche allergisch sind, ist eher unwahrscheinlich.

Allerdings besteht bei einer echten Allergie immer das Risiko eines anaphylaktischen Schocks, der im schlimmsten Fall sogar zu einem frühzeitigen Ableben der Betroffenen führen kann. Daher ist selbst mit dem Verdacht einer Mücken-Allergie nicht zu spaßen.

Angst brauchen Sie bei den meisten Mückenstichen dennoch erst einmal nicht zu haben. Denn es gibt deutlich mehr Menschen, die gegen das Gift von Bienen und Wespen allergisch sind als gegen den Speichel von Mücken. Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass es sich beim Speichel von Stechmücken um kein echtes Gift handelt, sondern der Speichel lediglich Proteine beinhaltet, welche die Blutgerinnung hemmen.

Mückenstich: Warum reagieren einige Menschen allergisch?

Warum einige Menschen tatsächlich von einer Allergie gegen den Mückenspeichel betroffen sind, ist noch nicht ausreichend geklärt. Die Welt der Wissenschaft hat schlichtweg noch nicht genügend Daten hervorgebracht, um zweifelsfrei nachzuvollziehen, wie eine Mückenspeichel-Allergie zu erklären ist. Dennoch muss es natürlich eine Erklärung geben, die deutlich macht, warum nur so wenige Menschen weltweit von dieser Problematik betroffen sind.

Die hohe Konzentration an Eiweiß im Speichel von Mücken wird häufig als ein möglicher Grund für solch eine allergische Reaktion genannt. Außerdem wird gemutmaßt, dass auch Umweltgift eine Rolle spielen könnten. Inwiefern diese beiden Faktoren tatsächlich zu der übermäßigen Abwehrreaktion auf den Speichel der Mückenweibchen beitragen, ist jedoch weiterhin fraglich.

Was tun, bei einer extremen Immunreaktion?

Wenn der eigene Körper extrem auf einen einfachen Mückenstich reagiert, kommen zum Teil Salben auf Kortisonbasis zum Einsatz. Vor allem dann, wenn es sich um eine handtellergroße oder sogar noch größere Entzündung handelt, ist dieses Vorgehen im Anschluss an den Besuch beim Arzt oftmals zu empfehlen.

Werden die Patienten nicht nur von einem großen Stich, sondern von mehreren solcher Stiche geplagt, so kann ein Kortisonpräparat oder ein Antihistaminikum auch kurzzeitig oral eingenommen werden. Falls es zusätzlich zu einer Infektion der Einstichstelle durch diverse Bakterien gekommen ist, kann die Einnahme von Antibiotika erforderlich werden, um schlimmere Konsequenzen abzuwenden.

Damit es gar nicht erst zu solch einer Infektion kommen kann, sollten die Betroffenen sich am besten nicht kratzen. Denn durch das Aufkratzen der Einstichstelle haben die Bakterien weitaus leichteres Spiel. Da der unangenehme Juckreiz mitunter sogar ein quälendes Ausmaß annehmen kann, dürfte es den meisten Menschen allerdings gar nicht so leicht fallen, die Hände von dem Mückenstich zu lassen.

Alternativ können die Betroffenen kräftig auf die betroffene Hautregion klatschen, um gegen das Jucken anzugehen. Ebenso ist es möglich, die Einstichstelle mit den Fingerkuppen etwas zu reiben. Zwar kann es durch diese mechanische Reizung ebenso zu einer Entzündung kommen – das Risiko ist allerdings nicht ganz so groß, als wenn man sich kratzen würde.

Wie kann ein Mückenstich behandelt werden?

Der Tipp, dass die Betroffenen ihre Mückenstiche lieber vorsichtig reiben oder auf sie klatschen sollten anstatt sich zu kratzen, gilt auch für normale Mückenstiche. Zudem können Wärme oder Kälte zur Linderung der Symptome zum Einsatz kommen, die bei einem normalen Mückenstich jedoch ohnehin recht schnell abklingen sollten.

➔ Mückenstich kühlen

Ein Kühlpad auf der Haut wirkt nicht nur sehr angenehm, sondern verlangsamt auch verschiedene Entzündungsprozesse. Häufig hält der Effekt jedoch vorwiegend während der Zeit des Kühlens an. Während die Juckreizweiterleitung durch das Kühlpad gemindert wird, stellt sich das Jucken nach dem Kühlen mitunter erneut ein.

➔ Thermischer Stichheiler

Kurze Hitzereize sind im Vergleich zur Kühlung deutlich erfolgversprechender. In der Apotheke sowie in vielen gut sortierten Drogerien und im Fachhandel wird dazu ein spezieller Stift angeboten. Dieser batteriebetriebene Stift gibt einen Hitzeimpuls von rund 50 Grad Celsius auf die Einstichstelle ab. Somit kann sich der Stich im Nu für ein paar Sekunden auf Temperaturen von rund 50 Grad Celsius erwärmen. Dadurch wird der Juckreiz ebenso abgeschwächt oder sogar ganz unterbunden.

In der Vergangenheit war man davon ausgegangen, dass die Inhaltsstoffe des Mückenspeichels durch den Vorgang des Erwärmens zerstört werden würden. Daran glaubt man heutzutage allerdings nicht mehr. Wenngleich dieses Phänomen bisher ebenfalls nicht ausreichend untersucht wurde, scheint folgende Erklärung logisch:

  1. Die Nerven, die sich in der Haut befinden, reagieren recht sensibel auf übermäßig warme Temperaturen
  2. Wenn es zu den genannten Temperaturbereichen kommt, wird die Weiterleitung der Nervenimpulse abgeschaltet
  3. Das könnte in der Praxis bedeuten, dass das Signal, welches mit dem spürbaren Juckreiz einhergeht, schlichtweg nicht mehr im Gehirn ankommt

Auch wenn Hitze sich somit als vielversprechendes Hilfsmittel – angesichts quälender Mückenstiche – herausgestellt hat, sollten alle Betroffenen nicht zu einem Löffel oder einer Münze, die zuvor erwärmt wurde, greifen. Denn das Risiko, dass es dabei zu Verbrennungen auf der Haut kommen könnte, ist viel zu groß. Im besten Fall wird die Münze oder der Löffel hingegen schlichtweg nicht ausreichend erwärmt, um gegen den Juckreiz des Mückenstichs vorzugehen.

➔ Mückenstich: Hausmittel und Vorbeugung

Von Aloe Vera oder einer halben aufgeschnittenen Zwiebel im Kampf gegen juckende Mückenstiche halten viele Experten hingegen rein gar nichts. Ein Kühlpad und einen Heizstift, der ebenfalls für wenige Euro erhältlich ist, parat zu haben, scheint daher eine weitaus sinnvollere Alternative zu sein. Als Hausmittel wird ein kühlender Umschlag mit ein wenig Essigwasser oder Zitronensaft empfohlen, wobei dessen Wirksamkeit gleichermaßen umstritten ist. Oder Sie lassen sich gar nicht erst stechen. Um dies zu vermeiden, gehen Sie am besten wie nachfolgend beschrieben vor:

  1. Möglichst lange, dichte und helle Kleidung tragen, wann immer die Gefahr eines Mückenstichs (zum Beispiel in erklärten Mückengebieten) besteht
  2. Auf Moskitonetze als Schutz vor Mücken setzen
  3. Mückenschutzmittel (sogenannte Repellentien) nutzen
  4. Sich aus Mückenverseuchten Regionen entfernen, sobald dies auffällt und sofern dies möglich ist

➔ Medikamente aus der Apotheke

Ist es doch einmal zu einem Mückenstich gekommen, so sind in der Apotheke verschiedene Cremes erhältlich, mit denen die Betroffenen ebenfalls gegen den Juckreiz vorgehen können. Diese Cremes sollten jedoch nur vorübergehend angewendet werden. Wer um seine Mückenallergie weiß, sollte besonders vorsichtig sein.

Daher kann es sinnvoll sein, den Arzt des Vertrauens nach einem Medikament oder Antihistaminikum zu fragen, was im Fall der Fälle gleich eingesetzt werden kann, bevor die allergische Reaktion auf den Mückenspeichel ein deutlich größeres und unangenehmes Ausmaß annimmt. Antihistaminika können sogar prophylaktisch eingenommen werden. Dies kann in Rücksprache dann Sinn machen, wenn Mücken-Allergiker Urlaub in einem Mückenverseuchten Gebiet machen wollen.

Abschließende Zusammenfassung

Eine echte Mücken-Allergie ist sehr selten. Kommt es dennoch zu einer heftigen Reaktion auf einen Mückenstich, so ist der Gang zum Arzt sinnvoll. Denn bei einer allergischen Reaktion ist das Risiko eines anaphylaktischen Schocks immer gegeben. Außerdem kann eine kortisonhaltige Creme erforderlich werden, um den Mückenstich zu behandeln. Um sich ein entsprechendes Präparat verschreiben zu lassen, sollte ein fachkundiger Arzt ebenso konsultiert werden.

Auch Wärme in Form eines kleinen Mückenstifts oder ein Kühlpad können den Betroffenen die heiß ersehnte Linderung in Aussicht stellen. Auf jeden Fall gilt, dass die Betroffenen sich nicht kratzen sollten. Denn auch wenn die Versuchung, dies zu tun, groß ist, nimmt das Risiko einer möglichen Infektion dadurch erheblich zu. Diese Infektion muss im schlimmsten Fall mit Antibiotika behandelt werden.

Wenngleich die meisten Menschen nicht mit einer ausgeprägten Allergiereaktion auf den Speichel der weiblichen Stechmücke zu kämpfen haben werden, sollten sie ebenso vorsorgen, um sicherzustellen, dass sich ein bestehender Mückenstich nicht unnötig entzündet. Noch dazu könnten somit unschöne Narben zurückbleiben.

Wer an einer echten Mücken-Allergie leidet, kann seinen Arzt um ein Antihistaminikum bitten, um im Fall eines erneuten Mückenstichs bestmöglich gewappnet zu sein. Antihistaminika können noch dazu vorsorglich eingenommen werden, falls zum Beispiel von einer großen Mückenplage am eigenen Urlaubsort auszugehen ist. Dies hat sich für Allergiker gerade bei Reisen ins Ausland bewährt, da sie dort oft nicht so leicht Zugang zu einem Arzt haben.

Beitragsbild: © Ralf Geithe – Fotolia.com

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