Leitungswasser / Wasserfilter
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Gesundheit

Leitungswasser: Qualität & der Einsatz von Wasserfiltern

Die Qualität von Leitungswasser wird oft in Frage gestellt. Um dieses zu verbessern, nutzen viele Menschen einen Wasserfilter. Aber ist dieser auch immer sinnvoll? Wir sagen es Ihnen.

Wasserfilter erfreuen sich großer Beliebtheit. Sie sollen unser Leitungswasser von Kalk und Keimen befreien und schmackhafter machen. Allgemein kann man davon ausgehen, dass das Leitungswasser in Deutschland ständig kontrolliert wird und eine gute Qualität besitzt. Dennoch sind auch Gerüchte im Umlauf – Leitungswasser soll weniger gesund sein als angenommen und Schadstoffe und Bakterien enthalten, welche uns das Leben schwer machen.

Qualität von Leitungswasser

Leitungswasser gilt als das am strengsten überwachte Lebensmittel in Deutschland. Hier greift die Trinkwasserverordnung hart durch. Unser Wasser wird von den zuständigen Wasserwerken mehrmals am Tag kontrolliert. Viele Experten halten in diesem Zusammenhang einen Wasserfilter für unrentabel und unwirtschaftlich, denn wer Wasserfilter einsetzt, erhöht den Literpreis von Trinkwasser um das 14fache.

Muss Leitungswasser wirklich gefiltert werden?

Geht es um gesundes Trinkwasser, gerät meist der hohe Nitratgehalt des Grundwassers in den Fokus. Nitrat ist für Schwangere und Kleinkinder besonders gefährlich und steht im Verdacht, Krebs zu erregen. In den Wasserwerken kann Nitrat aus dem Trinkwasser gefiltert werden. Diesbezüglich bestehen in Deutschland keine Bedenken.

Die Trinkwasserverordnung gibt vor, dass unser Trinkwasser nicht mehr als 50 Milligramm Nitrat pro Liter enthalten darf.

Für das Filtern von Leitungswasser spricht jedoch ein anderer Aspekt. Der Wasserkreislauf wird durch die Industrie, die Landwirtschaft und den Menschen im Alltag selbst mit Stoffen verunreinigt, welche keiner Regelung durch die Trinkwasserverordnung unterworfen sind. Dabei handelt es sich um Asbest, Pflanzenschutzmittel, Arzneimittelrückstände oder Schwermetall.

Wie sauber ist mein Wasser?

Die örtlichen Wasserwerke garantieren die gesundheitliche Unbedenklichkeit des Trinkwassers, allerdings hat der Handlungsspielraum der Wasserindustrie seine Grenzen. Bis zum Wasserzähler reicht der Zuständigkeitsbereich des Wasserwerkes, was anschließend passiert, liegt in der Befugnis des Hauseigentümers. Besonders in älteren Häusern, deren Fertigstellung vor 1973 vollzogen wurde, können noch Bleirohre verbaut sein. Steht das Wasser längere Zeit in der Leitung, kann der Bleigehalt bedenklich ansteigen.

Laut Trinkwasserverordnung liegen die Grenzwerte für Blei in Leitungswasser bei 0,01 Milligramm und der Kupfergehalt sollte nicht höher als zwei Milligramm pro Liter betragen.

Vermuten Sie verunreinigtes Leitungswasser, bringt eine Untersuchung einer Wasserprobe Gewissheit. Hierbei können Sie sich an den örtlichen Wasserversorger wenden oder eine Trinkwasserprobe bei einem privaten Untersuchungslabor einreichen. Die Kosten belaufen sich auf 15 bis 30 Euro.

» Achtung: Ein hoher Bleigehalt kann gefährlich sein. Ein Wasserfilter kann hier nicht wirklich Abhilfe schaffen. Ein Austausch der veralteten Rohre ist dringend anzuraten. Leiten Sie es als Hauseigentümer selbst in die Wege oder sprechen Sie mit Ihrem Vermieter.

Kalk im Leitunsgwasser

Der Kalkanteil des Wassers weist zwischen den Haushalten Unterschiede auf. Schauen wir uns Kalk einmal näher an, wird deutlich, Kalk ist nicht wirklich eine Gefahr, denn er besteht lediglich aus Kalzium und Magnesium, also aus Mineralstoffen, welche unser Körper braucht.

Kalkhaltiges Wasser stellt keine Gefahr für die Gesundheit dar.

Ist das Leitungswasser kalkhaltig, wird schnell von „hartem“ Wasser gesprochen. Wasser mit Hilfe eines Wasserfilters zu entkalken, macht Sinn, wenn Ihnen Ihr Wasser nicht schmeckt und Sie sich für die Zubereitung von Tee oder Kaffee „weiches“ Wasser wünschen.

Wasserfilter-Arten im Überblick

❖ Tischkannenfilter – wenn es besser schmecken soll

Tischkannenfilter
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Wie bereits erwähnt, schmeckt vielen Menschen ihr Leitungswasser einfach nicht. Hierbei können Tischkannenfilter, wie z.B. dieser hier, Abhilfe schaffen. Diese Filterart ist weit verbreitet, handlich und weniger kostenintensiv. Ein Tischkannenfilter basiert auf dem Prinzip eines Aktivkohle/Ionenaustausch-Granulats und kann Kalkrückstände aus dem Wasser filtern und das Leitungswasser damit schmackhafter machen.

» Achtung: Tischkannenfilter beseitigen keine Bakterien, Pestizide und andere Schadstoffe.

Ein Vorteil ist die einfache Handhabung. Es sind keine Anschlussarbeiten notwendig und Sie müssen auch keine umständliche Aufbauanleitung studieren. Die Filterleistung ist jedoch eher als gering einzuschätzen und durch den häufigen Austausch des Filters entstehen Folgekosten, die nicht unterschätzt werden sollten.

» Tipp: Tauschen Sie den Filter regelmäßig aus, sonst können sich dort schnell Keime bilden.

❖ Aktivkohlefilter – die Allrounder

Aktivkohlefilter
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Aktivkohlefilter sind die wohl geläufigsten Wasserfilter. Sie können diese Geräte als Tischgerät oder als Gerät für den Einbau unter der Spüle erwerben. Aktivkohlefilter sind in der Lage, Medikamentenrückstände oder Pestizide aus dem Wasser zu filtern. Gegen Blei oder Nitrat sind sie jedoch machtlos und auch Kalk lässt sich nicht vollständig entfernen.

Ein Aktivkohlefilter muss regelmäßig gewartet werden und sollte auch nicht längere Zeit unbenutzt bleiben. Lassen Sie das Wasser längere Zeit im Behälter, entwickelt dieser sich zu einer wahren Keimschleuder. Alte Filter können brechen und damit die bereits gefilterten Schadstoffe wieder konzentriert ans Wasser abgeben.

» Tipp: Steht das Wasser längere Zeit im Behälter, können Keimzahlen entstehen, welche mehr als das Hundertfache über den von der Trinkwasserverordnung vorgeschriebenen Grenzwerten liegen.

❖ Ionenaustauscher – Austauschen statt Filtern

Wasserfilter mit Ionenaustauscher funktionieren eigentlich nicht wie herkömmliche Wasserfilter. Das Wasser wird nicht gefiltert, sondern es werden lediglich einzelne Stoffe ausgetauscht. Wirkt der Ionenaustauscher zum Beispiel entkalkend, entzieht er dem Wasser Kalzium-Ionen und tauscht diese gegen Natrium-Ionen aus. Somit erhalten Sie zwar weicheres Wasser, die Schadstoffe sind jedoch nicht entfernt.

Ionenaustauscher können schnell verkeimen, weiterhin kann sich der Geschmack des Wassers verändern, wenn es überhöhte Werte des ausgetauschten Stoffes enthält. Auch hier ist eine regelmäßige Wartung wichtig. Müssen die Filterpatronen ausgetauscht werden, belasten sie die Umwelt, denn sie sind nicht recyclebar.

❖ Membran-/Umkehrosmose – die Gründlichen

Umkehrosmose
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Dieses Verfahren wurde ursprünglich eingesetzt, um Meerwasser zu entsalzen. Diese Geräte filtern beinahe alle Schadstoffe aus dem Wasser. Sie erhalten reines Wasser, allerdings wird es auch von Mineralien und Salzen befreit. Elektrische Pumpen pressen das Wasser durch eine Membran, welche nur Wassermoleküle durchlässt und das Wasser zuverlässig von chemischen Rückständen, Schwermetallen, Nitrat, Kalk und eben leider auch wichtigen Mineralstoffen befreit.

Das auf diese Art und Weise gefilterte Wasser wird in der Raumfahrt oder in Labors verwendet. Als Lebensmittel eignet es sich nur bedingt, wer es regelmäßig verwendet, könnte früher oder später an einer Unterversorgung mit Mineralien leiden. Weiterhin sind die Geräte teuer und aufwendig im Betrieb.

Vor- und Nachteile der einzelnen Wasserfilter

Wasserfilter ArtVorteileNachteile
Tischkannenfilter+ handlich

+ preiswert

+ verbessert den Geschmack

- geringe Filterleistung

- Schadstoffe werden nicht entfernt

- hohe Folgekosten

Aktivkohlefilter+ große Produktpalette

+ als Tisch- und Einbaugeräte verfügbar

- filtert nicht alle Schadstoffe

- verkeimt schnell

- alte Filter können brechen

Ionenaustauscher+ verbessert den Geschmack- tauscht lediglich Ionen gleicher Ladung aus

- hohe Verkeimungsgefahr
Membran-/Umkehrosmose-Verfahren+ hoher Reinheitsgehalt- entfernt auch Salze und Mineralien

- teuer

- Membran keimanfällig

Vorteile eines Wasserfilters im Überblick

  • sorgt für weiches Wasser
  • reduziert Schadstoffe im Wasser
  • schont die Umwelt
  • reduziert die Schwermetallbelastung
  • die Kaffeemaschine verkalkt weniger schnell
  • praktisch in der Anwendung
  • hygienisch im Gebrauch

Gefiltertes Wasser richtig verwenden

Wasser ist empfindlich und kann schnell verderben. Lassen Sie das Wasser nie längere Zeit im Behälter des Wasserfilters stehen, sonst kommt es schnell zur Bildung von Keimen, die sich rasant vermehren können. Machen Sie sich mit Ihrem Gerät vertraut und tauschen die Filterkartuschen entsprechend der angegebenen Zeitspannen aus. Bewahren Sie die Filter am besten im Kühlschrank auf und lassen Einbaugeräte in regelmäßigen Abständen von einem Fachmann überprüfen.

» Tipp: Wird gefiltertes Wasser für Kleinkinder oder ältere und kranke Menschen verwendet, gehen Sie auf Nummer sicher und kochen Sie das Wasser vor Gebrauch noch einmal ab.

Sind Wasserfilter zu gründlich?

Diese Frage könnte auftauchen, wenn wir uns die Arbeitsweise der Membran-Systeme vor Augen führen. Membran-Systeme sollten nicht dauerhaft im Hausgebrauch Verwendung finden. Leitungswasser ist nicht zuletzt deshalb so wertvoll, weil es wichtige Mineralien und Spurenelemente enthält.

Leitungswasser contra Mineralwasser

Angesichts dieser Kritikpunkte dürften sich Mineralwassertrinker auf der sicheren Seite wähnen. Doch so einfach ist das Ganze dann leider doch nicht. Wasser aus Plastikflaschen ist häufig hormonell belastet. Dies kann an der Ursprungsquelle des Wassers liegen, an den Abfüllanlagen oder auch am Material der Flasche selbst.

Die Stiftung Warentest hat bestätigt: Leitungswasser ist gesünder als Mineralwasser. Sie brauchen also theoretisch keine Wasserkisten mehr in Ihre Wohnung schleppen. Leitungswasser wird strenger kontrolliert als Mineralwasser, hier sind die Vorgaben weniger streng.

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