Cellulite
Die auch als Orangenhaut bezeichnete Cellulite ist keine Krankheit, sondern ein kosmetisches Problem.
Krankheiten

Cellulite – Ursachen, Symptome und Therapie

Cellulite, fälschlicherweise oft als Zellulitis bezeichnet, ist eine nicht pathologische Veränderung im Bereich des Fettgewebes von Oberschenkel und Gesäß bei Frauen. Männer bilden so gut wie nie eine Cellulite aus.

Was ist Cellulite?

In der Umgangssprache ist die Cellulite auch als Orangenhaut bekannt. Die Dellen, die sich bei der Cellulite an der Hautoberfläche bilden, erinnern an die Schale einer Orange. Der medizinische Fachbegriff für die Fettgewebsveränderung lautet Dermopanniculosis deformans. Auch die Bezeichnung Zellulitis ist in der Umgangssprache weit verbreitet. Aus medizinischer Sicht ist diese Deklarierung jedoch nicht korrekt. Bei der Zellulitis handelt es sich um eine Entzündung des Unterhautgewebes. Die Cellulite weist jedoch im Gegensatz zur Zellulitis keine Entzündung auf.

Cellulite ist in der Medizin noch ein recht neues Phänomen. Erstmalig kam der Begriff in den 1960er Jahren auf. Doch erst die wissenschaftlichen Publikationen von Nicole Ronsard verbreiteten das Wissen über die Orangenhaut weltweit. Experten vermuten, dass bis zu 90 Prozent aller Frauen unter Cellulite leiden. Dabei ist die Erscheinung nicht unbedingt altersabhängig. Bereits ab einem Alter von 18 Jahren kann die Cellulite auftreten. Auch wenn die Hauterscheinungen für die meisten Frauen lästig sind, die Cellulite ist keine Krankheit, sondern ein rein kosmetisches Problem.

Cellulite – Ursachen

Der Ursprung der Dellen findet sich bei Frauen im subkutanen Fettgewebe. Bindegewebige Kollagenstränge, die sogenannten Retinacula cutis, unterteilen das Fettgewebe gitterartig. Dadurch entstehen Fettläppchen, die durch die Kollagenstränge in Form gehalten werden. Bei einer Bindegewebsschwäche können diese Stränge die Fettläppchen nicht mehr straff zusammenhalten. Stattdessen bilden sich kleine Fettausstülpungen, die dann in Form der typischen Hautdellen in Erscheinung treten. Auch Hormonveränderungen im Laufe des Menstruationszyklus wirken sich auf die Entstehung der Cellulite aus. Unter Einfluss von Östrogen schwellen die Fettgewebsstrukturen durch den Einstrom von Lymphe ein und verstärken die Dellenbildung.

Aus alternativmedizinischer Sicht entsteht die Cellulite durch die Ansammlung von Stoffwechselprodukten und Schlacken im Körper. Auch die Übersäuerung des Körpers soll eine Rolle spielen. Für diese Thesen gibt es bisher jedoch keine wissenschaftlichen Belege.

Fest steht hingegen, dass einige Risikofaktoren die Entstehung einer Cellulite begünstigen können. Zum einen scheint es eine genetische Veranlagung zu geben. Doch die Genetik ist nicht alleinige Ursache. Ein großer Risikofaktor ist das Gewicht. Das überschüssige Fett lagert sich insbesondere im Bereich von Schenkeln, Hüften, Bauch und Po ab. Zum einen wird dadurch das Kollagennetz vermehrt belastet, sodass mehr Fettläppchen zur Hautoberfläche vordringen. Zum anderen drücken die Fettpolster kleine Blutgefäße ab, wodurch sich die Durchblutung in diesem Bereich verschlechtert. Auch der Lymphabfluss nimmt ab. Dadurch büßt die Haut an Straffheit ein und die Hautdellen werden sichtbar.

Weitere Risikofaktoren sind ein ungesunder Lebensstil und eine unausgewogene Ernährung. Übermäßiger Alkohol- und Tabakkonsum, mangelnde Bewegung, Venenerkrankungen, Durchblutungsstörungen sowie Stress und zu wenig Schlaf erhöhen ebenfalls das Risiko einer Dellenbildung.

Cellulite – Symptome

Die Cellulite tritt durch eine sichtbare Bildung von Dellen im Bereich von Oberschenkeln, Hüften, Gesäß und Oberarmen in Erscheinung. Sie lässt sich in drei Stadien unterteilen. Im ersten Stadium sind die Dellen nur dann sichtbar, wenn man die Haut mit den Fingern zusammenkneift (Kneif-Test). Im zweiten Stadium sind die Dellen auch ohne Kneiftest im Stehen sichtbar. Im Liegen ist die Haut jedoch unauffällig. Dies ändert sich erst im dritten Stadium. Hier sind die Dellen auch im Liegen zu sehen.

Cellulite – Therapie & Behandlung

Eine Cellulite ist keine Krankheitserscheinung, die einer Behandlung bedarf. Da die meisten Frauen die Dellen jedoch als unschön oder lästig empfinden, gibt es verschiedene alternativmedizinische und kosmetische Behandlungsmethoden. Der therapeutische Effekt der Maßnahmen kann in den meisten Fällen nicht reproduzierbar nachgewiesen werden.

Grundsätzlich sollte zunächst versucht werden, die Fettschicht unter der Haut zu verringern und das Bindegewebe zu straffen. Bei Übergewicht wäre demnach eine Gewichtsreduktion empfehlenswert. Zur Straffung des Bindegewebes können begleitend Bürstenmassagen und Gymnastikübungen durchgeführt werden. Bürstenmassagen und andere Massagen regen zudem die Durchblutung des Gewebes an und optimieren den Lymphabfluss. Wechselbäder regen sowohl die Mikrozirkulation des Blutes als auch den Lymphfluss an. Wenn eine gravierendere Störung des Lymphabflusses vorliegt, kann auch eine manuelle Lymphdrainage hilfreich sein. Durch verschiedene Grifftechniken soll das Lymphsystem aktiviert und die Pumpleistung der Lymphgefäße verbessert werden.

Für eine lokale Reduktion des Körperfettanteils wird die Injektions-Lipolyse, auch als Fettweg-Spritze bekannt, angeboten. Alternativ kann eine Fettabsaugung (Liposuktion) im gewünschten Bereich durchgeführt werden. Es ist jedoch zu beachten, dass hierbei zwar Körperfett entfernt wird, die typischen Cellulitedellen jedoch bestehen bleiben können. Nach der Liposuktion können sich zudem neue Dellen bilden.

Ein weiteres Verfahren zur Behandlung von Cellulite ist die Kryotherapie. Die Kryotherapie ist eine kontrollierte Kältetherapie, bei der der Körper für eine kurze Zeit Temperaturen von bis zu -160° Celsius ausgesetzt wird.

Die Alternativmedizin bietet weitere Behandlungsmöglichkeiten. So können Haut und Fettgewebe mit galvanischem Feinstrom behandelt werden. Dieser schwingungsfreie, gleichmäßig fließende Gleichstrom soll den Stoffwechsel anregen, die Drüsentätigkeit stimulieren und den Lymphfluss anregen. So soll der Körper zur Reinigung und Entgiftung angeregt werden. Die Entgiftung kann durch Tees oder Arzneimittel mit ausleitenden Pflanzen wie Brennnessel, Mariendistel, Goldrute, Löwenzahn oder Erdrauch unterstützt werden.

Da die Cellulite nicht nur die oberflächlichen, sondern auch die tieferen Hautstrukturen betrifft, bringen Cremes, Salben oder andere oberflächliche kosmetische Behandlungen in der Regel keinen Erfolg. Die hautstraffende Wirkung, die nach dem Cremen häufig erkennbar ist, ist auf das Einmassieren des entsprechenden Produkts zurückzuführen.

Cellulite – Vorbeugung

Bewegung ist die beste Prävention gegen Cellulite. Mithilfe von Sport kann die Verschiebung der Fettzellen ins Bindegewebe und in Richtung der Hautoberfläche verlangsamt werden. Zudem beugt Sport einer Gewichtszunahme vor oder hilft bei der Gewichtsreduktion. Regelmäßige Bewegung regt den Kreislauf und die Durchblutung an und sorgt zudem für einen reibungslosen Abtransport der Lymphe. Die Anzahl der Fettzellen nimmt durch Sport zwar nicht ab, dafür werden die Fettzellen kleiner. Somit sind auch die Hautdellen nicht mehr so stark sichtbar.

Bildnachweis: © Valua Vitaly / shutterstock.com

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