Couperose
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Therapie Krankheiten

Couperose selbst behandeln: Was hilft gegen die roten Äderchen?

Dauerhaft gerötete Nase und Wangen können auf eine Couperose hinweisen. Dabei  handelt es sich um eine chronische Erkrankung der Haut. Neben einer Laserbehandlung beim Experten gibt es auch noch einige Möglichkeiten, wie Sie selbst die Rötungen behandeln können.

Ist die Haut häufig trocken und neigt zu Rötungen, kann es sich um eine beginnende Couperose handeln. Empfindliche Haut neigt aufgrund der gestörten Hautbarriere häufig zu Irritationen. Eine Couperose ist auf eine Erweiterung der Blutgefäße zurückzuführen. Im Folgenden klären wir über das Krankheitsbild auf und geben Tipps und Ratschläge, wie jeder selbst wirkungsvoll gegen Couperose vorgehen kann.

Was ist unter Couperose zu verstehen?

Der Begriff selbst stammt aus dem Französischen und die Übersetzung lautet: „Kupferrose“. Die Bezeichnung bezieht sich auf die Erweiterung kleinerer und oberflächlich gelagerter Blutgefäße, die eine an Kupfer erinnernde Rotfärbung annehmen.

Eine Couperose deutet auf eine Bindegewebsschwäche hin. Die Wissenschaft bezeichnet die erweiterten Adern als Teleangiektasien. Unterliegt die Haut Temperaturschwankungen, sucht der Körper diesen Missstand auszugleichen und es strömt mehr Blut durch die Adern. Liegt eine Gefäßschwäche vor, führt dies zu deren Erweiterung und die Adern werden sichtbar.

Couperose tritt vorwiegend im Bereich von Gesicht- und Hals auf und dort vermehrt an Nase, Wangen oder Dekolleté. Schätzungen zufolge ist jede dritte Frau über 30 Jahren von einer Neigung zu Gesichtsrötungen betroffen.

Mögliche Ursachen von Couperose

Als Hauptursache der Erkrankung werden nach heutigem Stand der Wissenschaft genetische Veranlagungen angesehen. Wer eine dünne Haut von seinen Eltern geerbt hat, wird schneller zu Gesichtsrötungen neigen. Eine schwache Gewebestruktur begünstigt die Ausbreitung von Hautveränderungen. Allgemein kann gesagt werden, dass Menschen mit hellerer Haut und blonden oder rötlichen Haaren häufiger von Couperose betroffen sind.

Folgende Auslöser können eine Couperose begünstigen:

AuslöserBeispiele
Äußere Faktoren• Duftstoffe
• Salben
• Waschmittel
• Alkohol
Psychische Faktoren• Stresssituationen
• Ärger
• psychische Anspannung
Umweltfaktoren• Kälte
• Wind
• Sonne
• Abgase
• Pollen
Mechanische Faktoren• Reibung
• Druck

Anfänglich kann es sich um eine vorübergehende Hautstörung handeln. Ist die Erkrankung fortgeschritten, zeigen sich die Rötungen dauerhaft. Im weiteren Verlauf einer Couperose können entzündliche Prozesse hinzukommen. Daher wird Couperose häufig als Vorstufe der Hautkrankheit Rosazea angesehen.

Rosaeza beginnt mit den gleichen Anzeichen, die auch für die Couperose gelten. Es treten Rötungen im Gesichtsbereich auf und die Adern sind erweitert. Rosazea grenzt sich durch ein Brennen oder Jucken der Haut oder durch die Bildung von Eiterblasen und Hautwucherungen im Nasenbereich von einer Couperose ab.

Couperose selbst behandeln

Wer unter Couperose leidet, kann einiges unternehmen, um die roten Äderchen weniger deutlich in Erscheinung treten zu lassen. Der wichtigste Faktor dabei ist eine regelmäßige und angepasste Hautpflege.

➙ Die richtige Hautpflege

Von Couperose betroffene Haut sollte mit speziellen Pflegeprodukten behandelt werden. Geeignet sind Präparate, die zur Beruhigung empfindlicher Haut beitragen können und einen Schutz für die angegriffene Hautbarriere darstellen.

Da die Hautbarriere gestört ist, kommt es in den tieferen Hautschichten vermehrt zu Irritationen. Ungeeignete Pflegeartikel könnten Unverträglichkeitsreaktionen hervorrufen und die Hautelastizität weiter schwächen.

Wer unter Couperose leidet, benötigt eine spezielle Feuchtigkeitspflege, welche den Wasserverlust der Haut ausgleicht und empfindliche Haut mit Lipiden versorgt. Ein Blick auf die Zutatenliste verrät, ob es sich um parfümierte Produkte handelt. Von diesen ist abzusehen, da die enthaltenen ätherischen Öle die angegriffene Haut reizen, statt das Gegenteil zu bewirken.

➙ Beruhigen und Kühlen

Eine zusätzliche Reizung der angegriffenen Gesichtshaut ist zu vermeiden. Die Haut benötigt stattdessen Beruhigung. Diese lässt sich durch feuchte Umschläge mit Arnika, Rosskastanie oder schwarzem Tee erzielen. Die genannten Substanzen bewirken eine Verengung der Äderchen und sorgen dafür, dass sich die Couperose nicht weiter ausbreitet.

Für eine angenehme Kühle sorgen kann die Behandlung mit Thermalwasser, welches in Sprayflaschen erhältlich ist. Auch Gele mit Kampfer oder Minze verschaffen Linderung.

➙ Aloe Vera kühlt und beruhigt

Das Gel der Aloe Vera Pflanze ist reich an Vitaminen und Polysachariden. Die enthaltenden Antioxidantien tragen zur Hautberuhigung bei und lassen Hautrötungen verblassen. Besonders wirkungsvoll ist frisches Gel, welches direkt aus den Pflanzen gewonnen wird.

➙ Honig als natürliches Heilmittel

In hochwertigen Honig, bevorzugt Manuka Honig, sind zahlreiche wertvolle Inhaltsstoffe enthalten, welche der Hautberuhigung dienen. Der Auftrag von Honig verspricht ein samtiges und ebenmäßiges Hautbild und lässt die bei Couperose auftretenden Hautrötungen abklingen.

Tipp: Die Wirkungsweise einer Honigmaske lässt sich durch die Zugabe von Kurkuma intensivieren.

Die Honigmaske wird auf die gereinigte Haut aufgetragen und kann bis zu einer Stunde einwirken, bevor die Reste mit warmem Wasser abgenommen werden.

➙ Couperose kaschieren

Bei einigen Anwendungen braucht es etwas Zeit, bevor die Wirkung einsetzt. Bis dahin lassen sich die roten Äderchen sehr gut mit grünen Abdeckstiften kaschieren. Die grüne Farbe ist in der Lage, Hautrötungen zu neutralisieren.

Bei der Wahl des Make-ups ist auf ein gut deckendes Produkt mit langem Halt zurückzugreifen. Für eine zuverlässige Abdeckung können auch Kompakt-Puder sorgen, welche Grün-Pigmente enthalten.

Bei beginnender Couperose begleitet von leichteren Rötungen ist häufig bereits ein hautfarbener Gesichtspuder ausreichend.

➙ Sonnenschutz nicht nur im Sommer

Sonne kann eine Couperose schnell verschlimmern, daher lautet der Rat der Hautärzte: Sonnenschutz bei jedem Wetter. Es sollte auf ein Produkt mit hohem Lichtschutzfaktor zurückgegriffen werden. Ein Lichtschutzfaktor zwischen 30 und 50 ist ratsam. Beim Kauf sollte auf Produkte ohne Duft- und Konservierungsstoffe geachtet werden.

➙ Diese Dinge sollten Sie vermeiden!

UV- Strahlung durch intensive Sonnenbäder und der Besuch im Sonnenstudio sollten unterbleiben. Wenn Sie die Sauna besuchen, sollten Sie Ihr Gesicht nicht ohne Vorwarnung den extremen Temperaturen aussetzen, sondern mit einem kühlen Handtuch langsam an den Umschwung gewöhnen.

Zigarettenrauch, Alkohol- oder Kaffeegenuss beschleunigen die Hautalterung und erhöhen somit das Risiko, an Couperose zu leiden.

Beim Eincremen lautet die Devise: Feuchtigkeit statt Fett. Der Auftrag einer Fettcreme versorgt die Haut mit einer Art Isolierschicht. Dies führt zu einer Aufheizung des Gewebes. Fettcremes lassen die roten Äderchen noch deutlicher hervortreten. Daher ist zu einer Feuchtigkeits- anstatt zu einer Fettcreme zu greifen.

Lässt sich Couperose professionell behandeln?

Eine Behandlung von Couperose ist mit Lasertherapie möglich. Es wird mit KTP-Lasern, mit Diodenlasern oder mit gelben Lasern gearbeitet. Die geringsten Nebenwirkungen verspricht die Behandlung mit gelben Lasern. Diese Geräte sind dem Absorptionsspektrum der Haut bestmöglich angepasst.

Nach erfolgter Behandlung können Rötungen und leichte Hautschwellungen nicht ausgeschlossen werden. Auch eine Krustenbildung ist möglich. Verkrustungen lösen sich nach etwa einer Woche von selbst ab. Um eine Narbenbildung zu verhindern, sollten die Krusten nicht selbstständig abgelöst werden. Wird die Haut nach der Anwendung des Lasers gekühlt, lässt sich Nebenwirkungen vorbeugen.

Der Erfolg einer Behandlung von Couperose hält zwischen einem halben Jahr und drei Jahren an. Dies ist nicht zuletzt davon abhängig, wie der Betroffene lebt und seine Haut pflegt. Alle genannten negativen Faktoren lassen die Rötungen schneller als erwartet zurückkommen.

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