Kopfläuse
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Krankheiten

Kopfläuse: Symptome, Ansteckung und Behandlung

Kopfläuse verursachen einen sehr unangenehmen Juckreiz und verbreiten sich besonders in Kindereinrichtungen rasend schnell. Für die Behandlung eignen sich neben Präparaten aus der Apotheke auch einige Mittel die fast jeder schon zuhause hat.

Unter Kindern werden die Köpfe besonders häufig zusammengesteckt. Dies macht es Kopfläusen leicht und nicht selten greifen die ungeliebten Parasiten auf ganze Kindereinrichtungen und Schulklassen über. Hat der Nachwuchs Kopfläuse, ist dies kein Grund für Schamgefühle, denn dies deutet keinesfalls auf mangelnde Hygiene hin. Nachfolgend erfahren Sie viel Wissenswertes über Kopfläuse und lesen nach, was sich gegen eine Ausbreitung des Befalls tun lässt.

Wie machen sich Kopfläuse bemerkbar?

Eine Kopflaus lebt davon, an der Kopfhaut Blut zu saugen. Wenn Sie die Haare waschen oder kämmen, können Sie die Läuse vom Kopf fallen sehen. Allerdings könnte man diese aber auch für Schuppen halten.

Tipp: Ob es sich wirklich um Kopfläuse handelt, kann jeder selbst herausfinden, wenn man die Haare über einem Stück weißem Papier auskämmt.

Ein Befall von Kopfläusen bleibt schon allein deshalb nicht unbemerkt, weil die Kopfhaut stark zu jucken beginnt. Allerdings ist dies nicht von Beginn an der Fall. Erst nach etwa fünf bis sechs Wochen stellen sich die Symptome ein. Es ist also davon auszugehen, dass der Befall bei ersten Symptomen bereits stark ausgeprägt ist. Beim Absuchen der Kopfhaut werden dann nicht nur die Läuse selbst sichtbar, sondern auch die Eier und Nissen (also die Überreste der Eier nach dem Schlüpfen) lassen sich deutlich erkennen.

Wie sehen Kopfläuse aus?

Eine Kopflaus ist ein winziges, flügelloses Insekt. Die fast durchsichtigen Plagegeister sind zwei bis drei Millimeter groß und halten sich bevorzugt direkt am Haar, hinter den Ohren oder auf der Kopfrückseite auf.

Die Läuse besitzen sechs Beine, deren klauenartige Fortsätze ermöglichen, dass sich die Kopfläuse gut am Haar fortbewegen und festhalten können.

Eine Kopflaus lebt 30 Tage und legt während dieser Zeit bis zu 150 Eier. Die graubraunen Eier heftet dei Laus nahe der Kopfhaut an die Haare. Die Larven schlüpfen etwa eine Woche später und werden nach weiteren zehn Tagen selbst geschlechtsreif. Die Nissen lassen sich als winzige weiße Punkte ausmachen und kleben am unteren Teil der Haare fest.

Kopfläuse können weder springen noch fliegen, sind aber sehr wendige und agile Läufer. Die Ansteckung kann durch direkten Haarkontakt, aber auch durch Mützen, Schals oder Kämme und Haarschmuck erfolgen.

Welche Symptome bringt ein Kopflausbefall mit sich?

Wie bereits erwähnt, wird der Betroffene zunächst vermutlich nichts von seinen ungeliebten Mitbewohnern merken. Erst nach einigen Wochen kommt es zu teils heftigem Juckreiz. Auch ekzemartige Hautveränderungen am Haaransatz, hinter den Ohren und im Nacken sind möglich.

Sind Kopfläuse gefährlich?

In unseren Breiten gilt die Kopflaus als harmlos. Die Parasiten können keine Krankheiten übertragen. Doch schon allein wegen des heftigen Juckreizes sollte schnell gehandelt werden. Wer nichts gegen den Kopflausbefall unternimmt, riskiert, dass es zu einer Infektion der Läusebisse kommt.

Wie erfolgt die Ansteckung mit Kopfläusen?

Die Kopflaus ist ein Parasit, der ausschließlich den Menschen heimsucht. Der Glaube, dass Kopfläuse auf mangelnde Hygiene schließen lassen, kann nicht bestätigt werden. Die Parasiten lassen sich auf jeder Kopfhaut nieder. Forscher haben sogar nachgewiesen, dass die Plagegeister eine Vorliebe für frisch gewaschenes Haar entwickeln.

Die Übertragung erfolgt in den meisten Fällen von Mensch zu Mensch. Es sollte also vermieden werden, die Köpfe mit jemand zusammenzustecken. Eine Übertragung des Kopflausbefalls durch Haarbürsten, Kopfbedeckungen oder Decken und Kissen kann nicht ausgeschlossen werden, ist aber vergleichsweise selten.

Kopfläuse richtig behandeln

Für die Bekämpfung von Kopfläusen sind nicht verschreibungspflichtige Shampoos und Lotionen erhältlich. Diese Präparate enthalten ein Insektizid.

Folgende Wirkstoffe helfen gegen Parasiten:

  • Benzylbenzoat
  • Lindan
  • Permethrin

Die antiparasitären Wirkstoffe tragen Sie auf die Kopfhaut auf und verteilen sie in den Haaren. Erst nach zwölf Stunden Einwirkzeit waschen Sie das Präparat ausgewasche. Der Auftrag sollte bevorzugt über Nacht geschehen. Um einen Wiederbefall auszuschließen, sind alle Kontaktpersonen im Haushalt gleichzeitig zu behandeln.

Umgang mit dem Läusekamm

Während sich die Läuse wie beschrieben entfernen lassen, kleben die ovalen Nissen weiterhin am Haar fest. Auch mit einer normalen Bürste lassen sich die an Schuppen erinnernden Nissen nicht aus dem Haar lösen.

Es wird der Gebrauch eines speziellen Läusekamms erforderlich. Die langen Zinken des Kamms legen Sie auf der Kopfhaut auf. Anschließend ziehen Sie denn Kamm fest durch die Haare.

Tipp: Die Nissen können Sie am besten entfernen, wenn Sie das Haar anfeuchten.

Damit Sie keine Nissen vergessen, sind die Haare in einzelne Strähnen abzuteilen. Bei längeren Haaren kann es helfen, einzelne Haarpartien mit Haarnadeln oder Spangen zu fixieren.

Die besten Hausmittel gegen Kopfläuse

Wer nicht zu den Mitteln aus der Apotheke greifen will, kann mit verschiedenen Hausmitteln Kopfläusen den Kampf ansagen.

Kopfläuse mit natürlichem Öl bekämpfen

Dieses Hausmittel eignet sich für die Behandlung von einem leichteren Befall. Durch den Auftrag der öligen Substanz können sich die Kopfläuse nicht wie gewohnt fortbewegen und können dadurch einfacher aus den Haaren entfernt werden.

Achtung: Diese Methode tötet die Kopfläuse nicht ab.

Kokosöl oder Olivenöl verteilen großflächig im Haar und auf der Kopfhaut. Das Öl sollte nun über mehrere Stunden einwirken. Die Wirkung lässt sich verstärken, wenn Sie die Haare in ein Handtuch wickeln. Anschließend spülen Sie die Haare gründlich aus. Für die Entfernung der Parasiten wird der bereits erwähnte Läusekamm benutzt.

Kopfläuse mit ätherischen Ölen bekämpfen

Auch ätherische Öle können die Kopfläuse nicht abtöten, dafür aber vertreiben. Ein Gemisch aus Olivenöl und Lavendelöl können die Plagegeister förmlich nicht riechen. Ebenso können Pfefferminzöl oder Rosmarinöl verwendet werden. Für ätherische Öle genügt eine Einwirkzeit von etwa einer Stunde. Ansonsten wird verfahren, wie im letzten Abschnitt beschrieben.

Achtung: Ätherische Öl können zu allergischen Reaktionen führen. Apotheker oder Heilpraktiker führen einen Bioresonanztest durch.

Kopfläuse mit Essigwasser behandeln

Die Nissen lassen sich besonders schwer aus den Haaren lösen. Dies lässt sich vereinfachen, wenn Sie Essig und Wasser im Verhältnis 1:2 mischen. Mit dieser lauwarmen Lösung spülen Sie die Haare gründlich aus. Anschließend kommt der Läusekamm zur Anwendung.

Kopflausbefall vorbeugen

Entgegen einer weit verbreiteten Meinung schützen übertriebene Hygiene wie tägliches Haare waschen nicht vor Kopfläusen. Die Übertragungswege zwischen Kindern sind vielfältig und oft nicht nachzuvollziehen. Daher ist eine direkte Vorbeugung schwierig.

Der Körperkontakt mit befallenen Personen ist zu vermeiden. Kämme, Schals, Mützen oder Handtücher sollten nicht an andere Personen ausgeliehen werden.

Temperaturen über 51 Grad vertragen Kopfläuse nicht. Kämme, Bürsten oder Haarspangen können Sie in warmes Wasser einlegen. Handtücher und Bettwäsche müssen Sie mindestens mit 60 Grad waschen.

Eine heiße Dusche wird Kopfläuse dagegen nicht vertreiben. Die Läuse umklammern die Haare und der Wasserstrahl verfehlt die winzigen Atemöffnungen. Auch ein Föhn vertreibt keine Kopflaus. Hohe Temperaturen schädigen allein die Haarstruktur. Den Läusen können sie nichts anhaben.

Tipp: Zeit für einen neuen Haarschnitt? An kurzen Haaren fühlen sich Kopfläuse nicht wohl.

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