Krätze
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Krankheiten

Krätze: Ursachen, Symptome und Behandlung

Bei der Krätze handelt es sich äußerst unangenehme und ansteckende Hautkrankheit, die besonders in Gemeinschaftseinrichtungen zum Problem werden kann.

Die Krätze ist eine besonders unangenehme Hautkrankheit, die durch Milben verursacht wird. Durch die Ausscheidungen der Parasiten kommt es zu allergischen Hautreaktionen, welche das Krankheitsbild kennzeichnen. Wo Menschen auf engem Raum zusammenleben, kann sich die Krätze rasend schnell ausbreiten. Krätze kann alle Menschen befallen und ist kein Indiz für mangelnde Körperhygiene. Im Folgenden können SIe nachlesen, wie sich die Erkrankung äußert, wie sie sich behandeln lässt und was jeder einzelne dagegen unternehmen kann.

Was ist unter Krätze zu verstehen?

Krätze ist eine Hauterkrankung, welche auch als Scabies bezeichnet wird. Betroffen sind meist Kinder oder junge Erwachsene. Die Krankheit ist hochansteckend und verbreitet sich durch engen Hautkontakt rasend schnell. Ganze Kindereinrichtungen oder Schulklassen können davon betroffen sein.

Achtung Borkenkrätze!

Diese besondere Form der Erkrankung ist von einem dichten Milbenbefall gekennzeichnet. Meist leiden die Betroffenen unter einer Immunschwäche, was die Ausbreitung der Milben begründet. Bei einer normalen Erkrankung sind etwa 15 bis 30 Milbengänge vorhanden. Bei der Borkenkrätze muss von einem Befall mit Millionen Parasiten ausgegangen werden.

Die Ansteckungsgefahr erhöht sich mit der Anzahl der Milben. An jeder Hautschuppe, die einem Infizierten verloren geht, können tausende von Milben haften.

Die Ursachen der Krätze

Die Erkrankung wird von Krätzmilben verursacht. Diese Parasiten nutzen die Haut als Fortpflanzungsstätte. Die Männchen sterben nach der Begattung ab. Die Weibchen sind umso aktiver und beginnen, Tunnel in die Haut zu graben. In den entstandenen Gängen werden die Eier abgelegt. Dabei kommt es zu Ausscheidungen, welche die Wissenschaft Skybala nennt. Diese kleinen Kotballen lösen die allergische Reaktion mit ihren charakteristischen Symptomen aus.

Die Larven schlüpfen einige Tage nach der Eiablage und werden nach nur zwei Wochen selbst geschlechtsreif. Die Milben an sich sind keine direkte Gefahr für den Körper. Selbst die unter der Hautoberfläche verlaufenden Gänge verursachen keine Symptome.

Juckreiz tritt erst auf, wenn das Immunsystem auf den Milbenkot reagiert. Die aktivierten Zellen und Botenstoffe führen zu Rötungen, Schwellungen und juckende Hautpartien.

Typische Symptome der Krätze

Zunächst spürt der Betroffene nichts. Etwa vier bis sechs Wochen nach dem Befall beginnt die Haut stark zu jucken. Es können sich kleine Pusteln und Knötchen bilden. Der Juckreiz verstärkt sich meist nach dem Schlafengehen.

Die Krätze kann an den Fußknöcheln, an den Beugeseiten der Handgelenke, am Hinterteil oder im Genitalbereich auftreten. Die Milbengänge sind durch braunrote Streifen sichtbar. Dies fällt besonders deutlich zwischen den Fingern und Zehen ins Auge. Aufgekratzte Hautstellen können sich entzünden.

Tipp: Krätze kann für Allergien oder Ekzeme gehalten und dadurch unter Umständen falsch behandelt werden.

Verlauf der Erkrankung

Krätze ist gut behandelbar und es stellt sich in der Regel ein zeitnaher Behandlungserfolg ein. Die geschädigte Haut kann noch über einen längeren Zeitraum zu Irritationen neigen. Erkrankte erlangen keine Immunität. Eine Infektion ist jederzeit erneut möglich.

Neben den bereits erwähnten Symptomen können Komplikationen auftreten. Dann wird von Superinfektionen gesprochen. Bakterien haben angesichts der bereits vorgeschädigten Haut leichtes Spiel. Sie dringen durch die oberen Hautschichten ein und lösen weitere Infektionen aus.

Meist handelt es sich um Staphylokokken und Streptokokken, welche zu folgenden Komplikationen führen können:

  • Schwellung der Lymphknoten
  • Entzündung der Lymphgefäße
  • Wundrose
  • Fieber
  • Nierenentzündung

In seltenen Fällen kann es einige Wochen nach der Infektion zum Auftreten von rheumatischem Fieber und Nierenentzündungen kommen.

Krätze diagnostizieren

Krätze besitzt eine typische Symptomatik, welche die Diagnose erleichtert. Meist kann der Arzt bereits durch eine Begutachtung des Ausschlages eine sichere Diagnose stellen. Eine mikroskopische Untersuchung der oberflächlichen Hautschuppen kann den Verdacht bestätigen.

Krätze behandeln

Wenn der Verdacht besteht, sollte in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden. Die Behandlung aller Kontaktpersonen wird notwendig. Verordnet werden verschiedene Wirkstoffe zum Auftragen auf die Haut.

Tipp: Der Wirkstoff Lindan wurde bis vor wenigen Jahren eingesetzt und wird heute kaum noch verwendet. Besonders bei Schwangeren und Kindern ist von einer Anwendung abzusehen, da Vergiftungserscheinungen auftreten können.

Folgende Wirkstoffe helfen, die Parasiten zuverlässig abzutöten:

WirkstoffErläuterung
PermethrinDieses Mittel wird am häufigsten eingesetzt und als Creme direkt auf die Haut aufgetragen.
AllethrinSchlägt Permethrin nicht an, wird auf Allethrin ausgewichen.
Der Stoff wird in Verbindung mit Piperonylbutoxid in Sprayform angewendet.
BenzylbenzoatDieser Stoff ist besonders wirksam, jedoch kompliziert anzuwenden.
Benzylbenzoat wird nur in Ausnahmefällen eingesetzt.
IvermectinDieses Medikament bildet eine Ausnahme und wird nicht direkt auf die Haut aufgetragen, sondern in Tablettenform verabreicht.
Ivermectin wirkt auch gegen Würmer.

Achtung: Die Anwendung ist bei allen Medikamenten unterschiedlich und sollte streng nach Anweisung erfolgen.

Permethrin ist für den einmaligen Gebrauch gedacht. Mit Ausnahme der Schleimhäute und Körperöffnungen ist die Salbe auf die gesamte Hautoberfläche aufzutragen. Das Gesicht müssen Sie dabei aussparen.

Tipp: Die Creme sollte über Nacht einziehen und wird am nächsten Morgen abgewaschen. Die Einwirkzeit sollte mindestens acht Stunden betragen.

Zeigen sich nach 14 Tagen noch Anzeichen eines Befalls, ist die Anwendung zu wiederholen. Wer ein geschwächtes Immunsystem besitzt, muss die Anwendung vermutlich mehrmals wiederholen müssen, um die Krätzmilben zuverlässig abzutöten. Das Ansteckungsrisiko ist nach der ersten Behandlung meist gebannt.

Der Wirkstoff Ivermectin muss geschluckt werden und wirkt quasi von Innen auf die Milben ein. Die Tabletten sind im Abstand von acht Tagen zweimal einzunehmen.

Was ist bei der Ansteckung mit Krätze zu beachten?

Die Milben werden durch direkten Hautkontakt übertragen. Ein flüchtiges Händeschütteln wird allerdings nicht ausreichen, denn der Kontakt muss fünf bis zehn Minuten bestehen bleiben.

Im Gegensatz zu den meisten Parasiten kann bei der Krätzmilbe ein tierischer Zwischenwirt ausgeschlossen werden. Häufig erfolgt die Übertragung der Krätze durch den Körperkontakt beim Geschlechtsverkehr. Daher ist die Krätze als Geschlechtskrankheit deklariert.

Eine Ansteckung über Bettwäsche oder Kleidung ist möglich, kommt aber eher selten vor. Das Risiko erhöht sich, wenn Menschen auf engem Raum sehr eng zusammenleben oder arbeiten. Meist ist eine Behandlung der ganzen Familie erforderlich.

Tipp: Sind Haustiere von Milben befallen, können die Parasiten zwar auf den Menschen übergehen, sterben danach aber schnell ab.

Folgende Alltagssituationen erhöhen das Ansteckungsrisiko:

  • Geschlechtsverkehr
  • längere Umarmungen
  • gemeinsames Schlafen
  • enges Zusammenleben
  • gemeinsame Arbeit
  • Pflege Erkrankter
  • Nutzung von Handtüchern
  • gemeinsames Spielen

Gilt die Krätze als meldepflichtige Krankheit?

Das Infektionsschutzgesetz schreibt eine Meldepflicht vor, wenn die Krätze in gemeinschaftlichen Einrichtungen zum Ausbruch kommt.

Als Gemeinschaftseinrichtungen gelten:

  • Kindergarten
  • Schule
  • Kinderheim
  • Altenheim
  • Pflegeheim
  • Flüchtlingsunterkunft

Die Einrichtungen sind angehalten, einem Befall dem Gesundheitsamt vor Ort mitzuteilen. Dabei übermittelt der Arzt die persönlichen Daten des Betroffenen.

Krätze vorbeugn

Eine sichere Vorbeugung ist nicht möglich. Krätze kann auf jede Person übertragen werden.

Wäsche und Kleidungsstücke sind im Kochwaschgang zu reinigen. Ist dies nicht möglich, sind die Artikel für mindestens vier Tage unbenutzt zu lassen. Während dieses Zeitraumes sterben die Milben ab, wenn sie nicht mit der menschlichen Haut in Kontakt kommen.

Folgende Personen zählen zu den Risikogruppen und erkranken besonders schnell an Krätze:

  • Kinder in Kindereinrichtungen
  • Senioren in Alten- und Pflegeheimen
  • ältere Menschen mit Immunschwäche
  • zuckerkranke Personen
  • Personen, die eine Chemotherapie absolvieren
  • an Leukämie Erkrankte

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