Thrombose
Thrombosestrümpfe können vor Thrombose schützen - © glisic_albina / stock.adobe.com
Krankheiten

Thrombose – Entstehung, Anzeichen und Behandlung

Bei einer Thrombose handelt es sich um ein Blutgerinnsel innerhalb eines Blutgefäßes. Am häufigsten betroffen sind die Beinvenen.

Bei einer Thrombose bildet sich in einem Blutgefäß oder im Herz ein Thrombus (Blutgerinnsel). Dieser verhindert den Blutfluss in den Arterien. Bei einer Thrombose ist eine schnelle Behandlung wichtig, um Komplikationen wie eine Lungenembolie oder einen Gefäßverschluss zu vermeiden. Oft sitzt der Thrombus in den tiefen Beinvenen. Löst er sich von der Gefäßwand, wandert er mit dem Blutfluss zur Lunge. Blockiert er dort die Gefäße, entsteht eine Lungenembolie. Wandert der Thrombus in eine der großen Lungenarterien, besteht die Gefahr, einen Sekundenherztod zu erleiden.

Jährlich erkranken bis zu 130 von 100.000 Menschen an einer tiefen Venenthrombose. Besonders betroffen sind:

  • bettlägerige Personen
  • Patienten nach einer Operation
  • Reisende, die sich im Flugzeug oder im Auto kaum bewegen
  • Menschen mit Übergewicht

Das Risiko für eine Thrombose steigt im Alter. Die Erkrankung betrifft Frauen signifikant häufiger als Männer.

Welche Anzeichen für eine Thrombose gibt es?

Patienten klagen bei einer Beinvenenthrombose über ein Schweregefühl im Bein. Es geht einher mit:

  • Schwellungen an Unterschenkeln und Knöchel
  • ziehende, krampfartige Schmerzen in Ruhe (Verstärkung bei Druck)
  • Spannungsgefühl
  • sichtbare Venen
  • Überhitzungen
  • hervortretende Adern
  • glänzende, rötliche oder bläuliche Haut im betroffenen Bereich.

Wie entsteht eine Thrombose?

Ursächlich für die Thrombose ist die Fähigkeit des Blutes zur Gerinnung. Eine schnelle Blutgerinnung ist förderlich beim Verschluss von Wunden. In den Gefäßen verursacht diese Fähigkeit große Probleme. Gerinnt das Blut in der Vene, staut es sich. Die Verstopfung behindert den Blutfluss. Die Verengung begünstigt die Vergrößerung des Thrombus. Teilweise bilden sich mehrere Blutgerinnsel in Reihe. Die Thrombose tritt in den Arterien, Venen oder im Herzen auf. Häufig betroffen sind die Venen im Bein.

Die Tabelle zeigt die Unterschiede zwischen einer arteriellen Thrombose und einer Venenthrombose:

Art der ThromboseUrsacheEntstehungsort
Arterielle Thrombose• arterielle Veränderungen, wie durch Ablagerungen hervorgerufene Verengungen (arterielle Gefäßverkalkungen)Schlagadern:
• Bein
• Herz
Venenthrombose• Krampfadern
• orthopädische Operationen
• Flüssigkeitsmangel
• Venenentzündungen
• Krebserkrankungen
Venen:
• Beinen
• Gehirn
• Schulter- und Armgürtel
• Pfortader
• Becken
• After

Zu den wichtigsten Ursachen der Thrombose gehören:

  • Ablagerungen und Schäden an den Gefäßwänden, die verhindern, dass das Blut ungehindert fließt
  • Einengungen von außen, hervorgerufen durch Narben oder Tumore
  • Krampfadern und eine schwache Muskulatur verlangsamen den Blutfluss (häufig bei Lähmungen, nach Operation oder einem Flüssigkeitsmangel, sodass das Blut dicker wird und entsprechend langsamer fließt)
  • gestörte Blutgerinnung führt zu einer gesteigerten Gerinnung des Blutes (ursächlich sind genetisch bedingte Gerinnungsstörungen sowie Krebs- oder Autoimmunerkrankungen)

Verschiedene Risikofaktoren, die eine Thrombose begünstigen

  • Schäden der Gefäßwand durch Operationen, ein Trauma oder ein Unfall
  • verlangsamter Blutstrom durch Bettlägerigkeit, einen Gips zur Ruhigstellung oder lange Reisen
  • angeborene Erkrankung und Blutkrankheiten, die die Ausbildung der Thromben begünstigen (APC-Resistenz, Polyzythämie, Faktor-V-Leiden-Mutation)
  • „dickes“ Blut mit einer langsamen Fließgeschwindigkeit durch eine zu geringe Flüssigkeitszufuhr
  • Antibabypille oder Hormonersatztherapien in Kombination mit Nikotin, die die Entstehung von Thromben begünstigen
  • Schwangerschaft
  • vorausgegangene Thrombosen erhöhen das Risiko einer erneuten Erkrankung
  • Tumore in Lunge und der Bauchgegend
  • Übergewicht
  • Herzkrankheiten wie eine Herzinsuffizienz oder Erkrankungen im Bereich des Herzmuskels
  • zunehmendes Alter

Wie wird die Thrombose behandelt?

Eine schnelle Behandlung der Thrombose ist essenziell, um das Wachstum des Thrombus sowie eine Lungenembolie zu verhindern. Zur Anwendung kommen Gerinnungshemmer wie Hydroxycumarine, Faktor-Xa-Hemmer und Heparin. Diese Medikamente unterstützen den Körper beim Auflösen des Thrombus. In den ersten fünf Tagen verabreicht der Arzt zudem mehrere Thrombosespritzen. Sie enthalten Fondaparinux oder niedermolekulares Heparin (NMH). Weist der Patient eine eingeschränkte Nierenfunktion auf, erhält er das Medikament intravenös.

Kompressionsverbände und Thrombosestrümpfe üben Druck auf die betroffene Vene aus. Der Blutfluss verschnellert sich. In schweren Fällen erfolgt eine Operation, bei der der Arzt mit einem Katheter den Thrombus aus dem Blutgefäß entfernt.

In den darauffolgenden drei bis sechs Monaten nehmen Betroffene Gerinnungshemmer in Tablettenform ein, um den Blutfluss weiterhin zu gewährleisten. Sie verhindern die Neubildung von Blutgerinnseln.

Um den Erfolg der Therapie zu unterstützen, empfiehlt es sich, Risikofaktoren zu minimieren. Ausreichend Bewegung wie Joggen, Walken, Wandern und Schwimmen unterstützt den Blutfluss. Der Verzicht auf Nikotin verhindert die Schädigung der Gefäße. Die vermehrte Aufnahme von Flüssigkeit hält das Blut flüssig. Wechselduschen beugen einem Venenleiden vor.

Beitragsbild: © glisic_albina / stock.adobe.com

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