Tipps für den Einstieg ins vegane Leben
Tasten Sie sich langsam an das vegane Leben heran
Vegan

Vegan Leben: Tipps zum Einstieg in die Ernährungsumstellung

Sie haben sich dazu entschieden vegan zu leben? Das ist ein großer Schritt! Mit diesen Tipps sollte Ihnen die Umstellung jedoch nicht so schwer fallen.

Keine Frage: vegane Ernährung ist heutzutage angesagter denn je. Was noch vor einigen Jahren als „Trend“ belächelt wurde, freut sich derzeit allein in Deutschland über circa eine Million Anhänger. Auch Mischköstler geben oft gern zu, dass Hummus, Tofu, Seitan und Co. besser schmecken als erwartet. Doch wie schwer ist der Einstieg in die vegane Ernährung eigentlich? Ist es schwer, auf Fleisch, Fisch und sonstige, tierische Produkte zu verzichten und sich stattdessen mit dem berühmten „ethisch reinen Gewissen“ zu ernähren?

Die folgenden Tipps können Ihnen den Einstieg in das vegane Leben erleichtern. Egal, ob Sie die Ernährung ohne Tiere lediglich austesten möchten oder gleich komplett einsteigen wollen, fest steht: wenn der berühmte „Schalter im Kopf“ umgelegt wurde, ist der Rest auch nicht mehr schwer.

So gelingt Ihnen der Einstieg ins vegane Leben

⋄ Tipp 1: Seien Sie nicht allzu streng mit sich selbst!

Sie haben über Jahrzehnte hinweg Fleisch gegessen, mit Leidenschaft Milch getrunken, aber nun einfach Lust darauf bekommen, vegan zu leben? Kein Problem! Mit Hinblick auf die Umstellung zur veganen Ernährung gilt jedoch dasselbe wie auch mit Hinblick auf den Beginn einer klassischen Diät: wer zu viel von sich erwartet, wird enttäuscht werden. Daher ist es immer sinnvoll, bei der Umstellung auf vegan in kleinen Schritten vorzugehen. So ist es beispielsweise möglich, zunächst für einige Wochen auf vegetarisch umzusteigen, also Fleisch und Fisch wegzulassen. Danach verabschieden Sie sich von Nahrungsmitteln, die Ei beinhalten und streichen zu guter Letzt alles, was auf der Basis von Milch hergestellt wurde von Ihrem Speiseplan.

⋄ Tipp 2: Tauschen Sie sich mit anderen aus!

Auch wenn in Deutschland „nur“ eine Million Veganer leben, sind die Möglichkeiten, sich auszutauschen dennoch zweifelsohne – und sei es über die Foren im Internet – gegeben. Wer sich mit anderen Veganern unterhält, erfährt nicht nur nützliche Tipps, sondern wird auch mit Problemen konfrontiert, die andere auch durchlebt haben. Die unterschiedlichen Geschichten inspirieren, machen Lust auf neue Kreationen und erheitern auch in vielen Fällen. Spätestens dann, wenn die Sprache auf die Oma kommt, die von der veganen Ernährung der Enkel überhaupt nicht begeistert war, sind erste Gemeinsamkeiten gefunden.

⋄ Tipp 3: Probieren Sie neue Rezepte aus!

Klar ist es auch möglich, vegane Fertiggerichte aus dem Supermarkt zu beziehen. Deren Inhaltsstoffe sind in vielen Fällen jedoch fragwürdig. Zudem macht das Selbstkochen einfach mehr Spaß. Ein Gang durch das Gemüse- und Obstregal im Supermarkt kann hier sehr inspirierend sein. Egal, ob Sie nach Rezepten kochen oder selbst ausprobieren möchten: der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Viele Veganer bevorzugen es auch, regional einzukaufen und passen ihren Speiseplan auch gern der jeweiligen Jahreszeit an. Vor allem Neu-Veganern fällt während der Zeit der Umstellung immer wieder auf, wie umfangreich das tierfreie Angebot wirklich ist.

⋄ Tipp 4: Werden Sie nicht zum Süßigkeiten-Veganer!

Selbstverständlich wäre es auch möglich, sich ausschließlich von veganen Süßigkeiten zu ernähren. Gesund wäre diese Entscheidung jedoch in keinem Fall. Wer vegan leben möchte, sollte seinen Ernährungsplan unbedingt abwechslungsreich gestalten und damit sicherstellen, dass der Körper mit allen nötigen Nährstoffen versorgt wird. Generell gilt: Rohkost für zwischendurch ist gesünder als vegane Schokolade und Co. Der Heißhunger kann unter anderem ideal mit einer Banane gestillt werden.

⋄ Tipp 5: Machen Sie sich auch auf negative Kommentare gefasst!

Die Annahme, dass Ihr komplettes Umfeld Ihre Entscheidung, vegan zu leben, begrüßen wird, ist naiv. Mit dem Veganismus wird von vielen Menschen oftmals das Bild des „militanten Ernährungspapstes“ verbunden. Zudem sind viele Leute auch heute noch der Meinung, dass es sich bei der tierfreien Ernährung um eine extrem ungesunde Ernährungsweise handelt. Stellen Sie sich also darauf ein, dass Sie sich an der einen oder anderen Stelle erklären „müssen“, verzichten Sie jedoch am besten darauf, allzu missionarisch aufzutreten.

⋄ Tipp 6: Verabschieden Sie sich von dem Gedanken „perfekt“ leben zu können!

Veganismus bezieht sich nicht ausschließlich auf die Ernährung, sondern auch auf den Lebensstil im Allgemeinen. Das bedeutet, dass Menschen, die wirklich komplett vegan leben, nicht nur auf tierische Nahrungsmittel, sondern auch auf Lederschuhe, Daunendecken usw. verzichten. Sogar im Klebstoff sind teilweise tierische Stoffe enthalten. Zudem wird auch immer wieder kritisiert, dass manche Inhaltsstoffe per se nicht angegeben werden müssen. Kurz: auch der überzeugteste Veganer begeht ab und zu „Fehler“… oder anders: er lernt dazu!

Wer vegan lebt, lernt die Produkte, mit denen er täglich zu tun hat, auf ganz neue Weise kennen.

⋄ Tipp 7: Lassen Sie Ihr B12 regelmäßig kontrollieren!

Aktuelle Studien besagen, dass Vitamin B12 ausschließlich in tierischen Nahrungsmitteln vorkommt. Daher muss dieses Vitamin regelmäßig, am besten einmal im Jahr, mit Hilfe einer Blutabnahme kontrolliert werden. Einen B12-Mangel würden Sie nicht direkt bemerken, da der Körper über einen vergleichsweise langen Speicher verfügt. Dennoch kann ein Mangel nach Jahren noch zu irreparablen Nervenschäden führen. B12 können Sie ganz einfach, beispielsweise mit Hilfe von Tabletten oder Zahnpasta, supplementieren.

Informieren Sie am besten auch Ihren Arzt über Ihre Ernährungsweise. Klassische Schul- und Allgemeinmediziner sind hier in der Regel weniger begeistert, vermerken den Umstand, dass Sie sich vegan ernähren aber auch gern in Ihrer Akte.

⋄ Tipp 8: Ersatzprodukte sind nicht verboten!

Auch wenn Ersatzprodukte in Form von veganer „Wurst“ oder veganem „Käse“ von vielen Vollblut-Veganern abgelehnt werden, sind sie vor allem in der Übergangsphase Gold wert. Für den Fall, dass Sie sich aus rein ethischen Gründen zum Veganismus entschieden haben, sind Sie vielleicht ohnehin der Auffassung, dass Fleisch gut schmeckt. Viele Produkte auf der Basis von Tofu und Seitan schmecken gut und enthalten gleichzeitig wertvolle Inhaltsstoffe. Somit fällt der Schritt zum Vegansein noch leichter.

Bildquelle: © rh2010 – Fotolia.com

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