Was können Superfoods
Superfoods: Chia Samen liegen voll im Trend - zurecht?
Ernährung

Was können Superfoods wirklich?

Sie haben Namen, die wir zunächst kaum aussprechen können. Und um sie ranken sich Versprechen, die wir zunächst kaum glauben können. Die Rede ist von Chia, Quinoa & Co. – die neuen sogenannten Superfoods, von denen Trendsetter und Ernährungswissenschaftler schwärmen.

Was sind Superfoods überhaupt?

Unser Alltag ist heute geprägt von vielfältigen Belastungen, zum Beispiel durch beruflichen Stress, durch die Einflüsse von Umweltgiften, aber auch durch die Ernährung. Und gerade hier liegt einiges im Argen. Beispiel Gemüse: Im konventionellen Landbau kommen diverse mineralische Dünger zum Einsatz, die dafür sorgen, dass das natürliche Gleichgewicht an Nährstoffen aus den Fugen gerät. Das Ergebnis sind angeblich gesunde und natürliche Produkte, die dem Organismus trotzdem schaden können, etwa durch die darin enthaltenen Rückstände von Pflanzenschutzmitteln.

Genau hier kommen die neuartigen Superfoods, wie z.B. Quinoa, Matcha und Chia-Samen ins Spiel. Ihnen wird nachgesagt, dass sie schon vor Tausenden von Jahren von weit entfernt lebenden Völkern entdeckt und zwischenzeitlich vergessen wurden. Und ihnen werden phänomenale Wirkungen nachgesagt. Sie sollen Giftstoffe aus dem Körper ausleiten, die Energie in jeder Lebenssituation steigern und sogar das Leben verlängern. Und ganz nebenbei sollen sie dem Konsumenten auch noch sein Idealgewicht bescheren.

Können Superfoods diese Versprechen halten?

Die Meinungen sind geteilt. Während viele Verbraucher auf „ihre“ neuen Glücksbringer schwören, zweifeln Experten sowohl die Geschichten als auch die Wirkweisen der meisten Superfoods an – und können teilweise auch belegen, dass es damit nicht weit her ist.

Fakt ist: Die Superfoods sind teuer. Es gibt sie nicht in normalen Supermärkten oder Discountern zu kaufen. Einige von ihnen finden sich im Reformhaus oder im Bioladen, andere müssen über das Internet bestellt werden. Wer sie in seine tägliche Ernährung einbaut, der muss durchaus mit Kosten von mehreren Hundert Euro im Monat rechnen.

Fakt ist auch, dass Superfoods teilweise eine nur recht geringe Halbwertszeit haben, da sie regelmäßig durch andere ersetzt werden, die dann als gerade angesagt gelten. Das Ganze begann bereits in den 70er- und 80er-Jahren, zum Beispiel mit den Kefir-Pilzen, die heute kaum noch jemand kennt. Später kamen dann Apfelessig, Aloe Vera und die Noni-Frucht in Mode. Heute schwören viele Menschen auf Acai, Matcha, Moringa oder Chia.

Aktuelle Superfoods unter der Lupe

Chia Samen
Chia Samen gehören momentan zu den beliebtesten Superfoods auf dem Markt. Es handelt sich hierbei um die Samen verschiedener Gattungen der Salbeipflanzen. Nachgewiesen ist, dass mehrere alte Kulturen aus Mittel- und Südamerika bereits die Chia Samen kannten und sich zum großen Teil von ihnen ernährten. Die Samen waren also ein Grundnahrungsmittel für die damaligen Menschen, nicht mehr und nicht weniger. Nichtsdestotrotz werden den Chia Samen auch heilsame Wirkungen nachgesagt. Diese treffen zum Teil auch zu. So zum Beispiel durch den hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren, die zu den ungesättigten Verbindungen zählen. Dabei handelt es sich um essenzielle Stoffe für die menschliche Ernährung, die vom Körper nicht selbst hergestellt werden können. Zudem fördern Chia Samen die Produktion von Melatonin, welches die Hirnfunktion verbessert und stabilisiert. Allerdings gibt es auch andere Nahrungsmittel, die diese Inhaltsstoffe in ähnlicher Menge enthalten. Beispiele dafür sind Leinsamen und Sesam, die im Handel wesentlich günstiger angeboten werden.

Acai Beere
Die Acai Beere stammt ursprünglich aus Brasilien und wurde dort von den Ureinwohnern entdeckt. Ihr wird eine entzündungshemmende und antioxidative Wirkung nachgesagt. Dafür wurden bei Untersuchungen im Labor sogenannte Anthocyane nachgewiesen. Wissenschaftler bezweifeln, dass die Acai Beere diese Eigenschaften auch im menschlichen Organismus entfalten kann. Grund dafür ist die geringe Bioverfügbarkeit der Anthocyane. Sie können im Verdauungstrakt nur sehr schlecht verwertet werden. Und auch hier kommt wieder der Umstand hinzu, dass die Wirkung der Acai Beere in ähnlicher Form in anderen Lebensmitteln günstiger zu haben ist, z.B. in Heidelbeeren, Schwarzen Johannisbeeren oder auch in Auberginen.

Moringa
Der Moringa ist ein tropischer Baum aus der Meerrettich-Familie. Von ihm können sowohl die Samen als auch die Blätter verwendet werden. Dazu werden die Blätter getrocknet und zu Pulver vermahlen.
Moringa wird vor allem als Abnehmhilfe beworben. In wissenschaftlichen Tests konnte diese Wirkung allerdings bislang nicht nachgewiesen werden. Moringa enthält zwar nur wenig Fett, dafür aber viele Proteine. Bei Veganern sind die Blätter bzw. das daraus gewonnene Pulver als Proteinquelle sehr beliebt.

Matcha
Matcha ist eine in Asien sehr beliebte Teepflanze, die zu den Grüntees gezählt wird. Die Pflanze wird nicht wie herkömmlicher Tee getrocknet und fermentiert. Stattdessen werden die Blätter zu einem leuchtend grünen Pulver vermahlen, das dann direkt mit Wasser aufgebrüht und als Tee getrunken wird. Wissenschaftlich nachgewiesen ist die Wirkung von grünem Tee auf bereits bestehende Tumor- bzw. Krebszellen. Sie werden in eine Art „programmierten Zelltod“ getrieben. Somit erkranken Menschen, die regelmäßig grünen Tee trinken, seltener an Krebs. Zudem enthält der grüne Tee eine große Zahl von Catechinen, die als Radikalfänger dienen und somit den Körper vor diversen Krankheiten schützen können. Die Wirkung von grünem Tee ist also unbestritten. Allerdings müssen Sie dafür nicht unbedingt den teuren Matcha-Tee kaufen, ein ganz normaler grüner Tee reicht völlig aus!

Quinoa
Quinoa ist ein sogenanntes Pseudogetreide. Das bedeutet: Die Samen der gleichnamigen krautigen Pflanze weisen eine getreideähnliche Zusammensetzung auf, sind aber kein echtes Getreide. In vielen südamerikanischen Ländern ist Quinoa seit Jahrhunderten zusammen mit Amarant ein Hauptnahrungsmittel. Mit seinem extrem hohen Proteingehalt ist Quinoa sehr gut für Menschen mit Allergien und Unverträglichkeiten sowie für Vegetarier und Veganer geeignet. Die kleinen Samenkörner sind glutenfrei und beinhalten alle neun essenziellen Aminosäuren. Zudem besteht Quinoa zu rund 50 Prozent aus ungesättigten Fettsäuren und ist somit für die Gesundheit sehr wertvoll. In einer natürlichen und ausgewogenen Ernährung sind jedoch genug Quellen für die genannten Nährstoffe enthalten, so dass die regelmäßige Zufuhr von Quinoa ebenfalls nicht unbedingt notwendig ist.

Bildnachweis: © Tatiana Frank / shutterstock.com

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