Angehörige Pflege
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Familie

Pflege von Angehörigen – 4 Möglichkeiten der Betreuung

Kommt es in der Familie zu einem Pflegefall, stehen Angehörige vor der Frage, wie diese realisiert werden kann. Diese 4 Möglichkeiten sollen Ihnen die Entscheidung erleichtern.

Manchmal ist es absehbar, oftmals kommt es unverhofft – ein geliebter Angehöriger wird zum Pflegefall. Fest steht, jetzt muss gehandelt werden, damit die Betreuung des Hilfebedürftigen abgesichert ist. Den Angehörigen steht eine große Entscheidung bevor, die sie nicht übers Knie brechen und sowohl mit allen beteiligten Familienmitgliedern, als auch mit dem behandelnden Arzt besprechen sollten. Welche Möglichkeit der Pflege gewählt wird, ist auch immer abhängig von den persönlichen Umständen und der Schwere der Pflegebedürftigkeit.

1.Pflege zu Hause

In den eigenen vier Wänden zu bleiben, dass ist sicher der Wunsch der meisten älteren Menschen. Das bedeutet aber auch, dass das Leben der Angehörigen komplett auf den Kopf gestellt wird. Sie brauchen einen Plan, der den neuen Alltag genau strukturiert. Zunächst muss abgeklärt werden, wie und von wem die Pflege zu Hause durchgeführt werden soll.

❖ Leistungen der Pflegekasse
Um Pflegegeld / Sachleistungen zu beziehen, muss der Pflegebedürftige zunächst einen Pflegegrad zuerkannt bekommen. Die Einschätzung übernimmt der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK). Seit Einführung des neuen Pflegestärkungsgesetzes werden nicht nur körperliche, sondern auch psychische Beeinträchtigungen zur Begutachtung herangezogen. Das Thema ist sehr komplex, wenn Sie sich einlesen möchten, empfehle ich die umfangreiche Online-Broschüre des Bundesministeriums für Gesundheit.

Pflege durch Angehörige

Wenn Sie selbst – allein oder mit weiteren Familienangehörigen – die Pflege übernehmen möchten, müssen Sie sich gut vorbereiten. Ob diese Aufgabe zu bewältigen ist, hängt von der Schwere der Pflegebedürftigkeit ab. Bei beginnender Demenz, oder leichten körperlichen Einschränkungen ist Pflege durch Privatpersonen sicher noch realisierbar. Je höher der Pflegegrad, desto schwieriger wird es. Muten Sie sich also nur so vie zu, wie Sie selbst verkraften.

Pflege durch ambulanten Pflegedienst

In den meisten Fällen wird bei Pflegebedürftigkeit ein ambulanter Pflegedienst beauftragt. Das Personal kommt zu Ihnen nach Hause und unterstützt den Pflegebedürftigen. Wie oft und wie lange die Pflegezeit sein wird, hängt wiederum vom Pflegegrad ab. Es ist auch möglich, dass Sie sich die Aufgaben teilen. Beispielsweise übernimmt der Pflegedienst die hygienische Pflege und Sie selbst kümmern sich um die restliche Versorgung, sprich Essen zubereiten, Wohnung sauber halten und Beschäftigung des Pflegebedürftigen.

Pflege durch 24h-Kräfte

Eine Rund-um-die Uhr-Betreuung ist natürlich das Beste für den Pflegebdürftigen und auch für die Angehörigen. Nicht jeder kann seinen Job aufgeben, die eigene finanzielle Absicherung muss schließlich trotzdem gewährleistet sein. Um den geliebten Menschen dennoch zu Hause pflegen zu können, entscheiden sich immer mehr Familien für die Betreuung durch osteuropäisches Fachpersonal. Die Pflegekräfte sind speziell für den „Einsatz“ in privaten Haushalten ausgebildet und sichern ab, dass der Pflegebedürftige zu jeder Zeit gut versorgt ist. Das setzt natürlich voraus, dass die Pflegekraft mit im Haus bzw. der Wohnung lebt. Neben der fachlichen Kompetenz, darf der menschliche Aspekt bei solch einer Entscheidung natürlich nicht auf der Strecke bleiben. Auf deutsch gesagt, die Chemie zwischen Pflegekraft und Pflegebedürftigem muss stimmen. Seriöse Vermittleragenturen für 24h-Kräfte, wie Prosenior, bieten daher eine Testphase an, in der sich beide Parteien aneinander gewöhnen können. Sollte das nicht der Fall sein, entstehen keine weiteren Verpflichtungen.

2. Betreutes Wohnen

Diese Möglichkeit der Pflege wird auch immer mehr von Menschen bevorzugt, die nur wenig oder noch gar keine Pflege benötigen. Betreutes Wohnen ist eine gute Alternative für alle, die selbständig bleiben möchten, aber im eigenen Zuhause nicht mehr allein zurecht kommen. Das Wohnkonzept ist so aufgebaut, dass jeder seinen eigenen, barrierefreien, privaten Bereich hat, meist mit Küchenzeile oder ähnlichem, so dass kleine Mahlzeiten noch eigenständig zubereitet werden können. Das Besondere am Betreuten Wohnen allerdings ist, dass dem Wohnbereich fast immer eine stationäre Pflegeeinrichtung angeschlossen ist. So kann der Bewohner schnelle Hilfe in Anspruch nehmen, wann immer es nötig ist.

3. Tages- oder Nachtpflege

Hierbei handelt es sich um teilstationäre Pflege, denn der Pflegebedürftige wird für einen bestimmten Zeitraum außerhalb der Wohnung gepflegt. Die nächtliche Pflege (Übernachtung in einem Pflegeheim) wird dabei nicht so häufig in Anspruch genommen, wie die Tagespflege. Immer mehr Städte und Gemeinden bieten Senioren Tagespflegeeinrichtungen an, in denen gemeinsam gegessen und die Freizeitgestaltung gefördert wird. Für Angehörige ist diese Form eine hohe Entlastung, für den Senior ist es eine willkommene Abwechslung. Allerdings kann Tagespflege nicht von schwer Pflegebedürftigen in Anspruch genommen werden.

4. Pflegeheim

Leider haben Pflegeheime immer noch den Ruf der „letzten Endstation“. Doch wer schon einmal einen Angehörigen pflegen musste, der weiß welcher physische und psychische Kraftaufwand dafür nötig ist. Je pflegebedürftiger der Mensch wird, desto schwieriger auch die Umsetzung der Pflege in den eigenen vier Wänden. Es ist immerhin auch eine Frage der fachlichen Kompetenz, ob die ambulante Pflege dann noch ausreichend ist. Wenn es gar nicht mehr geht, sollten Sie nicht scheuen, einen Platz im Pflegeheim zu beantragen. Doch Achtung, von jetzt auf gleich wird das nichts, denn Pflegeplätze sind rar: Lassen Sie sich am besten schon vorsorglich auf die Warteliste setzen. Allerdings ist die vollstationäre Aufnahme in einem Pflegeheim auch nicht gerade günstig – die Preise variieren je nach Standort. Einen Teil der Aufwendungen übernimmt die Pflegekasse der Krankenversicherung. Mit welchem Zuschuss Sie in etwa rechnen können, sehen Sie hier am Beispiel der AOK.

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