SSW Schwangerschaftswoche
Alle Infos zu den Schwangerschaftswochen (SSW) im Verlauf
Schwangerschaft

Die 1. bis 4. Schwangerschaftswoche (SSW) im Überblick

Während der Schwangerschaft vollbringt der weibliche Körper jeden Tag Höchstleistungen und verändert sich stetig. In den ersten vier Schwangerschaftswochen (SSW) ist zwar äußerlich noch nicht viel zu erkennen, dennoch wird hier der Grundstein für die folgenden 36 Wochen der Gravidität gelegt.

Die Schwangerschaftswochen 1 und 2

Vorbereitung auf die eigentliche Schwangerschaft
Eine Schwangerschaft beginnt erst mit der Befruchtung der Eizelle durch eine Samenzelle. Das Schwangerschaftsalter berechnet sich aber nicht nach dem Befruchtungszeitpunkt, der etwa zwei Wochen nach der Regelblutung liegt, sondern nach dem Zyklusbeginn. Somit ist der erste Tag der Schwangerschaft zugleich der erste Tag der letzten Regelblutung und kann erst rückwirkend errechnet werden, wenn die Periode ausbleibt. In den ersten zwei Wochen der Schwangerschaft ist die Frau also eigentlich noch gar nicht schwanger. Diese Rechnung über insgesamt 40 Schwangerschaftswochen scheint auf den ersten Blick verwirrend, hat sich in der Praxis jedoch bewährt, da sich nicht bei jeder Frau der Termin des Eisprungs und damit auch der ungefähre Zeitpunkt der Befruchtung im Rückblick bestimmen lässt. Der erste Tag der letzten Periodenblutung kann hingegen normalerweise sicher datiert werden.

Das passiert in den ersten beiden Schwangerschaftswochen im Körper der Frau

Auch wenn in den ersten beiden Schwangerschaftswochen noch keine Befruchtung stattgefunden hat, bereitet sich der Körper der zukünftigen Mutter auf eine mögliche Schwangerschaft vor. Nach der Regelblutung werden die oberen Schichten der Gebärmutterschleimhaut erneuert. Das Follikel stimulierende Hormon (FSH) regt zudem die Reifung des Eibläschens in den Eierstöcken an. Dieses Eibläschen enthält die Eizelle. Verschiedene andere Hormone, wie beispielsweise das Östrogen, verflüssigen zudem den Schleim der Gebärmutter, sodass die Spermien ihren Weg zur Eizelle leichter finden. Der eigentliche Eisprung findet rund zwei Wochen nach Beginn der Regelblutung und somit zum Ende der zweiten Schwangerschaftswoche statt. Der Muttermund öffnet sich, sodass die Spermien in den Eileiter eindringen können. Für einen Zeitraum von 12 bis 24 Stunden kann die Eizelle nun befruchtet werden. Die Spermien können im Eileiter mehrere Tage überleben, sodass auch Geschlechtsverkehr einige Zeit vor dem eigentlichen Eisprung eine Schwangerschaft zur Folge haben kann.

Was es in der SSW 1 und SSW 2 zu beachten gilt

Wer ein Baby plant, sollte sich jetzt schon auf eine mögliche Schwangerschaft vorbereiten. Der ideale Zeitpunkt, um schwanger zu werden, lässt sich mithilfe verschiedener Methoden berechnen. Zum einen können ein Ansteigen der basalen Körpertemperatur und eine Veränderung des Gebärmutterschleims auf die fruchtbare Zeit hinweisen. Einige Frauen spüren den Eisprung ferner in Form des sogenannten Mittelschmerzes. Einfache Tests zur Heimanwendung, die Veränderungen in den wichtigsten Fruchtbarkeitshormonen messen, können ebenfalls der präzisen Eingrenzung der fruchtbaren Tage dienen und so die Wahrscheinlichkeit für eine erfolgreiche Befruchtung erhöhen.

Bei Kinderwunsch sollte bereits vor dem Eintreten einer Schwangerschaft auf Alkohol, Nikotin und andere gesundheitsschädigende Substanzen verzichtet werden. Diese können verhindern, dass sich eine befruchtete Eizelle in der Gebärmutter einnistet. Stattdessen ist eine ausgewogene und gesunde Ernährung mit vielen Nähr- und Vitalstoffen zu empfehlen. Eine entscheidende Rolle spielt hier die Folsäure. Da die für Frauen mit Kinderwunsch empfohlene Menge Folsäure über die normale Nahrung nur schwer aufgenommen werden kann, ist eine tägliche Zufuhr über spezielle Folsäurepräparate mit einer Dosierung von 400 bis 800 µg sinnvoll. Auch im weiteren Verlauf der Schwangerschaft ist die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit Folsäure anzuraten. Der Körper benötigt das Vitamin vornehmlich für die Zellteilung. Ein Mangel an Folsäure während der Schwangerschaft erhöht das Risiko für Fehlbildungen wie den offenen Rücken (Spina bifida).

Vor der Schwangerschaft ist zudem ein Zahnarztbesuch sinnvoll. Röntgenuntersuchungen und Zahnreinigungen sind nun noch problemlos möglich. Während der Schwangerschaft sollten hingegen nur die unbedingt nötigen zahnärztlichen Eingriffe durchgeführt werden.

Die dritte Schwangerschaftswoche – die Schwangerschaft beginnt

Während der Befruchtung verschmelzen Spermium und Eizelle zu einer neuen Zelle. Die befruchtete Eizelle beginnt sich zu teilen, sodass innerhalb kürzester Zeit aus einer einzigen Zelle mehrere Hundert entstehen. Aus einigen dieser Zellen bildet sich der Embryo, aus anderen Zellen entstehen Strukturen, die den neuen kleinen Menschen in seinem Wachstum und seiner Entwicklung unterstützen. Schon zu diesem frühen Zeitpunkt sind verschiedene genetische Merkmale und damit auch das Geschlecht des Babys festgelegt. Sichtbare Geschlechtsmerkmale existieren jedoch noch nicht. Während der dritten Schwangerschaftswoche wandert die Zellansammlung, die auch Morula genannt wird, weiter in die Gebärmutter, wo sie sich schlussendlich in der Gebärmutterschleimhaut einnistet.

In der dritten Schwangerschaftswoche bemerken die Schwangeren in der Regel nicht, dass eine Befruchtung stattgefunden hat. Die typischen Schwangerschaftsbeschwerden und Schwangerschaftsanzeichen zeigen sich erst später. Es gibt jedoch Frauen, die die Einnistung der Eizelle wahrnehmen können. Bei dem Eintritt in die Gebärmutterschleimhaut kann es zu einer sogenannten Einnistungsblutung kommen. Viele Frauen erleben diese in Form einer leichten Schmierblutung, die jedoch nicht selten mit einer verfrühten Regelblutung verwechselt wird.

Die vierte Schwangerschaftswoche – das passiert bei Mutter und Kind

Zum Ende der dritten beziehungsweise zum Anfang der vierten Schwangerschaftswoche gilt das Alles-oder-nichts-Prinzip. Bei einer Schädigung des Embryos durch äußere Einflüsse, versucht der Körper die Auswirkungen zu beheben. Gelingt ihm dies nicht, entwickelt sich der Embryo nicht weiter und geht in Form einer verspäteten Menstruationsblutung ab. Fehlbildungen oder andere Behinderungen haben ihren Ursprung also nicht in den ersten Wochen der Schwangerschaft, sondern erst später. Hat vor dem Abgang kein Schwangerschaftstest stattgefunden, bleibt die Schwangerschaft meist unbemerkt. Ohne schädliche Einflüsse beginnen die embryonalen Zellen nun mit ihrer Spezialisierung. Zu dieser Zeit ist der Embryo in etwa so groß wie ein Mohnsamen. Es entsteht eine rundliche Keimscheibe, die aus drei Keimblättern besteht: Entoderm, Mesoderm und Ektoderm. Aus diesen drei Schichten wachsen sämtliche Organe und Gewebe. So enthält die obere Schicht die Anlagen für Gehirn, Wirbelsäule und Nerven. Das Herz und das gesamte Kreislaufsystem entstehen aus der mittleren Schicht. Lungen, Verdauungstrakt und ein Teil der Harnwege entwickeln sich aus der dritten Schicht. In der vierten Schwangerschaftswoche erhält das Baby Nährstoffe und rote Blutkörperchen vom sogenannten Dottersack. Plazenta und Nabelschnur sind zu Beginn der Woche noch nicht ausgereift genug, um das Kind vollständig zu versorgen. Doch bereits zum Ende der vierten Schwangerschaftswoche ist die Plazenta voll funktionsfähig und übernimmt sowohl die Nährstoffversorgung als auch den Abtransport von Abfall- und Stoffwechselendprodukten.

Die ersten Anzeichen einer Schwangerschaft in Schwangerschaftswoche 4

Die gravierenden Veränderungen im Körper der Mutter machen sich jetzt durch erste Schwangerschaftsanzeichen bemerkbar. Das Gelbkörperhormon Progesteron, das zum Erhalt der Schwangerschaft vermehrt gebildet wird, kann zu vermehrter Müdigkeit, Abgeschlagenheit und auch zu Verstopfungen führen. Die Hormone sorgen ferner dafür, dass Gebärmutter und Brüste wachsen. Dies äußert sich schon sehr früh durch ein Spannungsgefühl in den Brüsten oder durch ein Ziehen im Unterleib. Auch Stimmungsschwankungen, morgendliche Übelkeit und eine plötzliche Abneigung gegen Gerüche oder Nahrungsmittel gehören zu den möglichen Schwangerschaftsanzeichen. Da viele dieser Beschwerden jedoch auch im Rahmen des prämenstruellen Syndroms (PMS) vor dem Einsetzen der Regelblutung auftreten können, kann ein Schwangerschaftstest hier Aufschluss geben.

Tests & Untersuchungen in der SSW 1 – 4

Ein Schwangerschaftstest überprüft, ob im Urin eine Form des Schwangerschaftshormons beta-hCG enthalten ist. Dieses wird schon kurz nach der Befruchtung vom Körper produziert. Einige Tests reagieren bereits auf kleinere Mengen des Hormons und können daher schon einige Tage vor dem Ausbleiben der Menstruation genutzt werden. Verlässlicher sind die Ergebnisse allerdings drei bis fünf Tage nach dem Zeitpunkt der erwarteten Regelblutung. Der Test kann jedoch lediglich Aussagen darüber treffen, ob eine Befruchtung stattgefunden hat. Eine Erhöhung des Hormons ist aber auch bei fehlender Einnistung in die Gebärmutter, einer Eileiterschwangerschaft oder bei Tumorerkrankungen möglich. Zudem ist zu beachten, dass die Tests erst ab einer bestimmten Hormonkonzentration anschlagen. Nicht immer steigt der Hormonspiegel regelgerecht, sodass eine Schwangerschaft trotz negativem Testergebnis möglich ist. Zur sicheren Feststellung der Schwangerschaft ist deshalb sowohl bei einem positiven Schwangerschaftstest als auch bei einem weiteren Ausbleiben der Regelblutung trotz negativem Schwangerschaftstest ein Besuch beim Frauenarzt sinnvoll. Mithilfe eines Bluttests kann dieser die Höhe des hCG-Hormonwertes sicher bestimmen. Da in der vierten Schwangerschaftswoche die Schwangerschaft im Ultraschall häufig noch nicht zu sehen ist, ist ein Termin zur Ultraschalluntersuchung erst einige Wochen später, etwa zwischen der sechsten und achten Schwangerschaftswoche, anzuraten.

Darauf sollte die werdende Mutter jetzt achten

Im frühen ersten Trimester der Schwangerschaft ist der Embryo sehr empfindlich. Deshalb sollte die werdende Mutter spätestens jetzt auf Genussmittel verzichten. Alkohol, Drogen und Tabakprodukte können in den ersten Wochen der Schwangerschaft großen Schaden anrichten und zu einem Abgang führen. Insbesondere beim Alkohol ist das Ausmaß der Schädigung unabhängig von der konsumierten Menge. Schon kleinste Mengen des Genussmittels können eine Fehlgeburt zur Folge haben. Auch bei der Einnahme von Medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln ist Vorsicht geboten. Jede medikamentöse Behandlung sollte deshalb bei bestätigter und auch bei vermuteter Schwangerschaft mit dem behandelnden Frauenarzt oder einer Hebamme abgesprochen werden.

Bildnachweis: © stasia04 – Fotolia.com

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