Tipps Übelkeit Schwangerschaft
Wer einige Tipps beherzigt, kann die Übelkeit in der Schwangerschaft in den Griff bekommen
Schwangerschaft

Tipps gegen Übelkeit in der Schwangerschaft

Wenn der Schwangerschaftstest positiv ausfällt ist die Freude groß und es stehen viele aufregende Wochen bevor. Die Anfangsphase der Schwangerschaft ist jedoch häufig von einigen typischen Beschwerden überschattet, vor allem Übelkeit macht vielen werdenden Müttern zu schaffen. Bei den meisten Schwangeren hält die Übelkeit die ersten 12 Wochen an, einigen ist nur morgens schlecht, während andere den ganzen Tag über darunter leiden.

Übelkeit in der Schwangerschaft ist selten ein Grund zur Sorge

Bis heute konnte nicht eindeutig geklärt werden, warum viele Schwangere unter Übelkeit leiden, man geht jedoch stark vom Schwangerschaftshormon HCG als Übeltäter aus. Durch Untersuchungen konnte festgestellt werden, dass die Konzentration dieses Hormons bei Frauen, die mit Übelkeit zu kämpfen haben, besonders hoch ist. Den Höhepunkt erreicht die Konzentration des Hormons zwischen der achten und zehnten Woche der Schwangerschaft, danach lässt auch die Übelkeit in den meisten Fällen langsam nach. Wie stark die Übelkeit ist und wie lange diese anhält, ist von Frau zu Frau unterschiedlich, bei den meisten ist sie jedoch nach dem ersten Trimester vorüber.

Es gibt Faktoren, welche die Übelkeit noch verschlimmern können, wie zum Beispiel Stress, Hunger oder Müdigkeit, deshalb sollte man diese möglichst vermeiden und tagsüber genügend Pausen einlegen. Viele werdende Mütter machen sich Sorgen, dass das Baby darunter leiden könnte, dies ist jedoch nicht der Fall. Inzwischen weiß man, dass die Übelkeit sogar auf eine sehr stabile Schwangerschaft hindeutet, es kommt wesentlich seltener zu Fehlgeburten. Nur in wenigen Fällen ist die Schwangerschaftsübelkeit so stark, dass ärztliche Hilfe notwendig ist, damit es Mutter und Kind weiterhin gut geht. Normalerweise kann die Schwangere sehr viel selbst dafür tun, um die Übelkeit einigermaßen im Rahmen zu halten und den Alltag dennoch gut bewältigen zu können.

Morgens gut in den Tag starten

Beim Großteil der Schwangeren ist die Übelkeit gerade am frühen Morgen besonders schlimm, da der Blutzuckerspiegel zu diesem Zeitpunkt noch sehr niedrig ist. Man kann jedoch ein paar Tipps beherzigen, um den Tag dennoch gut beginnen zu können. Schon am Abend zuvor sollte man sich eine Scheibe Brot, Zwieback oder Knäckebrot neben dem Bett deponieren und dies schon vor dem Aufstehen essen, anschließend noch mindestens 20 Minuten liegen bleiben. Nach dem Aufstehen beruhigt eine Tasse Tee den Magen, besonders empfehlenswert sind Pfefferminze oder Kamille. Ein altes Hausmittel ist auch das Riechen an einer aufgeschnittenen Zitrone, der Duft wirkt gut gegen die Übelkeit.

Darauf sollte man bei der Ernährung achten

Wenn man unter Schwangerschaftsübelkeit leidet, kann man mit der richtigen Ernährung sehr gut dagegen steuern. Für den Magen ist es besser, wenn man statt der üblichen drei Hauptmahlzeiten mehrere kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt, so dass der Blutzuckerspiegel nicht zu stark abfallen kann. Ist die Morgenübelkeit sehr stark ausgeprägt, sollte man am Abend zuvor nach 18 Uhr nichts mehr essen. Ohnehin sollte man vor dem Schlafen keine üppigen Speisen mehr verzehren, besser sind kleine Snacks mit viel Eiweiß, wie zum Beispiel Joghurt mit Mandeln.

Bei den Speisen sollte darauf geachtet werden, dass diese nicht zu würzig, sauer oder fettig sind, das belastet den empfindlichen Magen unnötig. Am besten nimmt man Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an Kohlenhydraten zu sich, auch viel Eiweiß und Vitamin B sind wichtig. Zwischendurch kann man immer mal wieder einen Snack zu sich nehmen, wie zum Beispiel einen Joghurt oder trockene Kekse. Bitterstoffe können sich positiv auf die Übelkeit auswirken, so kann man vermehrt Rucola- oder Radicchio-Salat essen, auch Artischocken und Pampelmusen erfüllen diesen Zweck.

Nicht nur die Ernährung kann sich positiv auf die Schwangerschaftsübelkeit auswirken, sondern auch das enorm wichtige Trinken. Sollte das Trinken zu den Mahlzeiten nicht gut funktionieren, so sollte immer wieder zwischendurch etwas getrunken werden. Am besten nimmt die Schwangere stilles Wasser oder Kräutertee zu sich, bewährt hat sich auch Ingwertee oder Ginger Ale, denn Ingwer beruhigt den Magen.

Was sonst noch gegen Schwangerschaftsübelkeit helfen kann

Nicht nur durch die richtige Ernährung kann man die Übelkeit etwas lindern, es gibt noch zahlreiche andere Methoden, die eventuell helfen können. Häufig hilft es, wenn man in einem Tagebuch festhält, wann man sich besser oder schlechter fühlt, eventuell findet man so Tageszeiten heraus, an denen man eher ohne Probleme essen kann. Eisenpräparate sollten nie vorsorglich, sondern nur bei nachgewiesenem Eisenmangel eingenommen werden, denn sie belasten den Magen. Verschiedene Vitamine können hilfreich gegen die Übelkeit sein, dazu zählt zum Beispiel Vitamin B6, hier sollte man den Arzt auf mögliche Nahrungsergänzungsmittel ansprechen.

Stress kann die Übelkeit verschlimmern, deshalb sollte man sich tagsüber immer mal wieder ausruhen oder ein kleines Schläfchen gönnen. Viele reagieren in dieser Zeit empfindlich auf spezielle Gerüche, aus diesem Grund ist der Duft von Kaffee, Parfüm und vor allem Zigarettenrauch möglichst zu meiden. Viele Schwangere schwören auf die Kraft der Homöopathie oder der Akupunktur, beides wird von vielen Hebammen angeboten. Im Bereich der Homöopathie haben sich vor allem Nux vomica, Arsenicum album, Pulsatilla pratensis und Ipecacuanha bewährt. Am Handgelenk befindet sich ein spezieller Akupressurpunkt, diesen kann man zwischendurch drücken, alternativ gibt es auch Akupressur-Armbänder zu kaufen. Viel frische Luft tut jeder Schwangeren gut, deshalb sollte man täglich Spaziergänge unternehmen. Für Entspannung und Beruhigung sorgt Lavendel, diesen kann man in Form von Kompressen auf der Stirn oder dem Magen anwenden.

Wann muss der Arzt eingreifen?

Die meisten werdenden Mütter bekommen mit den erwähnten Tipps ihre Schwangerschaftsübelkeit einigermaßen in den Griff, so dass sie im Alltag kaum eingeschränkt sind. Ist man jedoch stark eingeschränkt und fühlt sich zunehmend schlapp und geschwächt, weil man sich sehr häufig und stark übergeben muss, sollte man den behandelnden Frauenarzt unbedingt darauf ansprechen. Normalerweise wird er in diesem Fall ein geeignetes Medikament verschreiben, in der Regel in Form von Zäpfchen, damit die Wirkstoffe auch im Körper verbleiben. Ist der Zustand besorgniserregend, weil zum Beispiel Flüssigkeitsmangel vorliegt, kann eine Einweisung ins Krankenhaus notwendig sein, um Infusionen zu erhalten.

Unter den rezeptfreien Medikamenten ist vor allem das Antihistaminikum Doxylamin zu empfehlen, gerne wird es auch in Kombination mit Vitamin B6 genommen, in Deutschland ist es allerdings als Schlafmittel zugelassen. Weitere gute Wirkstoffe gegen die Schwangerschaftsübelkeit sind Dimenhydrinat und Diphenhydramin. Der Arzt kann auch rezeptpflichtige Arzneimittel gegen die Übelkeit verordnen, diese sollten jedoch nur in sehr schlimmen Fällen eingenommen werden. Auf eigene Faust sollten Schwangere unter keinen Umständen Medikamente zu sich nehmen, hier ist immer Rücksprache mit dem Gynäkologen notwendig.

Bildnachweis: © wavebreakmedia / shutterstock.com

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