Fersensporn
Ein Fersensporn (Kalkaneussporn) verursacht häufig starke Fersenschmerzen
Krankheiten

Fersensporn – Ursachen, Symptome und Therapie

Der Fersensporn ist ein knöcherner Auswuchs, der sich im Bereich des Fersenknochens bildet. Der dornförmige Knochenwuchs, der zur Sohlenseite gerichtet ist, wird auch als Hackensporn oder in der medizinischen Fachsprache als Kalkaneussporn bezeichnet.

Was ist ein Fersensporn?

Beim Fersensporn handelt es sich um eine stachelförmige, verhärtete Gewebsveränderung am Fersenbein. Das Fersenbein (lat. Calcaneus) gehört zu den Fußwurzelknochen. Vom Fersenbein aus bildet sich beim Fersensporn knöchernes Gewebe. Dabei kann zwischen einem plantaren und einem dorsalen Fersensporn unterschieden werden. Bei der plantaren (unteren) Form wächst der Sporn entlang der Fußsohle in Richtung der Zehen. Der dorsale oder auch hintere Fersensporn wächst hingegen entlang der Achillessehne nach hinten.

Der Fersensporn gehört zu den häufigen Erkrankungen. In Deutschland ist jeder zehnte Mensch von der Knochenneubildung betroffen. Da nicht jeder Fersensporn Probleme bereitet, ist die Dunkelziffer vermutlich deutlich höher. Experten gehen davon aus, dass sich der dornförmige Knochenauswuchs sogar bei bis zu 20 Prozent der Bevölkerung findet. Besonders häufig leiden Personen zwischen dem 40. und dem 60. Lebensjahr unter einem Sporn der Ferse.

Fersensporn – Ursachen

Ein Großteil der knöchernen Neubildungen basiert auf einer einseitigen oder übermäßigen Belastung des Fußes. Eigentlich ist der Sporn ein Schutzmechanismus des Organismus. Um der Fehlbelastung entgegenzuwirken, lagert er Kalk an den beanspruchten Ansätzen der Sehnen ein. Das soll für mehr Stabilität sorgen. Jedoch kommt es bei einer anhaltenden Fehlbelastung rund um den Auswuchs zu einer Entzündung, die die typischen Schmerzen hervorruft. Je größer die Belastung des Fußes ist, desto größer wird in der Regel auch der Fersensporn.

Eine der Hauptbelastungen für die Füße ist Übergewicht. Insbesondere beim Gehen und beim Laufen lastet auf den Füßen ein Vielfaches des Körpergewichts. Ebenso wie ein zu hohes Körpergewicht kann sich auch Bewegungsmangel negativ auf die Fußgesundheit auswirken. Bei schwachen Muskeln kommt es wesentlich schneller zu einer Überbeanspruchung der Füße. Auch erworbene und angeborene Fehlstellungen der Füße können die Entstehung eines Fersensporns begünstigen. So weist ein Großteil der Patienten mit einem Fersensporn eine sogenannte Pronationsfehlstellung des Fußes auf. Hier ist das Längsgewölbe des Fußes abgeflacht. Es handelt sich also um einen Senkfuß. Dieser wird auch als erworbener Plattfuß bezeichnet. Die Fehlstellung ist recht häufig und entsteht insbesondere durch eine Bindegewebsschwäche. Durch die übermäßige Pronation des Fußes kommt es zu einer Überdehnung der Sehnenplatte in der Fußsohle und damit auch zu einem hohen Zug am Ansatz des Fersenbeins.

Ein weiterer Risikofaktor für die Entstehung eines Fersensporns ist falsches Schuhwerk. Eine nicht ausreichende Dämpfung der Schuhsohle kann zu einer Druckbelastung der Ferse oder sogar zu einer ungünstigen Verteilung des Drucks im gesamten Fuß führen. Ein gutes Schuhwerk spielt insbesondere beim Sport eine wichtige Rolle. Eine schlechte Dämpfung kann die Füße hier stark belasten. Auch mangelndes Aufwärmen vor dem Sport oder eine falsche Technik beim Joggen kann einen Fersensporn zur Folge haben. So sind rund 10 Prozent der Läufer von dem knöchernen Sporn am Fuß betroffen.

Fersensporn – Symptome

Nicht jeder Fersensporn bereitet Beschwerden. Dabei ist das Symptombild oft unabhängig von der Größe des Sporns. So können Menschen mit einem ausgeprägten Fersensporn beschwerdefrei sein, während ein sehr kleiner Fersensporn, der im Röntgenbild nicht zu erkennen ist, bereits große Schmerzen verursachen kann.

Typischerweise schmerzt der Sporn insbesondere bei den ersten Schritten nach einer längeren Ruhepause. So klagen die Betroffenen beispielsweise über Schmerzen am Morgen nach dem Aufstehen aus dem Bett. Die Schmerzintensität kann zunehmen, wenn der Fuß vor der Ruhephase längere Zeit durch Gehen, Stehen oder Laufen belastet wurde. Nach einer gewissen Zeit der Aktivität lassen die Schmerzen in der Regel wieder etwas nach. Die Art sowie die Intensität und die Häufigkeit der Schmerzsymptomatik können sehr unterschiedlich sein. Viele Patienten beschreiben die Schmerzen jedoch als brennend oder stechend.

Die Stelle, an der der Fersensporn sitzt, kann ferner druckschmerzhaft sein. So zeigt sich der Druckschmerz beim unteren Fersensporn typischerweise im Bereich der Fußsohle unterhalb der Ferse. Beim oberen Fersensporn lässt sich der Schmerz durch einen Druck auf den Ansatzpunkt der Achillessehne auslösen. Je nach Ausmaß der Entzündung können die betroffenen Stellen am Fuß gerötet, geschwollen und/oder überwärmt sein. Geht der Fersensporn mit einer chronischen Entzündung einher, können die Fersenschmerzen dauerhaft fortbestehen.

Fersensporn – Therapie

Die Behandlung des Fersensporns verfolgt vor allem das Ziel, die starken Schmerzen zu lindern. Bei einem akuten Schmerz sollte der Fuß gekühlt und entlastet werden. So kann das Gewebe rund um den Sporn abschwellen und die Entzündung klingt ab. Sportler sollten eine Pause vom Sport einlegen. Es empfiehlt sich, den betroffenen Fuß hochzulagern.

Spezielle Einlagen für die Schuhe können zusätzlich zur Entlastung beitragen. Beim unteren Fersensporn kommen Locheinlagen, Geleinlagen oder breite Absätze mit Pufferfunktion in Frage. Sie sorgen für eine gleichmäßigere Druckverteilung und können Stöße besser abfedern. Ein Fersenkissen oder ein Fersenkeil eignet sich hingegen zur mechanischen Behandlung des hinteren Fersensporns.
Besonders hartnäckige Schmerzen lassen sich ferner mit entzündungshemmenden und schmerzlindernden Salben oder Tabletten behandeln. Besonders geeignet sind Arzneimittel aus der Gruppe der Antiphlogistika.

Eine alternative Behandlungsmöglichkeit ist die Injektionstherapie. Der behandelnde Arzt spritzt dabei den Betroffenen ein entzündungshemmendes Kortisonpräparat oder ein Lokalanästhetikum in die schmerzhafte Fußregion. Auch die extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) gehört zu den Behandlungsverfahren, die beim Fersensporn genutzt werden. Mithilfe eines speziellen Gerätes werden hier Druckwellen erzeugt, die in den Körper eindringen und die Verkalkung zertrümmern sollen. Zudem sollen die Wellen den allgemeinen Heilungsprozess im Gewebe beschleunigen und fördern.

Die Physiotherapie kann die entlastenden Maßnahmen bei der Therapie des Fersensporns zusätzlich unterstützen. Mithilfe spezieller Übungen können die Muskeln und Sehnen der Fußsohle gedehnt werden. Dadurch sollen die Schmerzen langfristig nachlassen. Eine Operation wird beim Fersensporn nur in Ausnahmefällen durchgeführt.

Fersensporn – Vorbeugung

Krankengymnastische Übungen, die dem Training der Fußmuskeln dienen, können zu einer Entlastung der Sehnen beitragen. Sie vermindern nicht nur Beschwerden beim Fersensporn, sondern können auch einer Verkalkung frühzeitig entgegenwirken. Sportler sollten vor dem Sport Dehnungsübungen durchführen und sich ausreichend aufwärmen. Insbesondere die Wadenmuskeln müssen vor dem Training gedehnt werden. Andernfalls entsteht ein zu starker Zug an der Achillessehne.

Da bei Fußfehlstellungen ein erhöhtes Fersenspornrisiko besteht, sollten diese mit orthopädischen Einlagen frühzeitig korrigiert werden. Auch eine Gewichtsreduktion bei Übergewicht sowie ein gut sitzendes und möglichst dämpfendes Schuhwerk gehören zu den wirkungsvollen Präventionsmaßnahmen.

Bildnachweis: Fotos593 (ID 443219188) / shutterstock.com

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