Solebad Rezepte
Solebäder stärken das Immunsystem
Wellness

Solebad selber machen – Rezepte & Anwendung

Um ein Solebad zu nehmen, müssen Sie nicht extra in ein Wellnesshotel fahren. Sie können es auch ganz einfach selber machen. Hier drei Rezepte dafür.

Als Solebad bezeichnet man ein Bad in stark salzhaltigem Wasser. Bis zu 6 % Salzgehalt kann das Wasser in so einem Solebecken haben – zumeist wird allerdings mit 1 % Salzgehalt gearbeitet, da dieses Verhältnis dem in unserem Körper am nächsten kommt. Und warum macht man so etwas? Weil dem Solebad eine Menge gesundheitsfördernder Eigenschaften nachgesagt werden. Das dürfte auch der Grund sein, warum es inzwischen in nahezu jedem Kurort ein entsprechendes Solebad oder zumindest ein Kurbad mit Solebecken gibt. Auch in vielen Wellnesscentern und Wellnesshotels können Sie in der Sole baden – ein Vergnügen, dass Sie sich bei einem Aufenthalt dort auf keinen Fall entgehen lassen sollten. Aber, Solebäder können Sie auch zu Hause selbst durchführen. Dafür benötigen Sie keine Wellnessoase. Es gibt nur einige Dinge, die Sie beim Bad im selbst gemischten Salzwasser beachten sollten.

Salz: Weißes Gold mit einer langen Geschichte

Salz ist über viele Jahrhunderte hinweg eines der wichtigsten Handelsgüter überhaupt gewesen. Es wurde verwendet, um Nahrungsmittel zu konservieren, um Mahlzeiten zu würzen und als eine Art Allheilmittel. Kein Wunder also, dass Salz im Mittelalter in Regionen, in denen keine natürlichen Salzvorkommen waren, ein sehr begehrtes Handelsgut war, dass viel Geld einbrachte.

Heute findet man raffiniertes Speisesalz in jedem Supermarkt. Doch dieses Salz hat wenig mit dem gesundheitsfördernden Mineral zu tun, dass im Mittelalter zu den wertvollsten Gütern überhaupt zählte. Wenn Sie heute die Vorteile des Salzes in Sachen Gesundheit genießen möchten, sollten Sie auf jeden Fall auf Meersalz zurückgreifen. So auch, wenn Sie zu Hause ein eigenes Solebad machen möchten.

In Bad Selzemen wurde im Jahr 1802 das erste Solebad in Deutschland eröffnet. Dr. Tolberg erkannte die Vorzüge eines Bades in salzhaltigem Wasser und setzte Solebäder gezielt zur Bekämpfung verschiedener Krankheiten, bevorzugt von Hautleiden, ein. Solebäder als solche wurden allerdings schon in der Antike und im Mittelalter genommen – nur nicht mit demselben wissenschaftlichen Hintergrund. Viele Quellen im arabischen Raum, im heutigen Israel und im Mittelmeerraum, denen man in der Antike und im Mittelalter heilende Kräfte zugesprochen hat, haben einen hohen Salzgehalt. Das aber gerade dieser Aspekt des Wassers die heilende Wirkung entwickeln könnte, spielte für viele Menschen der damaligen Zeit eine eher untergeordnete Rolle. Heute weiß man, welchen Wert ein gutes Solebad für den menschlichen Körper wirklich hat.

Das passiert bei einem Solebad im Körper

Wie erwähnt ist bei einem Solebad der Salzgehalt im Wasser verhältnismäßig hoch. Das und die Wärme des Wassers haben verschiedene positive Einflüsse auf den Körper. Das Wasser sollte bei einem Solebad eine Temperatur von 37 bis 38 Grad Celsius haben. Das allein hat für die Muskulatur des Körpers bereits eine entspannende Wirkung. Die Wärme sorgt darüber hinaus für Schmerzlinderung bei Rückenschmerzen und anderen Beschwerden. Durch die Entspannung der Muskulatur, die für ein höheres Wohlbefinden von Körper und Geist sorgt, können Sie auch Beschwerden wie Schlafstörungen, Verdauungsstörungen, Gelenkschmerzen, Müdigkeit und Konzentrationsschwäche kurieren.

Das Salz im Wasser sorgt für einen weiteren sehr interessanten Effekt. Zwischen dem Körper und Sole findet eine sogenannte Osmose statt. Das bedeutet, dass durch den annähernd gleichen Salzgehalt im Badewasser und im Körper ein Austausch zwischen Körper und Solebad stattfindet. Dabei werden Schlacke- und Giftstoffe über die Haut in das Wasser ausgeschieden und Mineralien und Nährstoffe in den Körper aufgenommen. Diese Wirkung des Solebades führt zu einer Stärkung des Immunsystems und der Abwehrkräfte und außerdem findet eine Entgiftung statt, die auch bei Entzündungskrankheiten wie Nieren- und Harnwegserkrankungen für Linderung sorgen kann. Vor allem aber bei Hautkrankheiten wie Schuppenflechte, Neurodermitis und Akne ist ein Solebad ein bewährtes Mittel.

3 Rezepte für unterschiedliche Solebäder

Ein Solebad in der eigenen Badewanne können Sie als reines Solebad nehmen oder aber auch als Solebad mit zusätzlichen Entspannungs- und Wohlfühlfaktoren. Hier drei Rezepte für unterschiedliche Solebäder mit verschiedenen Wirkungen.

❶ Das klassische Solebad

Für das klassische Solebad benötigen Sie nicht viel. Hier reicht:

  • 1 kg reines Meersalz
  • 100 Liter Wasser

Für dieses Solebad lassen Sie zuerst so viel Wasser in die Wanne ein, dass der Boden eine Hand breit mit Wasser bedeckt ist. Dann fügen Sie das Salz dem Wasser bei und verteilen es mit der Hand. Bis sich auch der letzte Salzkristall aufgelöst hat, dauert es rund eine halbe Stunde. Im Anschluss lassen Sie wieder Wasser ein, bis die Wanne voll genug für ein Vollbad ist. Das Wasser sollte eine Temperatur von 37 bis 38 Grad Celsius nicht überschreiten. Nun können Sie für bis zu 30 Minuten Ihr Solebad genießen.

Wenn Sie aus dem Wasser kommen, sollten Sie sich nicht abtrocknen oder abduschen, sondern am besten nur in einen vorgewärmten Bademantel schlüpfen und erst einmal noch gut eine Stunde ruhen. Ob Sie sich dafür mit einem guten Buch auf die Couch verkriechen oder einfach die Beine hochlegen und etwas Entspannungsmusik auflegen, bleibt letztlich ganz und gar Ihnen überlassen. Den perfekten Entspannungseffekt erzielen Sie natürlich, wenn Sie nach dem Solebad direkt ins Bett gehen und schlafen – vor allem, wenn Sie das Solebad gegen Schlafstörungen machen, sollten Sie die sanfte und angenehme Müdigkeit nach dem Bad nutzen, um in den Schlaf zu kommen.

❷ Solebad gegen unreine Haut

Das Solebad können Sie auch wunderbar als Sole-Öl-Bad nehmen. Hier gibt es verschiedene Varianten mit Öl. Je nach Wahl des Öls kann das Solebad zusätzlich zu den ohnehin schon vorhandenen Wirkungen, noch weitere vorteilhafte Effekte haben. Für ein Solebad, das gezielt gegen unreine Haut genommen werden soll, benötigen Sie folgende Bestandteile:

  • 1 kg reines Meersalz
  • 10 Tropfen Lavendelöl
  • ca. 100 Liter Wasser

Geben Sie das Meersalz in ein ausreichend großes Gefäß mit einem Schraubverschluss. Während des Einfüllens des Salzes geben Sie immer wieder einzelne Tropfen Lavendelöl in das Salz. Anschließend das Gefäß fest verschließen und das Salz mehrmals kräftig schütteln. Das muss so lange erfolgen, bis sich die ätherischen Öle so gut wie möglich mit dem Salz vermischt haben. Anschließend das Salz, wie oben beschrieben, mit dem Wasser einlassen.

Durch das Salz im Solebad wird die Durchblutung gefördert. Außerdem weiten sich die Poren. Akne wird beispielsweise desinfiziert und so aktiv bekämpft. Dank der antiseptischen Wirkung des Lavendelöls ist dieses Bad auch sehr wirksam gegen Mitesser und Pickel.

❸ Solebad zum Entspannen und Wohlfühlen

Wer das Solebad nicht nur nutzen möchte, um den Körper zu entgiften, sondern auch um dem Geist eine gehörige Portion Entspannung zu verschaffen, der kann hierfür ein anderes beliebtes Badezusatzöl verwenden. Hierfür sind folgende Zutaten nötig:

  • 1 kg reines Meersalz
  • 10 Tropfen Rosenöl
  • ca. 100 Liter Wasser

Anders als bei der Variante gegen unreine Haut, wird das Salz hier wie beim klassischen Solebad eingelassen. Erst wenn die Wanne voll ist und das Salz komplett aufgelöst, wird das Rosenöl zum Wasser dazugegeben. Das Solebad hat die beschriebene Wirkung. Das Rosenöl wirkt zusätzlich beruhigend für die Nerven und antidepressiv. Darüber hinaus werden harmonische Gefühle hervorgerufen und man sagt Rosenöl auch eine gewisse erotisierende Wirkung nach.

Das sollten Sie bei einem Solebad unbedingt beachten

Das ein Solebad nicht mehr als maximal 38 Grad warm sein sollte und das die Dauer von einer halben Stunde nicht überschritten werden darf, hat einen wichtigen Grund: Anders als bei den meisten anderen Badezusätzen, wird der Körper durch ein Solebad zusätzlich belastet. Denn der Austausch von Mineralien, Schlacke- und Giftstoffen stellt für den Organismus erst einmal eine Belastung dar. Um eine Überanstrengung des Kreislaufs zu vermeiden, sollten Sie diese beiden Punkte strikt einhalten. Darüber hinaus gibt es einige Personen, die aus gesundheitlichen Gründen lieber auf den Genuss eines Solebades verzichten sollten. Zu diesen gehören Menschen mit:

  • Herz—Kreislauf-Erkrankungen
  • offenen Verletzungen
  • Störungen der Leber oder der Nierenfunktionen

Alle anderen können regelmäßig ein Solebad nehmen. Jedoch nicht zu oft. Nehmen Sie dazwischen ruhig mal ein Entspannungsbad. Hier 5 Tipps, wie Sie in der Badewanne entspannen.

Bildquelle: © Alena Ozerova – Fotolia.com

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