Erythrit
Erythrit sieht aus wie Zucker und schmeckt auch sehr ähnlich
Lebensmittel

Erythrit – Gesunder und kalorienarmer Zuckerersatz

Erythrit sieht zwar aus wie Zucker und schmeckt auch sehr ähnlich, wenngleich weniger süß. Allerdings handelt es sich hierbei um einen Zuckersatz.

Erythrit wird vielfach im Rahmen einer kalorienbewussten oder kalorienreduzierten Ernährung eingesetzt. Mitunter wird Erythrit daher als „Zucker light“ bezeichnet. Dieser Zuckeraustauschstoff kommt in vielen Lebensmitteln, wie zum Beispiel den folgenden, ganz natürlich vor:

  • Obst (z.B. in Erdbeeren, Trauben, Melonen, Birnen, Pflaumen)
  • Käse
  • Misobohnenpaste
  • Sojasauce
  • Pistazien
  • Wein

Die Mengen an Erythrit, die für die Lebensmittelindustrie benötigt werden, werden meist mittels der sogenannten Fermentation gewonnen. Eine chemische Herstellung von Erythrit unter Verwendung von Weinsäure ist ebenso möglich. Diese Vorgänge sind jedoch recht kostenintensiv. Daher greift man heute meist auf spezielle Pilzkulturen, sogenannte osmophile Pilze, zurück, um Kohlenhydrate wie Saccharose und Glucose in Erythrit zu verwandeln.

Wie wirkt Erythrit?

Dieser Zuckerersatz hat nahezu keine Kalorien. Noch dazu wirkt sich der Verzehr von Erythrit nicht auf den Insulin- sowie auf den Blutzuckerspiegel aus. Dies ist nicht nur für alle Abnehmwilligen, sondern auch für Menschen mit einem erhöhten Blutzuckerspiegel von Vorteil. Gerade Diabetiker greifen daher häufig auf dieses Süßungsmittel zurück.

In Deutschland hat Erythrit die Zulassung als Lebensmittel-Zusatzstoff zwar erhalten, dennoch muss ein Anteil von über zehn Prozent speziell gekennzeichnet werden. Im Vergleich zu anderen Zuckeralkoholen, die ebenfalls als Zuckersatz zum Einsatz kommen, kann Erythrit besser verstoffwechselt werden.

90 Prozent des Erythrits aus der Nahrung werden bereits über den Dünndarm aufgenommen und anschließend mit Hilfe der Nieren ausgeschieden. Daher sind Nebenwirkungen wie Durchfall und Blähungen, die in der Regel mit dem Konsum von Zuckeralkoholen einhergehen, wesentlich seltener ein Problem. Im Sommer des Jahres 2014 wurde zudem eine Studie veröffentlicht, aus der hervorgeht, dass Erythrit auch als Insektizid im Kampf gegen Fruchtfliegen eingesetzt werden kann.

Gängige Handelsnamen für Erythrit

Erythrit ist im Handel nicht nur unter diesem Namen, sondern auch unter folgenden Namen erhältlich:

  • Sera
  • Serapur
  • Sukrin
  • SweetCare Natursüße
  • Xucker Light
  • sweetERY
  • Einser zum Süßen
  • Eryfly
  • Neue Süsse
  • Sucolin
  • Erythritol
  • Next Zucker Extra leicht
  • Wiezucker Diät
  • Zukka
  • E968 (Alkohlzucker)
  • steviapura Streusüße Plus

Nährstoffangaben für Erythrit

Wie bereits angesprochen, ist Erythrit genau so wie Stevia arm an Kalorien. In 100 Gramm des Zuckerersatzes sind 100 Gramm Kohlenhydrate enthalten. Trotz der Süße des gesünderen Süßungsmittels handelt es sich dabei jedoch nicht um Zucker. Gerade einmal 20 Kilokalorien werden beim Verzehrt von 100 Gramm Erythrit konsumiert, so dass Gebäck und andere Süßspeisen mit Erythrit ebenfalls wesentlich kalorienärmer sind als zuckerhaltige Backwaren. Schließlich enthalten 100 Gramm „echter“ Zucker gleich 400 Kilokalorien. Aufgrund der schwächeren Süßkraft müssen allerdings größere Mengen an Erythrit verwendet werden, um eine zuckerähnliche Süße zu erreichen. Schließlich ist Erythrit ungefähr nur 60 bis 75 Prozent so süß wie handelsüblicher Zucker. Im Handel wird dieser Zuckeralkohol noch dazu zu einem merklich höheren Preis angeboten als regulärer Industriezucker.

Ist Erythrit gesund?

Dass es sich bei Erythritol um ein unbedenkliches Süßungsmittel und damit um eine gesündere Alternative zu Zucker handelt, haben viele Studien bereits gezeigt. Selbst dann, wenn große Mengen dieses Zuckeraustauschstoffes verzehrt wurden, kam es zu keinen Nebenwirkungen, die sich negativ auf den Stoffwechsel der Probanden auswirkten. Die Insulinunabhängigkeit dieses Süßstoffes ist neben der besseren Verträglichkeit gegenüber anderen Zuckerersatzstoffen ein großes Plus. Durchfall ist bei einem exzessiven Verzehr allerdings nicht gänzlich auszuschließen. Aus diesem Grund gibt es auch die Kennzeichnungspflicht für alle Lebensmittel, die besonders viel Erythrit enthalten.

Zudem ist Erythrit nicht nur für Diabetiker und alle Menschen, die gerade eine Diät machen, interessant. Vielmehr sagt man dem Süßstoff auch nach, dass er sich positiv auf die Erhaltung der Mineralisierung der Zähne auswirken kann. Während Zucker Karies verursacht, wirkt sich Erythrit demnach positiv auf die Zahngesundheit aus.

Wie kann Erythrit in der Küche zum Einsatz kommen?

Wie bereits angesprochen, müssen Sie beim Kochen und Backen mit Erythrit eine größere Menge des Süßstoffs verwenden, als wenn Sie auf regulären Zucker zurückgreifen würden. Dies liegt an der geringeren Süße. Daher ist es sinnvoll, spezielle Rezepte aus dem Internet oder Kochbüchern zu nutzen, die diesen Umstand bereits bedacht haben. Denn bei einem klassischen Rezept einfach eine höhere Grammzahl an Erythrit als Zucker zu verwenden, wird nicht immer zu dem gewünschten Ergebnis führen. Schließlich stimmen die Volumenverhältnisse des ursprünglichen Rezepts dann nicht mehr. Das Umrechnen der erforderlichen Menge an Erythrit gestaltet sich also ohne ein passendes Rezept recht umständlich.

Wird jedoch nur eine Prise des Zuckerersatzstoffes gebraucht, um diese zum Beispiel in Suppen oder Saucen zu verwenden, so lässt sich Erythrit bequem nach Geschmack dosieren. Auch in Kaffee oder zum Süßen anderer Getränke können Sie Erythrit ohne Probleme verwenden. Lediglich beim Backen empfiehlt sich die Verwendung von Erythrit nur bedingt. Dies ist nicht nur auf die Probleme mit der Umrechnung zurückzuführen. Vielmehr neigt dieser Süßstoff dazu, zu kristallisieren. Dies ist beim Backen sowie beim Einkochen von Marmelade gleichermaßen problematisch. Für die heimische Marmeladenproduktion ist Erythrit daher denkbar ungeeignet. In kalten Getränken sollte der Zuckerersatz nur in kleinen Mengen zum Einsatz kommen, denn größere Mengen lösen sich nur schwer auf. Bei heißen Getränken wie der Tasse Kaffee am Morgen ist dies hingegen kein Problem.

Beim Backen mit Erythrit können Sie den Süßstoff wahlweise in kristalliner Form oder als Pudervariante verwenden. Dies gilt es auch bei speziellen Erythrit-Rezepten zu beachten, die einen entsprechenden Hinweis enthalten sollten. Die kristalline Form des Süßstoffs bietet sich für die Zubereitung von Käsekuchen an. Wer einen Rühr- oder Mürbeteig zubereiten möchte, sollte hingegen auf Erythrit als eine Art „Puderzucker“ zurückgreifen. Alternativ können Sie Erythrit auch im Verhältnis von 1:1 mit Xylit vermischen, damit es sich besser für viele Backrezepte eignet.

Beitragsbild: © HandmadePictures – Fotolia.com

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