Spurenelement Eisen
Spurenelement Eisen - wichtig für Blutbildung, Sauerstofftransport und Immunsystem
Nährstoffe

Eisen – Spurenelement mit vielen Aufgaben

Eisen ist ein Spurenelement, das für den Menschen lebensnotwendig ist. Zwar macht es nur einen geringen Anteil im Körper aus, ist aber trotzdem für viele Körperfunktionen und das Immunsystem von enormer Bedeutung. Vor allem bei der Sauerstoffversorgung und für die Energiegewinnung spielt es eine zentrale Rolle. Reguliert wird der Eisengehalt ausschließlich über die Nahrungsaufnahme, ein Mangel oder erhöhter Bedarf kann mit der Gabe zusätzlicher Eisenpräparate gedeckt.

Wo kommt Eisen im Körper vor?

Von allen Spurenelementen kommt Eisen mit zwei bis vier Gramm am häufigsten im menschlichen Körper vor. 60 Prozent davon befinden sich im roten Blutfarbstoff Hämoglobin, der Rest in Enzymen und als Eisendepot in Milz, Leber, Knochenmark und Darmschleimhaut. Eisen kommt im Blut nie frei vor, es ist immer an ein Eiweißmolekül, z.B. Ferritin oder Haptoglobin, gebunden.

Welche Aufgaben hat Eisen im Körper?

Eisen spielt vor allem bei der Sauerstoffversorgung im Körper eine große Rolle. Der von der Atemluft aufgenommene Sauerstoff bindet sich an das im Blut befindliche Eisen, dieses wiederum ist an unterschiedliche Eiweiße gebunden, z.B. an das Speichereiweiß Ferritin oder das Eiweiß Transferrin, welches das Spurenelement zu den verschiedenen Organen transportiert. Das in den Depots und Enzymen enthaltene Eisen ist vor allem für die Immunabwehr wichtig. Jede Zelle benötigt Sauerstoff um Kohlehydrate zu verbrennen, die dabei produzierte Energie braucht sie zum Überleben und um ihre Funktionen erfüllen zu können. Besonders die Muskelzellen benötigen viel Energie, wenn der Stoffwechsel durch zu wenig Sauerstoff eingeschränkt ist, resultieren daraus Müdigkeit, Antrieblosigkeit und Abgeschlagenheit.

Wie viel Eisen benötigt der Mensch?

Täglich verliert der Mensch durchschnittlich 1,3 mg Eisen über das Ausscheiden von Urin, Schweiß oder abgestorbener Körperzellen, die aus dem Magen-Darm-Bereich stammen. Frauen verlieren während der Menstruation sogar 1,5 mg. Damit der Eisenhaushalt stabil bleibt, sollten Männer täglich 1 mg und Frauen 1,5 mg des Spurenelements, am besten über die Nahrung, zuführen.

Wie kann Eisenmangel entstehen?

Ursache für einen Eisenmangel kann eine zu geringe Zufuhr, starker Verlust oder ein erhöhter Bedarf sein. Zu gering ausfallen kann die Aufnahme von Eisen vor allem bei Vegetariern, Veganern oder Menschen, die generell zu wenig Fleisch essen. Zwar ist in pflanzlichen Lebensmitteln genügend Eisen enthalten, doch der Körper kann es in dieser Form nicht gut verwerten.

Der Verlust von Eisen entsteht vor allem durch langanhaltende Blutungen. Das können eine starke Menstruation, ein Geschwür, Hämorrhoiden oder chronische Entzündungen im Magen-Darm-Trakt sein. Bei Sportlern steigt der Verlust vor allem durch starkes Schwitzen und der damit verbundenen Ausscheidung von Spurenelementen und Mineralstoffen.

Einen erhöhten Bedarf an Eisen haben vor allem Schwangere und Stillende, aber auch Senioren und Kinder in der Wachstumsphase oder Pubertät. Einen Mehrbedarf können auch bestimmte Arzneimittel, z.B. Antibiotika oder auch Krankheiten wie Rheuma, Krebs, Blutkrankheiten, Nierenfunktionsstörungen oder chronische Entzündungen und Darmerkrankungen erforderlich machen.

Symptome von Eisenmangel und deren Folgen

Eisenmangel kann vom Körper für einige Zeit kompensiert werden, aber bereits in dieser Phase treten erste Symptome auf. Dazu gehören:

  • Trockene Haut
  • Brüchige Nägel und Haare
  • Risse in den Mundwinkeln
  • Zungenbrennen
  • Schleimhautveränderungen im Mund

Mit zunehmender Verschlechterung der Sauerstoffversorgung in den Zellen und einem länger bestehenden Mangel an Eisen kommt es zur Anämie (Blutarmut). Diese zeigt sich durch:

  • Herabgesetzte Leistungsfähigkeit
  • Blässe
  • Müdigkeit
  • Schwindel und Kopfschmerzen
  • Herzklopfen
  • Häufige Infekte
  • Kurzatmigkeit, Atemnot
  • Wachstumsverzögerung bei Kindern
  • Komplikationen in der Schwangerschaft

Um einen Eisenmangel feststellen zu können, ist eine Blutuntersuchung nötig, da sämtliche Symptome auch auf andere Krankheitsbilder hindeuten können.

Ernährung zur Vorbeugung und Behandlung von Eisenmangel

Am besten ist es, mit einer gezielten Ernährung einem Eisenmangel vorzubeugen, da keine Gefahr der Überversorgung besteht. Besonders einfach lässt sich Eisen in Form von Fleisch und Fleischwaren zuführen. Ein bis zwei Fleischgerichte pro Woche reichen bereits aus, um einem Eisenmangel vorzubeugen. Vegetarier sollten bei der Ernährung vor allem auf hemmende oder fördernde Begleitstoffe achten, denn das in Pflanzen vorhandene Eisen muss vor der Aufnahme aus dem Darm von der dreiwertigen Form (Fe+++) auf die zweiwertige Form (Fe++) reduziert werden. Ein Begleitstoff, der dies fördert ist z.B. Vitamin C. Ein Glas Orangensaft oder Vitamin-C-haltiges Gemüse wie Rosenkohl oder Paprika zu jeder Mahlzeit ist daher empfehlenswert.

Es gibt auch Lebensmittel, die die Aufnahme von Eisen hemmen. Das gilt für schwarzen Tee, Kaffee, Milch und Milchprodukte. Regelrechte Eisendiebe sind Oxalsäure und Phosphate wie sie in Spinat oder Rhabarber vorkommen.

Eisenpräparate nur bei Unterversorgung sinnvoll

Die Einnahme von Eisenpräparaten ist für gesunde Menschen unnötig. Ist der Bedarf erhöht oder kommt es durch Krankheiten zu Verlusten, ist die zusätzliche Gabe von Eisen sinnvoll. Die hierfür verwendeten Präparate sind in der Regel gut verträglich, können aber auch bei richtiger Dosierung zu Nebenwirkungen wie Übelkeit, Bauchschmerzen, Verdauungsbeschwerden und Appetitlosigkeit führen, darüber hinaus verfärben sie den Stuhl schwarz.

Ohne Grund sollten Eisenpräparate nie über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Es wird nämlich vermutet, dass eine zu hohe Eisenkonzentration im Blut die schützende Wirkung von Vitaminen vor Krebs ausschaltet sowie auch zu Herzproblemen führen kann.

Das beste Rezept, um einem Eisenmangel vorzubeugen oder zu bekämpfen, ist es, die richtigen Nahrungsmittel zu sich zu nehmen und dabei auf die passende Kombination untereinander zu achten. Es würde dazu beitragen, dass Eisenpräparate für viele Menschen verzichtbar werden.

Bildnachweis: © bitt24 / shutterstock.com

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