Jod
Einige Fischarten enthalten besonders viel Jod
Nährstoffe

Jod – Motor für die Schilddrüse

Als lebenswichtiges Spurenelement ist Jod für den Menschen unverzichtbar. Der Organismus benötigt es zur Produktion der Schilddrüsenhormone, ein Jodmangel kann deshalb zur Kropfbildung und Unterfunktion der Schilddrüse führen. Da der Körper das Spurenelement nicht selbst herstellen kann, muss es über die Nahrung zugeführt werden.

Was ist Jod?

Jod ist ein chemisches Element und gehört zur Gruppe der Halogene. Das für den Mensch unentbehrliche Spurenelement befindet sich in seiner höchsten Konzentration in der Schilddrüse. Dort ist es mit drei Jodmolekülen im Hormon Trijodthyroin (T3) und mit vier Jodmolekülen im Hormon Thyroxin enthalten. Im Blut sind die meisten Hormone an Transporteiweiße gebunden, nur ein geringer Teil liegt frei, aber nur dieser hat Einfluss auf den Stoffwechsel.

In der der Natur ist Jod zwar weit verbreitet, aber zur Versorgung des Menschen dient nur das Spurenelement, welches in Böden und Gesteinen vorkommt oder es aus Meeresalgen, Schwämmen oder Tangen gewonnen wird. In hiesigen Böden finden sich allerdings nur sehr geringe Mengen, ca. 2,5 Milligramm in 1.000 Gramm trockenem Feinboden.

Welche Wirkung und Funktion hat Jod im Körper?

Als Bestandteil der Schilddrüsenhormone spielt Jod eine wichtige Rolle für zahlreiche Stoffwechselprozesse im menschlichen Körper. So beeinflusst es das Wachstum, die Knochenbildung, die Entwicklung des Gehirns und den Energiestoffwechsel. Besonders im Kindesalter ist Jod wichtig für eine altersgerechte Entwicklung und Reifung des Gehirns. Bereits die Entwicklung im Mutterleib hängt von der Leistungsfähigkeit der Schilddrüsenhormone ab, genauso wie die Fruchtbarkeit und das seelische Wohlbefinden.

Ursachen für Jodmangel

Deutschland gilt als Jodmangelregion, weil die Gletscherschmelze vor Jahrtausenden das Spurenelement aus dem Boden schwemmte. Es kommt deshalb im Trinkwasser, auf Weideflächen und dem Acker nur in geringen Mengen vor und fehlt auch in der Nahrung. Da der Körper Jod aber nicht selbst herstellen kann und es über die Nahrung zuführen muss, kann, wenn über längere Zeit zu wenig Jod aufgenommen wird, ein Jodmangel entstehen. In Deutschland litten noch bis in die 90er Jahre 30 Prozent der Erwachsenen an einer vergrößerten Schilddrüse, dem Kropf (auch Struma). Die danach eingeführte Genehmigung, Salzen und anderen Lebensmittel Jod beimischen zu dürfen, hat zu einer besseren Versorgung mit Jod beigetragen.

Jodmangel – Symptome

Kommt es zu einem Mangel an Jod, versucht der Körper dies anfangs auszugleichen, indem er die Schilddrüsenzellen vermehrt und vergrößert. Das mündet zuerst in einem Struma und dann in verändertem Schilddrüsengewebe. So kommt es zu den sogenannten „Kalten Knoten“, in denen die Zellen ihre Funktion verloren haben und keine Hormone mehr bilden. Das führt schließlich zu einer Unterfunktion der Schilddrüse.

Die Symptome für eine Unterfunktion der Schilddrüse sind vielfältig und äußern sich durch:

  • Antriebslosigkeit
  • Müdigkeit
  • Bei Kindern Wachstums- und Entwicklungsstörungen
  • Kühle, trockene oder feuchte Haut
  • Kälteempfindlichkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • Schlafstörungen
  • Depression
  • Ängste
  • Geschwollene Augenlider
  • Enge- und Druckgefühl im Hals
  • Atem- und Schluckbeschwerden
  • Gewichtszunahme

Je nachdem, in welcher Entwicklungs- oder Lebensphase der Mensch sich befindet, können die Folgen eines Jodmangels unterschiedlich sein. So führt er beim Fötus zu Fehlbildungen und Kretinismus, bei Neugeborenen erhöht er die Sterblichkeit und fördert die angeborene Schilddrüsenunterfunktion. Bei Kindern und Jugendlichen zeigen sich häufig verminderte geistige Leistungsfähigkeit und verzögerte körperliche Entwicklung. Der Kropf (Struma) kommt sowohl Kindern und Erwachsenen vor, bei letzteren besteht zudem noch die Gefahr von Unfruchtbarkeit. Ältere Menschen leiden dagegen hauptsächlich an Kraftlosigkeit, Kälteempfindlichkeit und Verstopfung.

Ist eine Überdosierung mit Jod möglich?

Über die normale Ernährung ist ein Überschuss an Jod, der gesundheitliche Folgen haben könnte, nicht zu erreichen, denn hierzu müsste die tägliche Zufuhr von Jod bei mindestens 500 Mikrogramm liegen. Da die meisten Lebensmittel sehr wenig Jod enthalten und auch ein Gramm jodiertes Salz nur etwa 15–25 Mikrogramm Jod enthält, ist eine Überdosierung kaum möglich. Selbst die Jodzusätze in Lebensmitteln oder richtig dosierten Jodtabletten schaden nicht. Nur hinsichtlich des Verzehrs von Seetangprodukten oder getrockneten Algen können bereits kleine Portionen zu einem Überschuss führen.

In der Regel kann es aber nur durch den Einsatz jodhaltiger Kontrastmittel und Medikamente oder der bereits erwähnten Meeresalgen zu einer Überdosierung kommen. Dies kann dann bei regelmäßigem Überschuss, über einen längeren Zeitraum, zu folgenden Erkrankungen führen:

  • Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion)
  • Hashimoto (chronische Schilddrüsenentzündung)
  • Morbus Basedow
  • Blockade der Jodaufnahme
  • Selten Hautauschläge und andere Überempfindlichkeitsreaktionen

Besonders Menschen mit einer Schilddrüsenüberfunktion oder einer Jodallergie sollten keine großen Mengen an Jod zu sich nehmen und jodhaltige Medikamente nur mit ärztlichem Einverständnis verwenden.

Lebensmittel mit Jod

Da der Jodgehalt im Meer sehr hoch ist, enthalten vor allem Seefische und andere Meerestiere viel Jod. Gleiches gilt für Muscheln und Algen. Auch Milchprodukte und der regelmäßige Einsatz von Jodsalz helfen den Bedarf zu decken.

Der Jodbedarf eines Erwachsenen liegt bei ca. 200 Mikrogramm, bei Kinder sind 150 Mikrogramm täglich empfohlen. Schwangere, Stillende, Menschen mit einer Schilddrüsenunterfunktion und Leistungssportler benötigen mehr.

Um einem Jodmangel vorzubeugen, sollte ein- bis zweimal in der Woche Seefisch verzehrt und regelmäßig Milch und Milchprodukte zu sich genommen werden. Bei Brot, Wurst und Käse empfiehlt es sich zu Produkten zu greifen, die mit Jodsalz hergestellt wurden. Auch zu Hause ist es ratsam, jodiertem Salz den Vorzug zu geben.

Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass sich durch die Einführung von jodiertem Salz und Lebensmitteln die Jodzufuhr deutlich verbessert hat, trotzdem besteht in Deutschland immer noch ein leichter Jodmangel. Um hier entgegenzuwirken, empfiehlt sich eine jodreiche Ernährung und bei erhöhtem Bedarf eine Ergänzung mit Jod-Tabletten. Die Einnahme von Jodpräparaten sollte aber nicht ohne Absprache mit dem Arzt erfolgen.

Bildnachweis: © hlphoto / shutterstock.com

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