Phosphor - Phosphat
Neben Calcium ist Phosphor vor allem für gesunde Knochen und Zähne wichtig
Nährstoffe

Phosphor – Mineralstoff für die Knochen

Phosphor gehört zu den fünf unentbehrlichsten Elementen auf der Erde und wird deshalb oft „Stoff des Lebens“ genannt. Zusammen mit Calcium ist Phosphor am Aufbau von Knochen und Zähnen sowie der Gewinnung von Energie beteiligt. Daneben ist der Mineralstoff für viele weitere Funktionen im menschlichen Organismus wichtig. Phosphor kann dem Körper sehr leicht über die Nahrung zugeführt werden, da es in fast allen Nahrungsmitteln enthalten ist und von der Lebensmittelindustrie für zahlreiche Produkte als Zusatzstoff verwendet wird.

Was ist Phosphor?

Der Name Phosphor hat seinen Ursprung in der griechischen Sprache und bedeutet frei übersetzt „Licht tragend“, was auf das helle Leuchten des Phosphors in Reaktion mit Sauerstoff zurückzuführen ist. Reiner Phosphor ist weiß und hoch toxisch, bereits 50 Milligramm sind für den Menschen tödlich.

In der Natur kommt Phosphor überwiegend als Phosphat vor und ist im menschlichen Organismus Baustein vieler Moleküle. Etwa 600 bis 700 Gramm sind im Körper eines Erwachsenen enthalten. Das meiste Phosphat befindet sich in den Knochen, ca. 100 Gramm in den Zähnen und nur 0,7 Gramm im extrazellulären Raum (Raum außerhalb der Zellen).

Organisches Phosphat aus der Nahrung wird von Enzymen in anorganisches Phosphat umgewandelt und im Dünndarm resorbiert. Ausgeschieden wird es größtenteils über die Nieren, zu ca. 20 bis 40 Prozent über den Darm und in ganz geringer Menge auch über den Schweiß.

Welche Aufgaben und Funktionen hat Phosphor im Körper?

Zusammen mit Calcium gewährleistet Phosphor die Stabilität von Knochen und Zähnen. Gemeinsam werden beide Mineralstoffe als Hydroxylapatit in die Substanz eingebaut und sorgen so für deren Härte.

Notwendig ist Phosphor auch für den Aufbau der Zellwände sowie für die Herstellung der Erbsubstanz. Des Weiteren dient Phosphor der Signalübertragung innerhalb der Körperzellen und spielt eine wichtige Rolle bei der Bereitstellung von Energie. Umgewandelt, gespeichert und verwertet wird die Energie über den Abbau und die Synthese von ATP (Adenosintriphosphat).

Daneben sorgt Phosphor für das Gleichgewicht des Säuren-Basen-Haushaltes, indem es durch ein Puffersystem den pH-Wert des Blutes zu stabilisieren hilft.

Ursachen und Symptome von Phosphormangel (Hypophosphatämie)

Weil Phosphor in fast allen Nahrungsmitteln enthalten ist, sind Mangelerscheinungen bei einer normalen Ernährung unwahrscheinlich und höchstens bei einer künstlichen Ernährung möglich.

Ursachen für einen Phosphormangel sind vor allem bestimmte Erkrankungen. Dazu gehören Störungen der Nierenfunktion, die das Ausscheiden des Mineralstoffes erhöhen oder eine Überfunktion der Nebenschilddrüse. Außerdem sind Magen-Darm-Erkrankungen wie Morbus Crohn oder Zöliakie für einen sinkenden Phosphatspiegel verantwortlich, weil nicht genügend des Minerals aufgenommen werden kann.

Da Vitamin D die Resorption von Phosphor fördert, kann auch ein Mangel des Vitamins zu einer Unterversorgung führen. Zudem ist die Aufnahme von Phosphat eng mit der von Calcium verbunden, so dass die Zufuhr hoher Mengen Calcium den Phosphorgehalt sinken lassen.

Auch die längerfristige Einnahme von Antazida (säurebindende Mittel) oder eine Alkoholkrankheit können Gründe dafür sein, dass nicht genügend Phosphor in den Organismus gelangt.

Ein Phosphormangel bleibt meist lange unentdeckt, da der Körper das Mineral dann aus den Knochen bezieht. Erst wenn die Unterversorgung länger anhält, kommt es zu folgenden Symptomen:

  • Müdigkeit und Schwäche
  • Gewichtsverlust
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Symptome eines Vitamin D Mangels
  • Bei Kindern Wachstumsverzögerung, schlechte Knochen- und Zahnbildung, Rachitis
  • Herzinsuffizienz
  • Infektanfälligkeit

Wird ein leichter Phosphormangel ohne Symptome festgestellt, kann dieser mit einer ausgewogenen Ernährung ausgeglichen werden. Eine starke Unterversorgung muss dagegen medizinisch therapiert werden, was in der Regel eine intravenöse Zufuhr beinhaltet.

Wie kommt es zu einem Phosphorüberschuss (Hyperphosphatämie)?

Gesunde Menschen scheiden einen Überschuss an Phosphor mit dem Urin aus. Ist die Nierenfunktion allerdings gestört und es wird zu wenig Phosphat ausgeschieden, kann das zu einer Hyperphosphatämie führen.

Gleichermaßen wird ein Überschuss durch die Unterfunktion der Nebenschilddrüse herbeigeführt, da die Herstellung des Parathormons verringert ist. Dieses Hormon sorgt dafür, dass die Niere bei einer erhöhten Phosphorkonzentration mehr ausscheidet.

Ist die Freisetzung von Phosphor aus den Knochen gestiegen, führt das ebenfalls zu einer Überversorgung. Gründe hierfür können eine Schilddrüsenüberfunktion oder bösartige Tumore sein. Daneben ist auch die unmäßige Zufuhr aus der Nahrung oder intravenös ein möglicher Auslöser.

Bei chronisch hohem Phosphatspiegel im Blut sind folgende Veränderungen und Beschwerden die Folge:

  • Nebenschilddrüsenüberfunktion
  • Gewebeverkalkungen, z.B. Gefäße, Knorpel, Nieren
  • Hemmung des Hormonvorlaufes von Vitamin D3
  • Juckreiz und Rötung der Bindehaut des Auges
  • Muskelkrämpfe und Gefühlsstörungen

Ist eine Hyperphosphatämie diagnostiziert, wird empfohlen, die Ernährung auf ein günstigeres Verhältnis zwischen Calcium und Phosphat, ca. 2:1, umzustellen. In den meisten Fällen reicht das allerdings nicht aus und es müssen sogenannte Phosphatbinder wie Calciumcarbonat eingesetzt werden.

Phosphat in Lebensmitteln

Feste Werte für die tägliche Phosphataufnahme gibt es nicht. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt eine Zufuhr für Kinder von 1 bis 10 Jahren von 500-800 Milligramm, Jugendliche zwischen 10 und 19 Jahren von 1.290 Milligramm und für Erwachsene 700 Milligramm Phosphat täglich.

Phosphor ist in den meisten Lebensmitteln enthalten. Sehr viel des Minerals steckt vor allem in eiweißreichen Nahrungsmitteln wie Milch und Milchprodukten, Fleisch oder Fisch. Darüber hinaus findet Phosphat häufig als Zusatzstoff in Lebensmitteln Verwendung, z.B. als Backtriebmittel, zur Konservierung oder bei der Schmelzkäseherstellung in Form von Schmelzsalz. Auch in gefärbten Lebensmitteln wie Gummibärchen ist der Phosphatgehalt sehr hoch. In Verbindung mit Natriumbenzoat soll es bei Kindern zum Anstieg von Hyperaktivität führen.

Der Bedarf an Phosphat hängt vor allem mit der Aufnahme von Calcium zusammen und soll in einem Verhältnis 1:1 bis 1:1,2 aufgenommen werden. Mit der üblichen Mischkost wird allerdings meist mehr Phosphat als Calcium zugeführt. Vegetarier sind hier im Vorteil, da sie bis auf Milch und Milchprodukte keine der phosphorreichen tierischen Nahrungsmittel essen.

Generell kann gesagt werden, dass Phosphor für den Menschen zwar lebensnotwendig ist, der zunehmende Einsatz des Minerals durch die Lebensmittelindustrie es aber immer schwerer werden lässt, die Empfehlungen für die tägliche Zufuhrmenge einzuhalten. Für gesunde Menschen ist es deshalb ratsam, möglichst viele frische Lebensmittel und weniger haltbar gemachte Produkte oder Fertiggerichte auf den Speiseplan zu bringen.

Bildnachweis: © Africa Studio / shutterstock.com

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