Schwefel
Fisch und Muscheln enthalten besonders viel Schwefel
Nährstoffe

Schwefel – für Stoffwechsel und Entgiftung

Der Mineralstoff Schwefel gehört zu den wichtigsten Nährstoffen und ist für den Menschen essenziell. Bereits die alten Griechen kannten Schwefel als Desinfektionsmittel, um Infektionskrankheiten zu vermeiden. Als Baustein etlicher Aminosäuren ist es an vielen Stoffwechselabläufen beteiligt. Da der menschliche Organismus es nicht selbst erzeugen kann, muss Schwefel über die Aufnahme von Nahrung zur Verfügung gestellt werden.

Was ist Schwefel?

Schwefel (Sulfur) ist ein chemisches Element und gehört zu den Nichtmetallen. Wird es an der Luft verbrannt, zeigt es eine blaue Flamme und es entsteht Schwefeldioxid. In der Lebensmittelindustrie findet diese schwefelige Säure als Antioxidationsmittel und Konservierungsstoff Anwendung.

Schwefel wird in der chemischen Industrie für die Herstellung von z.B. Farbstoffen, Kunstdüngern oder Insektiziden genutzt. Als pharmazeutisches Produkt ist es als Abführmittel bekannt oder wird zur Behandlung von Hauterkrankungen wie Akne eingesetzt.

Für den Menschen ist reiner Schwefel nicht giftig, da er unverdaut den Darm passiert und so wieder ausgeschieden wird. In dieser Form ist er im Körper oder der Natur allerdings nur selten vorhanden, in der Regel ist er an Wasser- oder Sauerstoff gebunden. Von Pflanzen wird Schwefel über die Wurzeln als Sulfat-Ionen aufgenommen, diese werden dann zu Sulfit dezimiert und im Anschluss zur Erschaffung organischer Schwefelverbindungen genutzt.

Eine organische Schwefelverbindung ist MSM (Methylsulfonylmethan), neben Schwefel enthält sie Wasser-, Sauer- und Kohlenstoff. MSM bildet weiße Kristalle ohne Geruch und kommt in vielen Lebensmitteln vor. Diese Schwefelverbindung wird besonders gut vom Körper aufgenommen und häufig als Nahrungsergänzungsmittel angeboten.

Welche Funktion und Wirkung hat Schwefel im Körper?

0,2 Prozent des menschlichen Körpers bestehen aus Schwefel, damit beträgt sein Anteil das 40-fache von Eisen. Besonders viel Schwefel steckt in Haaren und Nägeln.

Eine bedeutsame Rolle spielt Schwefel innerhalb des Eiweißstoffwechsels, da der Mineralstoff Bestandteil mehrerer Aminosäuren ist. Hierzu gehören vor allem Cystein sowie Methionin, sie bilden Stoffe die zum Abbau und Erhalt der Zellen benötigt werden.

Die Aminosäure Cystein hilft, feste Strukturproteine zu formen, um Haut, Haaren und Bindegewebe Stabilität zu geben. Die Schwefelatome bilden mit zwei Cysteinmolekülen eine sogenannte Disulfidbrücke. Diese Brücken verursachen, dass Aminosäuren durch die Aneinanderreihung in Kurven und Schleifen eine 3D-Struktur erhalten. Das nennt sich Proteinfaltung und dient der korrekten Funktion der Proteine.

Die Aufgabe von Methionin ist es, das Spurenelement Selen dahin zu transportieren, wo es benötigt wird. Selen wehrt Krankheitserreger ab, ist wichtig für das Bindegewebe, die Augen sowie die Gefäße und bietet Schutz vor freien Radikalen.

Zur Entgiftung des Körpers trägt Schwefel bei, weil er zusammen mit Wasser Gifte wie Alkohol, Nikotin, Arsen und Kadmium bindet und so deren Ausscheidung fördert. Des Weiteren ist Schwefel Bestandteil des Insulin und der wichtigen körpereigenen Antioxidans Glutathion, aber auch in Vitamin H und B1 ist es enthalten.

Ursachen und Symptome von Schwefelmangel

Da die Auswahl an schwefelhaltigen Nahrungsmitteln sehr groß ist, kommt ein Schwefelmangel so gut wie nie vor. Möglich wäre dies lediglich bei einer extrem eiweißarmen Ernährung. Zudem liegen auch keine Erkenntnisse vor, dass sich ein Mangel an Schwefel schädlich auf die Gesundheit auswirkt. Heutzutage kommt es nur in Ländern, in denen Hungersnöte herrschen, zu gravierenden Mangelerscheinungen, die sie sich in Hautentzündungen, Nagelproblemen und Wachstumsstörungen äußern.

Es gibt auch einige wenige Stimmen die sich gegen die allgemeine Meinung, dass ein Mangel nicht möglich ist, aussprechen. Als Grund führen sie an, dass heute weniger mit dem stark schwefelhaltigen Mist gedüngt wird und deshalb geringere Mengen in die Nahrungsmittel gelangen.

Ist eine Überdosierung oder Vergiftung mit Schwefel möglich?

Eine Überdosierung ist möglich, wenn erhebliche Mengen von Lebensmitteln, welche Schwefel beinhalten oder damit haltbar gemacht wurden, verzehrt werden. Bei einigen dieser Schwefelverbindungen ist deshalb Vorsicht geboten, z.B. bei Schwefeldioxid und Sulfid. Beide sind vor allem in süßen Weinen, getrockneten Früchten und Fertigprodukten aus Kartoffeln enthalten.

Bereits kleine Mengen von Schwefeldioxid und Sulfid führen bei manchen Menschen zu:

Nach höherer Zufuhr von Schwefelverbindungen kann es zu folgenden Beschwerden kommen:

  • Allergische Reaktionen
  • Asthma
  • Reizbarkeit
  • Sehstörungen
  • Nierenschädigung
  • Verringerung der Enzymtätigkeit
  • Vernichtung der B-Vitamine
  • Förderung krebserregender Stoffe

Eine akute Schwefelvergiftung kann zu Atemlähmung und Bewusstlosigkeit führen. Um das Gift im Körper zu binden, wird häufig medizinische Kohle verwendet.

Auch das Einatmen von Schwefelgasen wie Schwefelwasserstoff (H2S) kann die Atemwege reizen und zu Husten führen. H2S kommt in Düngemitteln vor und entsteht bei der Zersetzung von Eiweißstoffen die Schwefel enthalten, der Geruch ist sehr unangenehm (faule Eier).

Lebensmittel mit Schwefel

Über die empfohlene tägliche Zufuhr von Schwefel gib es keine gesicherten Angaben. Schätzungen gehen von 500-1.000 Milligramm am Tag aus.

Da die stark vertretenen Aminosäuren Cystin und Methionin Schwefel enthalten, ist es am häufigsten in eiweißhaltigen Lebensmitteln zu finden.

Hohe Mengen Schwefel stecken in:

  • Fisch, z.B. Matjeshering, Krabben
  • Muscheln, z.B. Jakobsmuschel, Miesmuschel
  • Fleisch
  • Eier
  • Nüsse
  • Käse, vor allem Parmesan
  • Milch
  • Raps
  • Senf
  • Knoblauch und Zwiebeln

Grundsätzlich kann über Schwefel gesagt werden, dass ohne diesen Nährstoff viele Prozesse im Körper nicht einwandfrei ablaufen könnten. Ein Mangel an Schwefel ist in der Regel aber nicht zu befürchten, da der Mineralstoff in Lebensmitteln ausreichend vorhanden ist. Die zusätzliche Aufnahme der organischen Schwefelverbindung MSM als Nahrungsergänzungsmittel ist daher nicht notwendig.

Beim Verzehr einiger Schwefelverbindungen, die in der Lebensmittelindustrie als Konservierungsstoffe eingesetzt werden, ist allerdings Vorsicht geboten. Im Zweifel können schon geringe Mengen zu Beschwerden führen können.

Bildnachweis: © vsl / shutterstock.com

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