Reizklima
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Gesundheit

Reizklima an der Nordsee vielfältig gesund

Das Meeresluft bei Allergien und Asthma Linderung schaffen kann, ist bekannt. Aber auch bei Hautleiden wirkt Reizklima, speziell an der Nordsee, positiv.

Ab ans Meer – nicht nur wegen Sonne, Strand und Badefreuden. Allergiker atmen an der Nordsee ganz besonders auf, denn das Klima tut ihnen gut. Sie finden hier Entlastung, wenn der Pollenflug Niesattacken und verquollene Augen verursacht und auch Asthmageplagte bevorzugen die Nordsee als Reiseziel. Warum das Nordseeklima gerade ihnen besonders gut tut und wie Sie die Heilkraft des Meeres für Ihre Gesundheit nutzen können, erfahren Sie im Folgenden.

Warum die Meeresbrise Allergikern gut tut

Die Nordsee gleicht einem Gesundbrunnen. Das Zusammenspiel von rauen Winden, salzhaltiger Luft und meist etwas niedrigeren Temperaturen kann viel für unsere Gesundheit tun. Kuraufenthalte an der Nordsee stehen hoch im Kurs, besonders bei Allergikern und Asthmatikern.

Wer sich Nordseeluft um die Nase wehen lässt, atmet nicht nur frische, sondern auch ausgesprochen reine Luft. Pollen und Smog sind an der Nordsee kein Thema. Reizklima heißt das Zauberwort. Durch die raue Nordseeluft verfliegen anfängliche Nies- und Hustenattacken, die Bronchien erweitern sich und die Schleimhäute werden angefeuchtet und besser durchblutet. Wer sich an der Nordsee aufhält, inhaliert im Prinzip ausdauernd und Allergien und Atemwegserkrankungen werden nachweislich gelindert.

Reizklima – was ist das eigentlich?

Schon in der Schule lernen wir – an der Nordsee herrscht Reizklima. Doch was verbirgt sich eigentlich hinter diesem Begriff? Im Grunde handelt es sich um das Zusammenspiel verschiedener klimatischer Faktoren, die auf den Organismus einwirken. Das Immunsystem wirkt aktiviert und damit können die Heilungschancen zahlreicher Krankheiten verbessert werden.

Reizklima Faktoren

  • starker Wind
  • frische Meeresluft
  • große Temperaturunterschiede
  • Einfluss der UV-Strahlung

Das Meerwasser besitzt einen hohen Gehalt an Salz, Magnesium und Jod. Die Meeresbrise versorgt die Luft mit heilsamen Aerosol. Ein Spaziergang am Meer kommt damit einer Inhalation gesundheitsfördernder Stoffe gleich.

❏ Wie geht unser Körper mit Reizklima um?

Spazieren Sie an der Nordsee entlang, umfängt Sie eine frische Brise. Der Organismus wird mit einem Kältereiz konfrontiert, dem er sich nun anpassen muss. Um sich vor der Auskühlung zu schützen, muss der Körper mehr Wärme aktivieren. Bleiben wir in Bewegung, steigt der Energieumsatz und gleichzeitig wird Wärme erzeugt. Wahrscheinlich wird Ihr Körper einige Tage brauchen, bis er sich darauf eingestellt hat, doch dies ist ganz normal. Lassen Sie nicht locker und bleiben Sie in Bewegung, Sie werden sich bald vitaler fühlen und sorgen gleichzeitig für die Abhärtung des Körpers.

❏ Reizklima gut für das Herz-Kreislauf-System

Das Reizklima kann auch Herz und Kreislauf entlasten, denn schwüle Luft oder gar einen Föhneinbruch kennt man an der Nordsee kaum. Scheuen Sie nicht vor einem Spaziergang in der tosenden Brandung. Dort ist die Aerosol-Konzentration am größten. Die Salzwassertropfen gelangen in den Nasen- und Rachenraum und können, abhängig von ihrer Größe, auch bis in die Lungenbläschen vordringen. Das Salz reizt die Atemwege auf angenehme Weise, der Schleim löst sich und Sie können wieder durchatmen. Allergiker profitieren noch in weiterer Hinsicht von der Nordseeluft, denn diese ist arm an Schadstoffen und enthält kaum Pollen. Daher flüchten nicht wenige Allergiker im Frühling an die Nordsee, um dem einsetzenden Pollenflug von Haselnuss, Gräsern & Co. zu entgehen.

❏ Reizklima wirkt positiv auf die Haut

Das Reizklima kann auch unsere Haut verwöhnen. Nach einem Standspaziergang lassen sich bis zu zwei Gramm Salz auf Ihrer Haut finden. Der Salzfilm wirkt Entzündungen entgegen und kann Hautschuppen lösen, ähnlich wie wir es nach dem Auftragen eines Peelings erleben. Die UV-Strahlen regen den Körper an, mehr entzündungshemmendes Kortisol zu bilden. Dies wirkt sich besonders positiv bei von Neurodermitis oder von Schuppenflechte betroffenen Personen aus.

Nord- oder Ostsee – wohin soll die Reise gehen?

Das Reizklima ist nicht nur an der Nordsee, sondern auch an der benachbarten Ostsee vorhanden. An der Ostsee ist es allerdings nicht so intensiv ausgeprägt und wird daher von empfindlicheren Personen häufig besser vertragen. Ein Aufenthalt am Meer ist in jedem Fall förderlich für Ihre Gesundheit. Im Zweifelsfall sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Sie müssen keine ausgedehnten Wanderungen unternehmen, bereits ein kurzer Spaziergang am Strand oder das Verweilen im Strandkorb lassen ihre positive Wirkung auf den Organismus nicht vermissen. Menschen mit Allergien profitieren in jedem Fall von der frischen und unverbrauchten Meeresbrise.

Ein Bad im Meer als Gesundbrunnen

Nicht nur die Nordseeluft wird Ihnen gut tun. Auch ein Bad im Meer verfehlt seine Wirkung nicht. Meerwasser lindert Entzündungen und besitzt eine desinfizierende Wirkung. Weiterhin werden die Knochen durch die starken Auftriebskräfte entlastet. Dies kommt besonders Patienten mit Rheuma oder Arthritis entgegen.

» Tipp: Ein Bad im Meer erhöht die Lichtwirkung und begünstigt damit die Sonnenbrandgefahr, kann aber auch die therapeutische Wirkung des Lichts intensivieren.

Das Meer für Heilzwecke nutzen

Das Meerwasser kann als Heilmittel dienen, diese Erkenntnis ist nicht neu, sondern ist Joseph de la Bonnardière zuzuschreiben. Der französische Mediziner prägte Mitte des 19. Jahrhunderts den Begriff Thalasso-Therapie. Dabei orientierte sich der Arzt wohl am Erfahrungsschatz der alten Griechen. Denn bereits Hippokrates berief sich in seinen Lehren auf die Heilkraft des Wassers.

Der griechische Begriff „Thalassa“ ist zu einem Inbegriff einer Gesundheitsphilosophie geworden, welche sich als Thalasso-Therapie auf die Heilkraft des Meeres stützt. An der Nordsee sind in den letzten Jahren mehrere Thalasso-Zentren entstanden. Um sich der Heilkraft von Meerwasser, Meeresschlamm, Meersalz und Meeresalgen zu bedienen, ist die Nähe zum Meer eine Notwendigkeit. Wer sich einer Thalasso-Therapie unterzieht, wird die Heilkraft des Meeres innerlich und äußerlich erfahren und in Verbindung mit dem bereits erwähnten Reizklima Körper und Seele stärken und reaktivieren können.

Was beinhaltet die Thalasso-Therapie?

Aerosol-Inhalation

Die bereits beschriebene Heilwirkung der salzhaltigen Luft wird durch die Inhalation des Meerwassers intensiviert. Besonders, wer keine langen Spaziergänge entlang des Meeres unternehmen kann, findet hier eine willkommene Alternative.

❏ Packungen und Peelings

Packungen und Peelings mit Meeresschlamm glätten, klären und vitalisieren die Haut. Wer unter Allergien und Hautirritationen leidet, kann hier von der entzündungshemmenden und stoffwechselanregenden Wirkung des Schlicks profitieren.

❏ Ernährungsumstellung

Nicht nur äußerlich setzt die Thalasso-Therapie an. Mit einer speziellen Ernährungsweise, welche Fisch, Algengerichte, Obst und Gemüse beinhaltet, wird der Körper zusätzlich gestärkt. Die Thalasso-Therapie wirkt hier entschlackend und unterstützt damit auch beim Abnehmen.

Bei welchen Krankheiten ist Reizklima besonders gut?

Allergien

Allergien können sich unterschiedlich äußern. Leiden Sie an Heuschnupfen, Reizhusten und Asthma, verbunden mit einem Anschwellen der Schleimhäute in Mund und Rachen, kann die Meeresluft hilfreiche Dienste leisten und die Schleimhäute anfeuchten und zum Abschwellen bringen.

❏ Erkrankungen der oberen Luftwege

Bei Erkrankungen im Nasen- und Rachenraum oder den Nasennebenhöhlen kann Meerwasser in Form von Nasenspülungen oder Inhalationen hilfreich sein. Ein Nordseeaufenthalt ist hierbei besonders im Winter zu empfehlen. Spaziergänge in der Brandungszone lassen die Beschwerden schnell abklingen.

❏ Hautleiden

Allergiker leiden häufig auch unter Hautirritationen, die Haut ist gerötet oder trocken und schuppig. Ekzeme oder Neurodermitis lassen sich mit Meerwasser-Kuren erfolgreich therapieren.

Reizkliam – wann ist die beste Reisezeit?

Die meisten Menschen reisen in den Sommermonaten an die Nordsee. Für Allergiker gelten die Monate Oktober bis März als bevorzugte Reisezeit. Dann ist die Luft an der Nordsee am reinsten und der Kältereiz sorgt zusätzlich für einen Therapieeffekt. Ein positiver Nebeneffekt für die Seele besteht darin, dass Sie beinahe leere Strände vorfinden und Ruhe und Erholung garantiert sind.

Wo lässt es sich in Deutschland ab besten aufatmen?

Nicht schon wieder Nordsee? Dann bringen Sie doch einfach Abwechslung in Ihren allergikerfreundlichen Reisekalender. Neben der ostfriesischen Insel Borkum wurden auch das Seebad Baabe auf der Ostseeinsel Rügen, der Schwarzwald oder Oberstdorf im Allgäu als besonders allergikerfreundliche Orte prämiert.

» Tipp: Auch in den Hochalpen können Allergiker aufatmen. Die Gräserblüte ist hier ab Juli abgeschlossen. Setzen Sie doch auch die Dolomiten, St. Moritz oder Galtür auf Ihre Reiseliste.

Beitragsbild: © Markus Zeller – Fotolia.com

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