Akne
Die weit verbreitete Hautkrankheit Akne ist gekennzeichnet durch entzündliche Papeln und Pusteln
Krankheiten

Akne – Ursachen, Symptome und Therapie

Unter dem Begriff Akne werden verschiedene Hautkrankheiten zusammengefasst, die mit Beeinträchtigungen des Talgdrüsenapparates oder der Haarfollikel einhergehen. Die bekannteste Form ist die Akne vulgaris, die auch als gewöhnliche Akne bezeichnet wird.

Was ist Akne?

Die Akne ist eine vielgestaltige Hauterkrankung, die mit einer verstärkten Talgproduktion einhergeht und überwiegend Jugendliche betrifft. Typisch für die Erkrankung sind entzündliche Papeln, Pusteln oder Knoten. Die Hauptursache sind hormonelle Umstellungen, es gibt jedoch weitere Faktoren, die die Entstehung einer Akne begünstigen können.

Die Akne vulgaris ist eine weitverbreitete Form der Akne, die sich in drei Unterformen unterteilen lässt: Akne comedonica, Akne papulopustulosa und Akne conglobata. Neben der Akne vulgaris gibt es weitere Akneformen. Dazu gehören zum Beispiel die Medikamenten-Akne, die Chlor-Akne oder die Baby-Akne. Diese Formen treten allerdings deutlich seltener auf. Zudem liegt ihnen ein anderer Erkrankungsmechanismus zugrunde.

Die gewöhnliche Akne gehört zu den weltweit häufigsten Hauterkrankungen. Bis zu 95 Prozent aller Jugendlichen in der Pubertät leiden zumindest unter leichten Akne-Hauterscheinungen. Der Erkrankungsgipfel zeigt sich im Alter von 15 bis 18 Jahren. Jungen sind häufiger und zudem stärker betroffen als Mädchen. Während sich die Symptome bei den meisten Betroffenen nach der Pubertät spontan zurückbilden, leiden einige der Erkrankten weit bis über das 30. Lebensjahr hinaus an den Hautveränderungen. Bei einem Teil der betroffenen Jugendlichen bleiben zudem auch nach der Pubertät erhebliche Narben zurück.

Akne – Ursachen

Die Akne vulgaris ist überwiegend hormonell bedingt. In der Pubertät werden insbesondere bei Jungen aber auch bei Mädchen verstärkt männliche Geschlechtshormone produziert. Diese bezeichnet man auch als Androgene.

Der erhöhte Androgenspiegel animiert die Talgdrüsen in der Haut zu einer vermehrten Produktion von Talg. Man spricht hier auch von einer Seborrhö. Normalerweise fließt der Talg über die Poren in der Haut nach außen ab, sodass sich die vermehrte Talgproduktion vor allem durch fettige Haut und fettige Haare bemerkbar macht.

In der Pubertät nehmen aber nicht nur die Hormon- und die Talgproduktion zu, auch die Verhornung der Haut wird angeregt. Das überschüssige Hornmaterial verschließt die Ausführungsgänge, sodass der Talg nicht abfließen kann und sich unter der Hautoberfläche staut. Die Folge sind geschlossene Mitesser. Die Haut hält diesem Druck aber nicht immer stand, sondern reißt in dem Bereich rund um den Ausführungsgang auf. Es kommt zum Sauerstoffkontakt und die Mitesser verfärben sich schwarz. Über die kleine Verletzung gelangen Bakterien in den Mitesser und produzieren dort verschiedene Produkte, die zu Entzündungsreaktionen führen.

Da Hormonschwankungen nicht nur im Verlauf der Pubertät, sondern auch während einer Schwangerschaft oder in den Wechseljahren auftreten können, kann es in dieser Zeit ebenfalls zu einem Ausbruch der Akne kommen. Auch beim Absetzen von hormonellen Verhütungsmitteln sowie während und kurz vor der Menstruation entwickeln einige Frauen aufgrund der hormonellen Veränderungen Akne-Hauterscheinungen.

Doch die Hormone sind nicht allein für die Entstehung der Hauterkrankung verantwortlich. Zwillingsstudien zeigen, dass auch eine erbliche Veranlagung eine Rolle spielt. So ergaben Untersuchungen an eineiigen Zwillingen, dass beide Zwillinge in mehr als 90 Prozent der Fälle nicht nur ein ähnliches Erkrankungsalter, sondern auch Gemeinsamkeiten hinsichtlich der Talgproduktion und der Anzahl der Mitesser aufwiesen. Bei zweieiigen Zwillingen war hingegen in mehr als 50 Prozent der Fälle nur ein Zwilling betroffen. Auch hinsichtlich der Anzahl der Mitesser und der Talgproduktion zeigten sich keine Ähnlichkeiten. Zudem weisen Kinder, deren Eltern in der Pubertät beide unter Akne litten, ein Erkrankungsrisiko von über 50 Prozent auf. Auch dieses Phänomen spricht für eine genetische Komponente bei der Entstehung der Akne vulgaris.

Rauchen ist ein weiterer Risikofaktor für die Akne vulgaris. Der Rauch von Zigaretten enthält sogenannte zyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und zudem größere Mengen an Arachidonsäure. Beide Substanzen wirken proentzündlich und begünstigen somit die Entstehung von entzündlichen Hauterscheinungen.

Bei einigen Menschen scheint auch die Ernährung eine Rolle zu spielen. Eine Ernährung mit Nahrungsmitteln, die eine hohe Insulinausschüttung nach dem Verzehr zur Folge haben, kann das Hautbild verschlechtern. Ein ähnlicher Effekt zeigt sich bei einem hohen Konsum von Kuhmilch und Produkten aus Kuhmilch.

Seelische Belastungen und Stress beeinflussen das Hautbild ebenfalls. Ursache scheint hier das Corticotropin-releasing Hormone (CRH) zu sein. Dieses Stresshormon regt nicht nur die Cortisonausschüttung, sondern auch die Umwandlung des Hormons DHEA in das Androgen Testosteron an. Ein erhöhter Testosteronspiegel trägt zur Entstehung der Akne vulgaris bei.

Akne – Symptome

Typischerweise bildet sich zunächst ein recht unauffälliger roter Punkt oder ein kleiner Knoten in der Haut, der als Verdickung in Erscheinung tritt. Man spricht hier auch von Mitessern. Der Talgstau kann als weißes Pünktchen in der Mitte der Erhebung sichtbar sein. Erst wenn der Mitesser aufplatzt und Luft an den Talg gelangt, färbt sich die Hauterscheinung schwarz.

Treten Bakterien in den Mitesser ein, kommt es zu einer Entzündung mit den typischen Entzündungszeichen. Die so entstehenden Hauterscheinungen werden als Papeln oder Pusteln bezeichnet. Durch eine Umkapselung von Haarfollikelresten können zudem sehr schmerzhafte Knoten (Nodus) oder sogar Abszesse entstehen. Die Mitesser und Pickel bilden sich bevorzugt im Gesicht im Bereich von Kinn, Stirn und Nasenrücken. Bei schweren Verlaufsformen zeigen sich die Hauteffloreszenzen auch auf den Wangen, der Brust oder dem Rücken. Eine Manipulation der Mitesser oder Pickel beispielsweise durch Aufstechen, Ausdrücken oder Kratzen kann zur Bildung von Narben führen.

Anhand des Schweregrads der Symptome lässt sich die Akne vulgaris in drei Formen unterteilen. Bei der Akne comedonica, der leichtesten Akneform, ist ausschließlich das Gesicht betroffen. Das Hautbild ist durch Mitesser geprägt, die sich in der Regel ausschließlich bei Manipulation zu entzündlichen Pickeln weiterentwickeln. Bei der Akne papulopustulosa treten sowohl Mitesser als auch Pickel auf. Neben dem Gesicht ist hier häufig auch der Rücken betroffen. Die Akne papulopustulosa ist eine mittelschwere Form der Akne vulgaris. Die schwerste Erscheinungsform ist hingegen die Akne conglobata. Aus den Pickeln entwickeln sich schmerzhafte Knoten, die zur Entzündung neigen. Auch ohne Manipulation kommt es hier beim Abheilen der Hauterscheinungen zur sichtbaren Narbenbildung.

In einigen Fällen tritt die Akne vulgaris in Kombination mit der Akne inversa auf. Es handelt sich hierbei um eine Hauterkrankung, die durch das großflächige Auftreten von Entzündungen im Achsel- und Genitalbereich gekennzeichnet ist. Sie geht mit starken Schmerzen und Eiteransammlungen einher. Im Gegensatz zur reinen Akne vulgaris erkranken hier Frauen häufiger als Männer. Infolge der Erkrankung sind die Patienten in ihrer Lebensqualität stark beeinträchtigt und leiden neben den Hauterscheinungen auch unter Schlafstörungen, eingeschränkter Leistungsfähigkeit und Ängsten.

Akne – Therapie

Bei sehr leichten Formen der Akne vulgaris reicht es häufig aus, verschiedene Hygienemaßnahmen zu beachten und den Pickeln mit einer entsprechenden Pflege der Haut vorzubeugen.

Die regelmäßige Reinigung der Haut ist zwar wichtig, zu viel Waschen mit aggressiven Anti-Pickel-Produkten ist hingegen kontraproduktiv, da der wichtige Säureschutzmantel der Haut geschwächt wird. So können Bakterien leichter in die Mitesser eindringen und Entzündungen verursachen. Die Hautregionen, die von der Akne betroffen sind, sollten ausschließlich mit pH-neutralen und parfümfreien Pflegeprodukten einmal am Tag gereinigt werden. Häufig reicht das Waschen mit klarem Wasser aus. Fettige und ölige Cremes sind zur Hautpflege bei Akne nicht geeignet. Sie können die Poren verstopfen und so die Entstehung weiterer Pickel begünstigen. Da Akne zu einer erhöhten Empfindlichkeit der Haut führt, sollte auf einen ausreichenden Sonnenschutz geachtet werden. Auch die Sonnencreme sollte fettfrei sein.

Generell empfiehlt es sich, nicht selber Hand an die Mitesser und Pickel anzulegen. Das Ausdrücken der Hauerscheinungen begünstigt nicht nur Entzündungen, sondern auch die Narbenbildung. Im Gesichtsbereich droht aufgrund der zahlreichen Lymph- und Gefäßverbindungen in den Gehirnbereich zudem eine Verschleppung der Bakterien sowie der Verschluss verschiedener wichtiger Blutgefäße.

Sollten bestimmte Nahrungsmittel einen Einfluss auf den Zustand der Haut haben, kann eine Ernährungsumstellung sinnvoll sein. Häufig verbessert sich das Hautbild, wenn die Betroffenen auf einfache Kohlenhydrate, Milchprodukte und hoch gesättigte Fettsäuren verzichten.

Je nach Schweregrad der Hautkrankheit können zudem verschiedene Medikamente zum Einsatz kommen. Leichte und mittelschwere Formen der Akne behandelt der Arzt äußerlich mit Cremes und Lösungen mit verschiedenen Wirkstoffen. Benzoylperoxid soll beispielsweise Bakterien abtöten. Zudem wirkt der Arzneistoff der vermehrten Talgbildung und der Entstehung von Mitessern entgegen. Auch eine bleichende und entzündungshemmende Wirkung ist möglich. Diese beruht auf der Freisetzung von Sauerstoff. Während BPO in 5-prozentiger Lösung vor allem bei milder bis mittelschwerer Akne genutzt wird, kann 10-prozentiges BPO auch bei schwereren Verlaufsformen hilfreich sein. Das Gel wird in der Regel ein- bis zweimal täglich auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen. Auch eine Kombination mit anderen Wirkstoffen ist möglich.

Antibiotika wirken ebenfalls den Bakterien entgegen, die die Talgdrüsen besiedeln und die Entzündungen verursachen. Die verschreibungspflichtigen Cremes und Salben dürfen jedoch in der Regel nicht länger als zwei bis drei Monate angewendet werden.

Retinoide, die sogenannten Vitamin-A-Säure-Präparate sind ebenfalls verschreibungspflichtig. Sie sollen der Verhornung der Poren entgegenwirken und so die Mitesserbildung reduzieren. Ferner können sie Entzündungen hemmen und werden vor allem in Kombination mit Benzoylperoxid verordnet. Sie sind zudem gut für die Erhaltungstherapie geeignet.

Zur äußeren und lokalen Behandlung der Akne vulgaris kann der Arzt zudem Präparate mit Azelainsäure oder Alpha-Hydroxysäuren verordnen.

Bei schweren Formen der Akne kann neben der lokalen auch eine systemische Therapie erforderlich sein. So können Antibiotika nicht nur äußerlich als Salbe, sondern auch innerlich in Tablettenform zur Behandlung der Akne genutzt werden. Hier empfiehlt sich aufgrund der Nebenwirkungen eine ausführliche Risiko-Nutzen-Abwägung. Bei einigen Frauen bessert sich das Hautbild unter der Einnahme von hormonellen Verhütungsmitteln wie der Antibabypille. Diese wird jedoch ausschließlich in Kombination mit lokalen Mitteln verordnet. Zudem ist zu beachten, dass sich eine entsprechende Wirkung meist erst nach einem halben Jahr zeigt.

Isotretinoin ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Retinoide und gehört zu den wirksamsten Mitteln bei Akne vulgaris. Allerdings können unter der Einnahme schwere Nebenwirkungen auftreten. So kann es beispielsweise in der Schwangerschaft zu schweren Fehlbildungen beim Ungeborenen kommen. Bei Frauen muss vor Therapiebeginn deshalb immer eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden. Während der Therapie ist eine gründliche Empfängnisverhütung erforderlich. Aufgrund des hohen Nebenwirkungspotentials verordnet der Arzt Isotretinoin nur in begründeten Fällen.

Akne – Vorbeugung

Da die Hauterkrankung in der Regel durch Schwankungen im Hormonhaushalt verursacht wird, ist eine gezielte Prävention nur schwer möglich. Generell kann es hilfreich sein, die gesunde Hautfunktion zu stärken und Beanspruchungen zu vermeiden. Zur Reinigung sollten hautfreundliche pH-neutrale Seifen oder Waschlotionen ohne Zusatzstoffe genutzt werden. Stark fettende Cremes sollten hingegen vermieden werden.

Eine ausgewogene Ernährung mit einem hohen Anteil an Obst, Gemüse und Vollkornprodukten sowie die ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit kann sich ebenfalls positiv auf das Hautbild auswirken. Eine zuckerreiche Ernährung sollte hingegen möglichst gemieden werden. Ebenso kann der Verzicht auf das Rauchen einen positiven Einfluss auf das Hautbild haben.

Bildnachweis: © Ocskay Bence / shutterstock.com

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