Arthrose
Alleine in Deutschland leiden rund 5 Millionen Menschen unter Arthrose
Krankheiten

Arthrose – Ursachen, Symptome und Therapie

Die Arthrose ist ein Gelenkverschleiß, der über das altersübliche Maß hinausgeht. Grundsätzliche können alle Gelenke des Körpers von einer arthrotischen Veränderung betroffen sein.

Was ist eine Arthrose?

Die Arthrose ist eine Erkrankung, die sich schleichend entwickelt und mit Gelenkschmerzen einhergeht. Es kommt zu einem Schaden am Gelenkknorpel. Die häufigsten Ursachen dafür sind falsche Belastung oder Bewegungsmangel. Oft betrifft die arthrotische Veränderung das Kniegelenk oder das Hüftgelenk (Coxarthrose). Der langsame aber fortlaufende Knorpelabbau führt im Spätstadium der Erkrankung zu einer zerstörten oder stark beschädigten Gelenkfläche. Das Risiko, an einer Arthrose zu erkranken, erhöht sich mit zunehmendem Alter. Bei mehr als 60 Prozent aller Menschen über 65 Jahre finden sich arthrotisch veränderte Gelenke. Nicht alle Betroffenen bilden jedoch Symptome aus. In Deutschland leiden rund 5 Millionen Menschen an Arthrose. Damit ist die Arthrose auch weltweit betrachtet die häufigste Gelenkerkrankung (Arthropathie).

Arthrose – Ursachen

Grundsätzlich lässt sich die Arthrose in eine primäre und in eine sekundäre Form unterteilen. Bei der primären Arthrose liegt keine feststellbare Ursache zugrunde. Es wird vermutet, dass die Erkrankung auf biologisch minderwertiges Knorpelgewebe zurückgeht. Sekundäre Arthrosen entstehen häufig durch mechanische Belastungen. So führt beispielsweise die Hüftgelenksdysplasie oft zu einer Arthrose des Hüftgelenks. Bei der Hüftdysplasie liegen Fehlstellungen des Hüftgelenks vor. Diese können erworben oder angeboren sein. Aufgrund der Gelenkfehlstellung unterliegt der Knorpel einer unphysiologischen Belastung, der er nicht über längere Zeit standhalten kann. Auch Verletzungen können einen vorzeitigen Gelenkverschleiß zur Folge haben. In diesem Fall spricht man von einer posttraumatischen Arthrose. Insbesondere Knochenbrüche oder Kapsel-Band-Verletzungen, die eine Instabilität des Gelenks zur Folge haben, können eine Arthrose nach sich ziehen. Weitere Ursachen einer sekundären Arthrose sind Entzündungen. So kann sich eine Arthrose als Folge einer Arthritis, also einer Gelenkentzündung entwickeln.

Da die Kniegelenke, die Hüftgelenke und die Gelenke der Wirbelsäule das gesamte Körpergewicht aushalten müssen, kann auch Übergewicht (Adipositas) zu einer Arthrose beitragen. Ferner können Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Gicht und Pseudogicht die Gelenke schädigen. Dasselbe gilt für die Hämophilie. Durch die Hämophilie, die auch als Bluterkrankheit bekannt ist, kommt es bei Verletzungen zu Blutungen in das Knie. Die Folge ist das sogenannte Bluterknie.

Arthrose – Symptome

Eine Arthrose verläuft häufig über einen langen Zeitraum symptomlos. Charakteristischerweise äußert sich die Erkrankung aber durch Gelenkschmerzen. Typisch ist der sogenannte Anlaufschmerz. Hierbei sind die ersten Bewegungen nach einer längeren Ruhepause schmerzhaft. Nach einiger Zeit der Bewegung lassen die Schmerzen nach. Doch auch stoßartige Bewegungen können bei einer Arthrose Schmerzen verursachen. Dadurch unterscheidet sich die Arthrose von entzündlichen Gelenkerkrankungen. Hier bestehen auch im Ruhezustand Schmerzen. Ferner kommt es bei der Arthrose zu steifen Gelenken. Diese Morgensteifigkeit besteht nach dem Aufstehen für etwa 30 Minuten. Auch hier zeigt sich der Unterschied zu entzündlichen Gelenkerkrankungen. Bei der Arthritis dauert die Steifigkeit der Gelenke oft über Stunden an. Bei einer fortgeschrittenen Arthrose ist das betroffene Gelenk zudem geschwollen oder verformt.

Arthrose – Therapie

Ziel der Arthrose-Behandlung ist es, den Schmerz im Gelenk so gut wie möglich zu lindern und die Beweglichkeit des Gelenks zu verbessern. Dafür kommen bei der beginnenden Arthrose konservative Behandlungsmaßnahmen zum Einsatz. An erster Stelle steht eine ausführliche Beratung über den Verlauf der Arthrose, den Einfluss des eigenen Körpergewichts, die drastischen Folgen von Bewegungsmangel und das Erlernen von gelenkschonenden Maßnahmen. Zur Schmerzlinderung können unterschiedliche Arzneimittel zum Einsatz kommen. So eignen sich beispielsweise nichtopioide-Analgetika wie Paracetamol. Häufiger werden aber nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) in Tablettenform, als Salbe oder als Tropfen eingesetzt. Bekannte Wirkstoffe aus der Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika sind Diclofenac und Ibuprofen.

In entzündlichen Phasen kann der behandelnde Arzt Gelenkinjektionen oder Gelenkspülungen mit Kortisonpräparaten durchführen. Auch Betäubungsmittel können zur akuten Schmerztherapie injiziert werden. Dadurch reduzieren sich die Beschwerden häufig für einige Wochen. Da der Einsatz von Kortison den Gelenkknorpel allerdings auf Dauer weiter schädigt, sollten Kortisoninjektionen nicht häufiger als viermal im Jahr erfolgen.

Zum Schutz des Knorpels können die Wirkstoffe Chondroitin und Glucosamin eingesetzt werden. Diese verbessern nicht nur die strukturellen Eigenschaften des Knorpels, sondern wirken gleichzeitig entzündungs- und schmerzhemmend.

Viele Ärzte injizieren Patienten mit einer Arthrose auch Hyaluronsäure ins Gelenk. Diese ist wichtiger Bestandteil der sogenannten Synovialflüssigkeit, eine Flüssigkeit, die sich im Gelenk befindet und den Knorpel schmiert und nährt. Die Injektion von Hyaluronsäure ins arthrotische Gelenk kann sich positiv auf die Funktion des Gelenks auswirken. Ob die Injektionen wirklich dauerhaft Verbesserungen bringen, ist allerdings umstritten. Es sollte eine ausführliche Risiko-Nutzen-Analyse erfolgen, da Injektionen ins Gelenk immer mit einem hohen Infektionsrisiko verbunden sind. Hyaluronsäure gibt es zwar auch in Tablettenform, die Wirksamkeit konnte hier jedoch nicht nachgewiesen werden.

Verschiedene physikalische Therapieverfahren können Arthrosebeschwerden lindern. Dazu eignen sich Physiotherapie, Wärme- und Kältebehandlungen, muskelkräftigende und gleichzeitig gelenkschonende Sportarten wie Radfahren oder Schwimmen und die Elektrotherapie. Auch die Wasser- und Balneotherapie kann den Betroffenen Linderung verschaffen.

Bei arthrotischen Knie- oder Hüftbeschwerden können verschiedene orthopädische Maßnahmen genutzt werden. Dazu gehören Gehstützen, Fersenkissen, Schuheinlagen, Sitzerhöhungen und Keilkissen.

Bei einer fortgeschrittenen Arthrose bleibt häufig nur noch der künstliche Gelenkersatz. Am häufigsten werden Kniegelenke und Hüftgelenke durch Totalendoprothesen (TEP) ersetzt. Abhängig vom Material halten die künstlichen Gelenke bis zu 20 Jahre. Danach müssen sie durch eine neue Prothese ausgetauscht werden. Da dieser erneute Austausch jedoch recht schwierig sein kann, wird versucht, das Einsetzen des künstlichen Gelenks so lange wie möglich hinauszuzögern.

Alternativ kann bei einer fortgeschrittenen Arthrose das Gelenk künstlich versteift werden. In einer Operation verbindet der Chirurg die Knochen des Gelenks miteinander, sodass keine Gelenkbewegung mehr möglich ist. Dieses Verfahren wird Arthrodese genannt. Zwar ist nach der Arthrodese nur noch eine eingeschränkte Bewegung möglich, dafür sind die Patienten in der Regel schmerzfrei. Die Arthrodese wird heute nur noch äußerst selten eingesetzt, wenn andere Therapieversuche nicht den gewünschten Erfolg gebracht haben.

Arthrose – Vorbeugung

Gezieltes Muskeltraining und regelmäßige Bewegung können der sekundären Arthrose vorbeugen. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass die Gelenke nicht überlastet werden. Gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen oder Radfahren sind zur Prävention ideal. Gelenkfehlstellungen bei Neugeborenen werden heute dank Ultraschalluntersuchung schon sehr früh erkannt. Eine frühzeitige Behandlung kann eine spätere Arthrose verhindern.

Bildnachweis: © Monkey Business Images / shutterstock.com

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