Influenza (Grippe)
Bei der Influenza (Grippe) sind die Symptome deutlich ausgeprägter als bei einem grippalen Infekt
Krankheiten

Influenza (Grippe) – Ursachen, Symptome und Therapie

Die Influenza ist besser unter der Bezeichnung Grippe bekannt. Es handelt sich dabei um eine Infektionskrankheit, die von Influenzaviren ausgelöst wird und mit Symptomen wie Fieber, Husten und Gliederschmerzen einhergeht.

Was ist die Influenza (Grippe)?

Die Influenza ist die „echte“ Grippe. In der Alltagssprache wird der Begriff Grippe häufig auch für grippale Infekte verwendet. Hierbei handelt es sich jedoch eher um virusbedingte Erkältungskrankheiten, die in der Regel deutlich milder verlaufen als die Influenza.

Es gibt verschiedene Influenza-Viren, die die Erkrankung auslösen können. Für den Menschen ist insbesondere das Virus vom Typ A relevant. Es ist weltweit verbreitet und unterliegt ständigen Veränderungen. Somit sind die wandlungsfähigen Viren für das Immunsystem nur schwer zu greifen. Deshalb kommt es immer wieder zu Epidemien und Pandemien. Während eine Epidemie nur lokal begrenzt auftritt, breitet sich die Pandemie weltweit aus. Das Influenza-Virus vom Typ A ist eine der häufigsten Epidemie- und Pandemieursachen. So forderte die Spanische Grippe, eine Influenza-A-Pandemie, in den Jahren 1918 und 1919 Schätzungen zufolge mehr als 20 Millionen Tote.

Aufgrund der hohen Ansteckungsrate und der Wandlungsfähigkeit der Viren kommt es etwa alle zwei bis drei Jahre zu einer größeren Epidemie. In Deutschland treten die Grippewellen meist in den Wintermonaten auf. Dabei infizieren sich schätzungsweise zwischen 5 und 20 Prozent der Bevölkerung. Schwere Grippewellen fordern rund 20.000 Todesopfer, während bei milden Epidemien nur wenig Krankenhauseinweisungen und kaum Todesfälle zu verzeichnen sind.

Influenza (Grippe) – Ursachen

Die Influenza ist eine Infektionskrankheit, die vom Influenza-Virus hervorgerufen wird. Die Viren aus der Familie der Orthomyxoviren werden in die Typen A, B und C unterteilt, wobei der Typ C für die Übertragung der Influenza kaum eine Rolle spielt.

Das Virus gelangt über die Schleimhäute der Atemwege und der Augen sowie über die Mundschleimhaut in den Körper. In den meisten Fällen wird es durch Tröpfcheninfektion übertragen. Auch Kontakt- und Schmierinfektionen durch die Berührung kontaminierter Gegenstände sind möglich. Auf glatten Oberflächen kann das Virus beispielsweise in verschmiertem Nasensekret bis zu zwei Tage überleben. Ebenso ist eine Infektion über Kotpartikel, Hautschuppen, Haare, Staub und den direkten Kontakt mit dem Speichel erkrankter Personen möglich.

Es gibt verschiedene Faktoren, die eine Infektion und vor allem einen komplikationsbehafteten Verlauf der Erkrankung begünstigen. So sind Menschen, die unter einer chronischen Lungenerkrankung wie Asthma, einem Lungenemphysem, einer chronischen Bronchitis oder der Mukoviszidose leiden, besonders gefährdet.

Auch chronische Herzkrankheiten und Stoffwechselerkrankungen wie die Zuckerkrankheit Diabetes mellitus stellen ein Risiko für die Betroffenen dar. Dasselbe gilt für Krankheiten, die zu einer Schwäche des Immunsystems führen. Dazu gehören neben HIV– auch Tumorerkrankungen.

Ferner kann eine medikamentöse Unterdrückung des Immunsystems die Krankheitsentstehung begünstigen. Ebenso spielt das Alter eine Rolle. Sowohl Menschen im Alter von über 65 Jahren als auch Kinder, die jünger sind als ein Jahr, erkranken häufiger an der Grippe. Vorsicht ist zudem bei Schwangeren und unterernährten Menschen geboten.

Influenza (Grippe) – Symptome

Nach einer sehr kurzen Inkubationszeit von durchschnittlich ein bis zwei Tagen beginnt die Erkrankung sehr plötzlich mit hohem Fieber bis 40 Grad Celsius, trockenem Husten oder Halsschmerzen. Die Patienten klagen zudem über ausgeprägte Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen. Sie fühlen sich sehr schwach und können das Bett häufig nicht verlassen. Bedingt durch das Fieber kommt es zu Schweißausbrüchen. Durchfall, Erbrechen und Übelkeit gehören ebenfalls zu den Symptomen der Grippe. Die Nasenschleimhaut schwillt an, sodass die Nasenatmung erschwert wird. Nach ein bis zwei Wochen klingen die Beschwerden in der Regel wieder ab. Viele Patienten fühlen sich jedoch über einen längeren Zeitraum noch sehr schwach.

All diese Beschwerden sind wenig charakteristisch, da sie auch bei vielen weiteren virusbedingten Atemwegserkrankungen auftreten können. Häufig bleibt die Grippe sogar komplett unbemerkt. 80 Prozent der Fälle verlaufen ohne Symptome oder treten lediglich als leichte Erkältungskrankheit in Erscheinung.

Bei den übrigen 20 Prozent sind jedoch schwere Verläufe möglich. Besonders gefürchtet sind die sogenannten bakteriellen Sekundärinfektionen. Da der Organismus durch die Infektion mit den Viren bereits geschwächt ist, gelangen Bakterien leichter in den Körper und können dort Zweitinfektionen auslösen. Oft sind das Gehirn und der Herzmuskel betroffen. Die Patienten entwickeln eine Gehirnentzündung (Enzephalitis) oder eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis). Auch eine Entzündung der Skelettmuskulatur, eine sogenannte Myositis, gehört zu den möglichen Komplikationen der Influenza.

In ihrer schwersten Verlaufsform führt die Grippe zu einer sogenannten Influenzapneumonie. Diese grippebedingte Lungenentzündung tritt bevorzugt bei immungeschwächten und ungeimpften Jugendlichen und jüngeren Erwachsenen auf und endet innerhalb weniger Stunden tödlich. Zwar können die anderen Komplikationen grundsätzlich in jedem Lebensalter auftreten, sie betreffen jedoch in erster Linie Menschen, die unter einer chronischen Grunderkrankung oder Immundefekten leiden.

Influenza (Grippe) – Therapie

Zur Therapie der echten Grippe stehen verschiedene antivirale Medikamente zur Verfügung. Wenn diese rechtzeitig eingenommen werden, können sie den Krankheitsverlauf verkürzen und Komplikationen vorbeugen. Damit sich durch eine falsche Einnahme keine Resistenzen entwickeln können, sind alle Medikamente, die gegen die Influenzaviren wirksam sind, verschreibungspflichtig.

Zwei Substanzklassen sind zur Grippebehandlung zugelassen. M2-Membranproteinhemmer wie Amantadin und Rimantadin dienen insbesondere der Prophylaxe und Therapie in Grippe-Pandemien. Sie sind allerdings deutlich schlechter verträglich als die Neuraminidase-Hemmer und somit eher Mittel der zweiten Wahl. Neuraminidase-Hemmer wie Oseltamavir können als Kapseln oder Suspension verabreicht werden. Sie hemmen die Aktivität der Neuraminidase. Die Neuraminidase ist ein Enzym, das auf der Oberfläche der Viren sitzt. Durch die Inaktivierung sind die Influenza-Viren nicht mehr in der Lage, andere Zellen zu infizieren.

Neben dieser spezifischen Grippetherapie können die Beschwerden der Patienten im Rahmen der symptomatischen Therapie behandelt werden. Insbesondere bei einer Kreislaufinstabilität oder bei Herzerkrankungen erhalten die Patienten fiebersenkende Mittel. Zur Linderung von Kopfschmerzen und Gliederschmerzen eignen sich Schmerzmittel aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika wie Diclofenac oder Ibuprofen. Um einer zusätzlichen Infektion mit Bakterien entgegenzuwirken, kann eine spezifische Antibiotika-Therapie erforderlich sein.

Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zum Ausgleich des fieberbedingten Flüssigkeitsverlustes, die Befeuchtung der Luft und die Inhalation mit ätherischen Ölen können den Krankheitsverlauf zudem positiv beeinflussen.

Influenza (Grippe) – Vorbeugung

Eine der wichtigsten Präventionsmaßnahmen ist die Grippeschutzimpfung, die jährlich vor Beginn der Influenzasaison durchgeführt werden sollte. Da insbesondere die Influenza-A-Viren sehr wandlungsfähig sind, ist eine jährliche Auffrischung der Immunisierung mit einem angepassten Impfstoff nötig. Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts empfiehlt die Grippeschutzimpfung für alle Menschen ab 60 Jahren. Auch Personen, die unter chronischen Erkrankungen der Atemwege, Herz- und Kreislauferkrankungen, Leber- und Nierenkrankheiten, Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes mellitus oder chronischen neurologischen Grundkrankheiten wie der multiplen Sklerose leiden, sollten sich impfen lassen. Dasselbe gilt für die Bewohner von Alten- oder Pflegeheimen und Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel. Personen mit einer erhöhten beruflichen Gefährdung sowie Menschen, die als potenzielle Infektionsquelle für Risikopersonen in Betracht kommen, rät die STIKO ebenfalls zur Impfung.

Grundsätzlich eignen sich auch die antiviralen Arzneimittel zur Prävention der Influenza. So lässt sich ein 60- bis 90-prozentiger Schutz erreichen. Allerdings besteht die Schutzwirkung nur so lange, wie das Arzneimittel eingenommen wird.

Während einer Grippewelle sollten zudem die grundsätzlichen Hygieneregeln eingehalten werden. So empfiehlt sich das Tragen eines Mundschutzes, um einer weiteren Verbreitung der Erreger entgegenzuwirken. Ferner können häufiges Händewaschen mit Reinigungsseifen, die Desinfektion von Oberflächen und das Meiden eines zu engen Kontaktes zu erkrankten Personen das Infektionsrisiko deutlich reduzieren. Bei einer stationären Aufnahme werden Influenza-Patienten in der Regel für mindestens sieben Tage isoliert, um eine Ausbreitung der Erkrankung zu verhindern. Man spricht hier auch von einer Kohortenisolierung. Für das Personal in Krankenhäusern sowie in anderen medizinischen Einrichtungen und Heimen ist das Tragen von Schutzkitteln, Schutzbrillen und Einmalhandschuhen beim Umgang mit infizierten Personen obligat.

Bildnachweis: © Subbotina Anna (ID 118647259) / shutterstock.com

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