Schleimbeutelentzündung
Ellenbogen sind sehr oft von einer Schleimbeutelentzündung betroffen - © Ralf Geithe / stock.adobe.com
Krankheiten

Schleimbeutelentzündung: Ursachen, Verlauf und Behandlungsmöglichkeiten

Schleimbeutel sind dafür verantwortlich, dass die Gelenke reibungslos arbeiten. Dabei funktionieren die kleinen Puffer völlig unauffällig, bis es plötzlich zu einer Entzündung kommt. Schleimbeutelentzündungen können schmerzhaft sein und die Beweglichkeit der Gelenke einschränken.

Schleimbeutel sind kleine Säckchen, die aus Bindegewebe bestehen und mit Flüssigkeit gefüllt sind. An Körperstellen, die häufig Druck oder Reibung ausgesetzt sind, wirken Schleimbeutel wie kleine Kissen. Wenn wir uns hinknien oder die Ellenbogen auf die Tischplatte stützen, verhindern die kleinen Polster, dass der Knochen zu stark auf die Haut drückt.

Das Puffergewebe befindet sich überall dort, wo Gewebe oder Bewegungsorgane Reibung und Druck erzeugen. Dies schließt Knochen, Muskeln und Sehnen ein. An der Schulter sind acht, im Knie jeweils elf und an den Körperseiten 78 Schleimbeutel vorhanden. Bei starker Beanspruchung können sich Schleimbeutel entzünden.

Was ist eine Schleimbeutelentzündung?

Eine Schleimbeutelentzündung, in der Fachsprache auch Bursitis genannt, tritt meist nach körperlicher Belastung auf. Der Betroffene wird dabei häufig in der Nacht nach der Anstrengung von plötzlichen heftigen Schmerzen heimgesucht. Seltener entstehen Schleimbeutelentzündungen durch bakterielle Infektionen oder andere ursächliche Krankheiten.

Ein Schleimbeutel ist im Normalfall nicht prall, sondern eher flach. Füllt er sich komplett mit Flüssigkeit, dann schwillt der kleine Puffer an und drückt auf das umliegende Gewebe. Dadurch entstehen die charakteristischen Schmerzen.

Wird eine Schleimbeutelentzündung richtig behandelt, ist nach wenigen Tagen mit einer Besserung der Beschwerden zu rechnen. Wer die Entzündung allerdings ignoriert und nicht für eine Entlastung der Gelenke sorgt, kann über Monate oder sogar Jahre von Beschwerden geplagt werden. Chronische Schleimbeutelentzündungen sind schwierig zu therapieren. Daher sollte man sich frühzeitig ärztlichen Rat einholen, wenn die nachfolgend genannte Symptomatik auftritt.

Übrigens: Chronische Verlaufsformen sind auch häufig die Folge von Rheuma und anderen Grunderkrankungen.

Wo kann eine Schleimbeutelentzündung auftreten?

Die Knie sind besonders gefährdet, da viele Arbeiten im Knien durchgeführt werden und länger andauern. Auch in Ellenbogen, Schultern oder Hüfte kann es zu einer Schleimbeutelentzündung kommen.

Der größte Schleimbeutel im menschlichen Körper befindet sich zwischen Schulterdach und Oberarmkopf. Treten akute Schulterschmerzen auf, ist häufig eine Schleimbeutelentzündung die Ursache. Überkopfarbeiten können die Beschwerden verursachen. Dabei entstehen kleinste Verletzungen und es bilden sich Kristalle, welche die Entzündung auslösen.

Sportler klagen häufig über eine Schleimbeutelentzündung im Knie, der Hüfte oder der Ferse. Für Läufer typisch ist eine Bursitis subachillea. Dabei ist der Schleimbeutel der Achillessehne entzündet. Daraus kann sich ein Achillessehnenriss entwickeln, was eine monatelange Wettkampfpause und Rehabilitation notwendig macht.

Häufigkeit und Verlauf von Schleimbeutelentzündungen

Jährlich leidet mindestens eine von 10.000 Personen an einer Schleimbeutelentzündung. Am häufigsten betroffen sind Ellenbogen und Knie. Bakterien sind bei einem Drittel der Erkrankungsfälle ursächlich.

Meist sind Männer in mittleren Jahren von Schleimbeutelentzündungen betroffen. Dies liegt vermutlich daran, dass Männer häufiger in Berufen arbeiten, die körperliche Anstrengungen erfordern und mit knien oder Überkopfarbeiten verbunden sind.

Wird die betroffene Körperstelle geschont, vergehen zwei bis drei Wochen, bis die Entzündung abheilt. Wird die verursachende Tätigkeit weiter ausgeübt, kann sich ein chronischer Verlauf entwickeln. Grunderkrankungen wie Rheuma oder Diabetes können sich nachteilig auf den Heilungserfolg auswirken.

Ursachen der Schleimbeutelentzündung

Folgende Ursachen kommen in Betracht:

  • Bakterien, die von außen eingedrungen sind
  • körperliche Überlastung
  • Harnsäureablagerungen bei Gicht
  • Entzündungen bei Rheuma

Das Risiko steigt in Berufen, wo die Gelenke durch Druck besonders belastet werden. Denn Schleimbeutel können sich auch durch einen Sturz oder einen heftigen Stoß entzünden. Wer in Berufen wie Dachdecker, Gärtner oder Fliesenleger arbeitet, besitzt dadurch ein höheres Risiko, an Schleimbeutelentzündungen an der Kniescheibe zu erkranken.

Tipp: Auch Schreibtischarbeit kann Schleimbeutelentzündungen begünstigen.

Ebenso können sich Schleimbeutel als Folge eines unbehandelten Bänder- oder Sehnenrisses entzünden.

Symptome einer Schleimbeutelentzündung

Entzündete Schleimbeutel sind mit übermäßig viel Flüssigkeit gefüllt. Fachleute sprechen dabei von einem Erguss. Die Flüssigkeitsansammlung ruft eine Schwellung hervor, die sich gut ertasten lässt und auch optisch erkennbar ist.

Es kommt zu Schmerzen im Ruhezustand. Bei Bewegung und Druck verstärken sich die Beschwerden. Der entzündete Bereich kann sich röten und Hitze ausstrahlen. Es kann auch zu leichtem Fieber kommen. Ein allgemeines Krankheitsgefühl kann sich einstellen.

Diagnose der Schleimbeutelentzündung

Ein entzündeter Schleimbeutel, der unmittelbar unter der Haut liegt, ist durch seine Schwellung gut zu erkennen. Wichtig für den Mediziner ist, die Ursache für die Entzündung herauszufinden.

Ob es sich um eine bakterielle Infektion handelt, kann herausgefunden werden, indem aus dem Schleimbeutel mit einer Kanüle Flüssigkeit entnommen und im Labor untersucht wird. Eine Blutentnahme kann ebenfalls zeigen, ob eine Infektion vorliegt und damit lässt sich auch nachweisen, ob Gicht oder andere Grunderkrankungen die Schwellung ausgelöst haben.

Um Verletzungen an Knochen oder Gelenkbeschwerden wie Arthose oder Arthritis als Ursache auszuschließen, werden bildgebende Verfahren wie Röntgen oder Ultraschall eingesetzt.

Behandlung von Schleimbeutelentzündungen

Damit eine Schleimbeutelentzündung möglichst schnell wieder abklingt, ist der betroffene Bereich ruhigzustellen und keiner weiteren Belastung auszusetzen. Kühlende Auflagen und die Gabe von leichten Schmerzmitteln können dies unterstützen.

Ist die Entzündung abgeklungen, ist eine Überlastung auch weiterhin zu vermeiden, damit es nicht zu einem Rückfall kommt. Bei berufsbedingten Arbeiten am Boden können Knieschoner hilfreich sein.

Tipp: Ergotherapeuten oder Arbeitsmediziner können über mögliche Hilfen und Arbeitserleichterungen beraten.

Kommt es zu keiner Besserung der Beschwerden, wird darüber nachgedacht, Kortison in den Schleimbeutel zu injizieren. Kommt es sogar zu chronischen Entzündungen, kann eine operative Entfernung des Schleimbeutels ratsam sein.

Für die Therapie von Schleimbeutelentzündungen hat sich die sogenannte PECH-Regel bewährt:

P – Pause einlegen und den betroffenen Bereich schonen
E – Eis auflegen, um die Beschwerden zu lindern
C – Compession zur Verhinderung der Schwellung einen Druckverband anlegen
H – Hochlagern des betreffenden Beines

Schleimbeutelentzündung durch Ergusspunktion behandeln

Ist der Schleimbeutel stark angeschwollen, verursacht die Entzündung heftige Schmerzen. Der Arzt kann dann mit einer Kanüle den Schleimbeutel anstechen und überschüssige Flüssigkeit entfernen. Die Flüssigkeit bildet sich jedoch wieder neu. Zudem besteht bei dieser Methode auch die Gefahr, dass Bakterien in den Schleimbeutel gelangen.

Schleimbeutelentzündung mit Kortison behandeln

Ist eine bakterielle Infektion die Ursache für die Schleimbeutelentzündung, dann kann Kortison hilfreich sein. Der Wirkstoff wird in den Schleimbeutel gespritzt. Auf diese Form der Behandlung weichen Ärzte jedoch erst aus, wenn sich nach etwa acht bis zehn Tagen keine Besserung der Beschwerden eingestellt hat.

Achtung: Kortisonspritzen können zu Infektionen führen und Gewebeschwund zur Folge haben.

Selbsthilfe bei Schleimbeutelentzündungen

Das Gelenk ist ruhigzustellen. Es sollten folglich keine Bewegungen ausgeführt werden, die Schmerzen bereiten. Fühlt sich das Gelenk heiß an, dann kann Eis helfen. Sind die Schmerzen weniger intensiv und das Gelenk kaum überhitzt, dann können Wärme und Eis im Wechsel eingesetzt werden.

Tipp: Legen Sie einen Eisbeutel und ein Wärmekissen im Wechsel von zehn Minuten auf, bis sich die Beschwerden bessern.

Einfache entzündungshemmende Schmerzmittel wie Aspirin wirken recht gut. Hat sich der akute Schmerz bereits etwas gebessert, kann Rizinusöl auf das betroffene Gelenk aufgetragen werden. Die Hautstelle wird mit einem Wolltuch abgedeckt. Nun kann ein Heizkissen aufgelegt werden.

Bei Schmerzen in Ellbogen und Schultern ist es wichtig, die Arme leicht in Bewegung zu halten, damit es nicht zu Versteifungen durch die eingenommene Schonhaltung kommt. Einige Minuten am Tag sollte man die Arme leicht hin und her schwingen.

Beitragsbild: © Ralf Geithe / stock.adobe.com

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