Kleienpilzflechte
Bei der Kleienpilzflechte (Pityriasis versicolor) handelt es sich um eine harmlose Pilzerkrankung der Haut
Krankheiten

Kleienpilzflechte – Ursachen, Symptome und Therapie

Die Kleienpilzflechte ist eine Hautmykose, also eine Pilzerkrankung der Haut. Die auch als Pityriasis versicolor bekannte Erkrankung tritt durch bräunliche Flecken am Oberkörper in Erscheinung.

Was ist die Kleienpilzflechte?

Die Kleienpilzflechte gehört zu den Hauterkrankungen, die durch Pilze hervorgerufen werden. Sie wird dementsprechend den sogenannten Mykosen zugeordnet. Die recht harmlose Pilzerkrankung betrifft ausschließlich die oberen Hautschichten. Im Gegensatz zu vielen anderen Pilzerkrankungen ist die Kleienpilzflechte nicht ansteckend.

Betroffen sind überwiegend Jugendliche ab der Pubertät und Erwachsene. In Deutschland findet sich die Kleienpilzflechte bei ein bis vier Prozent der Bevölkerung. Viele der Betroffenen gehen jedoch nicht zum Arzt, da die Erkrankung kaum Beschwerden bereitet. Die Dunkelziffer ist also vermutlich noch höher. In tropischen Regionen erkranken deutlich mehr Menschen an Pityriasis versicolor. Rund 30 bis 40 Prozent der Bevölkerung sind betroffen. Wer einmal an der Kleienpilzflechte erkrankt ist, hat ein hohes Rückfallrisiko. Das gilt besonders für Menschen, bei denen verschiedene Risikofaktoren für eine Pilzinfektion vorliegen.

Kleienpilzflechte – Ursachen

Ursache ist eine Infektion mit dem Hautpilz Malassezia furfur. Es handelt sich dabei um einen Hefepilz, der zu den Fungi imperfecti zählt. Er gehört der natürlichen Hautflora des Menschen an und findet sich deshalb bei fast 100 Prozent der Bevölkerung. Der Pilz benötigt für seine Vermehrung langkettige Fettsäuren und siedelt sich deshalb bevorzugt auf talgreicher Haut an. Diese findet sich vor allem auf dem Kopf, im Gesicht und im Bereich der oberen Körperpartien. Normalerweise lebt Malassezia furfur als Kommensale. Das bedeutet, dass er sich zwar von Nahrungsrückständen seines Wirtsorganismus ernährt, diesen aber im Gegensatz zum Parasiten nicht schädigt.

Bei einer entsprechenden Veranlagung kann der Hefepilz allerdings die Kleienpilzflechte hervorrufen. Diese oberflächliche Infektion der Haut kommt durch eine übermäßige Vermehrung und eine Überwucherung der anderen Hautorganismen zustande. Warum sich der Pilz bei einigen Menschen so stark vermehrt, ist bisher noch nicht geklärt. Allerdings gibt es einige bekannte Risikofaktoren, die die Vermehrung des Pilzes begünstigen können. So können starkes Schwitzen, feucht-warmes Klima, fettsäurehaltige Cremes und eine vermehrte Talgproduktion die Lebensbedingungen für den Hefepilz verbessern und so einen Ausbruch der Erkrankung forcieren. Auch Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, beispielsweise Krebs- oder HIV-Patienten, sowie Menschen, die immunsupprimierende Medikamente nehmen, sind häufiger von der Kleienpilzflechte betroffen. Ebenso stehen die Einnahme der Antibabypille sowie die Einnahme verschiedener Antibiotika in Zusammenhang mit dem Auftreten der Erkrankung.

Kleienpilzflechte – Symptome

Typisch sind schmerzlose, kreisförmige Flecken auf der Haut. Durch die starke Vermehrung von Malassezia furfur entsteht auf der Haut stellenweise ein kreisförmiger und dichter Pilzteppich. Dieser unterdrückt zum einen die Bildung des Farbstoffs Melanin in der Haut und wirkt zum anderen als UV-Filter. Ferner kann der Pilz eigene Pigmente bilden. In der Folge entstehen Hautveränderungen unterschiedlicher Farbe. Auf gebräunter Haut erscheinen die befallenen Stellen eher schwach pigmentiert. Sie sind also heller gefärbt als die restliche Haut. Diese Form der Kleienpilzflechte wird als Albatyp oder Ptiyriasis versicolor alba bezeichnet.

Bei hellhäutigen Menschen weisen die Hautstellen hingegen eine Überpigmentierung auf und erscheinen dementsprechend als bräunliche oder rötliche Flecken. Man spricht hier auch von einer Pityriasis versicolor rubra.

Die auftretenden Flecken können glatt oder erhaben sein. Zwar jucken die Hauterscheinungen bei der Kleienpilzflechte eher selten, beim Kratzen der befallenen Haut lösen sich aber charakteristischerweise Schuppen. In einigen Fällen befällt der Hefepilz Malassezia furfur auch die Haarwurzeln auf der Brust oder dem Rücken. Hier kommt es zu einem starken Juckreiz und akneähnlichen Hautveränderungen. Diese sogenannte Pitysporum-Follikulitis betrifft bevorzugt 30 bis 40 Jahre alte Frauen.

Kleienpilzflechte – Therapie

Die Kleienpilzflechte ist keine gefährliche Erkrankung, sondern stellt für viele Patienten eher ein ästhetisches Problem dar. Zur Therapie kommen Antipilzmittel (Antimykotika) zum Einsatz. Diese werden zumeist lokal als Creme, Waschemulsion oder Shampoo auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen. Ein Wirkstoff, der bei der Behandlung der Kleienpilzflechte häufig genutzt wird, ist Ketoconazol. Dieser Arzneistoff hemmt die Produktion von Ergosterol. Diese Substanz ist Hauptbestandteil der Zellwand der Pilze. Dadurch verhindert Ketoconazol das Wachstum von Hefepilzen wie Malassezia furfur. Für eine gute Wirkung muss das Mittel ein- bis zweimal täglich weitflächig auf die betroffenen Hautareale aufgetragen und einmassiert werden. Die Gesamtdauer der Therapie beträgt mindestens zwei Wochen. Zusätzlich wird den Betroffenen die Anwendung eines antimykotischen Shampoos empfohlen. Hausmittel wie Molke oder Essigwasser können die Behandlung zusätzlich unterstützen.

In sehr ausgeprägten Krankheitsfällen kann in Ergänzung zu der äußerlichen Therapie eine systemische Behandlung erforderlich sein. Auch bei der Pitysporum-Follikulitis reicht die lokale Therapie in der Regel nicht aus. Bei der systemischen Therapie erhalten die Patienten Antipilzmittel wie Ketoconazol, Itraconazol oder Fluconazol zur inneren Anwendung. Die systemische Therapie mit Antimykotika darf allerdings nicht in der Schwangerschaft oder in der Stillzeit durchgeführt werden. Auch bei geschädigter Leber ist eine systemische Antipilztherapie kontraindiziert. Bei Einnahme der Antimykotika kann es zu verschiedenen Nebenwirkungen kommen. Dazu gehören neben Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen auch allergische Reaktionen und in seltenen Fällen Schäden der Leber.

Auch nach einer erfolgreichen Behandlung der Kleienpilzflechte kommt es bei einer entsprechenden Veranlagung häufig zu Rückfällen. Da sich die Rezidive meist von der Kopfhaut aus entwickeln, wird den Betroffenen die kontinuierliche Anwendung von pilzhemmenden oder pilztötenden Shampoos empfohlen.

Kleienpilzflechte – Vorbeugung

Da die genauen Entstehungsmechanismen bisher unbekannt sind, ist eine sichere Prävention kaum möglich. Allerdings lässt sich das Erkrankungsrisiko durch das Ausschalten verschiedener Risikofaktoren senken. So sollte im Sommer möglichst auf luftdurchlässige Kleidung zurückgegriffen werden. Diese kann den Schweiß der Haut gut nach außen transportieren. Bei Kleidung mit einem hohen Kunstfaseranteil kommt es hingegen oft zu einem Wärmestau, der die Vermehrung der Pilze begünstigt. Diese Maßnahmen können auch einem Rezidiv nach durchstandener Pilzinfektion vorbeugen.

Bildnachweis: © sutham (ID 496989868) / shutterstock.com

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