Nabelbruch
Auch in der Schwangerschaft kann es zu einem nabelbruch kommen - © Анастасия Стягайло / stock.adobe.com
Krankheiten

Nabelbruch: Definition, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten im Überblick

Beim Nabelbruch handelt es sich nicht um einen Bruch im eigentlichen Sinne. Vielmehr kommt es dabei zu einem Riss in der Bauchwand. Klemmen sich Organe darin ein, kann dies lebensgefährlich sein.

Der Nabelbruch oder die Nabelhernie basiert auf einer Lücke, die sich im Bindegewebe auf Höhe des Bauchnabels befindet. Oft bleibt ein Nabelbruch eine lange Zeit unbemerkt, da er meist keine Beschwerden verursacht. Je nach Ausführung kann sich im Bereich des Nabels eine Wölbung zeigen. Ein Nabelbruch kann aber auch zu einem Problem werden.

Was versteht man unter einem Nabelbruch?

Hinter dem Bauchnabel liegt die Bauchwandfaszie. Diese ist dafür zuständig, der Bauchwand mehr Stabilität zu geben. Bei einem Nabelbruch handelt es sich nicht um einen Bruch im klassischen Sinne. Bei dieser Problematik ist ein Riss in der Faszie. Die Bauchwand ist an dieser Stelle gebrochen.

Die Faszie hinter der Bauchwand ist sehr dünn gehalten. Gerade dann, wenn eine Person zu einem schwachen Bindegewebe neigt, kann es schneller zu einem Nabelbruch kommen. Der Riss oder auch die Lücke wird als Bruchpforte bezeichnet. Es kann zur Ausbildung einer Beule kommen. Gefüllt ist sie mit dem Bauchfell. Die Beule ist auch von außen sichtbar, meist jedoch nur ein optisches Problem. Neben der Ausstülpung des Bauchfells, kann es allerdings auch zum Austritt der Organe durch die Öffnung kommen. In dem Fall kann es zu starken Schmerzen kommen.

» Wichtig: Die Organe können sich in einem Nabelbruch einklemmen. In dem Fall kann es zu einer lebensgefährlichen Situation – etwa zu einem Darmverschluss – kommen. Es muss sofort reagiert werden.

Verursacht ein Nabelbruch Symptome?

Ein Nabelbruch kann ganz ohne Schmerzen verlaufen, er kann aber auch Schmerzen mit sich bringen. Er fällt meist auf, da sich der Nabel oder die Haut um den Nabel nach vorne wölben und eine Beule entsteht. Handelt es sich um einen eher kleinen Nabelbruch, muss dieser auch gar nicht zu sehen sein.

Einige Betroffene berichten davon, dass sie ein Gefühl der Schwäche um die Nabelgegend verspüren. Auch Schmerzen im Rahmen der Verdauung können auftreten. Kommt es zu einem akuten Fall von eingeklemmten Organen, treten die folgenden Symptome auf:

  • Bruchsackinhalt kann nicht zurück in die Bauchhöhle geschoben werden
  • Betroffene verspüren starke Schmerzen
  • Bauchdecke ist besonders druckempfindlich
  • Erbrechen und Übelkeit können auftreten
  • Herzrasen und die Entstehung von Fieber sind möglich

Bei den genannten Symptomen sollte direkt ein Notarzt informiert werden.

Behandlungsmöglichkeiten bei einem Nabelbruch

Wurde ein Nabelbruch diagnostiziert, erfolgt die Besprechung einer Behandlung. In vielen Fällen ist eine Behandlung nicht unbedingt notwendig. Vor allem bei Säuglingen tritt er häufig auf und ist dann angeboren. Die Wahrscheinlichkeit, dass er sich im Laufe der Jahre zurückbildet, ist groß. Daher werden keine Maßnahmen ergriffen. Die grundsätzliche Empfehlung lautet, den Nabelbruch bis zum Schuleintritt anpassen zu lassen, wenn er sich nicht zurückgebildet hat.

Besteht bei Erwachsenen ein Nabelbruch, wird eine Operation empfohlen. Dabei kann auf verschiedene Methoden zurückgegriffen werden:

  • Operation ohne zusätzliches Netz
  • Operation mit zusätzlichem Netz in der Bauchwand

Teilweise kann auch eine ambulante Operation erfolgen.

Welche Ursachen und Risikofaktoren gibt es für einen Nabelbruch?

Um auf die Ursachen und Risikofaktoren eingehen zu können, ist es wichtig, zwischen dem angeborenen und dem erworbenen Nabelbruch zu unterscheiden.

Angeborener Nabelbruch

Bereits bei der Entwicklung des Embryos entsteht ein Nabelbruch. Hierbei handelt es sich um eine ganz natürliche Entwicklung. Es handelt sich dabei jedoch nur um eine vorübergehende Variante, die sich im Rahmen der weiteren Entwicklung schon im Bauch wieder zurückbildet. Es kann passieren, dass sich der Nabelbruch nicht zurückbildet. In dem Fall wird das Baby schon mit einem Nabelbruch geboren. Im Wachstum des Kindes kann sich der Nabelbruch auch noch zurückbilden.

Erworbener Nabelbruch

Auch wenn die häufigste Variante der angeborene Nabelbruch darstellt, gibt es auch den erworbenen Nabelbruch. Der Nabel ist eine der Schwachstellen des menschlichen Körpers. Grund dafür ist, dass die Bauchwand hier recht dünn gehalten ist. Wenn Betroffene bereits generell über ein schwaches Bindegewebe verfügen, wird die mögliche Entstehung eines Nabelbruchs noch gefördert. Die Auslöser können unterschiedlich sein. Manchmal reicht es bereits aus, stark zu husten und es kommt zu einem Nabelbruch. Aber auch eine Schwangerschaft oder ein starkes Übergewicht können ein Auslöser sein.

» Wichtig: Teilweise wird ein Nabelbruch dadurch ausgelöst, dass etwas Schweres falsch angehoben wird. Dies können Lasten, aber auch Kinder sein. Umso wichtiger ist es, auf die Körperhaltung beim Anheben zu achten und den Bauch anzuspannen. Durch die gefestigte Mitte sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Nabelbruch ausbildet und zu Schmerzen führt.

Beitragsbild: © Анастасия Стягайло / stock.adobe.com

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