Restless-Legs-Syndrom
Das Restless Legs Syndrom hindert viele Betroffene am Einschlafen - © djoronimo / stock.adobe.com
Krankheiten

Restless Legs Syndrom: Ursachen, Symptome und Behandlung

Das Restless Legs-Syndrom betrifft das sensorische Nervensystem und führt dazu, dass Betroffene einen ständigen Bewegungsdrang empfinden. Dass fürt dazu, dass sie kaum zur Ruhe finden.

Endlich die Beine hochlegen und entspannen. Wer unter dem Restless Legs Syndrom leidet, schafft es kaum, zur Ruhe zu kommen. Betroffene haben ständig das Bedürfnis, die Beine in Bewegung zu halten. Die Beine bleiben nicht ruhig und ziehen und kribbeln. Ruhelose Beine verhindern Phasen der Entspannung und viele Betroffene leiden unter einer damit einhergehenden Erschöpfung. Das Restless Legs Syndrom, kurz RLS ist eine relativ häufige Erkrankung. Betroffen sind etwa drei bis zehn von 100 Personen.

Was ist das Restless Legs Syndrom?

Das Restless Legs Syndrom ist die medizinische Bezeichnung für ruhelose Beine. Frauen leiden häufiger unter dieser Erkrankung als Männer. Selbst Kinder können davon betroffen sein. Mit zunehmendem Alter wächst das Erkrankungsrisiko. Häufig tritt die Erkrankung in Familien gehäuft auf. Der Ausbruch der Erkrankung vor dem 30. Lebensjahr ist dabei keine Seltenheit.

Tipp: Tritt das Restless Legs Syndrom im Kindesalter auf, kann es zu Verwechslungen mit Wachstumsschmerzen oder ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) kommen.

Folgende Merkmale sind typisch für das Restless Legs Syndrom:

  • Bewegungsdrang in den Beinen
  • stechende, krampfende oder schmerzende Beine
  • Beschwerden verschlechtern sich im Sitzen oder Liegen
  • in Bewegung bessern sich Beschwerden
  • nachts verschlimmern sich Beschwerden
  • Beschwerden lassen sich nicht auf eine bestehende Erkrankung zurückführen

Die meisten Betroffenen leiden unter Schlafstörungen und wandern nachts durch die Wohnung. Bei Tage drohen Anspannung, Gereiztheit und Übermüdung. Treten die Symptome auch bei Tage auf, wird langes Sitzen im Rahmen von sitzenden Tätigkeiten, Autofahrten oder Theaterbesuchen unmöglich.

Die Ursachen für das Restless-Legs-Syndrom

Für die Erkrankung können verschiedene Ursachen in Betracht kommen. Oftmals ist es nicht möglich, einen Auslöser für die unruhigen Beine zu finden. Erbliche Faktoren können bei etwa der Hälfte aller Erkrankten eine Rolle spielen. Dann kommt es innerhalb der Familie zu mehreren Krankheitsfällen.

Oftmals leiden Schwangere unter dem Restless Legs Syndrom. Nach der Entbindung klingen die Beschwerden dann meist ab.

Zusammengefasst können folgende Ursachen für unruhige Beine gefunden werden:

  • Eisenmangel
  • Nierenfunktionsstörung
  • Schwangerschaft
  • genetische Faktoren
  • Nerven- oder Gelenkschädigung
  • Medikamenteneinnahme

Forscher nehmen an, dass die Beschwerden auftreten, wenn eine Störung der Nachrichten-Übermittlung im Nervensystem vorliegt. Sie gehen davon aus, dass Veränderungen in den Genen für unruhige Beine verantwortlich sein könnten. Die Ursachenforschung ist noch nicht abgeschlossen.

Die Symptome des Restless-Legs-Syndroms

Die Beschwerden können von Patient zu Patient unterschiedlich ausfallen und lassen sich entsprechend schwierig verallgemeinern.

Betroffene schildern ihre Symptome wie folgt:

  • Die Beine fühlen sich unruhig an. Es tritt ein unangenehmes Spannungsgefühl auf und die Beine wollen bewegt werden.
  • In einigen Fällen treten die Beschwerden auch in den Armen auf.
  • Einige Betroffene spüren ein Stechen oder Prickeln in den Beinen.
  • Es überwiegt das Bedürfnis, die Beine zu dehnen, anzuspannen und zu bewegen.

Unruhige Beine sind der Auslöser für Schlafstörungen, Übermüdung, innere Unruhe und eine allgemeine Einschränkung der Lebensqualität.

Wie wird das Restless-Legs-Syndrom diagnostiziert?

Bereits während des Patientengesprächs liegt die Vermutung des Restless-Legs-Syndroms nahe. Der Arzt wird zur Untermauerung der Diagnose weitere körperliche wie neurologische Untersuchungen durchführen.

Um verschiedene mögliche Erkrankungsursachen auszuschließen, können Ärzte folgende Untersuchungen veranlassen:

  • Blutuntersuchung:
    Sie erfolgt, um einen möglichen Eisenmangel aufzudecken. Ebenso werden die Nieren- und die Schilddrüsenwerte überprüft.
  • Untersuchung in einem Schlaflabor:
    Leidet der Betroffene verstärkt unter Schlafstörungen und ist bei Tage entsprechend erschöpft, können Untersuchungen in einem Schlaflabor angeordnet werden. Durch die Überwachung des Patienten lassen sich unkontrollierte Beinbewegungen während des Schlafes besser einordnen.

Die Behandlung des Restless-Legs-Syndroms

Wurde die Ursache für die Erkrankung festgestellt, kann eine gezielte Behandlung erfolgen.

Hat der Arzt einen Eisenmangel diagnostiziert, wird er Eisen-Präparate verschreiben. Liegt eine Funktionsstörung der Schilddrüse vor, lässt sich diese medikamentös ebenfalls gezielt behandeln.

Kann er jedoch keine eindeutige Ursache finden, kommen je nach Schweregrad der Erkrankung verschiedene Medikamente in Betracht. Sehr gute Erfahrungen hat man beispielsweise mit Dopamin-Agonisten gemacht. Diese Medikamente ersetzen den Botenstoff Dopamin im Gehirn und finden auch bei der Behandlung von Parkinson-Erkrankungen Einsatz.

Tipp: Dopamin-Agonisten können zu Nebenwirkungen wie Übelkeit führen. Auch ein gesteigertes Essbedürfnis und sexuelles Verlangen sind möglich.

Alternativ können Medikamente gegen Epilepsie helfen. Schlimme Beschwerden werden mit Opioiden behandelt.

Ob Schlaf- oder Beruhigungsmittel eine wirksame Hilfe gegen unruhige Beine darstellen, dazu existieren bislang keine verlässlichen Studien.

Leben mit Restless-Legs-Syndrom – Tipps für Betroffene

Das Restless-Legs-Syndrom führt bei Betroffenen häufig zu Einschränkungen im Alltag. Der Schlafmangel zehrt an den Nerven. Vielen Betroffenen hilft der Kontakt zu Gleichgesinnten, der über entsprechende Selbsthilfegruppen aufgebaut werden kann.

Folgende Hausmittel können angewandt werden, um die Beschwerden zu lindern:

  • Wechselduschen
  • Gymnastik
  • Fußbäder
  • Wickel
  • Massagen

Bei der Ernährung sollte man auf eine gesunde und ausgewogene Kost achten. Die Eisenaufnahme im Körper kann durch die Zufuhr von Vitamin C gesteigert werden.

Tipp: Lassen Sie regelmäßig Ihre Eisenwerte im Blut kontrollieren.

Das Einhalten regelmäßiger Schlafenszeiten bringt den Biorhythmus ins Gleichgewicht. Wer sich mittags hinlegt, wird vermutlich nachts schlechter in den Schlaf finden.

Kurz vor dem Schlafengehen sind körperliche Anstrengungen zu unterlassen. Der Körper sollte am Abend zur Ruhe kommen. Daher sind Stressfaktoren auszuschalten, körperliche Arbeit zu vermeiden und auch der Genuss von Alkohol und Nikotin ist nicht ratsam.

Beitragsbild: © djoronimo / stock.adobe.com

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