Sodbrennen
Sodbrennen (Reflux) kann äußerst schmerzhaft sein
Krankheiten

Sodbrennen – Ursachen, Symptome und Therapie

Als Sodbrennen bezeichnet man einen Rückfluss von Magensäure und halb verdauten Speisen aus dem Magen in die Speiseröhre. In der medizinischen Fachsprache wird diese schmerzhafte Empfindung auch als Reflux bezeichnet.

Was ist Sodbrennen?

Sodbrennen ist vielmehr ein Symptom als eine eigenständige Erkrankung. Es macht sich insbesondere durch ein Brennen hinter dem Brustbein oder im Hals bemerkbar. Zusätzlich kann es zu saurem Aufstoßen kommen.

Zur Verdauung der Nahrung produziert der Magen Salzsäure. Zum Schutz vor der aggressiven Säure ist das Verdauungsorgan mit einer Schleimhaut ausgekleidet. Gelegentlich kommt es tagsüber zu einem Rückfluss geringer Mengen des sauren Magensaftes in die Speiseröhre. Diese verfügt zwar nicht über dieselbe schützende Schleimhaut wie der Magen, kann die kleinen Mengen Magensäure aber abfangen. Beim Sodbrennen ist die Menge des sauren aufsteigenden Magensaftes jedoch gesteigert. Der niedrige pH-Wert von 1 bis 4 schädigt auf Dauer die Schleimhaut der Speiseröhre. Dadurch kommt es zu Symptomen wie Brennen oder Schmerzen und auf lange Sicht auch zu Entzündungen der Speiseröhre und anderen Folgeerkrankungen.

Sodbrennen – Ursachen

Die häufigste Ursache für Sodbrennen ist die Refluxkrankheit. Diese basiert in den meisten Fällen auf einer Erschlaffung des sogenannten unteren Ösophagussphinkters. Dieser Speiseröhren-Schließmuskel dichtet die Speiseröhre eigentlich gegenüber dem Magen ab. Bei einer Erschlaffung gelangt jedoch vermehrt saurer Mageninhalt in die Speiseröhre. Insbesondere im Liegen und beim Bücken ist der Rückfluss erhöht.

Auch mangelnde Beweglichkeit der Speiseröhre kann zu einem Reflux führen. Bei der Refluxkrankheit kann zwischen einer primären und einer sekundären Form unterschieden werden. Die genauen Entstehungsmechanismen der primären Refluxkrankheit sind unklar. Die sekundäre Form wird durch verschiedene Erkrankungen oder anatomische Veränderungen im Körper hervorgerufen. So leidet die Hälfte aller Schwangeren durch eine Druckerhöhung im Bauchraum unter Sodbrennen. Je mehr der Bauchumfang zunimmt, desto wahrscheinlicher ist eine Refluxerkrankung. Bei den meisten Frauen bildet sich diese allerdings nach der Geburt von selbst wieder zurück.

Die Pylorusstenose ist eine organische Erkrankung, die einen Reflux bedingen kann. Hier ist der Magenausgang verengt, sodass es zu einem Rückstau der halb verdauten Nahrung kommt. Auch ein Magentumor kann die Fortleitung des Speisebreis in den Dünndarm blockieren und so zu einem Reflux führen.

Eine weitere eher seltene Ursache von Sodbrennen ist die systemische Sklerodermie, eine Autoimmunerkrankung, die aufgrund einer Verhärtung des Bindegewebes zu einer mangelnden Beweglichkeit der Muskulatur in der Speiseröhre führt.

Ferner können bestimmte Arzneimittel Sodbrennen auslösen. Dazu gehören unter anderem Medikamente, die die Blutgefäße erweitern oder den Tonus (Spannungszustand) der Muskulatur herabsetzen. Arzneimittel aus dieser Gruppe sind beispielsweise Calciumantagonisten, Asthmamittel und einige Psychopharmaka.

Sodbrennen – Symptome

Das Sodbrennen tritt in den meisten Fällen als Druckgefühl oder Brennen hinter dem Brustbein in Erscheinung. Die Beschwerden verschlimmern sich häufig beim Liegen oder Bücken. Auch nach großen Mahlzeiten nimmt der Schmerz hinter dem Brustbein zu. Schweres Sodbrennen kann ohne weitere Untersuchungen nur schwer von akuten Herzerkrankungen wie dem Herzinfarkt abgegrenzt werden. Viele der Patienten klagen deshalb während des Refluxes über Angstzustände.

Durch den vermehrten Säurekontakt kann sich die Schleimhaut der Speiseröhre entzünden. Dadurch leiden die Betroffenen unter Schluckbeschwerden. Viele Patienten haben ferner ein Kloß- oder ein Trockenheitsgefühl im Hals, das auch bei ausreichender Trinkmenge nicht verschwindet.

Die entzündeten Schleimhäute der Speiseröhre bieten Bakterien einen guten Nährboden. Sie setzen sich auf der gereizten Speiseröhrenschleimhaut fest und produzieren dabei verschiedene Substanzen, die äußerst unangenehm riechen. Deshalb haben viele Patienten mit Sodbrennen deutlich wahrnehmbaren Mundgeruch.

Doch nicht nur die Schleimhaut der Speiseröhre, sondern auch die Zähne können durch den sauren Mageninhalt geschädigt werden. Gelangt der Magensaft beim häufigen Aufstoßen in den Mund, greift er den Zahnschmelz an. Bei länger bestehendem Sodbrennen wird der Zahnschmelz insbesondere an den Zahnhälsen irreversibel geschädigt.

Ein Verschlucken der aufsteigenden Magensäure, kann zudem zu einer Schädigung der Luftwege mit anhaltendem Hustenreiz und Heiserkeit führen. Im schlimmsten Fall entwickelt sich eine sogenannte Aspirationspneumonie, also eine refluxbedingte Lungenentzündung.

Sodbrennen – Therapie

In erster Linie sollten die auslösenden Faktoren gemieden werden. Dazu gehört insbesondere fetthaltiges, säurehaltiges und scharfes Essen. Auch Kaffee, schwarzer Tee und Süßigkeiten können Sodbrennen hervorrufen und sollten deshalb möglichst vom Speiseplan gestrichen werden. Ebenso sollten Menschen mit Sodbrennen auf Alkohol und Nikotin verzichten. Zum Schutz der Schleimhäute kann vor den Mahlzeiten Hafer- oder Leinsamenschleim eingenommen werden.

Falls das Sodbrennen vor allem in der Nacht auftritt, kann das Hochstellen des Kopfendes im Bett hilfreich sein. So lässt sich das Aufsteigen der Magensäure im Liegen verhindern. Bei leichtem Sodbrennen haben sich ferner Hausmittel wie beruhigende Magen- und Darmtees mit Kamille oder Fenchel bewährt.

Häufigeres oder stark ausgeprägtes Sodbrennen erfordert aber in der Regel eine medikamentöse Therapie, damit es nicht zu einer Entzündung der Speiseröhre oder zu einer Schädigung der Zahnsubstanz kommt. Um die Produktion der Säure im Magen zu hemmen, kommen vor allem sogenannte Protonenpumpenhemmer wie Pantoprazol oder Omeprazol zum Einsatz. Alternativ kann der Arzt H2-Blocker wie Ranitidin oder Antazida wie Aluminiumhydroxid und Magnesiumhydroxid verordnen. Bei Schwangeren ist hier jedoch Vorsicht geboten. Viele der Arzneimittel gegen Sodbrennen dürfen in der Schwangerschaft nicht oder nur nach Absprache mit dem Arzt eingenommen werden.

Sodbrennen – Vorbeugung

Häufig lässt sich dem lästigen Sodbrennen durch veränderte Essgewohnheiten vorbeugen. So können langsames Essen, gründliches Kauen und wenig Trinken während des Essens dem Rückfluss der Magensäure frühzeitig entgegenwirken. Kurz vor dem Schlafengehen sollte möglichst nichts mehr gegessen werden. Menschen mit einer empfindlichen Verdauung sollten zudem auf säurebildende und scharfe Speisen verzichten.

Auch eine Gewichtsreduktion bei Übergewicht sowie ausreichend Bewegung können sich positiv auf die Verdauungsleistung auswirken und so Sodbrennen vorbeugen.

Bildnachweis: © CHAjAMP (ID 361892012) / shutterstock.com

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