Prostata Vorsorgeuntersuchung
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Vorsorge

Prostata-Vorsorgeuntersuchung: Darum sollten Männer keine Scham haben

Viele Männer scheuen den Besuch beim Urologen, weil es ihnen unangenehm ist eine Prostata-Vorsorgeuntersuchung durchführen zu lassen. Dabei ist das so wichtig.

Kaum eine Untersuchung wird so sehr belächelt wie die Prostatauntersuchung. Schließlich gibt es genügend Männer, die darüber Witze machen und andere somit noch mehr verunsichern. Aus Schamgefühl schieben sie den Termin dadurch nur noch mehr vor sich hin, bis es oftmals schon zu spät ist. Dabei ist die Prostata-Vorsorgeuntersuchung beim Urologen überhaupt nicht schlimm. Sicherlich ist die rektale Tastuntersuchung nicht gerade der angenehmste Termin des Jahres. Doch so schlimm, wie es sich die meisten Männer vorstellen, ist es überhaupt nicht.

Warum muss die Prostata untersucht werden?

Ab dem 50. Lebensjahr treten bei fast jedem zweiten Mann Veränderungen der Prostata auf. Deshalb ist es sehr wichtig, dass Männer rechtzeitig und vor allem auch regelmäßig zur Kontrolle gehen und ihre Prostata untersuchen lassen. Schließlich ist laut des Deutschen Krebsforschungszentrums Prostatakrebs in Deutschland mit Abstand die häufigste Krebsart bei Männern. Zum Zeitpunkt der Diagnose waren die 58.800 Betroffenen im Jahr 2016 durchschnittlich 72 Jahre alt.

Prostata Erkrankungen
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Das Problem: Prostatakrebs ist gut behandelbar, wenn man ihn früh genug erkennt. Doch nur wenige Männer nutzen die Krebsvorsorgeuntersuchungen, um abchecken zu lassen, ob mit ihrer Prostata alles in Ordnung ist. Und das, obwohl die gesetzlichen Krankenkassen die Prostatauntersuchungen ab dem 45. Lebensjahr bezahlen – bei familiär gehäuftem Auftreten von Prostatakrebs bereits sogar schon ab dem 40. Lebensjahr. Hier spielt Scham bei Männern eine ganz große Rolle. Dabei ist die Prostata-Vorsorgeuntersuchung beim Urologen überhaupt nicht schlimm.

Denken Sie immer daran:
Wird der Prostatakrebs in einem frühen Stadium entdeckt, bestehen gute Heilungschancen. Dafür müssen Sie jedoch regelmäßig zu den Vorsorgeuntersuchungen gehen, da meistens typische Symptome fehlen oder erst sehr spät auftreten. Oftmals müssen die Ärzte im frühen Stadium zwar dennoch eine Prostata OP durchführen, dank neuer Therapien ist aber selbst das gar nicht mehr so schlimm. Bei der da Vinci-Prostatektomie werden statt eines großen Schnittes zum Beispiel nur mehrere Millimeter-kleine Schnitte gemacht. Zudem verspricht dieser Eingriff eine höhere Erfolgsrate, weil Chirurgen bei der da Vinci-Operation den Tumor häufiger komplett entfernen.

Was macht die Prostata überhaupt?

Bevor wir auf die Untersuchungsmethoden eingehen, wollen wir erst einmal klären, was die Prostata überhaupt ist. Dabei handelt es sich um die so genannte Vorsteherdrüse, die zu den inneren Geschlechtsorganen des Mannes gehört. Sie ist etwa so groß wie eine Kastanie und liegt unterhalb der Harnblase. Sie ist vor allem an der Spermabildung, der Ejakulation und dem Hormonstoffwechsel beteiligt. Das Prostatasekret macht beispielsweise 20-30 Prozent der Spermamenge aus und ist somit wichtig für die Zeugungsfähigkeit des Mannes.

Wie läuft eine Prostata-Vorsorgeuntersuchung ab?

Kommen wir nun zur eigentlichen Untersuchung, die auch eigentlich gar nicht schlimm ist. Also gehen Sie unbedingt zum Arzt, wenn Sie unter Symptomen einer Prostataveränderung leiden. Dazu zählen beispielsweise:

  • Probleme beim Wasserlassen (z.B. Hinweis auf eine Blasenentzündung)
  • ein abgeschwächter Harnstrahl
  • Nachträufeln

Ansonsten sollte der jährliche Gang zum Urologen ab spätestens dem 45. Lebensjahr Pflicht sein. Der Urologe wird bei der Untersuchung wie nachfolgend beschrieben vorgehen.

➞ Fragen zum allgemeinen Gesundheitszustand:

Zunächst einmal wird der Urologe Ihnen allgemeine Fragen zu Ihrem Gesundheitszustand stellen. Beispielsweise etwa, ob:

  • Sie Beschwerden haben (z.B. Probleme beim Wasserlassen)
  • Vorerkrankungen bestehen
  • es familiäre Belastungen gibt
  • Sie Potenzprobleme haben
  • Sie Lust auf Sex haben
  • ein unerfüllter Kinderwunsch besteht

Auf diese Art und Weise kann der Urologe schon einmal klären, ob spezielle Anzeichen für eine Erkrankung erkennbar sind.

➞ Tastuntersuchung:

Dann folgt der für die meisten Männer so gefürchtete Teil der Untersuchung. Nun tastet der Arzt nämlich Bauch, Hoden und Penis ab. Anschließend kommt die Untersuchung der Prostata an die Reihe. Dazu muss sich der Mann auf die Seite legen. Der Urologe führt anschließend einen Finger in das Rektum des Mannes ein, um die Prostata „abzutasten“. Auf diese Art und Weise kann der Arzt eine Verhärtung oder eine unregelmäßige Oberfläche ertasten. Das dauert maximal 30 Sekunden und ist absolut schmerzfrei – lediglich etwas unangenehm. Dann ist dieser unangenehme Teil der Untersuchung auch schon wieder vorbei. Und in der Regel auch schon die ganze Untersuchung.

➞ Zusatzuntersuchung: der PSA-Test:

Zusätzlich zur Tastuntersuchung können Männer bei jeder Vorsorgeuntersuchung auch ihren PSA-Wert im Blut bestimmen lassen. Dabei sieht man, ob Veränderungen des Prostataspezifischen Antigens vorliegen. Ein erhöhter PSA-Wert kann zum Beispiel auf:

  • Prostatakrebs
  • Prostataentzündung
  • gutartige Vergrößerung der Prostata

hindeuten. Allerdings sollten Sie mit Ihrem Urologen besprechen, ob diese Blutuntersuchung wirklich sinnvoll ist. Denn der PSA-Wert kann auch hoch sein, obwohl gar keine Erkrankung vorliegt. Denn das prostataspezifische Antigen ist kein Tumormarker. Bei einem erhöhten Wert würden Sie sich nur unbegründet Sorgen machen, bis die endgültige Diagnose feststeht.

Den ganzen Ablauf der Untersuchung hier noch einmal in einem Video zusammengefasst:

Was, wenn etwas auffällig ist?

Sollte im Zuge der Tastuntersuchung und der Bestimmung des PSA-Wertes der Verdacht aufkommen, dass die Prostata verändert ist, wird der Urologe einen Ultraschall machen. Dieser wird rektal durchgeführt, ist aber auch nicht schlimm. So lässt sich die Prostata gut auf Veränderungen hin untersuchen. Hat der Arzt eine Veränderungen entdeckt, folgt meist noch die Entnahme einer Gewebeprobe.

Fazit:

Hemmungen, zum Urologen zu gehen, sollte man(n) nicht haben. Sonst könnte es zu spät sein, bis ein bösartiger Tumor entdeckt wird. Und einmal jährlich 10 Minuten Zeit zu investieren, um einen Gesundheits-Checkup durchführen zu lassen, sollte nun wirklich kein Problem sein.

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