Dünnes Haar
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Dünne Haare – Ursachen, Pflege und Styling-Tipps

Dünne Haare wirken oft langweilig und platt. Wir erklären die Ursachen für dünnes Haar und geben Tips für mehr Volumen.

Sie haben extrem dünnes Haar und beneiden die Männer und Frauen aus der Shampoo-Werbung mit ihrem vollen Haar und der Wallemähne? Das können wir sehr gut nachvollziehen. Schließlich wird volles und kräftiges Haar mit Jugendlichkeit und Attraktivität assoziiert. Dies gilt für Männer genauso wie für Frauen. Wir können Ihnen zwar keine dichteren und dickeren Haare zaubern, aber wir können Ihnen zeigen, wie wir durch unseren eigenen Lebensstil dünne Haare begünstigen. So können Sie aktiv gegen dünnes Haar vorgehen, indem Sie Ihren Lebensstil anpassen. Wir geben Ihnen zusätzlich ein paar Tipps, wie Sie dünnes Haar richtig pflegen und dadurch unter Umständen mehr Volumen erhalten können.

Unterschied zwischen dünnem und feinem Haar

Zuerst einmal möchten wir den Unterschied zwischen dünnem und feinem Haar erklären. Denn auch wenn beides sehr ähnlich klingt, so handelt es sich doch um zwei grundverschiedene Probleme, mit denen wir es zu tun haben können.

  • feine Haare – geringer Haardurchmeser
  • dünne Haare – geringe Anzahl an Haaren

➔ Feines Haar

Feines Haar bekommen wir in die Wiege gelegt. Schon im Mutterleib wird sowohl die Haarfarbe und die Haarstruktur, als auch die Dicke der Haare festgelegt. Diese kann weniger als 0,04 Millimeter oder über 0,07 Millimetern im Durchmesser betragen. Bei feinem Haar sind die einzelnen Haare also nur bis zu 0,04 Millimeter dick. Ändern kann man daran leider nichts. Hier kann nur mit der richtigen Pflege und dem entsprechenden Styling zumindest optisch für mehr Volumen gesorgt werden.

➔ Dünnes Haar

Dünnes Haar entsteht in den meisten Fällen durch Haarausfall. Ist dieser erblich bedingt, helfen nur noch Medikamente oder Haartransplantationen. In vielen Fällen sind wir jedoch selbst Schuld an unserem Haarausfall.

Ursachen für dünnes Haar

Dünnes Haar kann genetisch oder hormonell bedingt sein. Es gibt aber auch zahlreiche Ursachen für dünnes Haar, die wir selbst beeinflussen können.

➔ Medikamente mit Nebenwirkungen

Viele Medikamente, die uns eigentlich helfen sollen, können als Nebenwirkung auch Haarausfall hervorrufen. Dazu zählen zum Beispiel Medikamente gegen Bluthochdruck, Blutverdünner oder Medikamente gegen Schuppenflechte.

Sollten Sie Haarausfall bemerken, der über das normale Maß von etwa 100 Haaren pro Tag hinausgeht, kann sich also ein Blick in die Beipackzettel Ihrer Medikamente lohnen. Sollte dieser wirklich von Ihren Medikamenten hervorgerufen werden, dann kann Ihr Arzt Ihnen gegebenenfalls ein anderes Medikament verschreiben.

Antibabypille bringt Hormone durcheinander

Die Antibabypille ist die beliebteste Verhütungsmethode – besitzt aber leider auch eine Reihe von unangenehmen Nebenwirkungen. Dazu gehört auch Haarausfall.

Die Pille unterdrückt durch einen Hormoncocktail den Eisprung und bringt damit den Hormonhaushalt durcheinander. Während bei Beginn der Pilleneinnahme die Haare erst einmal sprießen, können sie nach drei bis vier Monaten ausfallen.

In der Regel ist der Haarausfall, der durch die Pille verursacht wird, nur von kurzer Dauer. Sollten Ihre Haare über Monate hinweg immer noch dünner werden, sollten Sie das Gespräch mit Ihrem Frauenarzt suchen. Dieser wird Ihnen wahrscheinlich ein anderes Präparat verschreiben.

➔ Mangelzustände lassen Haare ausfallen

Mangelzustände im Körper können massiv zum Haarausfall beitragen.

» Siliziummangel

Silizium pflegt das Haar, stärkt es und macht es dicht und glänzend. Als Kleinkind sind unsere Siliziumspeicher noch voll. Mit der Zeit nehmen diese jedoch ab und müssen über die Ernährung wieder aufgefüllt werden. Geschieht dies nicht, kann es passieren, dass die Haare nach und nach ausfallen.

» Mangel an Vitamin D

Auch ein Mangel an Vitamin D trägt zum Verlust der Haare bei. Durch einen solchen Mangel wird der Wachstumszyklus der Haarfolikel gestört, wodurch es zum Ausfall der Haare kommt. Unser Körper produziert Vitamin D selbst. Dazu benötigt er jedoch die UVA-Strahlung, die im Sonnenlicht enthalten ist.

» Aminosäurendefizit

Aminosäuren wie Lysin bilden die Bausteine vom Eiweiß. Dieses wiederum ist der Baustein des Haares. Nehmen wir zu wenige essentielle Aminosäuren zu uns, kommt es gegebenenfalls zu Haarausfall. Der Grund hierfür ist ganz einfach: Aminosäuren gewährleisten die Grundversorgung für den gesamten Organismus und sind für den Erhalt sämtlicher Körperfunktionen verantwortlich. Ein Aminosäurendefizit würde dazu führen, dass die zugeführten Aminosäuren erst an den wichtigsten Stellen im Organismus bereitgestellt werden. Die Haare haben da keine Priorität. Sie fallen schließlich aus.

» Übersäuerung

Eine Übersäuerung im Körper führt zu einem Defizit an basischen Mineralstoffen. Denn diese werden benötigt, um die Übersäuerung zu neutralisieren. Dadurch fallen viele, für die Haarbildung notwendige, Mineralien weg, sodass die Haare ausgehen.

» Radikale Diäten

Nährstoffe wie Eisen, Glukose oder Vitamine sind essentiell für die Haargesundheit. Besonders durch radikale Diäten können diese dem Körper entzogen werden. Auf Dauer würde das zu Haarausfall führen. Aus diesem Grund sollten Sie während einer Diät auf eine ausreichende Nährstoffaufnahme achten.

» Chemische Haarprodukte

Nicht selten enthalten Haarpflegeprodukte giftige Substanzen, die sowohl das Haar als auch den gesamten Körper belasten können. Einige dieser Stoffe greifen die Haarfolikel an und führen damit zu Haarausfall.

Dünnes Haar pflegen

Um dünnes Haar nicht noch zusätzlich zu belasten, kommt es auf die richtige Pflege an. Benutzen Sie deshalb nur milde Shampoos, die das Haar nicht angreifen.

➔ Haarpflegeprodukte

Volumen-Shampoos sind besonders mild und enthalten Polymere, die das Haar umhüllen und es dadurch künstlich verdicken. Auch proteinhaltige Shampoos lassen Ihr Haar voller wirken. Zusätzlich regen sie das Haarwachstum an.

Zusätzliche Pflegeprodukte, wie Spülungen oder Kuren, können das Haar beschweren und dadurch platter wirken lassen. Wenn Sie auf zusätzliche Pflege nicht verzichten wollen, können Sie aber auf eine Feuchtigkeitskur setzen. Diese versorgt das Haar mit Vitaminen und Mineralstoffen. So stärken Sie Ihr Haar von der Wurzel an.

➔ Tägliches Haare waschen schlecht für die Haare?

Je dünner das Haar wird, desto weniger Volumen hat es. Dadurch liegt es näher an der Kopfhaut an, sodass es schneller fettet als voluminöses Haar. Als logische Konsequenz werden die Haare öfter gewaschen. Noch heute ist in vielen Köpfen der Gedanke, dass eine tägliche Haarwäsche die Tagdrüsen auf dem Kopf anregt, noch mehr Talg zu produzieren. Das stimmt nur teilweise. Denn die Talgproduktion hängt davon ab, wie sehr die Kopfhaut bei der Haarwäsche massiert wird.

Durch die Talgproduktion der Kopfhaut können die Talgdrüsen verstopfen und im schlimmsten Fall das Haarwachstum behindern. Deshalb ist gerade bei stark fettendem Haar tägliches Haare waschen sinnvoll.

➔ Dünnes Haar trocknen und bürsten

Nasses oder feuchtes Haar ist besonders empfindlich. Vermeiden Sie es deshalb, Ihr Haar mit einem Handtuch trocken zu rubbeln. Dadurch können Ihre Haare brechen. Wickeln Sie Ihr Haar lieber für ein paar Minuten in ein Handtuch. Dieses wird einen Großteil der Feuchtigkeit aus dem Haar aufnehmen. Im Idealfall lassen Sie Ihr Haar anschließend an der Luft trocknen. Der Einsatz von Hitze kann dem Haar nämlich schaden.

Auch beim Bürsten gibt es einiges zu beachten. Um Ihre Haare zu entwirren sollten Sie nicht gleich mit der Bürste oder einem Kamm drauf los kämmen. Verwenden Sie lieber spezielle Sprühkuren, die die Kämmbarkeit verbessern. Lassen Sie diese einwirken und kämmen Sie Ihr Haar anschließend mit einem grobzinkigen Kamm oder einer Naturbürste. Entwirren Sie dabei zunächst die Spitzen und arbeiten Sie sich dann langsam in die Längen vor.

Dünne Haare stylen

Wer mit dünnem Haar gestraft ist, dem stehen bei der Haarlänge nicht viele Möglichkeiten offen. Je länger das Haar nämlich wird, desto platter wird es aufgrund der geringen Haardichte und des zunehmenden Gewichtes. Bei sowieso schon dünnem Haar würde das sehr unvorteilhaft aussehen. Im schlimmsten Fall kann man sogar die Kopfhaut durchscheinen sehen. Besser eignen sich deshalb kürzere Haare. Bei Frauen kommen Frisuren vom Pixie Cut, über den Bob, bis hin zum Pagenkopf in Frage. Bei Männern hingegen empfiehlt sich ein Kurzhaarschnitt.

Im Folgenden haben wir ein paar Tipps für Sie, um mehr Volumen in dünnes Haar zu bekommen. Natürlich haben wir auch Ratschläge dazu, was Sie vermeiden sollten.

Extensions zur Haarverdichtung

Für alle Frauen, die auf lange Haare nicht verzichten wollen, bieten sich Extensions an. Diese haben nicht nur den Zweck der Haarverlängerung, sie verdichten das Haar auch. Dadurch sieht dünnes, langes Haar nicht mehr platt aus.

Stufen zaubern mehr Volumen

Wenn Sie mehr Volumen in Ihr Haar bringen wollen, bietet es sich an, die Haare sanft durchzustufen und mit einer Rundbürste zu föhnen. Allerdings gehört hier etwas Können dazu. Ansonsten sehen die Haare noch dünner aus als sie tatsächlich sind.

Stylingprodukte für mehr Volumen

Wenn Sie eine kleine Menge Volumenschaum ins handtuchtrockene Haar geben, erhalten Ihre Haare mehr Fülle. Zusätzliches Volumen erhalten Sie durch die Verwendung von Trockenshampoo und Salt Spray.

Kopfüber föhnen zaubert Volumen

Ihre Haare sollten Sie als erstes ohne Bürste oder Kamm über Kopf trocken föhnen. Anschließend nehmen Sie eine Paddlebürste hinzu und kämmen (immer noch kopfüber) vom Ansatz entgegen der Wuchsrichtung bis in die Spitzen. Das so erhaltene Volumen fixieren Sie, indem Sie zum Schluss mit kalter Luft das Haar kopfüber abkühlen.

Haarspray beschwert das Haar

Wenn Sie auf Haarspray nicht verzichten möchten, sprühen Sie dieses auf keinen Fall von oben auf Ihr Haar. Dadurch würde Ihr Haar unnötig beschwert und dadurch platt wirken. Sprühen Sie das Haarspray besser von unten ins Haar oder geben Sie das Haarspray auf Ihre Bürste.

 Straffer Pferdeschwanz schädigt Haarwurzel

Wer seine Haare täglich in einem strengen Pferdeschwanz trägt, belastet seine Haare enorm. Dadurch wird die Haarwurzel im schlimmsten Fall irreparabel geschädigt. Wenn Sie auf Ihren Pferdeschwanz nicht verzichten wollen, dann tragen Sie ihn lieber locker im Nacken. Achten Sie dabei aber darauf, dass der Zopfgummi kein Metall enthält. Dieses könnte die Haare brechen lassen.

 Hitze schadet dem Haar

Wenn Sie Ihrem Haar durch zu heißes Duschen oder durch ein Glätteisen zu viel Hitze zumuten, kann Ihr Haar austrocknen und es werden ihm wichtige Öle entzogen. Dadurch kommt es zu Haarausfall.

 Vorsicht bei Super-Halt-Produkten

Stylingprodukte für das Haar, die einen extra starken und langen Halt versprechen, verkleben das Haar und trocknen es aus. Wenn Sie versuchen, diese Produkte aus dem Haar heraus zu kämmen, reißen Sie sich unweigerlich Haare aus. Deshalb sollten solche Haarstylingprodukte nur selten oder besser gar nicht zum Einsatz kommen.

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