Solarium - Vorteile und Nachteile
Das Solarium ist nicht pauschal gesundheitsschädlich
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Solarium – Vorteile & Nachteile

Nicht nur im Winter, auch als „Vorbereitung“ für die Sommerbräune strömen die Menschen in Scharen ins Solarium. Viele besitzen inzwischen auch ein eigenes Solarium für zu Hause. Doch ist der regelmäßige Gang unter die Kunstsonne überhaupt gesundheitlich vertretbar? Wir haben Vorteile und Nachteile abgewogen und geben Tipps zum richtigen Umgang mit dem Solarium.

Welche Vorteile bietet das Solarium?

Zunächst einmal ist das Solarium eine sehr praktische Sache. Sie müssen für das gewünschte Sonnenbad nicht erst auf gutes Wetter warten, zudem ersetzt ein Solarium-Besuch durch die sehr starke Strahlungsintensität ein mehrstündiges Sonnenbad. Der größte Vorteil des Solariums liegt also darin, dass sich der Mensch die gewünschte Bräune unabhängig von Wetter und Jahreszeit innerhalb kürzester Zeit aneignen kann. Doch warum sehnen sich überhaupt so viele Menschen danach, gebräunt zu sein? Neben dem eigenen Schönheitsideal liegt es vor allem an den gesellschaftlichen Klischees, die wir alle mit gebräunter Haut verbinden. Wer von der Sonne gebräunt ist, gilt als junggeblieben, dynamisch und agil. Oftmals sind es die erfolgreichen und dabei schönen Menschen, die durch ihre Hautbräune auffallen – beispielsweise Sportler, aber auch Musiker, Schauspieler und erfolgreiche Unternehmer. Gebräunte Haut steht immer auch für Entspannung und Urlaub. Nicht umsonst fragt man uns neidvoll, wenn unser Gegenüber den dunkleren Teint erblickt: „Kommst du gerade aus dem Urlaub?“

Neben dem optischen Effekt werden dem Solarium immer wieder diverse gesundheitliche Wirkungen nachgesagt, die sich jedoch bei näherer Betrachtung als nicht haltbar zeigen. So hält sich zum Beispiel ein Gerücht hartnäckig, nach dem das helle Licht im Solarium gegen Depressionen, insbesondere in Form der gefürchteten Herbst- und Winterdepression, wirken soll. Der Hintergrund: Depressionen sollen vor allem durch zu wenig Licht bedingt sein, wobei der Solarium-Besuch diesen Lichtmangel angeblich ausgleicht. Wissenschaftler und Mediziner halten die Bestrahlung im Solarium allerdings als Lichttherapie für ungeeignet. Dies vor allem vor dem Hintergrund, dass die UV-Strahlung des Solariums für das menschliche Auge schädlich ist, eine Lichttherapie jedoch die Aufnahme des Lichts über die Netzhaut vorsieht. Daher sollte bei Depressionen stattdessen ein spezielles Lichttherapiegerät zum Einsatz kommen.

Und noch eine weitere These zur gesundheitlichen Wirkung des Solariums wird seit einiger Zeit kontrovers diskutiert: die Abhilfe gegen Vitamin-D-Mangel. Immer wieder behaupten sowohl Ärzte als auch Solarienbetreiber, dass insbesondere im Winter für eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D ein regelmäßiger Gang unter das Solarium notwendig sei. Ob dies wirklich richtig ist, sollen mehrere medizinische Studien klären, die allerdings noch nicht abgeschlossen sind. Die Ergebnisse sind in naher Zukunft zu erwarten.

Gesundheitliche Risiken beim zu häufigen Gang unter das Solarium

Grundsätzlich gilt: Mit jedem Sonnenbad und insbesondere jedem Sonnenbrand steigt das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Schuld daran ist die ultraviolette Strahlung im Sonnenlicht, welche die Zellstruktur des menschlichen Körpers schädigt – und dabei vor allem die Zellen in der Haut. Dazu muss man wissen: Die Haut ist das größte Organ des Menschen. Dieses Organ ist gegen starke Strahlung anfällig. Jährlich erkranken in Deutschland etwa 70.000 Menschen an Hautkrebs, Tendenz steigend. Grund dafür ist die immer aggressiver werdende Sonne, bedingt durch die seit Jahren abbauende Ozonschicht.

Das Sonnenlicht beinhaltet ultraviolette Strahlen (insbesondere UV-B-Strahlen), welche sowohl die Struktur als auch das Erbgut der Hautzellen verändern. Gegen die Strahlen und den damit verbundenen Eingriff in die Zellstruktur kennt die Haut zwei Gegenmittel: die bereits angesprochene Bräune sowie den Sonnenbrand. Beides sind Schutzreaktionen der Haut, von denen sie sich nach einiger Zeit oberflächlich erholt. In den tieferen Schichten der Haut bleiben jedoch oft Schäden zurück, für deren Reparatur der Körper einen eigenen Mechanismus besitzt. Das Problem dabei: Je öfter die Haut solche Schutzreaktionen in Anspruch nehmen muss, desto schwieriger wird es für den Organismus, die in tieferliegenden Schichten entstandenen Schäden selbst zu reparieren. Im Extremfall gelingt das irgendwann gar nicht mehr, wodurch schwerwiegende Erkrankungen wie dem Hautkrebs Tür und Tor geöffnet werden.

Fakt ist: Der Mensch benötigt – wie auch Tiere und Pflanzen – ein gewisses Maß an Sonnenlicht zum Leben. Es ist jedoch immer eine Frage der richtigen Dosis.

Gegenüber dem natürlichen Sonnenlicht besitzt die Strahlung im Solarium hierbei einen Vorteil. Der Anteil der krebserregenden UV-B-Strahlung ist in den Lichtröhren des Solariums sehr viel geringer bemessen, da der Bräunungseffekt der Haut hauptsächlich durch den UV-A-Anteil im Licht erreicht wird. Daher sind die Röhren im Solarium so gestaltet, dass sie deutlich mehr UV-A-Strahlen als UV-B-Strahlen aussenden. Trotz aller negativen Meldungen über schädliche Wirkungen des Solariums ist also ein gelegentlicher Besuch durchaus vertretbar, sofern Sie dabei einige Dinge beachten. Hier die wichtigsten Sicherheitstipps:

Solarium-Besuche nur in Maßen
Stichwort „Gelegentlicher Besuch“: Der wichtigste Sicherheitstipp rund um das Thema Solarium ist, es mit den Sitzungen nicht zu übertreiben. Experten halten mehr als 50 Sonnenbäder pro Jahr als gefährlich. Dazu zählen natürlich auch die Sonnenbäder im Sommer in der natürlichen Sonne, beispielsweise am Strand, im Schwimmbad oder im eigenen Garten. Hier kann es sich durchaus lohnen, Buch zu führen und die Besuche im Solarium einzuschränken, wenn die Gesamtzahl der Sonnenbäder zu groß wird.

Schützen Sie Ihre Augen
Der hohe Anteil der UV-A-Strahlung in Solarien kann die Augen und insbesondere die Netzhaut nachhaltig schädigen. Daher ist es extrem wichtig, bei jedem Solarium-Besuch einen Augenschutz zu tragen. In gewerblich betriebenen Solarien wird ein Augenschutz automatisch überreicht oder liegt auf dem betriebsfertigen Gerät bereit. Beim Gang ins Heimsolarium müssen Sie sich selbst darum kümmern. Achten Sie darauf, einen Augenschutz zu wählen, dessen Sicherheit gegen UV-Strahlung von einer unabhängigen Organisation geprüft wurde, zum Beispiel durch den TÜV (GS-Siegel).

Achten Sie auf den technischen Zustand des Gerätes
Ein Solarium – egal ob Profi- oder Heimgerät – kann nur dann sicher seine Leistung erbringen, wenn es regelmäßig gewartet wird. Dazu gehört das Überprüfen der Röhren, die außerdem in regelmäßigen Abständen ersetzt werden müssen. Auch der Gesamtzustand des Gerätes sollte einen gepflegten Eindruck machen. Tipp: In Verbrauchermagazinen werden immer wieder die Leistungen der bekannten Solarium-Ketten getestet. Hier finden Sie gute Anhaltspunkte, welches Unternehmen für den regelmäßigen Besuch empfehlenswert ist und welches nicht. Im Übrigen werden auch Heimsolarien immer wieder getestet, etwa von der Stiftung Warentest. In solchen Tests erfahren Sie nicht nur, welches Gerät die beste Leistung bietet, sondern auch, ob die Leistung in einem guten Verhältnis zum Kaufpreis steht.

Verzichten Sie auf Sonnenschutzmittel und Parfüm
Im Gegensatz zum einem Sonnenbad am Strand, im Schwimmbad oder im heimischen Garten sollten Sie unter dem Solarium auf Sonnenschutzmittel jeglicher Art verzichten. Diese sind in ihrer Zusammensetzung auf einen Schutz gegen die natürliche Sonnenstrahlung ausgerichtet und eignen sich daher nicht für die Strahlung des Solariums mit ihrem erhöhten UV-A-Anteil. Ebenso sollten Sie darauf verzichten, Parfüms und Hautcremes vor einem Besuch im Solarium aufzutragen. In Verbindung mit der Strahlung können dadurch Hautreizungen auftreten. Frauen sollten sich zudem vor dem Solarium-Besuch abschminken.

Beginnen Sie langsam mit den Bräunungssessions
Das gut geschulte Personal in einem gewerblich betriebenen Solarium sollte Ihnen konkrete Richtwerte an die Hand geben können, anhand derer sich die Zeit für den Gang unter das Gerät berechnen lässt. Merke: Die diesbezüglichen Zeiten sind nicht pauschal, sie berechnen sich anhand verschiedener Faktoren, zum Beispiel durch den Hauttyp, den aktuellen Zustand der Haut, das Alter des Betreffenden usw. Sie bekommen also einen Anfangswert, der für die ersten Besuche des Solariums gilt. Diesen Wert können Sie mit der Zeit leicht steigern, allerdings vorsichtig und immer nur soweit, dass keine unerwünschten Nebenwirkungen wie etwa ein Sonnenbrand auftreten.

Kein Solarium bei Krankheit oder in der Schwangerschaft
Sofern Sie an einer akuten Krankheit leiden bzw. Medikamente einnehmen, sollten Sie auf einen Besuch im Solarium verzichten. Manche Medikamente sensibilisieren die Haut für UV-Licht, mit teils drastischen Auswirkungen. Für schwangere Frauen gilt: Auch sie sollten das Solarium meiden, denn durch die vielfältigen Hormonumstellungen im Laufe der Schwangerschaft besteht ein erhöhtes Risiko für bleibende Hautverfärbungen sowie unter Umständen auch für die Bildung von Narben.

Eine Ausnahme von den genannten Tipps bilden Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Schuppenflechte, die nachweislich durch das Licht im Solarium gelindert werden können. Dennoch sollten Sie auch hier zunächst einen Hautarzt konsultieren und Ihr Vorhaben mit diesem besprechen.

Fazit: Solarium: ja – aber nur in Maßen und unter Berücksichtigung der wichtigsten Sicherheitstipps!
Wir wissen nun, dass grundsätzlich jedes Sonnenbad ein Risiko für die Haut darstellt. Dabei ist es egal, ob es sich um die natürliche Sonne oder ein Solarium handelt. Auf der anderen Seite möchten wir eine gewisse Bräune haben, mit der wir uns wohl und attraktiv fühlen. Um diese Faktoren unter einen Hut zu bringen, sollten Sie bedacht und behutsam vorgehen. Wenn Sie Ihre Sonnenbäder auf eine vernünftige Zahl beschränken und die hier gegebenen Sicherheitstipps beherzigen, sollte die Gefahr auch dauerhaft beherrschbar bleiben.

Bildnachweis: © Olena Yakobchuk / shutterstock.com

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