Amaranth
Nährstoffe

Amaranth – Pseudogetreide mit Power

Amaranth erinnert an Getreide, ist aber keines. Trotzdem können die kleinen Körner für die Gesundheit wahre Wunder vollbringen.

Auf den ersten Blick dürfte kein Zweifel bestehen, bei Amaranth handelt es sich um kleine Getreidekörnchen. In der Tat lassen auch die Zusammensetzung und die Art der Zubereitung diesen Schluss zu. Umso überraschender ist vielleicht die Aussage – Amaranth ist kein Getreide. Es handelt sich um die Samen eines Fuchsschwanzgewächses. Seit tausenden von Jahren wird Amaranth in Mittel- und Südamerika kultiviert. Die Körnchen stellten damals ein wichtiges Grundnahrungsmittel dar und waren den Azteken sogar heilig.

In der Tat überrascht das Pseudogetreide mit zahlreichen wertvollen Inhaltsstoffen und avanciert zu einem Superfood, welches besonders Kindern, Sportlern und älteren Menschen empfohlen werden kann, um sich mit mehr Power und Antrieb zu versorgen. Da Amaranth komplett glutenfrei ist, kann es in der Küche als Getreideersatz verwendet werden. Der feine, nussige Geschmack weiß zu überzeugen und mit etwas Kreativität lassen sich, aus den an Hirse erinnernden Körnern, zahlreiche leckere Rezepte zaubern.

Ein Ausflug in die Botanik

Botanisch betrachtet ist Amaranth also kein Getreide, sondern ein Süßgras. Speziell zählt die Pflanze zu den Fuchsschwanzgewächsen. Amaranth zählt weltweit zu den ältesten Kulturpflanzen und wird heute auch in Europa kultiviert. Die Fuchsschwanzgewächse sind meist einjährige Pflanzen mit verzweigten Stängeln und wechselseitig angeordneten Laubblättern. Die Amaranthkörnchen selbst sind noch kleiner als herkömmliche Senfkörner. Daher haben in einer einzigen Pflanze bis zu 50.000 verschiedene Körner Platz.

Amaranth und seine Historie

Die Geschichte von Amaranth reicht weiter zurück, als bei den meisten bekannten Nutzpflanzarten. In Mexiko wurden in beinahe 9.000 Jahre alten Grabstätten der Coxcatlan-Kultur Amaranthsamen nachgewiesen. Neben Mais und Quinoa ernährten sich die Inka und Azteken hauptsächlich von Amaranth. Dabei wurden nicht nur die Samenkörner, sondern auch die Blätter verwendet und als spinatähnliches Gemüse verzehrt. Auch zu Heilzwecken wurden die Pflanzen damals genutzt. Sie halfen unter anderem bei Müdigkeit oder bei Verstopfung und zur Verbesserung der Wundheilung. Im 16. Jahrhundert untersagten die Spanier den Amaranth Anbau. Wer gegen das Gesetz verstieß, dem wurde mit dem Tod gedroht. Amaranth war damals in Verruf geraten, da es von den Azteken bei Götterzeremonien verwendet wurde, wobei auch Menschenblut eingesetzt wurde. Als das Verbot aufgehoben wurde, blieb Amaranth lange Zeit vergessen. Erst in jüngster Zeit wurde die Pflanze wiederentdeckt und wird heute auf Grund ihres hohen Nährstoffgehaltes geschätzt.

Amaranth und seine Inhaltsstoffe

Amaranth ist reich an Inhaltsstoffen und eine wahre Eiweißbombe. Der Proteingehalt liegt bei etwa 17%. Damit kann kein Getreide mithalten. Amaranth ist besonders für Veganer ein willkommener Eiweißersatz. Das Eiweiß ist nicht nur in großer Zahl vorhanden, sondern auch besonders hochwertig. Die biologische Wertigkeit dieses Eiweißes liegt bei 75. Hühnerei gibt vergleichsweise mit 100 den höchsten Richtwert vor. Im Gegensatz zu Getreide besitzt Amaranth einen vergleichsweise hohen Anteil an Lysin. Besonders Veganer nehmen durch ihre Ernährung oft zu wenig Lysin auf und können dieses Defizit mit Amaranth sehr gut ausgleichen.

Amaranth enthält weiterhin etwa neun Gramm Fett. Etwa 70% davon besteht aus ungesättigten Fettsäuren, darunter wertvolle Omega 3 und Omega 6 Fettsäuren. Im Gegensatz zu Getreide verfügt Amaranth über deutlich weniger Kohlenhydrate. Wer auf eine kohlenhydratreduzierte Ernährungsweise achten muss, hat mit den Powerkörnern ebenfalls eine sehr gute Alternative gefunden.

In 100 Gramm Amaranth sind folgende Inhaltsstoffe, aufgerechnet auf den täglichen Nährstoffbedarf enthalten.

Inhaltsstoffenthalten in mgempfohlener Tagesbedarf in %
Kalium48424,2
Magnesium30888
Kalzium21421,4
Phosphor58583,1
Eisen990
Natrium254,5

Weiterhin enthält Amaranth die Vitamine B1, B2 und B3. Dabei deckt das in Amaranth enthaltene Vitamin B1 mehr als 70% des empfohlenen Tagesbedarfs. Vitamine der B-Gruppe sind besonders für ein gesundes Nervensystem notwendig. Vitamin B1 nimmt besonders auf das zentrale und das periphere Nervensystem Einfluss. Kommt es zu Mangel dieses Vitamins, dann können schwere Störungen im Kohlenhydratstoffwechsel auftreten.

Wirkung von Amaranth

Die Wirkung von Amaranth wird hauptsächlich vom enthaltenen Lysin bestimmt. Lysin wird im Körper für die Herstellung von L-Carnitin benötigt und ist damit unverzichtbar für den Stoffwechsel und die Fettverbrennung. Auch zum Kollagenaufbau wird Lysin benötigt. Kommt es zu einem Mangel, dann wird die Haut faltig und verliert ihre Spannkraft. In den 1990er Jahren wurde eine Studie durchgeführt, welche bestätigt, dass Lysin die Bildung von Metastasen bei Krebserkrankungen stoppen kann.

Amaranth kann empfohlen werden bei:

  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Migräne
  • Schlafstörungen
  • Verdauungsbeschwerden
  • Alterserscheinungen

Allgemein betrachtet, profitieren von der Einnahme des Pseudogetreides besonders folgende Personengruppen:

  • Leistungssportler mit einem hohen Bedarf an Eiweiß und an vom Körper schnell verwertbaren Kohlenhydraten.
  • Vegetarier und Veganer, die Eiweiß und Eisen benötigen, anstelle des Fleischverzehrs.
  • ältere Menschen, die durch das enthaltene Kalzium den Knochenbau stabilisieren können und durch das enthaltene Lysin die Gehirnleistung aktivieren.
  • Menschen mit vorwiegend geistiger Arbeit, deren Gehirn durch das enthaltene Lysin und Lecithin Nahrung erhält. Zusätzlich wirk Magnesium als Stresskiller.

Amaranth für Hobbygärtner

Amaranth kann ohne Probleme im eigenen Garten angebaut werden. Die Pflanze stellt wenig Ansprüche an den Boden. Ein sonniger Standort sollte jedoch gewährleistet sein. Die Samen können Mitte April direkt ins Freiland ausgesät werden. Im Hochsommer wird die Pflanze blühen und vor dem ersten Frost können Sie Samen und Blätter ernten. Die dunkelroten Blütenstände werden hierfür einfach abgeschnitten. Die Samen lösen sich während der Trocknung von selbst aus den Blütenständen.

Amaranth für Hobbyköche

Amaranth lässt sich in der Küche vielseitig verwenden. Der nussige Geschmack der Körnchens passt zu süßen wie zu herzhaften Gerichten. Ein schneller Kraftspender sind zum Beispiel Salate mit Amaranth als Topping oder Suppen, denen man die Körnchen zugibt. Optimal für die Nutzung von Amaranth ist Bio-Ware. Nur dann lässt sich eine Belastung mit Schadstoffen ausschließen. Amaranth kann auch als Sättigungsbeilage Verwendung finden. Hierfür sind die Körner zunächst gründlich abzuspülen. Anschließend gibt man in dreifacher Menge Wasser oder Brühe hinzu und lässt den Amaranth darin etwa eine halbe Stunde köcheln.

Die Liebhaber von Süßigkeiten haben sicher an gepufftem Amaranth ihre Freude. Dieser schmeckt in Müsli, süßen Aufläufen oder Desserts. Der Handel bietet auch fertige Schoko- oder Müsliriegel mit Amaranth an.

Hier einige Möglichkeiten, was sich mit Amaranth alles zaubern lässt:

  • Brot und Brötchen
  • Plätzchen
  • Bratlinge
  • Nuss- und Müsliriegel
  • Salate
  • Gemüsegerichte
  • Brotaufstriche

Gemahlener Amaranth kann als Mehlersatz genutzt werden, allerdinsg nur in Verbindung mit glutenhaltigen Mehlen. Ansonsten würde das Gebäck seine Klebeeigenschaften einbüßen und folglich auseinanderfallen. Mischen Sie daher den Teig für Brot oder Brötchen immer im Verhältnis 1:2, einen Teil Amaranth und zwei Teile Weizenmehl.

Auch die Blätter der Pflanze können in der Küche Verwendung finden. Bei der Zubereitung orientieren Sie sich am besten an Spinat. Geschmacklich wird das fertige Gericht allerdings weniger an Spinat, sondern eher an Mangold oder Rucola erinnern. Die besten Ergebnisse erzielen Sie mit noch jungen Blättern. Ältere Blätter der Pflanze schmecken häufig leicht bitter. Ein bitterer Geschmack lässt sich vermeiden, indem das Kochwasser gewechselt wird. Amaranthblätter benötigen eine viertel Stunde Kochzeit und können anschließend wie Spinat zubereitet werden.

Beitragsbild: © Luis Echeverri Urrea – Fotolia.com

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