Nickel Wirkung Körper
Nährstoffe

Nickel – Wirkung auf den Körper

Betrachtet man den gesundheitlichen Aspekt, hat Nickel eher einen negativen Ruf. In vielen Lebensmitteln ist Nickel aber bereits enthalten, so dass ein Mangel kaum vorkommt.

Nickel ist ein chemisches Element, welches im Periodensystem der Elemente unter dem Symbol Ni und der Ordnungszahl 28 Berücksichtigung findet. Nickel zählt zu den sogenannten Übergangsmetallen und kommt größtenteils im Erdinneren vor. Spuren von Nickel sind auch in Kohle und in anderen Sedimentgesteinen zu finden. Nickel haftet kein guter Ruf an. Einst wurde das Metall als verdorbenes oder gar verhextes Kupfer angesehen. Heute ist Nickel weitgehend dafür bekannt, Allergien und Vergiftungen auszulösen und doch kommt unser Körper nicht ohne Nickel aus.

Übersicht
» Nickel – Definition und Spurensuche
» Nickel und seine biologische Funktion
» Warum braucht der Körper Nickel?
» Gibt es Nickelmangel überhaupt?
» Wie äußert sich Nickelmangel?
» Nickel als Gesundheitsrisiko
» Nickel in Nahrungsmitteln
» Was geschieht mit Nickel im Körper?
» Hilfe – zuviel Nickel!
» Top 10 der Nickelgefahren in Lebensmitteln
» Wie wird eine Nickel Allergie diagnostiziert?
» Top 10 beinahe nickelfreier Lebensmittel
» Nickel als Nahrungsergänzung?

Nickel – Definition und Spurensuche

Nickel ist ein grau-weißes Metall, welches leicht glänzt und dessen Schmelzpunkt bei 1.445 Grad liegt. Bei 2.916 Grad beginnt Nickel zu sieden. Nickel kann ähnlich wie Eisen verarbeitet werden. Es ist also möglich, das Metall zu Schmieden, zu Schweißen oder zu Polieren. Nickel erweist sich dabei als besonders widerstandsfähig und trotzt Wasser und verschiedenen Säuren. Sehr gut lösen lässt sich Nickel lediglich in Salpetersäure.

Verwendet wurde Nickel schon vor beinahe 5.000 Jahren. Allerdings dürfte dies den Menschen damals kaum bewusst gewesen sein. Die auf dem Gebiet des heutigen Syrien vorkommende Bronze enthielt etwa 2% Nickel. In Asien ist die Verwendung von “weißem Kupfer” aus der Zeit um 1.500 v. Chr. belegt. Im Erzgebirge zeigten sich die Bergleute im 18. Jahrhundert wenig begeistert vom “Berggeist” Nickel, der ihre vermeintlichen Kupferfunde zu verhexen schien.

Erstmals wissenschaftlich klassifiziert wurde Nickel im Jahre 1751. Axel Frederic Cronstedt leitete die Bezeichnung Nickel von Kupfernickel ab. Dabei handelt es sich um den Rotnickelkies des Erzgebirges, aus dem kein Kupfer gewonnen werden konnte, weil die “Nickeln” genannten Berggeister ihre Hände im Spiel zu haben schienen. 1881 wurde eine erste Nickelmünze geprägt.

Nickel und seine biologische Funktion

Nickel zählt zu den Spurenelementen und kommt folglich im menschlichen Körper vor, wenn auch in vergleichbar kleinen Mengen. Es besteht tatsächlich ein gewisser Tagesbedarf an Nickel. Dieser liegt bei zirka 25 bis 30 µg. Mit der täglichen Ernährung wird jedoch beinahe das Vierfache an Nickel aufgenommen. Über eine Unterversorgung braucht sich in Mitteleuropa theoretisch niemand Gedanken machen.

Warum braucht der Körper Nickel?

Diese Frage ist nicht restlos geklärt. Es wird angekommen, das Nickel am Kohlenhydrat-Stoffwechsel beteiligt ist. Derzeit laufen auch Forschungen hinsichtlich einer möglichen Beteiligung des Metalls am Eisenstoffwechsel.

Gibt es Nickelmangel überhaupt?

Theoretisch ja, nämlich dann, wenn mit der Nahrung zu wenig Nickel aufgenommen wird. Dies ist jedoch in unserem Raum kaum möglich. Um diesen Zustand zu erreichen, müsste eine Mangelernährung in Form einer strickten Fehlernährung oder Unterversorgung auftreten. Wer unterernährt ist, dem fehlen früher oder später alle wichtigen Nährstoffe. Mangelernährungen werden besonders in Entwicklungsländern zum Thema.

Einige Gründe für Fehlernährungen in Industrieländern:

Auch Obdachlose oder die Bewohner von Alten- oder Pflegeheimen können von Unterernährung betroffen sein. Fakt ist jedoch, dass auf einen Mangel an Nickel zurückzuführende Mangelerscheinungen beim Menschen bislang nicht korrekt nachgewiesen werden konnten. Anders im Tierversuch – Ratten litten bei Nickelentzug unter Sehstörungen, Bluthochdruck und Nierenschädigungen. Im Pflanzenreich verursacht Nickelmangel sogar eine eigene Krankheit. Die Krankheit des Pecanbaums äußert sich in Form sehr kleiner und an Mäuseohren erinnernden Blättern. Eindeutig nachgewiesen ist der essenzielle Charakter des Nickels bei Mikroorganismen.

Wie äußert sich Nickelmangel?

Kommt es zu einem Mangel an Nickel im Körper, dann können verschiedene Abläufe gestört werden. Dies kann den Zellstoffwechsel oder den Kohlenhydratstoffwechsel betreffen. Der Abbau von schädlichen Substanzen dürfte sich verlangsamen und somit die Schadstoffkonzentration im Blut erhöhen. Sollte es zu einem Nickelmangel kommen, ist davon auszugehen, das dem Körper auch weitere Nährstoffe entzogen werden. Dies kann zu einem komplexen Bild an unterschiedlichen Beschwerden führen.

Nickelmangel kann sich wie folgt äußern:

  • Schwitzen
  • innere Unruhe
  • Verdauungsbeschwerden
  • Herzschwäche
  • Atembeschwerden
  • Konzentrationsschwäche

Da die Ausscheidung der Schadstoffe bei Nickelmangel verlangsamt abläuft und sich die Schadstoffe im Blut konzentrieren, kann bei Betroffenen ein Beschwerdebild beobachtet werden, welches einem Nierenversagen ähnelt. Die Niere selbst arbeitet allerdings normal und ist davon nicht betroffen.

Nickel als Gesundheitsrisiko

Weithin bekannt ist Nickel als Auslöser von Kontaktallergien. Schätzungen zu Folge reagieren zwischen zwei und vier Millionen Menschen in Deutschland allergisch auf Nickel. Etwa 10% der Betroffenen sind Kinder. In den letzten Jahren wurden vermehrt vernickelte Metalle und Legierungen, welche in Kontakt mit der Haut kommen können, vom Markt genommen. So darf Nickel in Spielzeug, Uhren und anderen Gegenständen des täglichen Bedarfs nur in geringer Konzentration vorkommen. In Deutschland legt die Bedarfsgegenständeverordnung entsprechende Grenzwerte fest.

Ein ernstzunehmendes gesundheitliches Risiko besteht im Einatmen von anorganischen Nickelverbindungen. Dies kann das Risiko für Lungen- oder Kehlkopfkrebs erhöhen. Erfolgt die Einatmung des Stoffes berufsbedingt, dann sind Karzinomneubildungen in Deutschland als Berufskrankheit anerkannt.

Nickel in Nahrungsmitteln

Nickel ist ein natürlicher Bestandteil der Erdkruste und kommt folglich im Boden vor. Über die Vegetation findet Nickel unweigerlich den Weg in unsere Nahrungskette. Wie hoch der Anteil an Nickel letztlich ist, lässt sich nicht genau festlegen und ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Saure Böden und der Erdboden in Gewässernähe weisen zum Beispiel einen hohen Nickelgehalt auf. Ein besonders hohes Nickelvorkommen findet sich auch in den Randschichten von Pflanzen und in älteren Pflanzenteilen.

Was geschieht mit Nickel im Körper?

In unserem Körper befinden sich zirka 10 mg Nickel. Die höchste Konzentration tritt dabei in der Leber, in den Nieren und in der Lunge auf. Unlösliche Nickelsalze lagern sich in der Leber und in den Nieren ab. Freigesetzter Nickel kommt zu 50% im Blut und in den inneren Organen vor. In Muskulatur und Fettgewebe lassen sich etwa 30% Nickel nachweisen. Der Anteil in Knochen und Bindegewebe beträgt etwa 15%. Die Nickelausscheidung erfolgt zu 90% über die Nieren. Allein 10% werden direkt über Urin und Stuhl ausgeschieden

Hilfe – zuviel Nickel!

Gegen Nickel in kleinen Mengen ist nichts einzuwenden. Der Körper benötigt das Metall sogar. Doch leider nehmen wir mit der täglichen Nahrung eigentlich permanent zu viel Nickel zu uns.

Steigt die Nickelkonzentration, können folgende Symptome auftreten:

  • Allergien
  • erhöhtes Krebsrisiko
  • Asthma
  • Herzstörungen

Eine hohe Nickelkonzentration erhöht besonders das Risiko, an Lungenkrebs, Kehlkopfkrebs, Nasenkrebs oder Prostatakrebs zu erkranken. Durch Kontakt mit nickelhaltigen Gegenständen kann es zu Hautausschlägen und anderen allergischen Reaktionen kommen. Ist die Umgebung mit nickelhaltigen Dämpfen angereichert, dann kann dies zu Schwindel und Übelkeit führen.

Top 10 der Nickelgefahren in Lebensmitteln

  1. Pekannuss
  2. Kakaopulver
  3. Schwarzer Tee
  4. Cashewkerne
  5. Sojabohnen
  6. Rinderleber
  7. Sojamehl
  8. Bitterschokolade
  9. Linsen
  10. Roggen

Leider wird die Gefahr, zuviel Nickel zu sich zu nehmen, häufig unterschätzt. Dabei kann dem Problem kaum beigekommen werden, denn es gibt kaum nickelfreie Lebensmittel.

Ein hohes Vorkommen an Nickel findet sich auch in:

  • Vollkornbrot
  • Vollkornreis
  • Mais
  • Wirsing
  • Kaffee
  • einigen Fischarten
  • einigen Milchprodukten

Einige, wenn auch vergleichsweise wenige Menschen, reagieren mit allergischen Reaktionen, wenn Sie nickelhaltige Speisen zu sich nehmen.

Es können sich dabei folgende Symptome einstellen:

  • Verdauungsbeschwerden
  • Migräne
  • Herzrasen
  • Depressionen
  • Zahnfleischentzündungen
  • Juckreiz an der Kopfhaut
  • Haarausfall

Durch den zu hohen Anteil an Nickel im Körper wird der Allgemeinzustand des Betroffenen nicht selten derart negativ beeinflusst, das sich Depressionen einstellen. Hier sind Fehldiagnosen und entsprechende Fehlbehandlungen nicht selten, denn kaum jemand wird bei depressiven Verstimmungen einen Nickel-Allergie-Test durchführen.

Bei einer Nickel-Vergiftung können folgende Symptome auftreten:

  • Übelkeit
  • Beklemmung
  • Reizhusten
  • Schwindel
  • Atemnot
  • Lungenödem

Wie wird eine Nickel Allergie diagnostiziert?

Ob eine Person allergisch auf Nickel reagiert, kann durch Provokation mit Nickelsulfat nachgewiesen werden. Dies geschieht in der Regel in speziellen Kliniken. Dort wird dann meist auch auf andere Nahrungsmittelunverträglichkeiten getestet.

Hände weg von Nickel – die beste Therapie

Dies ist leichter gesagt als getan, denn Nickel ist im Alltag beinahe allgegenwärtig. Die einfachste Therapie gegen eine mögliche Überversorgung scheinen Lebensmittel mit einem geringen Nickelanteil zu sein.

Top 10 beinahe nickelfreier Lebensmittel

  1. Äpfel
  2. Mandarinen
  3. fettarmer Joghurt
  4. Magermilch
  5. fettarmer Quark
  6. Makrelen
  7. Forellen
  8. Lachs
  9. Honig
  10. Schweinskotlett

Wer allergisch auf Nickel reagiert, sollte sich auch von einigen Gebrauchsgegenständen trennen. Dazu zählen Geschirr aus Chromargan Aluminium, Chrom-Nickel-Stahl und Neusilber. Verwenden Sie stattdessen Geschirr und Gefäße aus Glas, Holz, Plastik, Ton oder Porzellan. Auch Raucher sollten Sie aus Ihrem Umfeld verbannen, denn in einem Kilogramm Zigaretten sind bis zu fünf Milligramm Nickel enthalten. 20% davon werden mit dem Rauch im Zimmer verteilt.

Wie viel Nickel sollte täglich aufgenommen werden?

Schätzungsweise liegt der tägliche Nickelbedarf bei 25 bis 30 µg, wahrscheinlich noch darunter. Tatsächlich werden mit der täglichen Ernährung zwischen 200 und 500 Mikrogramm aufgenommen. Von den tatsächlich in den Lebensmitteln enthaltenen Nickelmengen werden vom Körper bis zu 10% aufgenommen. Vitamin C, Milch oder Tee können die Aufnahme behindern.

Nickel als Nahrungsergänzung?

Keinesfalls sollten Nickeltabletten oder ähnliche Präparate auf eigene Faust eingenommen werden. Bei einer ausgewogenen Ernährung ist es kaum möglich, an einer Nickelunterversorgung zu leiden. Nickel komplett aus der täglichen Ernährung zu verbannen, wird wohl niemandem gelingen.

Sollte es doch zu einer Unterversorgung kommen, dann ist der Verzehr folgender Lebensmittel die beste Therapie und künstlichen Nahrungsergänzungsmitteln vorzuziehen.

LebensmittelgruppeLebensmittel
GetränkeSchwarzer Tee
Grüner Tee
Bier
Wein
Kirschsaft
Nüsse & SamenPekannüsse
Mandeln
Erdnüsse
Haselnüsse
Sonnenblumenkerne
Mohn
HülsenfrüchteLinsen
Sojabohnen
Erbsen
Bohnen
GetreideprodukteVollkornbrot
Haferflocken

Beitragsbild: © ZoomTeam – Fotolia.com

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