Mangan
100 g Haferflocken enthalten rund 5 mg des wichtigen Spurenelements Mangan
Nährstoffe

Mangan

Mangan ist ein essentielles Spurenelement und Bestandteil zahlreicher Enzyme. Es aktiviert diese und ist mitverantwortlich, chemische Reaktionen auszulösen oder diese zu beschleunigen. Im Organismus ist Mangan nur in geringen Mengen von ca. 10-40 Milligramm vorhanden. Da der Körper Mangan nicht selbst produzieren kann, muss es über die tägliche Ernährung aufgenommen werden.

Was ist Mangan?

Das chemische Element Mangan ist ein sprödes, hartes, silberweißes Übergangsmetall und ähnelt in seinem Charakter dem von Eisen. Was die Häufigkeit seines Vorkommens als Übergangsmetall betrifft, so steht Mangan an dritter Stelle hinter Titan und Eisen und wird in der Stahlindustrie als Spiegeleisen, Silicon- oder Ferromangan verwendet.

Biologisch wirkt es am Photosynthese-Zyklus mit, bei dem es an der Wasser-Sauerstoff Oxidation beteiligt ist. In Lebewesen liegt es als Element vieler Enzyme vor, in welchen es als sogenannte Lewis-Säure an deren Strukturbildung mitwirkt.

Aufgenommen wird Mangan vom Menschen über den Dünndarm und überwiegend in den Knochen, der Leber, Bauchspeicheldrüse sowie den Nieren gespeichert. Innerhalb der Zellen befindet es sich vor allem in den Mitochondrien. Ausgeschieden wird es über die Galle mit dem Stuhl.

Welche Funktion und Wirkung hat Mangan im Körper?

Mangan an vielen wichtigen Funktionen im menschlichen Körper beteiligt und trägt durch die Aktivierung einiger Enzyme zur Verwertung von Vitamin B1 und zur Bildung von Glukose bei. Besonders groß ist sein Einfluss auf den Aufbau des Bindegewebes, weil es Proteoglykanen in Knorpel- und Knochengewebe erzeugt.

Seine antioxidative Wirkung zeigt Mangan als Teil der Superoxiddismutase (SOD), so werden die Enzyme bezeichnet, welche Superoxid-Anionen in Wasserstoffperoxid umwandeln. Im Rahmen der Zellatmung sorgt das Spurenelement dafür, dass freie Radikale in Wasserstoffperoxid umgewandelt und dann durch weitere Enzyme zu unschädlichem Wasser abgebaut werden können.

Daneben ist Mangan an der Produktion von Eiweißen und Fettsäuren beteiligt sowie in die Bildung von Harnstoff eingebunden. Dies resultiert daraus, dass es in Form manganhaltiger Verbindungen innerhalb der Harnstoffherstellung das Ammonium in Harnstoff umwandelt. Auch für die Synthese von Insulin ist Mangan notwendig und beeinflusst somit auch den Zuckerstoffwechsel.

Eine wesentliche Rolle spielt Mangan zudem bei der Bildung von Melanin, Schilddrüsen- und Sexualhormonen sowie des Neurotransmitters Dopamin. Dopamin ist wichtig für das Empfinden von Glück, womit das Spurenelement auch Einfluss auf die Psyche nimmt.

Ursachen und Symptome von Manganmangel

Eine Unterversorgung mit Mangan ist bei einer ausgewogenen Ernährung nicht möglich. Die Gefahr für einen Mangel besteht allenfalls bei einer sehr einseitigen Ernährung und einem damit verbundenem Verzehr übermäßiger Mengen von Kohlenhydraten. Daneben neigen auch Menschen, die dauerhaft Stress ausgesetzt sind oder Alkoholiker zu erhöhtem Manganbedarf.

Nicht genügend Mangan aus der Nahrung erhalten vor allem Personen mit Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes oder der Erbkrankheit Phenylketonurie. Eingeschränkt wird die Versorgung mit dem Spurenelement durch die Einnahme hochdosierter Calcium-, Eisen- oder Magnesiumpräparate.

Da ein Manganmangel beim Menschen trotzdem äußert selten ist, wurde vor allem in Versuchen an Tieren beobachtet, dass es durch die Veränderung der Enzymaktivität zu Fruchtbarkeits- und Wachstumsstörungen sowie Knochenveränderungen kommt. Es wird zudem vermutet, dass ein Manganmangel die Funktion von Insulin negativ beeinflusst, da die Zellen nicht ausreichend auf das Hormon reagieren.

Ist eine Überdosierung mit Mangan möglich?

Über die normale Ernährung ist eine Überdosierung kaum möglich, selbst bei sehr hohen über die Nahrung aufgenommen Mengen sind keine Beschwerden bekannt. Nur durch die Zufuhr hochdosierte Mangan-Präparate über einen längeren Zeitraum kann es zu Vergiftungserscheinungen kommen.

Manganvergiftungen sind hauptsächlich aus der Arbeitswelt durch die Aufnahme von Manganstaub oder Dämpfen über die Atemluft bekannt. Dies betrifft vor allem bestimmte Berufsgruppen in der stahlverarbeitenden Industrie und Bergarbeiter die Braunstein abbauen. Eine chronische Manganvergiftung (Manganismus) ist dann die Folge. Die Vergiftung gilt innerhalb dieser Berufsgruppen als entschädigungspflichtige Berufserkrankung, sie kommt heutzutage aber nur noch selten vor.

Zu den Symptomen einer chronischen Manganvergiftung zählen:

  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • Schlafstörungen
  • Müdigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Konzentrationsschwäche und Lernschwierigkeiten
  • Wesensveränderungen, Teilnahmslosigkeit
  • Halluzinationen
  • Morbus Parkinson ähnliches Zittern und Bewegungsstörungen
  • unsicherer Gang

Werden innerhalb kürzester Zeit große Mengen Manganstaub oder Dämpfe über die Atemwege aufgenommen, wird das als akute Manganvergiftung bezeichnet. Diese führt zu einer schweren Manganpneumonie (Lungenentzündung), die mit starker Atemnot sowie verminderter Leistungsfähigkeit verbunden ist und im schlimmsten Falle zum Tod führen kann.

Lebensmittel mit Mangan

Die Schätzwerte für eine ausreichende Zufuhr von Mangan liegen laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zwischen zwei und fünf Milligramm für Jugendliche und Erwachsene täglich.
Dieser Bedarf lässt sich im Normalfall problemlos über eine ausgewogene Ernährung decken. Das meiste Mangan befindet sich in pflanzlichen Lebensmitteln. Geringere Mengen sind auch in Fleisch, Milch und Milchprodukten enthalten.

Gute Manganquellen sind:

  • Haferflocken
  • Grünes Blattgemüse, z.B. Spinat, Kopfsalat
  • Lauch
  • Erdbeeren
  • Heidelbeeren
  • Nüsse
  • Vollkornprodukte
  • Hülsenfrüchte, z.B. Sojabohnen
  • Schwarzer Tee

Bereits 100 Gramm Haferflocken enthalten genügend Mangan, um die täglich empfohlene Zufuhr zu decken. Der Verzehr von zu viel Fastfood, Fertiggerichten und Weißmehlprodukten erhöht den Bedarf jedoch.

Abschließend kann gesagt werden, dass Mangan als Bestandteil verschiedener Enzyme für den Menschen lebensnotwendig ist. Die Gefahr einer Unterversorgung ist bei gutem Allgemeinbefinden, einer ausgewogenen Ernährung und regelmäßiger körperlicher Bewegung nicht gegeben. Besteht auf Grund von falscher Ernährung oder Erkrankungen der Verdacht eines Mangels, sollte das immer von einem Arzt abgeklärt werden. Zur Vorbeugung ist es grundsätzlich nicht erforderlich und auch nicht ratsam, Manganpräparate einzunehmen.

Bildnachweis: © Brent Hofacker / shutterstock.com

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