Chrom
Das Spurenelement Chrom ist vor allem in Fleisch enthalten
Nährstoffe

Chrom – Spurenelement für den Zuckerstoff­wechsel

Chrom gehört zu den Spurenelementen und kommt nur in seiner organischen Form als dreiwertiges Chrom im Körper vor. Seine Funktionen im menschlichen Organismus sind noch nicht vollständig erforscht. Es gibt aber berechtigte Hinweise, dass es bedeutend für den Fett- und Kohlehydratstoffwechsel ist und hilft, den Blutzuckerspiegel zu regulieren.

Was ist Chrom?

Chrom ist ein chemisches Element, das verschiedene Farben aufweist und vor allem in Farbstoffen und Lacken verwendet wird. In seiner elementaren Form wird es als Chromit in geringer Tiefe abgebaut. In dieser Form hat es im menschlichen Körper aber keine Bedeutung, hier kommt es nur in seiner organischen Form als Chrom (III) vor. Chrom (III)-Verbindungen oder metallisches Chrom sind in der Regel nicht gesundheitsschädlich. Chrom (IV)-Verbindungen wie sie z.B. früher in Kühlsystemen vorkamen, sind hochgiftig und mittlerweile in der Elektro- und Automobilindustrie verboten.

Welche Wirkung hat Chrom im Körper?

Als Spurenelement ist Chrom nur in geringen Mengen im menschlichen Organismus gespeichert, im Durchschnitt sind das bei einem Erwachsenen 10–20 mg. Zu seinen Funktionen im Körper zählt die Aktivierung von Eiweißen, damit sie ihre Aufgaben als Hormone und Enzyme erfüllen können, vor allem im Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel.

Im Kohlenhydratstoffwechsel ist Chrom als Glucosetoleranzfaktor daran beteiligt, die Wirksamkeit des Insulins zu erhöhen, damit der Zuckergehalt im Blut nicht zu stark ansteigt. Es steuert die Bindung von Insulin an die Kopplungsbereiche der Gewebezellen, was dazu führt, dass mehr Blutzucker aufgenommen werden kann, der dann wiederum in nutzbare Energie für den Körper umgewandelt wird. Diese bessere Verwertung kann die Folgeschäden einer Altersdiabetes möglicherweise bremsen oder sogar verhindern.

Da Insulin viele am Alterungsprozess beteiligte Funktionen steuert, wird Chrom demzufolge auch eine Anti-Aging-Wirkung nachgesagt. Ebenfalls von Chrom beeinflusst wird der Cholesterinspiegel, denn es senkt das „schlechte“ (LDL) und erhöht das „gute“ (HDL) Cholesterin.

Beachtet werden muss allerdings, dass sämtliche dieser Funktionen noch nicht vollständig nachgewiesen sind und viele der Studien zu diesem Thema sich widersprechen.

Wann kann ein Mangel an Chrom entstehen?

Ein Chrommangel ist in Deutschland sehr selten und entsteht nur, wenn der Körper nicht genügend des Spurenelementes über die Nahrung aufnehmen kann. Dies ist bei Unterernährung, Mangelernährung oder Fehlernährung der Fall.

Mangel- und Unterernährung betrifft vor allem die Entwicklungsländer, in den Industriestaaten kommt dies vor allem bei Menschen vor, die in Alten- oder Pflegeheimen leben, an einer Essstörung leiden oder alkoholabhängig sind. Aber auch die Einnahme von Medikamenten, Bestrahlungen oder eine Chemotherapie können die Nahrungsaufnahme so stark einschränken, dass dies zu einer Unterversorgung mit Chrom führen kann.

Bei unterschiedlichen Krankheiten des Magen-Darm-Traktes liegt das Problem nicht in der Zufuhr durch die Nahrung, sondern an der schlechten Aufnahme des Chroms in den Körper. Ein erhöhter Bedarf besteht aber auch in der Schwangerschaft, bei Stress, älteren Menschen, Infektionen oder starker körperlicher Beanspruchung.

Chrommangel – Symptome

Eine Unterversorgung mit Chrom kann nicht nur zu körperlichen, sondern auch zu psychischen Beschwerden führen.

Körperliche Symptome:

  • Gewichtsverlust
  • Muskelschwäche
  • Juckreiz
  • Erhöhter Harndrang
  • Verminderte Leistungsfähigkeit

Psychische Symptome:

  • Nervosität
  • Konzentrationsschwäche
  • Lernschwierigkeiten
  • Gereiztheit
  • Depression

In Verbindung mit seiner Beteiligung am Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel kann ein Chrommangel auch den Blutzucker- und Cholesterinspiegel erhöhen.
Ein hoher Blutzuckerspiegel kann auf Dauer Nieren und Nerven so stark schädigen, dass sie nicht mehr einwandfrei funktionieren. Dies betrifft auch die Augen, auf Grund des zerstörenden Einflusses auf die Netzhaut. Daneben birgt die durch den Mangel ausgelöste Erhöhung des Cholesterins auf längere Sicht ein größeres Risiko für Arteriosklerose und den damit verbundenen Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall.

Ist eine Chrom Überdosis (Vergiftung) möglich?

Ein Chromüberschuss über die Nahrungsaufnahme ist sehr unwahrscheinlich, da der Anteil, den der Körper nicht benötigt, wieder ausgeschieden wird.

Da Chrom allerdings für die Herstellung zahlreicher Stoffe (z.B. Zement, Holzschutzmittel, Insektizide) verwendet wird, kann es bei Personen die bei der Herstellung damit in Kontakt kommen, zu Vergiftungserscheinungen und Allergien führen.

Wie weit eine erhöhte Zufuhr über Nahrungsergänzungsmittel zu Nebenwirkungen führt, ist noch nicht eindeutig geklärt.

Lebensmittel mit Chrom

Für den täglichen Bedarf an Chrom gibt es unterschiedliche Empfehlungen, die Deutsche Gesellschaft für Ernährung legt ihn auf 30–100 Mikrogramm täglich für Jugendliche und Erwachsene fest.

Gute Chromlieferanten sind vor allem:

  • Bierhefe
  • Fleischprodukte (besonders Nieren, Leber und Muskelfleisch)
  • Käse
  • Vollkornprodukte
  • Gewürze, z.B. Pfeffer
  • Nüsse
  • Brauner Zucker
  • Schwarzer Tee

Sehr wenig Chrom besitzen Obst und viele Gemüsesorten. Ist die Ernährung sehr fettreich und besteht ein hoher Konsum an weißem Zucker, kann sich der Bedarf an Chrom erhöhen.

Chrom als Nahrungsergänzungsmittel

Bei Diabetes mellitus Typ 2 wurde in Studien gezeigt, dass ein Zusatz von Chrom als Nahrungsergänzung die Blutzuckerkontrolle bei Patienten dieses Typs verbesserte, endgültig gesichert sind diese Aussagen allerdings nicht. Bei Menschen, die nicht unter dieser Krankheit leiden, haben Nahrungsergänzungsmittel keinen gesundheitlichen Nutzen gezeigt.

Auch Versuche, mit Hilfe einer vermehrten Zufuhr von Chrom das Gewicht zu reduzieren, haben keine Ergebnisse gebracht, die diese Theorie unterstützen.

Es kann aber davon ausgegangen werden, dass bei einer Dosierung von bis zu 100 Mikrogramm Chrom täglich keine Nebenwirkungen zu erwarten sind. Bei höheren Dosen bestehen allerdings gewisse Bedenken, dass dies Auswirkungen auf die DNS haben könnte.

Abschließend kann zum Spurenelement Chrom gesagt werden, dass auf Grund der noch nicht sicher belegten Funktionen, an denen es im menschlichen Körper beteiligt ist und der Tatsache, dass es zurzeit nur wenig Hinweise gibt, dass eine Nahrungsergänzung mit Chrom einen gesundheitlichen Nutzen hat, der Bedarf am besten über eine abwechslungsreiche und gesunde Ernährung gedeckt werden sollte.

Bildnachweis: © verca / shutterstock.com

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