Vitamin B2
Vitamin B2 (Riboflavin) hat großen Einfluss auf die Wirkung anderer Vitamine
Nährstoffe

Vitamin B2 – Wachstumsvitamin mit vielen Aufgaben

Vitamin B2, das auch als Riboflavin bezeichnet wird, ist Bestandteil verschiedener Enzyme und so am Protein- und Energiestoffwechsel beteiligt. Umgangssprachlich gilt es als Wachstumsvitamin, weil es am Aufbau von Haut, Nägeln und Schleimhäuten beteiligt ist. Wegen seiner gelben Farbe wird es auch als Lebensmittelfarbstoff eingesetzt und dort als E101 bezeichnet.

Was ist Vitamin B2 (Riboflavin)?

Riboflavin oder auch Lactoflavin genannt, ist ein Vitamin aus der Gruppe der B-Vitamine. Es ist zwar nur sehr schlecht wasserlöslich, zählt aber dennoch zu den wasserlöslichen Vitaminen. Aufgenommen wird es über den Dünndarm und dann in die wirksamen Verbindungen Flavin-Adenin-Dinukleotid (FAD) und Flavinmononukleotid (FMN) umgewandelt. Diese sind als Coenzym für den Energie- und Proteinstoffwechsel wichtig.

Gebildet wird Riboflavin von Pflanzen und Mikroorganismen. Menschen und Tiere können es nicht selbst herstellen und müssen es über die Nahrung dem Körper zuführen, dort ist es in fast allen Zellen enthalten, die größten Mengen befinden sich aber in Niere, Leber und Herz.

Welche Wirkung und Funktion hat Vitamin B2 im Körper?

Im menschlichen Organismus ist Vitamin B2 als Baustein verschiedener Coenzyme vor allem für den Stoffwechsel von Bedeutung. Es hilft Fette, Eiweiße und Kohlenhydrate in Energie umzuwandeln und unterstützt andere Vitamine wie B3 und B6 in ihrer Wirkung.

Schutz bietet Riboflavin auch den roten Blutkörperchen und der Augenlinse, da es dort bestimmte Eiweiße vor der Zerstörung bewahrt. Beschädigte Eiweiße des Auges vermindern die Sehkraft und können zum Grauen Star führen.

Zudem unterstützt Vitamin B2 das Wachstum und ist am Aufbau der Haut, der Nägel und der Schleimhäute beteiligt. Im zentralen Nervensystem wird es außerdem für die Kontrolle von Aminen und Neurohormonen benötigt.

Ursachen für Vitamin B2 Mangel

Zu einem reinen Vitamin-B2-Mangel kommt es in Deutschland sehr selten, meist handelt es sich um eine Unterversorgung verschiedener Vitamine gleichzeitig. Dies ist der Fall bei Menschen, die sich einseitig ernähren, z.B. Veganer oder bei starkem Alkoholkonsum. Weitere Risikogruppen sind Senioren und junge Frauen, da bei diesem Personenkreis oft die falsche Nahrungsmittelwahl der Grund für einen Mangel an Vitamin B2 ist.

Ein erhöhter Bedarf kann ebenfalls einen Vitamin-B2-Mangel zur Folge haben, dazu gehören Zeiten starker körperlicher Anstrengung, Schwangerschaft und Stillzeit sowie die Einnahme bestimmter Medikamente, z.B. Neuroleptika, die Anti-Baby-Pille oder Antidepressiva. Daneben können auch verschiedene Krankheiten Auslöser für einen Mehrbedarf sein.

Vitamin-B2-Mangel – Symptome

In den Industrieländern kommt es in der Regel nur zu einem leichten Vitamin-B2-Mangel, dieser äußert sich durch folgende Symptome:

  • Müdigkeit
  • Abgeschlagenheit
  • Hautprobleme
  • Zahnfleischentzündungen
  • Juckreiz

Ein sehr starker Vitamin-B2-Mangel kann zu folgenden Symptomen und Beschwerden führen:

  • Eingerissene Mundwinkel
  • Veränderungen von Haut und Schleimhäuten
  • Sehstörungen
  • Neurologische Störungen
  • Anämie (Blutarmut)
  • Beeinträchtigung des Eisenstoffwechsels

Schwere Mangelerscheinungen treten vorwiegend in den Entwicklungsländern auf und können zudem auch eine Unterversorgung mit anderen Vitaminen nach sich ziehen.

Ist eine Überdosierung mit Vitamin B2 möglich?

Bisher sind keine Nebenwirkungen oder negativen Folgen für die Gesundheit durch eine erhöhte Aufnahme von Vitamin B2 bekannt. Zu große Mengen des Vitamins werden normalerweise automatisch wieder vom Körper ausgeschieden. In seltenen Fällen zeigt sich eine starke Überdosierung durch die Gelbfärbung des Urins oder Durchfälle.

Lebensmittel mit Vitamin B2

Die Zufuhrempfehlung für Vitamin B2 der Deutschen Gesellschaft für Ernährung liegt für Männer bei 1,4 mg und für Frauen bei 1,2 mg täglich. Mit zunehmendem Energieverbrauch steigt auch der Bedarf, z.B. nach dem Sport oder bei Stress. Auch für Schwangere und Stillende ist es ratsam, die Tagesdosis auf 1,5 mg zu erhöhen.

Da der Körper Vitamin B2 nur etwa zwei bis vier Wochen speichern kann, muss es regelmäßig über die Nahrung zugeführt werden. Besonders reich an Vitamin B2 sind Milch und Milchprodukte, bereits vier Gläser Milch decken den täglichen Bedarf. Ebenfalls gute Vitamin-B2-Lieferanten sind Fleisch, Fisch und Eier, aber auch die Gemüsesorten Brokkoli, Erbsen, gelbe Paprika und Grünkohl sowie Getreide und deren Produkte.

Bei der Zubereitung der Lebensmittel ist zu beachten, dass große Mengen des Vitamins ins Kochwasser übergehen. Es ist deshalb empfehlenswert, die Garflüssigkeit, sofern möglich, ebenfalls zu verwenden. Hitze schadet dem Vitamin dagegen nicht, dafür ist es aber sehr lichtempfindlich – die Nahrungsmittel sollten daher möglichst dunkel aufbewahrt werden.

Abschließend kann gesagt werden, dass ausreichend Vitamin B2 nicht nur für den reibungslosen Ablauf vieler Stoffwechselvorgänge und Funktionen im Körper wichtig ist, sondern auch die Wirksamkeit anderer Vitamine beeinflusst. Deshalb empfiehlt es sich, täglich Vollkornprodukte, ein– bis zweimal in der Woche Fisch, in Maßen Fleisch und regelmäßig Milch- und Milchprodukte zu sich zu nehmen, um die optimale Versorgung mit Vitamin B2 sicherzustellen.

Bildnachweis: © bitt24 / shutterstock.com

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