Vegan leben: Die größten Mythen über vegane Ernährung im Überblick
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Vegan leben: Die größten Mythen im Überblick

Nach Vegetarismus ist nun der Veganismus auf dem Vormarsch. Auch hier gibt es viele Vorurteile. Wir klären die 10 größten Mythen auf!

Wie mit jeder Form der Ernährung ist auch (und besonders) mit dem Veganismus das ein oder andere Vorurteil verbunden. Doch welche Vorurteile sind eigentlich Mythos und was ist real? Wer sich für ein veganes Leben entscheidet, muss sich in der Regel nicht nur gegen mitleidige Blicke am Buffet, sondern auch gegen das ein oder andere Argument zur Wehr setzen.

Damit Sie in Zukunft noch gelassener auf die bekanntesten Mythen reagieren können, hilft diese Übersicht dabei, Vorurteil von Fakt zu unterscheiden.

Mythos 1: Vegane Ernährung verursacht ein Kalzium-Defizit

Wer für eine ausreichende Zufuhr an Kalzium sorgen möchte, ist definitiv nicht auf das Trinken von Kuhmilch angewiesen. So steckt beispielsweise auch gerade in Blattgemüse sehr viel Kalzium. Grünkohl gilt hier als wahres Kraftpaket, was die Kalziumzufuhr angeht. Veganer, die sich ausgewogen ernähren, müssen also nicht mehr Angst vor Osteoporose haben, als sich omnivor ernährende Menschen.

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Mythos 2: Veganer werden schneller dick!

Hierbei handelt es sich wohl um das beliebteste Vorurteil, das jedoch auch gern mit Mythos 4 abgewechselt wird. Beide Mythen lassen sich jedoch vergleichsweise schnell aufklären. Klar: viele Süßigkeiten sind ohnehin vegan… daher liegt es nahe, dass die Gefahr vor allem für Neu-Veganer groß ist, zu viele Süßigkeiten zu sich zu nehmen und dann entsprechend an Gewicht zuzulegen. Diese Gefahr besteht jedoch auch bei einer omnivoren Ernährung. Wer hingegen auf der Basis eines gesunden, veganen Ernährungsplans isst, muss sich in der Regel nicht darüber wundern, zugenommen zu haben.

Mythos 3: Eine vegane Ernährung ist generell ungesund

Aktuelle Studien sprechen eine andere Sprache. Wer sich ausgewogen vegan ernährt, leidet demnach nicht nur seltener an Übergewicht, sondern schützt sich auch vor Herz-Kreislauferkrankungen und erkrankt -statistisch gesehen- seltener an Krebs. Hierbei gilt es jedoch wieder, unbedingt die Regeln einer gesunden Ernährung auf der Basis von Vollkornprodukten, Obst und Gemüse einzuhalten.

Mythos 4: Wer sich vegan ernährt, nimmt ab

Leider nicht zwangsläufig. Wer andere Produkte beispielsweise hauptsächlich durch Fast Food und Co. ergänzt, wird ganz sicher nicht abnehmen. Dennoch gilt es als unbestritten, dass eine vegane Ernährung eine Diät -bei einem vorhandenen Übergewicht- durchaus unterstützen kann.

Mythos 5: Veganer werden nicht satt

Auch hierbei handelt es sich um ein klassisches Vorurteil. Wichtig ist es jedoch auch, gerade im Zusammenhang mit veganer Ernährung zu beachten, dass regelmäßig über den Tag verteilt und in ausreichenden Mengen gegessen wird. Ein Heißhunger ist für Veganer ebenso schwer auszuhalten und genauso ungesund wie für Nicht-Veganer. Viele vegane Speisen haben jedoch einen noch größeren Sättigungseffekt als Fleisch oder Fisch.

Mythos 6: Eine vegane Ernährung im Alltag umzusetzen, ist schwer

Früher mag diese Aussage durchaus der Wahrheit entsprochen haben. Heutzutage leben wir jedoch im „Zeitalter der veganen Ersatzprodukte“. Genau diese machen es einem Veganer immer leichter, seinen Einkaufswagen optimal zu befüllen. Auch unterwegs zeigt sich, beispielsweise im Restaurant, dass viele Speisepläne an die Bedürfnisse einer tierfreien Ernährung angepasst wurden. So wurden entweder Gerichte ergänzt oder lassen sich, auf der Basis des ein oder anderen „Extrawunsches“ sicherlich schnell erfüllen. Auch Fluggesellschaften ziehen hier nach und bieten ihren Gästen oft vegane Gerichte an.

Für den Fall, dass Sie zu einer Party eingeladen werden, besteht ja -Gott sei Dank- auch immer noch die Möglichkeit, sein eigenes Essen mitzubringen und vielleicht den ein oder anderen omnivor lebenden Gast so von der Köstlichkeit des veganen Lebensstils zu überzeugen.

Mythos 7: Veganer sind unsportlich und haben weniger Kraft

Ein Blick in die Welt des Sports spricht hier eine andere Sprache. Mittlerweile sind viele Top-Athleten bekannt, die ihre Ernährung auf vegan umgestellt haben. Selbstverständlich ist auch ein ausgiebiges Krafttraining als Veganer möglich. Dass sich auch mit Hinblick auf die Ausdauer keine Einschränkungen ergeben, beweisen wohl auch zu guter Letzt die Tennislegenden Venus und Serena Williams.

Mythos 8: Veganer haben Probleme, ausreichend Proteine zu sich zu nehmen

Fleisch gilt als der klassische Proteinlieferant. Dennoch wird hier leider immer wieder auch vergessen, dass es viele Gemüsesorten gibt, die noch mehr Protein liefern. Vor allem die Gemüsesorte Spirulina gilt hier als klassisches „Kraft-“ bzw. „Proteinpaket“. Hier gilt jedoch in jedem Falle: nicht übertreiben! Egal, ob vegan, vegetarisch oder omnivor: viele Menschen nehmen mehr Proteine zu sich, als der Körper generell benötigt.

Mythos 9: Eine vegane Ernährung ist teuer

Eine vegane Ernährung ist genau dann teuer, wenn Sie sich ausschließlich von Fleischersatzprodukten ernähren. Vor allem Linsen, Kartoffeln, Reis und Co. sind jedoch im Vergleich zu Fleisch und Fisch die deutlich günstigere Variante. Daher gilt: eine vegane Ernährung tut dem Geldbeutel in der Regel in jedem Falle gut, sofern Sie sich hauptsächlich auf die Basics konzentrieren und einen Bogen um Fertiggerichte und Ersatzprodukte machen.

Mythos 10: Veganer schaden durch ihre Ernährung der Umwelt

Wer sich gesund vegan ernähren möchte, kommt an Sojaprodukten nicht vorbei. Schnell stellt sich hier die Frage danach, wie umweltbewusst eigentlich deren Herstellung ist. Die gute Nachricht: der Verzehr von Sojabohnen ist weitaus umweltschonender als das Essen von Fleisch. Wieso? Das Soja, das nach Deutschland kommt und hier verarbeitet wird, wird nur selten zu Tofuwurst und Co. verarbeitet. Vielmehr ist es so, dass der Hauptteil zum Füttern von Nutztieren verwendet wird und damit das Roden des Regenwaldes für die Sojaplantagen im Wesentlichen dem Verzehr von Fleisch zugeschrieben werden muss.

© anaumenko – Fotolia.com

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