Brustverkleinerung vor Schwangerschaft
© matteozin - Fotolia.com
Schwangerschaft

Brustverkleinerung – vor oder nach der Schwangerschaft?

Eine zu große Brust kann schon für junge Frauen sehr belastend sein. Doch ist es ratsam, eine Brustvergrößerung vor einer Schwangerschaft durchführen zu lassen? Die Antwort gibt es hier.

Mit dem Gedanken einer Brustverkleinerung spielen viele junge Frauen, die unter ihrem großen Busen leiden. Einerseits klagen Betroffene über Rücken- und Nackenschmerzen, die über viele Jahre zu Fehlhaltungen führen können. Ein großer Busen kann außerdem im Alltag oder beim Sport stören. Eine Makromastie, also ein übergroßer Busen, stellt oft schon in der Pubertät eine große psychische Belastung für die jungen Mädchen dar. Sie fühlen sich unwohl in ihrem Körper und werden von Gleichaltrigen wegen ihres großen Busens gehänselt oder schon ab dem elften, zwölften Lebensjahr wegen ihrer weiblichen Figur übermäßig sexualisiert.

Für viele Frauen wird die Entscheidung für oder gegen eine Brustverkleinerung also schon in jungen Jahren zum Thema. Wer sich ausführlich mit dem Thema Brustverkleinerung auseinandersetzt, wird schnell auf die Frage stoßen, ob dieser Eingriff vor oder nach der Schwangerschaft durchgeführt werden sollte.

Wie beeinflussen sich Brustverkleinerung und Schwangerschaft?

Jede Frau, aber besonders wer eine Schwangerschaft inklusive Stillzeit nach einer Brustverkleinerung plant, sollte sich beim Hausarzt, Gynäkologen, Orthopäden und dem Chirurgen ausführlich beraten lassen. Generell wird Frauen geraten, einen operativen Eingriff an der Brust, ganz gleich welcher Art, nach einer Schwangerschaft durchführen zu lassen. Doch natürlich ist dieser Umstand nicht immer planbar. Trotz Verhütung kann es zu Schwangerschaften kommen, die Familienplanung kann sich im Laufe des Lebens ändern und an neue Partnerschaften anpassen.

Ein operativer Eingriff an der Brust kann die Stillfähigkeit beeinträchtigen. Gerade wenn Brustgewebe entfernt wird, kann nicht nur Fettgewebe, sondern auch das Drüsengewebe betroffen sein. In extremen Fällen kann es dazu kommen, dass sich noch Milch in der Brust bildet, aber diese nicht mehr mit der Brustwarze verbunden ist. Hier wäre also ein weiterer operativer Eingriff nötig, um das Problem zu beheben. Chirurgen gehen davon aus, dass etwa 10 bis 20 Prozent der Patientinnen nach einer Brustverkleinerung nicht mehr in der Lage sind zu stillen. Viele Ärzte raten den betroffenen Frauen generell eher davon ab, dies sollte aber eine persönliche Entscheidung bleiben.

Brust-OP vor der Schwangerschaft

Nach einer Brustverkleinerung kann es aber ebenso gut möglich sein, dass die Frau ohne Probleme stillen kann und der Eingriff keinen bleibenden Einfluss darauf hat. Trotzdem darf man nicht vergessen, dass die hormonelle Umstellung in der Schwangerschaft sowie die Milchproduktion und Stillzeit das Gewebe und die Form der Brüste verändern können. Eine weitere Bruststraffung kann nach der Schwangerschaft also aus ästhetischen Gründen wieder zum Wunsch werden.

Sind die Beschwerden durch den zu großen Busen schon in jungen Jahren extrem und der Kinderwunsch besteht zwar, liegt jedoch noch einige Jahre in der Zukunft, sollte in Erwägung gezogen werden, die Brustverkleinerung vorher durchführen zu lassen. Während der Schwangerschaft werden die Brüste noch einmal größer und können die Beschwerden noch verschlimmern. Durch die hormonelle Umstellung sind sie zudem auch empfindlicher.

Brustverkleinerung nach der Schwangerschaft – Kostenübernahme

Im Gegensatz zu den Kosten einer Brustvergrößerung aus ästhetischen Gründen, werden die Kosten für eine Brustverkleinerung aus medizinischen Gründen, oft durch die Krankenkassen anteilig oder sogar komplett übernommen.

Eine Schwangerschaft vor dem Eingriff kann von Krankenkassen als Grund für die Unzufriedenheit mit der Brust ausgelegt werden, sodass keine medizinische Indizierung mehr vorliegt. Generell ist es für betroffene Frauen wichtig, schon vor dem OP-Wunsch traditionelle Therapiemethoden anzuwenden – wie Rückengymnastik oder eine Gewichtsreduktion. Da diese bei einer Makromastie nicht helfen, ist eine OP irgendwann nötig – zur Linderung der Beschwerden. Über einen längeren Zeitraum behandelnde Gynäkologen, Orthopäden und Sporttherapeuten können der Krankenkasse somit auch attestieren, dass eine Brustverkleinerung nicht erst nach der Schwangerschaft nötig geworden ist.

Beitragsbild: © matteozin – Fotolia.com

Dieser Beitrag hat Ihnen geholfen?
Bitte teilen Sie unsere Liebe für Gesundheit oder werden Sie Fan von rundumgesund.de - vielen Dank.