rissige Hände
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Gesundheit

Rissige Hände: Ursachen und Tipps zur Behandlung

Trockene und rissige Hände sehen nicht sehr ansprechend aus. Zudem besteht die Gefahr von Entzündungen. Umso wichtiger ist die richtige Behandlung. Wir haben einige Tipps für Sie.

Trockene und rissige Hände sind besonders in der kalten Jahreszeit weit verbreitet. Der Wechsel zwischen der Kälte vor der Tür und der trockenen Heizungsluft in den Innenräumen wird für die Haut zur Belastungsprobe. Sie beginnt auszutrocknen und spröde und schuppig zu werden. Wer sich häufig die Hände wäscht, verstärkt dieses Problem.

Rissige Hände sind nicht nur aus kosmetischer Sicht wenig ästhetisch, sie können auch ein Risiko für die Gesundheit darstellen. Ist der Säureschutzmantel der Haut gestört, wird diese anfälliger für Allergien und Entzündungserscheinungen. Daher sollten rissige Hände nicht vernachlässigt werden.

Ursachen für rissige Hände

Die Haut gilt als das größte Organ des menschlichen Körpers. Sie dient als Schutz vor Temperaturschwankungen, Krankheitserregern oder Umwelteinflüssen. Durch die Haut nehmen wir Berührungen, Hitze und Kälte oder Schmerzen wahr.

Damit die Haut diesen Aufgaben gerecht werden kann, ist sie in drei unterschiedliche Gewebeschichten aufgebaut:

HautschichtErläuterung
Oberhaut (Epidermis)Die Oberhaut besteht aus Keratinozyten.
Diese hornbildenden Zellen schützen die Haut vor dem Austrocknen und wehren Krankheitserreger ab.
Lederhaut (Dermis)Diese Hautschicht ist dicker als die Oberhaut und beherbergt Blutgefäße und Nerven.
Unterhaut (Subkutis)In der Unterhaut ist hauptsächlich Fettgewebe eingelagert.
Hier werden Energie gespeichert und ein Kälteschutz aufgebaut

Rissige Hände sind ein Anzeichen dafür, dass die Funktionsweise des Säureschutzmantels der Haut gestört ist. Wir sprechen hierbei von einem Gemisch aus Wasser und Fett, welches die Haut mit Feuchtigkeit versorgt und einen Schutz vor schädlichen Einflüssen bietet. Mangelt es der Haut an Feuchtigkeit und Fett, sind trockene und rissige Hände die Folge.

Mögliche Faktoren

Folgende Faktoren können für rissige Hände verantwortlich sein und den Säureschutzmantel der Haut verletzen:

  • Kälte
  • Hitze
  • Sonne
  • Fehlernährung
  • Flüssigkeitsmangel
  • häufiges Händewaschen
  • ungeeignete Kosmetikprodukte
  • hormonelle Einflüsse
  • Stress
  • Alkohol

Häufig sind rissige Hände auch genetisch bedingt. Ältere Menschen leiden vermehrt unter rissigen Händen. Im Alter kann die Haut nicht mehr ausreichend Feuchtigkeit speichern. Tagtäglich kommen wir am Arbeitsplatz wie im eigenen Zuhause mit chemischen Stoffen in Kontakt, welche die Haut angreifen und schnell austrocknen lassen.

Rissige Hände infolge von Krankheiten

Nicht auszuschließen sind auch einige Erkrankungen, welche zu Veränderungen des Hautbildes führen:

Durch die genannten Erkrankungen tritt ein Flüssigkeitsmangel im Organismus auf. Dies macht sich auch in rissigen und spröden Händen bemerkbar.

Tipps gegen rissige Hände

Gegen rissige Hände kann jeder selbst einiges tun. Dabei ist beispielsweise Umdenken während der täglichen Körperhygiene notwendig.

➩ Der richtige Umgang mit Wasser

Häufiges Händewaschen schadet rissigen Händen. Der Wasserstrahl wirkt dabei wie Säure auf die empfindliche Haut ein. Durch häufiges Händewaschen kann sich die Fettschicht von der Haut lösen.

Da niemand mit rissigen Händen gänzlich auf das Händewaschen verzichten kann, ist es ratsam, vorwiegend die Handinnenflächen dem Wasserstrahl auszusetzen. Die Innenflächen sind weniger empfindlich als der Handrücken, wo die Haut viel dünner ist und dadurch schneller austrocknet.

Statt mit normaler Seife sollten die Hände mit einer seifenfreien Waschlotion behandelt werden. Die Lotion wird in die Haut eingerieben und anschließend mit einem weichen Lappen abgenommen.

➩ Cremen – aber richtig

Die Hände sind regelmäßig einzucremen. Besonders nach dem Waschen, vor dem Schlafengehen und wenn häufig mit Chemikalien und aggressiven Reinigungsmitteln hantiert wird, darf die Pflege der Hände nicht vernachlässigt werden.

Abhängig davon, wie rissig Ihre Hände sind, können Lotionen, Handcremes oder medizinische Pflegeprodukte verwendet werden. Eine gute Handcreme muss dabei nicht viel kosten. Inhaltsstoffe wie Lanolin, Vaseline oder Kakaobutter bringen alle nötigen Pflegeeigenschaften mit.

Verwenden Sie fettende Cremes, deren Ölanteil überwiegt. Trockene Haut wird mit Milchsäure oder Harnstoff (Urea) optimal gepflegt. Diese Stoffe binden das Wasser an sich und wirken trockener und rauer Haut entgegen.

Die verwendete Handcreme sollte in zwei Schichten aufgetragen werden. Zunächst werden die Hände mit einer dünnen Cremeschicht versorgt. Ist diese eingezogen, wird eine zweite dünne Schicht aufgetragen und einmassiert.

➩ Handschuhe schützen

Bei vielen Tätigkeiten im Haushalt ist uns nicht bewusst, dass besonders die Hände darunter leiden. So ist jede Art von Reibung für trockene Hände ungünstig. Durch das Tragen dünner Baumwollhandschuhe wird dies vermieden. Die Haut kann weiterhin atmen und die Handschuhe saugen die Feuchtigkeit auf. Wer bei der Hausarbeit Handschuhe trägt, muss seine Hände weniger waschen.

Werden die Baumwollhandschuhe nass, müssen sie sofort gewechselt werden. Baumwollhandschuhe lassen sich leicht reinigen und können daher auch über einen längeren Zeitraum getragen werden.

Hausmittel gegen rissige Hände

Die Pflege von rissigen Händen lässt sich durch verschiedene Hausmittel unterstützen. Primär geht es dabei darum, die Haut vor der Austrocknung zu schützen und den natürlichen Säureschutzmantel wieder aufzubauen.

➩ Hautpflege mit Ölen

Um die rissigen Hautstellen mit Fett und Feuchtigkeit zu versorgen, bieten sich verschiedene Öle an. So kann es helfen, die Hände mehrere Minuten in Olivenöl oder Nachtkerzenöl zu baden.

Tipp: Kokosöl enthält besonders reichhaltige Fettsäuren und kann mehrmals täglich auf den geschädigten Hautstellen verteilt werden.

Aus Mandelöl und Zitrone können Sie sich eine reichhaltige Handlotion selbst herstellen. Dazu benötigen Sie nur 100 Milliliter Mandelöl und den Saft einer Zitrone. Beide Zutaten verrühren Sie gründlich miteinander und massieren sie in die Hände ein. Mit dieser Lotion versorgen Sie Ihre Haut nicht nur mit Fett. Die Vitamine A, E und C sorgen zusätzlich für eine schnelle Regeneration trockener und angegriffener Haut.

➩ Fettspeicher aus der Natur

Fettspeicher halten die Feuchtigkeit in der Haut und verhindern damit deren Austrocknung. Als natürliche Fettspeicher können Sheabutter oder Jojobaöl fungieren. Auch eine Handpackung aus fettigem Quark oder zerdrückten Bananen kann gegen rissige Hände Wirkung zeigen.

Avocado bereichert nicht nur den Speisezettel, sondern schützt auch die Hände. Durch die enthaltenen ungesättigten Fettsäuren und zahlreichen Vitamine kann die Zellregeneration beschleunigt werden. Vermischen Sie einfach das Fruchtfleisch einer halben Avocado mit einem Teelöffel Olivenöl. Es entsteht eine cremige Paste, die sich leicht auf die rissigen Hände auftragen lässt und nach etwa 20 Minuten abgenommen werden sollte.

➩ Hautschutz von innen

Auch verschiedene Nahrungsergänzungsmittel können gegen rissige Hände helfen. Durch Schwarzkümmelöl wird der Stoffwechsel von Haut und Schleimhäuten angeregt. Die gezielte Einnahme von Biotin, Folsäure, Zink oder Vitamin A fördert ebenfalls die Regeneration des Hautbildes.

Leidet die Haut an den Händen sichtlich an einem Feuchtigkeitsmangel, sollte dies ein Ansporn sein, mehr Flüssigkeit zu sich zu nehmen.

Homöopathie gegen rissige Hände

Die Naturapotheke hält zahlreiche Mittel bereit, welche den Heilungsprozess rissiger Hände unterstützen und begleiten können. Eine Rücksprache mit einem Arzt oder Heilpraktiker ist sinnvoll, da die Dosis individuell angepasst werden sollte und der Mediziner nach erfolgter Anamnese das geeignete Mittel bestimmen kann.

Folgende Mittel können eingesetzt werden:

  • Petroleum
  • Antimonium crudum
  • Graphites

Wann sollte man mit rissigen Händen zum Arzt?

Ein Arztbesuch ist ratsam, wenn es immer wieder zu rissigen Händen kommt, bzw. die Beschwerden bereits über einen längeren Zeitraum anhalten. Jucken die Hautstellen vermehrt und treten offene Wunden und Schmerzen auf, ist ebenfalls ein Arzt zu Rate zu ziehen.

In extremen Fällen können Exsikkationsekzeme auftreten. Das Austrocknungsekzem zeigt sich in Rissen, Rötungen und Abschürfungen, welche die Haut netzartig überziehen.

Behandlungsbedarf besteht auch, wenn Pilze in die entzündeten Hautstellen eingedrungen sind. Pilzinfektionen sind ansteckend und können Ausschlag und starken Juckreiz mit sich bringen.

Rissigen Händen vorbeugen

Die beste Vorbeugung gegen rissige Hände erreichen Sie, wenn Sie diese bestmöglich vor äußeren Einflüssen schützen. Im Winter sollten Sie vor dem Aufenthalt im Freien eine fetthaltige Creme auftragen. Zudem können Handschuhe vor der Kälte schützen.

Auch im Sommer können die Hände austrocknen. Die Behandlung mit Sonnenschutzmittel verhindert das Austrocknen und rissig werden.

 

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