schwitzige Hände
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Gesundheit

Schwitzige Hände: Ursachen und Tipps zur Behandlung von Schweißhänden

Fast jeder kennt das Gefühl schwitziger Hände bei Nervosität. Geht das Schwitzen aber über die Nervosität hinaus, wird es für die Betroffenen zum Problem. Mit geeigneten Hausmitteln können Sie dagegen vorgehen und unbeschwerter durchs Leben gehen.

Ein Händedruck sagt vieles aus. Wir achten darauf, wie lange oder wie fest unser Gegenüber die Begrüßung ausführt. Wer unter Schweißhänden leidet, möchte dem Händeschütteln am liebsten komplett entkommen.

Schwitzige Hände kennt eigentlich jeder. Steht ein Date oder eine Prüfung bevor, sind feuchte Finger eine ganz normale Körperreaktion. In Stresssituationen leisten die Schweißdrüsen Schwerstarbeit.

Einige Menschen haben jedoch permanent mit schwitzigen Händen zu kämpfen. Mediziner bezeichnen dieses krankhafte Schwitzen als Hyperhidrose. Im Folgenden klären wir über die Ursachen von übermäßigem Handschweiß auf und verraten, was Sie gegen Schweißhände tun können.

Ursachen schwitziger Hände

Schweißhände vor anstehenden Terminen oder Prüfungen sind, wie bereits erwähnt, vollkommen normal. Stress und Angst fördern die Schweißbildung. Dieses „emotionale Schwitzen“ liegt in der Entwicklungsgeschichte des Menschen begründet. Feuchtigkeit an den Händen erleichtert die Flucht und sorgt für eine bessere Bodenhaftung. Die meisten Schweißdrüsen, welche das Sekret nach außen leiten, befinden sich daher an Händen und Füßen.

Wie dauerhaft schwitzige Hände zu erklären sind, darüber sind sich die Wissenschaftler bislang nicht einig. Als Hauptursachen werden Stress, Angst und hormonelle Veränderungen genannt. Bei mehr als der Hälfte aller von Schweißhänden betroffenen Personen konnten Forscher eine genetische Veranlagung nachweisen.

Hormonelle Veränderungen

Die meisten Menschen bekommen es während der Pubertät erstmals mit schwitzigen Händen zu tun. Auch während der Schwangerschaft können die hormonellen Veränderungen im Körper schwitzige Hände zur Folge haben. Mit dem Ende der Pubertät, bzw. bei Schwangeren nach der Geburt klingen die Beschwerden meist ab.

Krankheiten

Auch bei verschiedenen Erkrankungen kann es zu schwitzigen Händen kommen.

Dazu zählen:

Stehen psychisch Kranke permanent unter Stress, kann Handschweiß als Folge der seelischen Beschwerden verstanden werden. Möglich sind Schweißhände auch als Nebenwirkung einer Medikamenteneinnahme.

Wann sollte man mit Schweißhänden einen Arzt aufsuchen?

Generell kann zu einem Arztbesuch geraten werden, wenn schwitzige Hände häufig und ohne erklärbare Ursache auftreten und sich die Betroffenen dabei unwohl oder in ihrem Alltag eingeschränkt fühlen, weil sie sich zum Beispiel davor scheuen, anderen Menschen die Hand zu schütteln.

Medizinisch betrachtet, lässt sich krankhaftes Schwitzen an den Händen in drei Schweregrade unterteilen:

SchweregradErläuterung
Grad 1 = leichte HyperhidroseDie Hautfeuchtigkeit ist spürbar erhöht.
Grad 2 = mäßig starke HyperhidroseAuf der Haut bilden sich Schweißperlen.
Die Schweißausbrüche sind auf den Schwitzherd begrenzt.
Grad 3 = starke HyperhidroseDer Schweiß tropft von den Händen.
Betroffen sind auch die Seiten der Finger und der seitliche Rand der Hände.

Wird von einer Hyperhidrose gesprochen, tritt der Handschweiß unabhängig von Temperatur oder Umstand auf. Oftmals verspüren die Betroffenen mit zunehmendem Alter Linderung, da die Schweißdrüsen nicht mehr in vollem Umfang arbeiten.

Behandlungsmethoden

Abhängig vom Schweregrad der Beschwerden wird der Arzt eine geeignete Behandlungsmethode vorschlagen.

Iontophorese

Der Patient legt seine Hände in ein Wasserbad. Im Wasser befinden sich Metallplatten, durch die Strom geleitet wird. Während des Behandlungsverlaufs wird die Intensität des Stromflusses erhöht. Dabei wird eine Spannung von bis zu 60 Volt aufgebaut. Durch die elektrische Stimulation schließen sich die Schweißdrüsen und produzieren dadurch weniger Schweiß. Die Behandlung sollte mehrmals wöchentlich für maximal 30 Minuten erfolgen.

Nervengift

Das Injizieren von Nervengift ist eine Möglichkeit, die Schweißbildung über einen Zeitraum von etwa einem halben Jahr zu blockieren. Dabei setzt man die Funktion der Nervenenden außer Gefecht. Es sind mehrere Einstiche notwendig. Die Behandlung wird unter lokaler Betäubung durchgeführt und kann an den Händen mit Schmerzen verbunden sein. Nach etwa sechs bis acht Monaten lässt die Wirkung nach und die Behandlung muss wiederholt werden.

Operation

In extremen Fällen kann man über eine Operation nachdenken. Dabei werden die für die Anregung der Schweißdrüsen verantwortlichen Nervenganglien durchtrennt. Infrage kommen verschiedene Techniken. Da man eine Narbenbildung nicht ausschließen kann, wird die Methode eher selten und bevorzugt unter den Achseln angewandt.

Entspannungsübungen

Kommt es aufgrund von psychischen Belastungen zu vermehrtem Handschweiß, wird der Arzt Entspannungsübungen vorschlagen und eine psychotherapeutische Behandlung einleiten.

Tipps gegen schwitzige Hände

Mit einigen einfachen Tipps und Ratschlägen könne Sie Handschweiß der Kampf ansagen.

Wasser

Die einfachste und schnellste Lösung gegen schwitzige Hände ist der Wasserhahn. Da Schweiß wasserlöslich ist, müssen Sie nicht zwingend Seife benutzen.

Achtung: Zu häufiges Händewaschen trocknet die Haut aus. Eincremen nach dem Waschen daher nicht vergessen.

Creme

Beim Eincremen der Hände ist zu beachten, dass es sich nicht um eine ölhaltige Handcreme handelt. Diese Cremes lassen einen Film auf der Haut entstehen, welcher das Schwitzen der Hände begünstigt. Nicht fettende Cremes dagegen ziehen schnell in die Haut ein und spenden Feuchtigkeit.

Antitranspirante

Für die Selbstbehandlung von leichterer Hyperhidrose sind Antitranspirante geeignet. Dabei handelt es sich um aluminiumhaltige Mittel, welche sich in Form von Sprays, Rollern oder Cremes im Handel befinden. Aluminiumsalze führen zu einem Verschluss der Schweißporen und verhindern die Transpiration.

Reinigungstücher

Unterwegs findet sich nicht immer eine Waschgelegenheit. Feuchte Reinigungstücher leisten wertvolle Hilfe, wenn kein Waschbecken in der Nähe ist. Handreinigungsgels erfüllen denselben Zweck, enthalten aber Alkohol. Daher sollten Gels nicht zu häufig benutzt werden, damit die Hände nicht austrocknen.

Die besten Hausmittel gegen schwitzige Hände

Folgende Hausmittel befinden sich in beinahe jedem Haushalt und können dabei helfen, das Problem Schwitzhände aus der Welt zu schaffen.

Babypuder

Schwitzige Hände vor einer Verabredung oder einem Termin sind peinlich. Helfen kann eine Prise Babypuder, die in den Händen verrieben wird.

Natron

Natron besitzt eine desinfizierende Wirkung und neutralisiert darüber hinaus Schweißgeruch. Wer nachhaltig etwas gegen Schweißhände tun möchte, sollte die Hände mehrmals wöchentlich mit Natronpulver einreiben. Das Pulver gleicht den pH-Wert der Haut aus und kann auch unter den Achseln angewendet werden, da es Schweißgeruch verschwinden lässt.

Kräuter

Auch einige Kräuter können dabei helfen, Handschweiß zu bekämpfen. Sie können als Tee getrunken werden oder als Handbad Verwendung finden. Es eignen sich Auszüge aus Kamille, Baldrian oder Johanniskraut.

Besonders intensiv wirkt Salbei. Über den Tag verteilt können Sie mehrere Tassen Salbeitee trinken. Der Tee sollte nicht zu heiß sein. Dies würde die Schweißproduktion anregen und damit das Gegenteil bewirken. Alternativ können Sie auch ein Handbad in kaltem Tee durchführen.

Bis die erwünschte Wirkung eintritt, ist allerdings einiges an Geduld gefragt. Wer regelmäßig Salbeitee trinkt, wird dies einige Wochen durchhalten müssen, bevor sich eine Wirkung einstellt.

Franzbranntwein

Alkohol besitzt die Eigenschaft, der Haut Feuchtigkeit zu entziehen. Den Franzbranntwein können Sie pur auftragen und zwischen den Handinnenflächen verreiben. Die Wirkung lässt sich noch verstärken, wenn Sie Ihre Hände vorab mit Essigwasser reinigen. Essig kann den pH-Wert der Haut neutralisieren und gleichzeitig gegen Schweißgeruch helfen.

Eichenrinde

Ein Tee aus Eichenrinde können Sie ebenfalls für ein Handbad verwenden. Kochen Sie hierfür mehrere Esslöffel Eichenrinde auf. In der noch warmen Flüssigkeit baden Sie Ihre Hände etwa 20 Minuten.

Zitrone

Mit Zitronensaft kann gegen Schweißhände vorgegangen werden. Die Flüssigkeit hat sich auch bei Schweißfüßen bewährt. Zitronensaft können Sie pur zwischen den Handinnenflächen verreiben . Anschließend reinigen Sie Ihre Hände mit klarem Wassert. Aus Bio-Zitronenschalen kann man ein Handbad zubereiten. Die Schalen lassen Sie hierfür etwa 20 Minuten kochen. Auch das ätherische Öl der Zitrusfrucht eignet sich, um die Hände damit einzureiben.

Deospray

Eine Notlösung für unterwegs kann Deospray bieten. Ein Deo befindet sich beinahe in jeder Handtasche und ist schnell griffbereit. Wird das Spray auf die Handflächen aufgetragen, verkleben die Hautporen und es kann kein Schweiß mehr austreten.

Schwitzigen Händen vorbeugen?

Am häufigsten leiden wir in Stresssituationen unter Schweißhänden. Löst sich die innere Anspannung, werden wir ruhiger und die Folgeerscheinungen von Stress und psychischer Belastung nehmen ab. Natürliche Beruhigungsmittel aus den Extrakten von Melisse, Passionsblume, Lavendel oder Hopfen können Schweißausbruch mindern.

Tipp: Nur wenn die Präparate regelmäßig eingenommen werden, ist mit einer nachhaltigen Wirkung zu rechnen.

Für mehr Ruhe und Ausgeglichenheit sorgen auch Entspannungstechniken wie Autogenes Training, Yoga oder Progressive Muskelentspannung. Wer häufig in Stresssituationen unter schweißigen Händen leidet, sollte seinen Koffein- und Alkoholkonsum reduzieren. Zuviel Kaffee und Alkohol können die Schweißabsonderung verstärken.

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