Flüssigkeitsmangel im Alter
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Ernährung

Flüssigkeitsmangel im Alter – Gründe, Folgen & Tipps wie sich die tägliche Trinkmenge erhöhen lässt

Der Körper braucht ausreichend Flüssigkeit, um zu existieren. Im Alter lässt jedoch das Durstgefühl nach, weshalb Senioren immer weniger trinken – mit verheerenden Folgen.

Jeden Tag ausreichend zu trinken, ist für viele Menschen fast unmöglich. Laut einem Bericht der Techniker Krankenkasse soll ein Erwachsener unter normalen Bedingungen rund 35 Milliliter Flüssigkeit pro Kilogramm zu sich nehmen. Dabei muss aber nicht alles in Form eines Getränkes aufgenommen werden. Einen Teil produziert der Körper selbst und einen weiteren Teil nimmt der Körper über die Nahrung z.B. durch Gemüse und Obst auf. So muss schlussendlich oft „nur“ noch 1,5 Liter zusätzlich getrunken werden. Aber selbst das schaffen die Wenigsten.

Besonders die Älteren haben Schwierigkeiten ausreichend zu trinken. Das liegt häufig daran, dass das Durstgefühl im Alter abnimmt. Viele vergessen aber schlichtweg auch einfach etwas zu trinken. Was das für Folgen haben kann, ist den meisten leider nicht bewusst.

Gründe für geringeres Durstgefühl

Durst kommt auf, wenn der Körper zu viel Wasser verloren hat. Im Volksmund heißt es daher oft „Wenn der Durst kommt, ist es oft schon zu spät“. Bei diesem Durstgefühl nimmt die Zusammensetzung verschiedener Salze im Blut zu und das Blutvolumen ab. Erst wenn Flüssigkeit aufgenommen wird, senden Drucksensoren in den Bereichen Mund, Rachen, Speiseröhre und Magen Signale, dass Flüssigkeit aufgenommen wird und wie viel. Nach Erreichen des notwendigen Bedarfs verschwindet das Durstgefühl. Dieser ganze Mechanismus funktioniert im Alter nicht mehr richtig, sodass die Sensoren im Mund beispielsweise viel zu früh den notwendigen Bedarf signalisieren, obwohl der Flüssigkeitsbedarf noch längst nicht gedeckt ist.

Weiterhin kann das verlorene Durstgefühl auch folgende Ursachen haben:

  • alternde Sinneszellen
  • Inkontinenz
  • Prostatabeschwerden beim Mann
  • Demenz
  • Schluckbeschwerden
  • Nieren- und Herzerkrankungen
  • Diabetes mellitus

Folgen von zu geringer Flüssigkeitszufuhr

Wie oben schon erwähnt, sind die Folgen eines Flüssigkeitsmangels oft erheblich. Die ersten Anzeichen sind häufig:

  • Müdigkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Verdauungsprobleme
  • Erschöpfung

Diese Beschwerden treten bereits bei einem Flüssigkeitsverlust bis zu 6 Prozent auf. Hierbei wird schon konzentrierter Urin ausgeschieden, sodass nicht unnötig Wasser ausgeschieden wird.

Ab einem Flüssigkeitsverlust von 7 Prozent kann es zu

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Muskelkrämpfen
  • Herzrythmusstörungen
  • Ansteigen der Temperatur

kommen. Bei 10 Prozent Wasserverlust kann es zu Verwirrtheit kommen. Ein Wasserverlust von 20 Prozent kann zu Nierenversagen führen und dementsprechend zum Tod führen. Es ist also sehr wichtig, den geringeren Bedarf an Flüssigkeiten nicht auf die leichte Schulter zu nehmen oder als normal einzustufen. Der Mensch braucht Wasser, um überhaupt existieren zu können.

Tipps für eine höhere Trinkmenge im Alter

Natürlich ist es nicht einfach seine Gewohnheiten zu durchbrechen, aber Sie haben oben gelesen wie wichtig es ist, regelmäßig zu trinken. Hier deshalb ein paar Tipps, wie Sie sich das Trinken im Alter erleichtern können.

  1. Starten Sie den Tag mit einem Glas Wasser. Bevor Sie aufstehen und ins Bad gehen, sollten Sie schon das erste Glas geleert haben. Stellen Sie sich dafür am besten schon abends eine Flasche Wasser und ein Glas ans Bett. So werden Sie nicht durch andere Sachen abgelenkt.
  2. Leere Gläser oder Becher sollten Sie gleich wieder füllen – so haben Sie nicht immer eine ganze Flasche vor Augen, die geleert werden muss, sondern „nur“ ein Becher.
  3. Früher hieß es, dass man zu den Mahlzeiten nichts trinken darf, da dies der Verdauung schaden würde. Dem ist allerdings nicht so. Wenn Sie während dem Essen etwas Trinken hat das keine gesundheitlichen Auswirkungen auf den Körper. Im Gegenteil: Das Essen rutscht besser und durch die Aufnahme der Flüssigkeit wird die Verdauung unterstützt.
  4. Ein abwechslungsreiches Angebot an Getränken bringt etwas Farbe in den Alltag. Es muss natürlich nicht nur reines Wasser getrunken werden. Auch Kräutertees, Saftschorlen und sogar Suppen bieten sich an.
  5. So wie das tägliche Glas Wasser am Morgen können Sie auch weitere Rituale einführen. Die Trinkmenge ist schneller geschafft, wenn Sie öfter solche Zeiten einführen, wie z.B. ein volles Glas vor jeder Mahlzeit oder eine Tasse Tee zum Kaffee.
  6. Gemeinsames Trinken fällt einigen leichter. Trinken Sie gemeinsam mit Angehörigen, Betreuern oder Freunden
  7. Oft ist auch einfach der Grund für das mangelnde Trinken, dass die Älteren die Getränke nicht mehr vom Supermarkt nach Hause getragen bekommen. Aber auch dafür gibt es eine ganz einfache Lösung ohne auf jemand anderen angewiesen zu sein. Entweder Sie trinken das reine Wasser aus der Leitung oder aber wer lieber Sprudelwasser bevorzugt, der investiert in einen Wassersprudler (z.B. hier erhältlich). Das Wasser einfach in eine Flasche füllen und anschließend per Knopfdruck mit Sprudel auffüllen. Die CO2-Zylinder, die den Sprudel abgeben, halten meist für ungefähr 60 Liter Wasser.

    Wer in Gebieten wohnt, in denen das Wasser sehr kalkhaltig ist (hier testen), hat die Möglichkeit mit einem Wasserfilter, wie z.B. diesen hier das Trinkwasser zu reinigen. Dabei wird nicht nur der Kalkgehalt gesenkt, sondern auch Schwermetalle wie Blei und Kupfer, die beispielsweise durch die Hausinstallationstechnik auftreten können, reduziert.

    » Extra-Tipp: Kalkhaltiges Wasser wirkt sich im Haushalt allgemein sehr negativ aus. Ein höherer Bedarf an Waschmittel, scheußlich schmeckender Tee, verkrustete Heizspiralen im Wasserkocher, Flecken an der Duschwand und stumpfes Haare sind nur einige Folgen von „hartem“ Wasser. Um dies zu vermeiden, können Wasserenthärtungsanlagen hilfreich sein. Durch ein spezielles Verfahren wird das Trinkwasser gereinigt und der Kalk entfernt. Für Laien ist es allerdings nicht ganz so leicht, das richtige und vor allem passenden Modell zur Wohngröße zu finden. Deshalb hier einige empfehlenswerte Wasserenthärtungsanlagen in der Übersicht.
  8. In Altersheimen oder betreuten Wohngruppen sollten Getränke frei zugänglich sein, damit die Bewohner jederzeit Zugriff darauf haben.
  9. Wer bereits an Schluckbeschwerden leidet, dem kann es helfen, wenn die Getränke angedickt werden. Dafür gibt es spezielle Dickungspulver, die auch bei Speichelkontakt noch fest bleiben. Das Pulver eignet sich für Suppen, Joghurts, Soßen und Getränken.
  10. Menschen mit Demenz trinken lieber Flüssigkeiten, die farbig sind – alternativ kann es auch ein farbiger Becher sein.

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