Coxarthrose
Unter Coxarthrose versteht man eine Arthrose in den Hüftgelenken
Krankheiten

Coxarthrose – Ursachen, Symptome und Therapie

Die Coxarthrose ist eine Verschleißerkrankung des Hüftgelenks und gehört zu den häufigsten Erkrankungen in Deutschland. Das Risiko einer Coxarthrose steigt mit zunehmendem Lebensalter.

Was ist eine Coxarthrose?

Eine das übliche Maß überschreitende Gelenkabnutzung wird als Arthrose bezeichnet. Bei der Coxarthrose ist das Hüftgelenk bzw. sind beide Hüftgelenke von diesen Verschleißerscheinungen betroffen. In der Regel manifestiert sich die Arthrose des Hüftgelenks erst im höheren Lebensalter. Bei einem Viertel der Menschen ab 60 lässt sich im Röntgenbild eine Coxarthrose nachweisen. Nicht immer geht diese jedoch mit Beschwerden einher. Weniger als die Hälfte der Menschen mit einer solchen radiologischen Coxarthrose zeigt auch Symptome. Rund fünf Prozent aller Männer und sechs Prozent aller Frauen leiden hingegen unter einer symptomatischen klinisch definierten Coxarthrose. Infolge der Erkrankung erhält jährlich einer von 1.000 Einwohnern in Deutschland eine Hüftprothese.

Coxarthrose – Ursachen

Das Hüftgelenk besteht aus einer Hüftgelenkspfanne und einem Hüftgelenkskopf. Die Hüftgelenkspfanne wird vom Beckenknochen gebildet. Der Oberschenkelknochen formt den Hüftgelenkskopf. Eine Arthrose des Hüftgelenks entsteht fast immer durch ein Missverhältnis von Belastung und Belastungsfähigkeit des Gelenks. Eine solche Überlastung kann durch Übergewicht oder außergewöhnlich hohe Gelenkbeanspruchungen (zum Beispiel beim Leistungssport) verursacht werden. Auch Fehlbelastungen durch Gelenkfehlstellungen führen zu einem vorzeitigen Gelenkverschleiß. Belastende Gelenkveränderungen können beispielsweise durch Traumata entstehen. So kann das Gelenk zum Beispiel durch eine Oberschenkelfraktur beschädigt werden. Ebenso führen Knorpeltraumata zu einer Arthrose. Diese Form der Arthrose wird auch als posttraumatische Arthrose bezeichnet.

Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus oder Gicht begünstigen ebenfalls die Entstehung einer Arthrose. Bei der Gicht lagern sich Harnsäurekristalle in den Gelenken ab und rufen so Knorpelschäden hervor. Ein weiterer Risikofaktor für die Entstehung einer Arthrose ist Alkoholabusus.

Die Coxarthrose kann sich zudem nach entzündlichen Erkrankungen des Gelenks entwickeln. Die meisten Gelenkentzündungen gehen auf eine Erkrankung des rheumatischen Formenkreises zurück.

Ferner können angeborene Störungen des Hüftgelenks eine Arthrose bedingen. Eine solche angeborene Fehlbildung ist die Hüftgelenksdysplasie. Diese tritt bei zwei bis drei von 100 Neugeborenen auf und führt unbehandelt zu einer dauerhaften Schädigung des Hüftkopfes oder der Gelenkpfanne. Gehbehinderungen und vorzeitige Knorpelabnutzung sind die Folge.

Eine Erkrankung des Jugendalters, die ebenfalls eine Coxarthrose begünstigt, ist der Morbus Perthes. Es handelt sich dabei um eine aseptische Knochennekrose des Oberschenkelknochens, die mit Gelenkdeformitäten einhergeht.

Coxarthrose – Symptome

Der zerstörte Knorpel beeinträchtigt die Gelenkfunktion. Die defekten Knorpelzellen können nicht ersetzt werden. Durch einen Entzündungsprozess im Gelenk werden Enzyme angelockt, die den Knorpel zusätzlich zerstören. Dadurch verliert der Knorpel an Elastizität und Festigkeit. Die Dicke der Knorpelschicht nimmt zunehmend ab. Der Knorpel reißt ein und bildet Spalten. Auch die Gelenkinnenhaut, die Bänder und die Knochen des Hüftgelenks verändern sich pathologisch. In den Zonen der stärksten Belastung verschwindet die Knorpelschicht komplett, sodass die Gelenkknochen freiliegen. Um der Belastung trotz dieser Schäden standzuhalten, bilden sich am Rand des Gelenks die sogenannten Osteophyten. Durch diese knöchernen Ausziehungen verändert sich die Gelenkanatomie. Die Abgrenzung zwischen dem Knochengewebe und dem Gelenkraum ist nicht mehr vorhanden, sodass Gelenkflüssigkeit in die Knochen gelangt und dort sogenannte Geröllzysten verursacht. Dadurch entzündet sich die Gelenkhaut und es bildet sich ein Gelenkerguss.

Bevor die ersten Beschwerden auftreten, vergehen oft Jahre. Klassischerweise zeigen sich dann die typischen Arthrose-Schmerzen. Die Schmerzen entwickeln sich langsam vom Belastungsschmerz zum Ruheschmerz. Anfangs treten die Schmerzen nur nach ungewohnten Bewegungen auf. Wenn die Erkrankung weiter fortschreitet, können auch Alltagsbelastungen den Schmerz hervorrufen. Die Gelenke fühlen sich steif an und die Betroffenen sind in ihrer Bewegung eingeschränkt. In späten Krankheitsstadien treten Ruheschmerzen im betroffenen Hüftgelenk auf. Insbesondere nachts können diese Ruheschmerzen sehr quälend sein. Die Ursache für diese Schmerzen ist häufig ein Gelenkerguss. Eine fortschreitende Arthrose ist zudem immer mit Fehlhaltungen verbunden. Das Gelenk kann nur noch eingeschränkt bewegt werden und versteift unter Umständen in einer Fehlstellung. Wenn abgetrennte Knorpelanteile den Gelenkspalt blockieren, tritt das sogenannte Giving-Way-Phänomen auf. Das Gelenk wird plötzlich instabil und die Betroffenen knicken unter starken Schmerzen ein. Das Entlastungshinken ist ein besonders typisches Symptom für die Coxarthrose. Die Patienten bleiben beim Laufen kürzer auf dem betroffenen Bein stehen. Zudem drehen sie das erkrankte Hüftgelenk nach außen.

Coxarthrose – Therapie

Die Therapie richtet sich nach der Schwere der Erkrankung und nach den Ursachen. Bei Übergewicht wird eine Gewichtsreduktion dringend empfohlen. Trotz der Schmerzen sollten sich die Patienten regelmäßig bewegen. Schwimmen, Wandern und Radfahren trainieren die Gelenke und die umliegende Muskulatur, ohne zu sehr zu belasten. Physikalische Therapien wie Moor-Packungen, Fango, Bäder oder Infrarotlicht können chronische Schmerzen lindern. Krankengymnastische Übungen und Massagen lockern und stärken die Muskulatur. Die Durchblutung und damit auch die Ernährung des Gelenkknorpels wird so gesteigert.

Bei starken Schmerzen können schmerzlindernde Medikamente eingesetzt werden. Häufig verordnen Ärzte das Schmerzmittel Paracetamol. Falls neben der Arthrose auch eine Entzündung im Gelenk vorliegt, kommen nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Diclofenac oder Ibuprofen zum Einsatz. Gegen die Entzündung kann der behandelnde Arzt zudem Kortison in das Gelenk spritzen. Oft erhalten Arthrosepatienten auch Injektionen mit Hyaluronsäure. Dieser natürliche Bestandteil der Gelenkschmiere soll die Beweglichkeit des Gelenks erhöhen. Der Nutzen der Injektionen ist allerdings umstritten.

Falls sich die Beschwerden der Coxarthrose nicht bessern, kann ein künstliches Hüftgelenk eingesetzt werden. Eine solche Hüftprothese kann Hüftkopf und/oder Gelenkpfanne ersetzen und besteht aus Kunststoffen, Metallen oder Keramik. Da die Hüftoperation bei der Coxarthrose relativ viele Risiken birgt, sollte sie gut überlegt sein. So lockert sich beispielsweise bei bis zu zehn Prozent der Patienten das künstliche Gelenk und muss in einer erneuten Operation ausgetauscht werden. Viele Patienten leiden zudem nach dem Eingriff unter ungleich langen Beinen oder Missempfindungen im betroffenen Bein.

Coxarthrose – Vorbeugung

In erster Linie sollten Überbelastungen des Hüftgelenks vermieden werden. Gelenkfeindliche Sportarten mit abrupten Dreh- oder Stop-Bewegungen sollten gemieden werden. Regelmäßige Bewegung im Alltag und gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen oder Radfahren sind hingegen empfehlenswert. Menschen mit Übergewicht sollten zur Entlastung ihrer Gelenke das Gewicht reduzieren. Trotz dieser Vorbeugemaßnahmen bleibt ein gewisses genetisches Risiko für eine Coxarthrose bestehen.

Bildnachweis: © Hieronymus / shutterstock.com

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