Hörsturz
Hörtest als Teil der Diagnostik bei einem Hörsturz - © Kzenon / stock.adobe.com
Krankheiten

Hörsturz: Ursachen, Symptome, Behandlung

Ein Hörsturz tritt plötzlich und ohne erkennbaren Grund auf. Je nach Ausmaß des Hörsturzes können sich die Beschwerden schnell wieder legen oder von Dauer sein.

Laut der Deutschen Tinnitus-Liga erleiden bei uns jedes Jahr mehr als 150.000 Menschen einen Hörsturz. Für die Betroffenen fühlt es sich an, als hören sie auf einem Ohr plötzlich wie durch Watte oder möglicherweise gar nichts mehr. Und dabei gibt es keine offensichtliche Ursache für diese Symptomatik.

Was genau ist ein Hörsturz?

Zunächst ist es wichtig zu wissen, dass man zwischen kleineren und größeren Hörstürzen unterscheidet. Kleinere sind vorübergehend und regulieren sich meist wieder von selbst. Sie kommen relativ häufig vor. Größere Hörstürze dagegen können unter Umständen einen Dauerschaden verursachen.

Ein typischer Hörsturz zeigt sich in Form eines plötzlichen Hörverlusts auf einem Ohr. Nur äußerst selten sind beide Ohren betroffen.

Ursachen für einen Hörsturz

Als Ursachen kommen mehrere Dinge in Frage. Mit zu den häufigsten Ursachen gehören:

  • Viruserkrankungen
  • Stoffwechselstörungen
  • Störungen der Durchblutung
  • Stress

Mit welchen Symptomen geht ein Hörsturz einher?

Bei einem Hörsturz kommt es immer zu einem einseitigen Verlust des Hörvermögens. Während der ersten Stunden wird diese Erscheinung häufig begleitet von einem heftigen Tinnitus. Dazu kommt ein unangenehmes Druckgefühl auf dem Ohr.

Je nachdem, ob es sich um einen kleinen oder großen Hörsturz handelt, reguliert er sich von selbst, oder bleibt vorerst bestehen. Der Unterschied: Bei kleineren Hörstürzen regenerieren sich die Zellen selbstständig. Hinterher ist das Hörvermögen wieder so normal, wie vorher.

Kommt es stattdessen zu einem schweren Hörsturz, können Zellen absterben, die unwiederbringlich verloren gehen. In diesem Fall bleibt es meist auch bei einer Verschlechterung des Gehörs.

In einigen Fällen kommt es auch dazu, dass der Hörsturz noch von anderen Symptomen begleitet wird. Typisch sind in diesem Fall ein pelziges Gefühl um das Ohr herum oder eine Überempfindlichkeit gegen gewissen Geräuschen.

Welche Methoden werden zur Diagnostik verwendet?

Normalerweise übernimmt die Diagnose der Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Er erstellt zunächst eine Anamnese und untersucht dann das Gehör mittels unterschiedlicher Verfahren. Dazu gehört:

  • Blutdruckmessung
  • Hörtest (inklusive Stimmgabel und Tonaudiogramm)
  • Ohrmikroskopie (m Zuge der Untersuchung wird überprüft, ob sich im Innenohr Fremdkörper befinden, die für den Hörsturz verantwortlich sein könnten)
  • Tympanometrie (ein Verfahren, bei dem das Trommelfell und das Mittelohr genau untersucht werden)

Im Anschluss daran wird die Diagnose gestellt und darüber gesprochen, inwiefern die Problematik zu behandeln ist.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Ein Problem in der Medizin besteht darin, dass ohne eine klare Ursache oftmals nur eine Behandlung der eigentlichen Symptome möglich ist. Ist der Hörsturz schwerwiegend, ist daher nur ein Versuch möglich, um die allgemeine Situation zu verbessern. In einigen Fällen bleiben die Bemühungen wirkungslos.

Besonders gute Aussichten bestehen jedoch, wenn:

  • man recht schnell mit der Behandlung anfängt (spätestens nach vier Tagen)
  • es sich nur um einen schwächeren Hörsturz handelt
  • es in den ersten Tagen bereits zu einer Besserung gekommen ist

Nicht immer ist es erforderlich, dass ein Hörsturz umgehend behandelt wird. Trotzdem ist ein zeitiger Besuch beim HNO-Arzt immer zu empfehlen. Denn selbst wenn die Beschwerden binnen weniger Tage meist abklingen, kann es vorkommen, dass es zu Folgeschäden kommt, die man zunächst gar nicht realisiert.

Was die angewandten Medikamente angeht, werden bei einem Hörsturz folgende eingesetzt:

➡ Kortison:
Dieses hemmt die Entzündung im Ohr, sofern vorhanden.

➡ Blutverdünner:
Sie helfen dabei, eine bessere Durchblutung zu gewährleisten und versorgen das Innenohr mit mehr Sauerstoff. Ein typischer Wirkstoff hierbei ist zum Beispiel Betahistidin.

➡ Virostatikum:
Falls der Betroffene unter einer Viruserkrankung leidet, kann dieses Medikament die Viren an einer Vermehrung hindern.

Außerdem sollte der Patient sich keinerlei Stress oder Belastung aussetzen. Langfristig gesehen ist es außerdem notwendig, dass er seinen Alltag überprüft und eventuelle Belastungen dezimiert. Denn wird diese Ursache nicht beseitigt, kann es langfristig gesehen erneut zu einem Hörsturz kommen.

Wie kann man einen Hörsturz vorbeugen?

Generell ist es empfehlenswert, dass sich der Mensch keinem übermäßigen Stress aussetzen und möglichst Lärm vermeiden sollte. Entspannungsübungen und Ähnliches helfen dabei, eine innere Ausgeglichenheit zu erreichen. Allerdings lassen sich die erwähnten Situationen nicht immer vermeiden. Somit ist immer das Risiko gegeben, dass es irgendwann zu einem Hörsturz kommt.

Beitragsbild: © Kzenon / stock.adobe.com

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