Burnout
Totale Erschöpfung und innere Leere - was steckt hinter Burnout?
Krankheiten

Burnout – Ursachen, Symptome und Therapie

In den Jahren von 1991 bis 2012 nahmen die Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund von psychischen Erkrankungen um rund 165 Prozent zu. Ein Großteil dieser Fehltage geht vermutlich auf das Burnout-Syndrom zurück.

Was ist Burnout?

Tatsächlich gibt es bis heute noch keine verbindliche Definition von Burnout. Offiziell gilt das Ausgebranntsein nicht einmal als eigenständige Krankheit. Das liegt zum einen daran, dass das Phänomen Burnout noch recht neu ist. Zum anderen weist das Burnout-Syndrom eine große Nähe zur Depression auf. Viele Beschwerden, die im Rahmen eines Burnouts auftreten, finden sich auch bei depressiven Erkrankungen. Einige Experten vermuten deswegen, dass es sich beim Burnout nur um eine spezielle Form der Depression handelt. Fest steht jedoch, dass Burnout ein chronischer emotionaler und körperlicher Erschöpfungszustand ist.

Burnout – Ursachen

Die Ursachen des Burnouts sind noch nicht vollständig geklärt. Es scheint sich bei der Erkrankung um ein multifaktorielles Geschehen zu handeln. Der größte Risikofaktor für das Ausgebranntsein ist sicherlich Stress. Insbesondere Personen, die sehr starkes Engagement und einen großen Idealismus zeigen, neigen dazu auszubrennen. Dabei sind Menschen in sozialen und helfenden Berufen ebenso häufig betroffen, wie Menschen in Führungspositionen. Neben einer hohen Arbeitsbelastung und einem großen Einsatz scheinen aber weitere Faktoren eine Rolle zu spielen. Unerfüllbare Vorgaben durch den Vorgesetzten, mangelnde soziale und fachliche Anerkennung, ein schlechtes Betriebsklima, Angst um den eigenen Arbeitsplatz und starker Zeitdruck begünstigen die Entstehung einer psychischen Erkrankung. Ebenso erhöhen wechselnde Arbeitszeiten und Schichtdienst, insbesondere Schichtdienst mit Nachtschichten, das Risiko, an einem Burnout zu erkranken.

Doch Stress im Beruf kann nicht der einzige Einflussfaktor sein. Schließlich erkranken auch Menschen, die keinen erkennbaren Arbeitsstress haben. Experten vermuten, dass auch die Persönlichkeit einen Einfluss hat. Menschen, die an Burnout erkranken, sind häufig perfektionistisch. Sie stellen sehr hohe Ansprüche an sich selbst, haben aber zeitgleich ein eher schwaches Selbstwertgefühl. Für Kränkungen, Frust und Enttäuschungen fehlen ihnen die richtigen Strategien zur Bewältigung. Ferner spielt das soziale Umfeld eine wichtige Rolle. Burnout-Patienten haben häufig wenig Unterstützung durch Partner und Familie. Ebenso können private Rückschläge wie beispielsweise eine gescheiterte Partnerschaft oder ein Todesfall in der Familie die Entstehung des Burnouts begünstigen.

Doch Burnout scheint sich nicht allein aus psychischen Belastungen zu entwickeln. Einige Forscher vermuten, dass die Entstehung der Erkrankung durch einen Mangel an Mikronährstoffen begünstigt wird. So zeigen sich bei vielen Burnout-Patienten im Blut erniedrigte Werte von Kalium, Zink, Magnesium und Vitamin B6. Der Körper benötigt diese Substanzen unter anderem, um den Botenstoff bzw. das Glückshormon Serotonin bilden zu können. Durch einen Mangel an Serotonin kann es zu Schlafstörungen und depressiven Verstimmungen kommen.

Burnout – Symptome

Chronische Müdigkeit und starke Erschöpfung sind die Kardinalsymptome des Burnout-Syndroms. Die Patienten fühlen sich auch bei kleineren Belastungen überfordert und sind ständig müde. Sie können ihr tägliches Arbeitspensum nicht mehr erfüllen, der Alltag erscheint als unüberwindbares Hindernis. Die Betroffenen benötigen deutlich mehr Ruhepausen als vorher. Allerdings bringen diese häufig nicht die gewünschte Entspannung. Die Kräfte kommen nicht so schnell zurück wie früher. Ein freies Wochenende reicht zur Regeneration nicht mehr aus. Das Abschalten nach der Arbeit ist kaum möglich. Probleme aus dem Beruf lassen die Betroffenen auch in der Freizeit nicht los. Sie leiden regelrecht unter einem Gedankenkarussell, das sich am Tag und in der Nacht unaufhörlich dreht. Patienten mit Burnout sind nicht mehr so leistungsfähig wie früher. Die Konzentration nimmt ab, stattdessen stellt sich immer häufiger Nervosität ein. So passieren auch bei gewohnten Arbeiten immer häufiger Fehler. Die Betroffenen reagieren gereizt, sind aggressiv und ängstlich. Daraufhin ziehen sich viele Patienten mit Burnout zurück und vernachlässigen ihr soziales Umfeld. Im Alltag gibt es kaum noch Freude. Jede Aktivität wird als große Anstrengung empfunden. Auch körperliche Symptome können auftreten. Dazu gehören zum Beispiel Einschlaf- und Durchschlafstörungen, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen oder Probleme bei der Verdauung.

Burnout – Therapie

Da Burnout noch nicht als eigenständige Erkrankung anerkannt ist, gibt es auch keine standardisierte Therapie. In jedem Fall sollte die eigene Lebens- und Arbeitssituation kritisch hinterfragt werden. Ein Austausch mit den Kollegen und dem Chef kann sinnvoll sein, um das Betriebsklima zu verbessern und die Arbeitsanforderungen realistisch anzupassen. Eventuell können Aufgaben im Team verteilt werden. Auch eine Weiterbildung kann manchmal motivieren. Sollten die Probleme dort nicht ernst genommen werden, sollten die Betroffenen als letzte Konsequenz über einen Wechsel des Arbeitsplatzes oder falls möglich über einen Wechsel in einen neuen Aufgabenbereich nachdenken. Auch die eigenen Erwartungen sollten überdacht werden.

Für Burnout-Patienten ist die Pausenplanung immens wichtig. Ausreichende Freizeitphasen sollten in den eigenen Terminplan eingebaut werden. Auch während der Arbeit sollten mehrere kleine Pausen eingelegt werden. Entspannungstechniken wie Yoga, die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson oder das Autogene Training können beim Stressabbau helfen und zudem zu einer höheren Stressresilienz führen. Ebenso kann ein starkes soziales Netz den benötigten Rückhalt bieten. Dafür kann ein offener Umgang mit der eigenen Erkrankung erforderlich sein. Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und ausreichend Schlaf sollten zudem bei einer Burnout-Erkrankung eine Selbstverständlichkeit sein.

Nicht immer reichen diese Verhaltensregeln jedoch aus. Bei schweren Burnouts kann eine Psychotherapie hilfreich sein. Als besonders effektiv hat sich hier die Verhaltenstherapie erwiesen. Diese kann ambulant oder wenn nötig auch in der Klinik durchgeführt werden. In der Therapie lernen die Betroffenen ihre dysfunktionalen Verhaltensweisen, die die Entstehung der Erkrankung begünstigt haben, zu verändern.

Bei einer starken Ausprägung der depressiven Symptomatik kann der behandelnde Arzt zusätzlich Psychopharmaka verordnen. Häufig werden zur Behandlung selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) genutzt. Da die Einnahme von SSRI mit Nebenwirkungen behaftet sein kann, sollte der Einsatz immer nur nach einer sorgfältigen Abwägung von Risiko und Nutzen durch den Arzt erfolgen. Zu den möglichen Nebenwirkungen von SSRI gehören Übelkeit, Libidoverlust, Erektionsstörungen, Schlafstörungen und mangelnder Appetit.

Bildnachweis: © dotshock / shutterstock.com

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