Nagelpilz
Ein Nagelpilz ist sehr hartnäckig, oft dauert die Behandlung mehrere Monate
Krankheiten

Nagelpilz – Ursachen, Symptome und Therapie

Als Nagelpilz, Nagelmykose oder Onyochomykose werden Infektionen der Fuß- und Fingernägel mit Hefepilzen, Dermatophyten oder Schimmelpilzen bezeichnet. Die Erkrankung ist relativ häufig und sehr hartnäckig.

Was ist ein Nagelpilz?

Der Nagelpilz ist eine Pilzerkrankung der Nägel, die sich insbesondere durch Verfärbungen und Formveränderungen des Nagels an den betroffenen Stellen äußert.

Grundsätzlich können sowohl die Finger- als auch die Fußnägel von der Infektion betroffen sein. Jedoch tritt der Nagelpilz an den Füßen rund viermal häufiger auf als an den Fingernägeln. Verschiedene Erreger aus der Gruppe der Pilze können einen Nagelpilz hervorrufen. Für 90 Prozent aller Pilzinfektionen an den Nägeln sind jedoch Fadenpilze der Gattung Trichophyton rubrum verantwortlich.

Pilzerkrankungen der Nägel sind weltweit verbreitet und treten häufig auf. So leiden in Deutschland Schätzungen zufolge bis zu 15 Prozent der Bevölkerung an Nagelpilz. In den meisten Fällen sind ältere Menschen betroffen, Kinder haben nur sehr selten Pilzinfektionen an den Nägeln.

Nagelpilz – Ursachen

Durch Pilzsporen, sehr kleine Partikel der krankheitsverursachenden Pilze, gelangen die Erreger auf die Haut. Diese Pilzsporen sind äußerst widerstandsfähig und können in kleinen abgelösten Hautschuppen über Wochen oder sogar Monate überdauern. In den meisten Fällen erfolgt die Übertragung von Mensch zu Mensch. Auch eine Infektion über kontaminierte Gegenstände ist möglich. Potenzielle verunreinigte Gegenstände sind Handtücher, Bodenbeläge oder auch Betten. Insbesondere in öffentlichen Schwimmbädern, Saunen, Fitnessstudios und Gemeinschaftsduschen besteht ein hohes Infektionsrisiko.

Doch nicht jeder Mensch weist die gleiche Anfälligkeit für Pilzinfektionen der Nägel auf. Die Pilze bevorzugen für ihr Wachstum ein feuchtes und warmes Klima. Vermehrtes Schwitzen an den Füßen sowie ein mangelnder Abtransport von Feuchtigkeit und Wärme, beispielsweise durch zu enges Schuhwerk, begünstigen die Pilzvermehrung. Zudem fördern zu enge Schuhe kleine Verletzungen. Durch diese können die Pilze leichter in den Nagel eindringen. Auch eine unzureichende Fußdesinfektion und mangelndes Abtrocknen nach dem Baden oder Duschen tragen zum Nagelpilz bei.

Krankheiten, die die Widerstandsfähigkeit der Haut herabsetzen und sie so anfälliger für den Pilzbefall machen, zählen ebenfalls zu den Risikofaktoren für eine Infektion der Nägel. Zu diesen Erkrankungen gehört neben der Stoffwechselerkrankung Diabetes mellitus auch die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pavK). Beide Krankheiten gehen mit einer gestörten Durchblutung im Bereich der Beine und Füße und damit auch mit einer verminderten Erregerabwehr und einer schlechten Wundheilung einher.

Auch eine Schwächung des Immunsystems beispielsweise durch Erkrankungen wie HIV oder AIDS sowie durch eine medikamentöse Therapie mit Cortison oder Antibiotika kann eine Pilzinfektion hervorrufen. Ferner treten bei Zink– oder Folsäuremangel vermehrt Pilzinfektionen auf. Die Nägel werden durch den Nährstoffmangel weich und brüchig und dienen den Erregern so als Eintrittspforte.

Nagelpilz – Symptome

Die ersten Symptome zeigen sich in der Regel am vorderen Rand des betroffenen Nagels. Im Krankheitsverlauf breitet sich der Pilz dann über den gesamten Nagel aus. Die meisten Pilze ernähren sich vom Keratin, also von der Nagelsubstanz. Das Keratin löst sich infolge langsam auf, sodass im Nagel luftgefüllte Hohlräume entstehen. Diese treten in Form von weißen Flecken oder Streifen auf der Nagelplatte in Erscheinung. Zudem verdickt sich der betroffene Nagelbereich. Auch gelb-braune Verfärbungen sind möglich.

Je länger die Pilzinfektion andauert, desto mehr Schaden nimmt die Nagelsubstanz. Die Nägel werden rau und brüchig oder weisen eine krümelige Konsistenz auf. Einzelne Nagelschichten spalten sich ab, teilweise lockert sich die gesamte Nagelplatte. Je nach Ausprägung kann sich der ganze Nagel vom Nagelbett lösen.

Nagelpilzinfektionen können äußerst schmerzhaft sein. Zudem ist die Infektionsgefahr deutlich erhöht. Die Pilze rufen kleine Verletzungen hervor, durch die Bakterien und Viren in den Körper eindringen können. Nicht selten dient der Nagel als Ausgangspunkt für weitergehende Pilzinfektionen.

Nagelpilz – Therapie

Die Therapie hängt von der Ausprägung der Pilzinfektion ab. Bei leichtem Befall kann der Nagelpilz rauswachsen. Ist jedoch die sogenannte Nagelmatrix, die eigentliche Wachstumszone des Nagels, ebenfalls von der Pilzinfektion betroffen, sind auch die neu gebildeten Nagelabschnitte infiziert. Der Nagelpilz wächst mit dem Nagel mit. Sind bei einem einzelnen Nagel weniger als 50 bis 70 Prozent der Nagelfläche betroffen, reicht eine lokale Therapie mit pilzhemmenden und pilztötenden Medikamenten, den sogenannten Antimykotika, in der Regel aus. Hierfür sind antimykotische Salben und Nagellacke erhältlich, die einfach auf den Nagel aufgetragen werden.

Bei einem Befall der tieferliegenden Nagelschichten oder bei einer Infektion im Bereich des Nagelbetts ist eine Behandlung mit lokalen Antimykotika nicht ausreichend. In diesem Fall kann eine systemische Therapie mit Tabletten oder Kapseln erforderlich sein. So erreicht der pilztötende Wirkstoff über die Blutbahn auch die Nagelmatrix. Welches Präparat zur Behandlung geeignet ist, kann der Arzt mithilfe einer Pilzkultur feststellen. Alternativ kann er Breitspektrum-Antimykotika verordnen, die gegen verschiedene Pilzarten zugleich wirksam sind. Jedoch dauert es eine gewisse Zeit, bis der antimykotische Wirkstoff alle Nagelschichten durchdringt und den Pilz auch in den tieferliegenden Schichten sicher abtötet. In den luftgefüllten Hohlräumen, die sich zwischen den Nagelschichten befinden, können die Sporen der Pilze über längere Zeit überleben. Um einer Reinfektion durch diese Pilzsporen vorzubeugen, können Keratolytika zur Auflösung des Nagels eingesetzt werden. Alternativ kann der Arzt die betroffenen Schichten des Nagels mit einer Fräse entfernen.

Verpilzte Nägel können ferner mittels Lasertherapie behandelt werden. Spezielle gepulste Infrarotlaser ermöglichen eine Inaktivierung der Pilzstrukturen, ohne den Nagel zu schädigen.

Ferner bietet die Naturheilkunde verschiedene Behandlungsmöglichkeiten bei Pilzbefall. So lassen sich Pilzinfektionen beispielsweise mit Essig oder Essigessenz behandeln. Da der Pilz für sein Wachstum ein basisches Milieu benötigt, bildet er sich durch die Behandlung mit dem sauren Essig langsam zurück. Auch die ätherischen Öle aus Teebaum oder Lavendel sind aufgrund ihrer antimykotischen Wirkeigenschaften zur lokalen Behandlung geeignet.

Die Behandlung des Nagelpilzes ist recht langwierig. Bei einem ausgeprägten Befall ist eine Therapiezeit von drei bis sechs Monaten nicht ungewöhnlich.

Nagelpilz – Vorbeugung

Zur Prävention einer Pilzinfektion empfiehlt es sich, in öffentlichen Einrichtungen wie Schwimmbädern, Fitnessstudios oder Saunen auf das Barfußlaufen zu verzichten.

Gut passendes Schuhwerk aus einem atmungsaktiven Material sorgt dafür, dass sich keine Feuchtigkeit im Fußbereich bildet. Diabetiker sollten ihren Füßen besondere Aufmerksamkeit schenken. Regelmäßige Fußpflege zur Prävention von Pilzinfektionen ist bei Patienten mit Diabetes mellitus obligat.

Wenn bereits ein Nagelpilz besteht, sollten die Schuhe regelmäßig desinfiziert werden, um einer Reinfektion vorzubeugen. Ebenso müssen die Hände sowie Nagelschere oder Feilen nach dem Kontakt mit den befallenen Nagelstellen sorgfältig gereinigt und desinfiziert werden. Socken und Handtücher sind täglich zu wechseln und bei mindestens 60 Grad Celsius zu waschen.

Bildnachweis: © cunaplus (ID 485451553) / shutterstock.com

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