Selen
Gut verwertbares Selen findet sich unter anderem in Paranüssen
Nährstoffe

Selen – Schutz für Zellen und Immunsystem

Das nach Selene, der griechischen Mondgöttin benannte Spurenelement Selen wirkt im menschlichen Körper ähnlich wie Vitamin E. Als Bestandteil eines Enzyms, das freie Radikale bindet, hat es ebenfalls antioxidative Eigenschaften.

Daneben ist Selen an der Bildung der Schilddrüsenhormone beteiligt, stärkt die Immunabwehr und hilft bei der Entgiftung des Körpers mit. Das essentielle Spurenelement kann nicht selbst vom Körper hergestellt werden und muss täglich über die Nahrung zugeführt werden.

Was ist Selen?

Selen ist ein chemisches Element und zählt zu den Chalkogenen (Erzbildner). Es wurde 1817 im Schlamm der Bleikammer einer Schwefelfabrik entdeckt. Erst seit dem Jahre 1975 ist bekannt, dass Selen auch im menschlichen Organismus vorkommt.

Als essentielles Spurenelement ist es Bestandteil der Aminosäure Selenocystein und aller zellulären Lebewesen. Im menschlichen Körper befinden sich 10-15 Milligramm Selen, das meiste davon in Muskeln, Leber, Nieren und Herz. Die Aufnahme erfolgt im Darm überwiegend im Duodenum (Zwölffingerdarm), die Ausscheidung findet hauptsächlich über den Urin statt.

Welche Wirkung und Funktion hat Selen im Körper?

Ähnlich wie Vitamin E schützt Selen die Zellen vor freien Radikalen, indem es diese als Bestandteil von Enzymen in Derivate umwandelt, so dass sie keinen schädigenden Einfluss mehr auf die DNA haben. Der Zellalterung entgegen wirkt Selen, weil es die Haut vor schädigenden UV-Strahlen schützt.

Die zweite wichtige Aufgabe des Spurenelementes ist seine Beteiligung an der Bildung von Schilddrüsenhormonen. Hier hilft es das Schilddrüsenhormon Thyroxin (T4) in das aktive Trijodthyronin (T3) umzuwandeln.

Zur Stärkung des Immunsystems trägt Selen bei, indem es die Produktion von Antikörpern anregt und so indirekt beim Kampf gegen eindringende Krankheitserreger mitwirkt.

Daneben unterstützt das Spurenelement die Entgiftung des Körpers, der durch Schwermetalle aus der Umwelt, z.B. Cadmium, Blei oder Quecksilber belastet ist. Selen entsorgt die giftigen Substanzen, indem es schwerlösliche Selenide mit ihnen bildet. Diese können dann vom Verdauungssystem nicht mehr aufgenommen werden und verlassen den Körper durch Ausscheidung.

Zurzeit wird noch darüber diskutiert, ob Selen Krebserkrankungen wie Haut-, Lungen- oder Prostatakrebs vorbeugt, wenn es als Nahrungsergänzungsmittel zu sich genommen wird. Bisherige Ergebnisse aus Forschungen konnten das jedoch noch nicht bestätigen.

Ursachen und Symptome für Selenmangel

Da der Körper das Spurenelement nicht selbst produzieren kann, hängt der Selenspiegel vor allem von der Ernährung ab. Ein Mangel ist möglich, wenn die Aufnahme von Selen verringert ist. Dies kann bei Essstörungen, einer eiweißarmen Ernährung (z.B. Veganer), Dialysepatienten oder erhöhtem Alkoholkonsum der Fall sein. Ebenfalls sind ältere Menschen gefährdet, zu wenig Selen über die Nahrung aufzunehmen, da sich die Fähigkeit der Resorption im Alter reduziert.

Auch die erhöhte Ausscheidung von Selen kann zu einem Mangel führen, z.B. bei langanhaltenden Durchfällen, , Diabetes mellitus, schweren Nierenerkrankungen oder chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa. Ein gesteigerter Bedarf ist auch während Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Krebserkrankungen angezeigt.

Eine Selenmangel kann sich durch folgende Symptome äußern:

  • Anfälligkeit für bakterielle Infektionen
  • Veränderung der Nägel (weiße Flecken)
  • Fettstoffwechselstörung
  • Beeinträchtigung der Spermienbildung
  • Erkrankung des Herzmuskels (Keshan-Krankheit)
  • Rückbildung der Gelenkknorpel (Kashin-Beck-Erkrankung)

Ist der Mangel sehr gering, tauchen diese gesundheitlichen Folgen nur bei einer gleichzeitigen Vitamin-E-Unterversorgung auf.

Ist eine Überdosierung mit Selen möglich?

Höhere Mengen von Selen sind giftig, deshalb scheidet der Körper überschüssiges Selen durch den Urin wieder aus. Eine akute Selenvergiftung ist daher selten und kann nur durch eine sehr hohe orale Dosis verursacht werden. Meist kommt es aber erst zu gesundheitlichen Störungen, wenn über einen längeren Zeitraum zu große Mengen, über 800 Mikrogramm täglich, aufgenommen werden, z.B. über Nahrungsergänzungsmittel.

Die Symptome einer Überdosierung (Selenose) sind:

Studien haben gezeigt, dass eine überhöhte Aufnahme von Selen das Risiko steigert, an Prostatakrebs zu erkranken.

Lebensmittel mit Selen

Der geschätzte tägliche Bedarf an Selen für Jugendliche und Erwachsene liegt bei 30–70 Mikrogramm und sollte die Aufnahme von mehr als 300 Mikrogramm täglich nicht überschreiten.

Da der Selengehalt der Böden in Deutschland und vielen Ländern der EU sehr gering ist, gelten sie als Selenmangelgebiete. Seit 1992 darf Futtermitteln in der EU Selen beigemischt werden, deshalb hängt der Selengehalt tierischer Lebensmittel stark von deren Herstellung ab.

Als selenhaltige Lebensmittel gelten Fleisch (besonders Innereien), Fisch und Eier, aber auch Linsen, Spargel und Paranüsse. Um die Verfügbarkeit im Körper zu erhöhen, empfiehlt sich die zusätzliche Aufnahme von Nahrungsmitteln, in denen viel Vitamin A, Vitamin C und Vitamin E enthalten ist.

Bevorzugt sollten Produkte aus biologischem Anbau verwendet werden, da dort auf schwefelhaltige Düngemittel verzichtet wird und die Pflanzen deshalb mehr Selen enthalten.

Als Resultat ergibt sich, dass Selen ein wichtiges Spurenelement ist, auf das der Körper nicht verzichten kann. Normalerweise reicht es aus, den täglichen Bedarf über eine ausgewogene Ernährung zu decken. Wer jedoch zu einer der erwähnten Risikogruppen für Selenmangel zählt, sollte in Absprache mit einem Arzt die zusätzliche Einnahme von Selenpräparaten in Betracht ziehen.

Bildnachweis: © mmkarabella / shutterstock.com

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