Bakerzyste
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Krankheiten

Bakerzyste im Knie – Ursachen und Behandlung

Hat sich eine Bakerzyste im Knie gebildet, kann das sehr schmerzhaft sein. Woher kommt die Zyste und wie erfolgt die Behandlung? Alle Antworten hier.

Machen sich in der Kniekehle Schmerzen und eine unangenehme Spannung bemerkbar, kann eine Baker-Zyste die Ursache sein. Die mit Flüssigkeit gefüllte Ausstülpung kann entstehen, wenn die Knie häufig gebeugt werden und die Faszien dadurch verkleben. Nachfolgend kann nachgelesen werden, wie es zur Bildung von Bakerzysten kommt, welche Beschwerden entstehen und was dagegen unternommen werden kann.

Was ist eine Bakerzyste?

Bakerzysten sind Ausstülpungen, die sich in der Kniekehle bilden und mit Gelenkflüssigkeit gefüllt sind. Mediziner sprechen auch von einer Poplitealzyste. Die Zyste bildet sich an den auf der Innenseite der Kniekehlen befindlichen Schleimbeuteln. Die beiden Schleimbeutel verschmelzen zunächst miteinander.

Dringt nun aus dem Kniegelenk Flüssigkeit in den Schleimbeutel ein, kommt es zur Ausbildung der Bakerzyste. Dadurch gewinnt der Schleimbeutel an Größe und kann die Schwellung des Kniegelenkes bewirken.

Bakerzysten – 2 Arten

Art der BakerzysteMerkmale
primäre BakerzystenDiese Zysten treten bereits im Kindesalter auf und sind angeboren.
Meist verspüren die Betroffenen keine Beschwerden.
sekundäre BakerzystenTreten Verletzungen im Bereich des Kniegelenkes auf, können sich diese Zysten bilden.
Als Ursachen gelten Meniskusrisse, Knorpelschäden oder Arthrose.
Die Baker-Zyste wurde erstmals im Jahre 1828 beschrieben. Ende des 19. Jahrhunderts stellte William Morrant Baker den Zusammenhang zwischen Zysten im Kniegelenk und Kniearthrosen her. Seither wird die Zyste nach dem britischen Chirurgen benannt.

Wie entstehen Bakerzysten?

Zu den Schmerzen im Kniegelenk kommt es meist durch langes Sitzen. Wird das Knie häufig und über längere Zeit gebeugt, passen sich die in der Kniekehle befindlichen Faszien der ungewohnten Position an. Es kommt zu einer Verfilzung der Faszien und des umliegenden Gewebes. Die Kniekehle wird dick und beginnt zu schmerzen.

Ursachen einer Bakerzyste

Am häufigsten sind Personen im Alter von 20 bis 40 Jahren von Baker-Zysten betroffen. Die Zysten können aber auch bei jüngeren und älteren Patienten auftreten.

In Studien konnte nachgewiesen werden, dass die Bakerzyste meist nicht isoliert auftritt, sondern häufig von weiteren Knieschäden begleitet wird. Bereits William Baker hatte Anfang des 19. Jahrhunderts festgestellt, dass viele von Kniearthrose betroffene Personen auch Zysten im Kniegelenk aufwiesen.

Untersuchungen in jüngerer Zeit haben bestätigt, dass nahezu alle an der Bakerzyste leidenden Personen auch unter Verletzungen am Meniskus und unter Arthrose im Knie litten. Daher wird angenommen, dass eine Baker-Zyste entsteht, wenn durch die genannten Grunderkrankungen Druck auf das Kniegelenk ausgeübt wird.

Symptome für Bakerzysten

Die Baker-Zyste macht sich durch ein Druckgefühl in der Kniekehle bemerkbar. Die Schmerzen können bis in den Wadenmuskel ausstrahlen. Die Beschwerden stellen sich ein, wenn das Knie ungewöhnlich belastet oder längere Zeit gebeugt oder gestreckt wird.

Kommt es nicht zu einem derartigen Reiz, verspürt der Betroffene keine Schmerzen. Dringt eine große Menge an Gelenkflüssigkeit in den Schleimbeutel ein, wächst die Baker-Zyste und am Kniegelenk macht sich eine Schwellung bemerkbar. Die Zyste ist dann bereits mehrere Zentimeter groß und lässt sich unter der Haut ertasten.

Ist die mit Flüssigkeit gefüllte Zyste einem hohen Druck ausgesetzt, kann sie platzen. Dies kann bei langen Tagen im Büro ebenso passieren wie bei ständigem Sitzen auf Reisen. Mediziner sprechen von einer Ruptur der Bakerzyste. Platzt die Zyste, läuft die Flüssigkeit in das Gewebe. Dies zeigt sich in einer Schwellung in der Mitte des Unterschenkels.

» Hinweis: Betroffene Patienten halten die Knie häufig leicht gebeugt, um die Schmerzen zu lindern.

In extremen Fällen können Bakerzysten Taubheitsgefühle und Lähmungen unterhalb des Knies verursachen.

Diagnose der Bakerzyste

Der Arzt wird zunächst durch Abtasten des Knies versuchen, die Bakerzyste zu lokalisieren. Die Diagnose kann durch eine Ultraschall-Untersuchung untermauert werden. Bakerzysten sind durch das Ultraschallbild zweifelsfrei zu erkennen. Will sich der Mediziner ein genaueres Bild über Größe und Ausmaße der Zyste verschaffen, kann zusätzlich eine Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt werden. Auch Röntgen kommt als bildgebendes Verfahren in Frage.

Behandlung der Bakerzyste

Meist werden entzündungshemmende Medikamente verordnet. Von Kortison ist abzuraten, denn bei langfristigem Gebrauch können die Sehnen des Körpers geschädigt werden. Eine Alternative aus der Naturmedizin stellt Arnika als Salbe oder homöopathisches Präparat dar.

Bei einer Ruptur wird der Arzt dem Patienten raten, das betroffene Bein hochzulegen und mit Wärme zu versorgen.

Behandlungsmöglichkeiten

BehandlungErläuterung
VerödungBei dieser Methode wird der Übergang zwischen Zyste und Gelenk verödet. Damit wird unterbunden, dass weitere Flüssigkeit in die Zyste gelangt.
PunktionIst die Bakerzyste prall mit Flüssigkeit gefüllt, kann sie punktiert werden.
Es besteht jedoch die Gefahr, dass dabei Nerven und Gefäße verletzt werden.
OperationWerden die Zysten herausgeschnitten, ist die Rückfall-Rate groß. Daher wird häufiger auf die Arthroskopie zurückgegriffen. Dabei werden spezielle Instrumente in das Knie eingeführt und die Zyste wird von Druck befreit.

» Hinweis: Die Verödung ist die einzige Methode, die zur dauerhaften Beseitigung der Bakerzyste führt. Wurde punktiert, kann sich die Zyste erneut mit Gelenkflüssigkeit füllen. Auch bei Operationen ist die Möglichkeit der Neubildung der Zysten nicht ausgeschlossen.

Mit speziellen Übungen kann der Druck aus der Zyste genommen werden. Die Schmerzen lassen sich lindern und nicht selten bilden sich die Zysten zurück, wenn regelmäßig trainiert wird.

Ausgebildete Schmerztherapeuten bieten die Osteopressur an. Dabei werden bestimmte Punkte an den Knochen stimuliert. Dadurch entspannt sich das Gewebe um die Zyste und die Schmerzen lassen nach.

In Kombination mit speziellen Übungen kann eine langfristige Schmerzfreiheit erzielt werden. Als positiver Nebeneffekt wird zugleich die Durchblutung im Knie verbessert.

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