Schlafapnoe
Bei der Schlafapnoe kommt es im Schlaf zu gefährlichen Atem­aussetzern
Krankheiten

Schlafapnoe – Ursachen, Symptome und Therapie

Die Schlafapnoe, auch als Schlafapnoe-Syndrom (SAS) bezeichnet, ist eine ernsthafte Atmungsstörung, die sich während des Schlafs zeigt. Zu den Leitsymptomen der Erkrankung gehören eine ausgeprägte Tagesmüdigkeit und das Schnarchen.

Was ist Schlafapnoe?

Die Schlafapnoe wird den schlafbezogenen Atmungsstörungen zugeordnet. Der Begriff stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „kein Atem“.

Charakteristisch sind Atemstillstände, die mehrmals in der Nacht während des Schlafens auftreten. Diese Atemstillstände werden auch Apnoen genannt. Durch die Atemunterbrechungen kommt es zu einer verminderten Versorgung des Körpers mit Sauerstoff. Gleichzeitig steigt der Kohlendioxidgehalt im Blut. Der Körper reagiert auf diese Störungen mit Aufweckreaktionen wie einem beschleunigten Puls oder einem erhöhten Blutdruck.

Nur in seltenen Fällen wachen die Betroffenen bewusst auf. Häufig bleibt die Schlafapnoe deshalb unbemerkt und äußert sich lediglich durch eine ausgeprägte Tagesmüdigkeit und andere Symptome, die auf den nicht erholsamen Schlaf zurückzuführen sind.

Die Schlafapnoe gehört zu den häufigen Atmungsstörungen. Schätzungen zufolge sind bis zu neun Prozent aller Männer im mittleren Lebensalter von dem Schlafapnoe-Syndrom betroffen. Bei den Frauen sind es hingegen lediglich zwei bis vier Prozent.

Schlafapnoe – Ursachen

Grundsätzlich lässt sich die Schlafapnoe in eine obstruktive und eine zentrale Form unterteilen.

Die häufigste Form ist das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom (OSAS). Ursache dieser Variante ist eine ausgeprägte Entspannung der Muskulatur der oberen Atemwege im Schlaf. Insbesondere die ringförmigen Muskeln des weichen Gaumens unterliegen dieser Erschlaffung. Dadurch hat die Zunge keinen Halt mehr, fällt zurück und verlegt die Atemwege, sodass der Schlafende wenig bis gar keine Luft mehr bekommt. Diese Atemstillstände dauern definitionsgemäß mindestens zehn Sekunden und haben einen Abfall der Sauerstoffsättigung zur Folge. Dadurch entsteht zum einen eine Mangelversorgung der Organe und Gewebe des Körpers. Zum anderen erhöht sich der Kohlendioxidgehalt im Blut. Infolge regelt der Organismus die Aktivität hoch, sodass der Betroffene (meist unbemerkt) kurz erwacht und tief Luft holt. So ist die Sauerstoffversorgung zumindest bis zum nächsten Atemstillstand gesichert. Die obstruktive Schlafapnoe zeigt sich vor allem bei Menschen mit Übergewicht. Rund 80 Prozent aller Patienten mit OSAS sind adipös. Auch ein zurückliegender Unterkiefer sowie eine vergrößerte Zunge können den Widerstand bei der Atmung erhöhen und den Rachenraum einengen. Alkohol, Zigaretten und verschiedene Medikamente wie beispielsweise Schlafmittel oder Beta-Blocker können die Atemaussetzer über einen deutlich herabgesetzten Spannungszustand der Muskulatur begünstigen.

Die Ursache der zentralen Schlafapnoe findet sich hingegen nicht in den Atemwegen, sondern im Gehirn. Durch Schäden im Atemzentrum des zentralen Nervensystems wird die Atemmuskulatur nicht richtig gesteuert. In den meisten Fällen ist diese Form der Schlafapnoe erblich bedingt. Doch auch neurologische Schäden beispielsweise durch Infektionskrankheiten können eine zentrale Schlafapnoe hervorrufen. Zu den begünstigenden Faktoren gehören ferner Herzprobleme, Tumore des Gehirns und verschiedene Medikamente.

Schlafapnoe – Symptome

Leitsymptom der Schlafapnoe sind Atemaussetzer, die mindestens zehn Sekunden andauern. Bei einigen Betroffenen setzt die Atmung erst nach einigen Minuten wieder ein. Die Alarmreaktionen des Körpers führen zu einem unerholsamen Schlaf. Viele Patienten mit Schlafapnoe klagen über Durchschlafstörungen. Dadurch kommt es am Tag zu einer starken Müdigkeit mit Einschlafneigung. In ausgeprägten Fällen fallen Menschen mit Schlafapnoe in einen Sekundenschlaf. Verkehrsexperten vermuten, dass viele schwere Unfälle im Straßenverkehr auf ein unbehandeltes Schlafapnoe-Syndrom zurückzuführen sind. Typisch sind auch Konzentrationsstörungen oder Gedächtnisstörungen.

Nach dem Erwachen fühlen sich die Betroffenen trotz ausreichender Schlafdauer wie gerädert und leiden unter Kopfschmerzen. Schwindel und Mundtrockenheit nach dem Aufstehen gehören ebenfalls zu den charakteristischen Symptomen der Schlafapnoe. Einige Patienten berichten über einen vermehrten Harndrang während des Schlafs und über nächtliches Wasserlassen. Mediziner sprechen hier von einer Nykturie. Nicht selten leiden Menschen mit Schlafapnoe zudem unter depressiven Verstimmungen und Erektionsstörungen.

Infolge einer unbehandelten Schlafapnoe können sich verschiedene chronische Beschwerden entwickeln. Dazu gehören neben Bluthochdruck und Herzinfarkt auch Stresserkrankungen wie Tinnitus, Hörsturz oder Magengeschwüre.

Ferner scheint ein Zusammenhang zwischen der obstruktiven Schlafapnoe und der Stoffwechselerkrankung Diabetes mellitus Typ 2 zu bestehen. So ist der Blutzucker der Patienten umso höher, je mehr Atemstillstände pro Stunde in der Nacht auftreten.

Schlafapnoe – Therapie

Die Art der Behandlung richtet sich zum einen nach der Ursache des Syndroms und zum anderen nach der Ausprägung der Beschwerden. Häufig bewirken einfache konservative Maßnahmen wie eine Gewichtsreduktion sowie der Verzicht auf Nikotin und Alkohol schon eine deutliche Besserung. Ebenso kann eine Stärkung der Mund- und Halsmuskulatur den Beschwerden entgegenwirken. Studien zeigen, dass insbesondere das regelmäßige Spielen von Blasinstrumenten wie Didgeridoo, Fagott oder Oboe die Symptome lindern kann.

Bei ausgeprägten Beschwerden kommen in der Therapie der obstruktiven Schlafapnoe sogenannte CPAP-Therapiegeräte zum Einsatz. Diese sind über einen Schlauch mit einer Maske verbunden, die die Patienten in der Nacht um die Nase oder um den Mund tragen müssen. CPAP steht für Continuous Positive Airways Pressure. Das bedeutet, dass die therapeutischen Geräte einen leichten Überdruck erzeugen, der verhindert, dass die Atemwege zusammenfallen. Alternativ kann eine BIPAP-Atmung durchgeführt werden. Die Geräte, die für diese druckkontrollierte Beatmungsform genutzt werden, generieren abwechselnd einen niedrigeren Druck zur Ausatmung und einen eher hohen Druck, der das Einatmen erleichtert. Deshalb wird die BIPAP-Atmung vor allem bei Patienten eingesetzt, für die die CPAP-Atmung zu anstrengend ist.

Bei vielen Patienten hat sich ferner eine Unterkieferprotrusionsschiene als hilfreich erwiesen. Diese Schienen werden individuell im Zahnlabor angefertigt und sollen die Atemwege in den Schlafphasen offen halten.

Eine weitere Alternative zur CPAP- oder zur BIPAP-Therapie ist die Schienung des Rachens mit einem Stent. Das nasopharyngeale Stentgeflecht kann Atemwegsverschlüsse verhindern. Dazu wird das medizinische Implantat vor dem Schlafen von den Patienten in die Nase eingesetzt und am nächsten Morgen wieder entfernt.

Bringen die konservativen Therapien auf Dauer nicht den gewünschten Erfolg, können operative Behandlungsmethoden zur Verbesserung der Nasenluftpassage in Erwägung gezogen werden. Ein solches chirurgisches Verfahren ist die bimaxilläre Operation. Hier verlagert der behandelnde Chirurg den Ober- und den Unterkiefer nach vorne und erweitert damit die oberen Atemwege. Die entsprechenden operativen Eingriffe werden von geschulten HNO-Ärzten oder Kieferchirurgen durchgeführt.

Schlafapnoe – Vorbeugung

Adipositas, also starkes Übergewicht, gilt als einer der Hauptrisikofaktoren der Schlafapnoe. Deshalb gehört die Gewichtsreduktion bei Übergewicht zu den wichtigsten Präventivmaßnahmen. Alkohol und Nikotin zählen ebenfalls zu den Risikofaktoren und sollten deshalb weitgehend gemieden werden. Ausreichende Schlafenszeiten und eine Schlafposition in Seitenlage können den Atemaussetzern in einigen Fällen zusätzlich entgegenwirken.

Bildnachweis: © tommaso79 (ID 506742151) / shutterstock.com

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