Diphterie
Diphterie äußert sich anfangs durch Halsschmerzen, leichtem Fieber und Schluckbeschwerden - © DimaBerlin / stock.adobe.com
Krankheiten

Diphtherie: Ursachen, Symptome und Behandlung

Diphterie ist eine hochansteckende Erkrankung, die meist die Atemwege betrifft. Unbehandelt führt sie in der Regel zum Tod. Dank der Impfpflicht tritt die Erkrankung in Deutschland aber glücklicherweise nur noch vereinzelt auf.

Diphtherie ist eine seltene Infektionskrankheit, welche vor allem bei Kindern auftritt und häufig Atembeschwerden verursacht. Vor Einführung der Routineimpfungen war Diphtherie eine häufige Todesursache in den westlichen Industrieländern. Impfungen bieten zwar keinen 100%igen Schutz, sorgen aber für einen milderen Verlauf der Erkrankung. Wir klären im Folgenden über Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten auf und erläutern, wann der Impfschutz erfolgen sollte.

Was ist unter Diphtherie zu verstehen?

Diphtherie ist eine bakterielle Infektion. Meist betrifft die Krankheit die Atemwege. Es können massive Schwellungen auftreten, die zur Erstickung führen können. Meist sind die oberen Atemwege und die Rachenschleimhaut betroffen.

In Deutschland ist die Krankheit seit der Impfpflicht selten geworden. In verschiedenen Ländern der Dritten Welt ist Diphtherie weiterhin verbreitet. Es können sogar Epidemien auftreten.

Der Begriff selbst entstammt der griechischen Bezeichnung „diphthera“ für „Membran“ und der für eine Entzündung stehenden Endung „itis“. Früher wurde Diphtherie als „echter Krupp“ bezeichnet. Das Beschwerdebild lässt Parallelen zur bei Kleinkindern auftretenden Kehlkopfentzündung Pseudokrupp zu.

Bleibt Diphtherie unbehandelt, können die Giftstoffe in den Blutkreislauf gelangen und dort Lähmungen oder Herzversagen auslösen. Mediziner sprechen von einer toxischen Diphtherie. Es besteht akute Lebensgefahr.

Diphtherie ist in Deutschland meldepflichtig. Ärzte müssen mögliche Verdachtsfälle, tatsächliche Krankheitsfälle und auf Diphtherie zurückzuführende Todesfälle dem Gesundheitsministerium melden.

Diphtherie ist ansteckend und durch Tröpfcheninfektion übertragbar. Somit können sich Gesunde infizieren, wenn ein Diphtherie-Patient in ihrer Gegenwart hustet oder niest. Die Ansteckungsrate ungeimpfter Personen liegt bei zehn bis zwanzig Prozent.

Diphtherie – Ursachen

Diphtherie wird durch das Bakterium Corynebacterium diphteriae hervorgerufen. Die Bakterien vermehren sich im Rachen des Betroffenen und geben vermehrt Giftstoffe ins Blut ab. Die Schleimhautzellen werden durch die Gifte zerstört. Es bildet sich ein weißgrauer Film, den Mediziner als Pseudomembran bezeichnen. Dieser Belag besteht aus Eiweiß, weißen Blutkörperchen und Zellteilen. Häufig breiten sich Pseudomembranen bis in den Kehlkopf und in die Luftröhre aus.

Die Giftstoffe können alle Körperzellen angreifen. Vorrangig wird die Eiweißproduktion in Nieren, Herz und Leber gehemmt.

Die Erreger können auch Hautentzündungen hervorrufen. Diese Form der Krankheit findet in den Tropen Verbreitung.

Diphtherie – Symptome

Die ersten Symptome treten zwei bis sieben Tage nach der Infektion auf. Diphtherie beginnt mit einer Halsentzündung und Fieber. Die Lymphknoten im Nacken sind geschwollen. Die Schleimhäute schwellen an und es treten Halsschmerzen und Schluckbeschwerden auf.

Es stellt sich ein allgemeines Krankheitsgefühl ein. Auch optisch zeigt sich häufig am Hals eine Schwellung. Die Mandeln sind von weißlich-grauem Belag umgeben. Die Schleimhaut unter den Pseudomembranen ist angegriffen und beginnt bei Kontakt zu bluten. Weiterhin fällt ein süßlich-fauliger Mundgeruch auf.

Diese Symptome deuten auf Diphtherie hin:

  • Halsschmerzen
  • geschwollene Lymphknoten
  • geschwollene Schleimhäute
  • Schluckbeschwerden
  • Fieber
  • weißlich-grauer Belag im Rachenraum
  • allgemeines Krankheitsgefühl

Bei Diphtherie im Kindesalter greifen die Bakterien häufig auf die Nasenschleimhaut über. Dies äußert sich in einem eitrigen und blutigen Ausfluss aus der Nase.

Breitet sich die Erkrankung auf den Kehlkopf aus, besteht akute Gefahr. Die Schleimhäute schwellen an. Der Betroffene leidet zunächst unter einem trockenen, bellenden Husten und Heiserkeit. Bei zunehmender Schwellung tritt Atemnot ein und der Zustand wird lebensbedrohlich.

Selten greifen die Toxine auch innere Organe an.

Es kann zu folgenden Symptomen kommen:

Unbehandelt kann die Krankheit zum Tode führen.

Diphtherie – Diagnose

Die Symptome sind recht eindeutig und erleichtern damit die Diagnosestellung. Einen möglichen Verdacht kann der Arzt mithilfe eines Rachenabstriches bestätigen. In ihrem Anfangsstadium ist die Krankheit leicht mit einer Entzündung von Mandeln oder Kehlkopf oder mit Pseudo-Krupp zu verwechseln.

Die Ergebnisse des Rachenabstriches liegen den Ärzten erst nach zwölf Stunden vor. Um keine Zeit zu verlieren, wird häufig bereits im Verdachtsfall mit der Behandlung begonnen.

Diphtherie – Behandlung

Diphtherie-Patienten werden im Krankenhaus behandelt. Spezielle Medikamente gegen Diphtherie sind nicht auf dem Markt. Zunächst werden gegen die Giftstoffe im Körper Gegenmittel verabreicht. Diese sogenannten Diphtherie-Antitoxine neutralisieren die im Körper befindlichen Toxine. Allerdings ist das Gegengift machtlos gegen Gifte, die sich bereits an Körperzellen angelagert haben.

Das Bakterium wird mit Antibiotika bekämpft. Meist geben die Ärzte Penicillin. Die Antibiotika-Einnahme ist über einen Zeitraum von zehn Tagen erforderlich. Kommt es zu massiven Atembeeinträchtigungen, kann sich eine künstliche Beatmung notwendig machen. Sind die Nieren stark angegriffen, ist eine Blutwäsche erforderlich.

Betrifft die Diphtherie die Haut, kann man meist auf die Einnahme von Antitoxinen verzichten. Bei dieser milderen Form der Erkrankung werden nur wenige Giftstoffe abgegeben. Bilden sich größere Geschwüre, muss über eine Medikamentengabe nachgedacht werden.

Den Patienten wird Bettruhe über einem Zeitraum von mindestens einem Monat verordnet. Nach erfolgter Diagnose werden die Erkrankten isoliert und dürfen lediglich mit Personen, die über einen ausreichenden Impfschutz verfügen in Kontakt treten. Kontaktpersonen werden vorsorglich mit einem Antibiotikum versorgt. Der Impfstatus wird überprüft und ggf. aufgefrischt.

Diphtherie – Prognose

Die Prognose richtet sich nach dem Zeitpunkt der Behandlung und der allgemeinen Verfassung des Betroffenen. Wurde frühzeitig mit der Behandlung begonnen, haben Diphtherie-Patienten meist eine Chance auf vollständige Heilung.

Wurde die Krankheit erst spät erkannt, können Betroffene unter Spätfolgen leiden. Betroffen sind meist das Herz, die Atemwege, die Nieren oder die Nerven. Die Spätfolgen können einen tödlichen Verlauf nehmen. Wer die Krankheit überstanden hat, ist für den Rest seines Lebens immun, kann aber die Erreger noch im Körper tragen und ausscheiden und damit andere anstecken.

Die Sterberate bei von Diphtherie Betroffenen liegt allgemein bei fünf bis zehn Prozent. In Ländern mit guter medizinischer Versorgung ist die Wahrscheinlichkeit geringer, in vielen Entwicklungsländern aber auch weitaus höher.

Diphtherie vorbeugen

In Deutschland werden nur noch vereinzelte Fälle von Diphtherie gemeldet. Betroffen sind meist Erwachsene bis 40 Jahre. Die meisten älteren Menschen haben eine Immunität entwickelt, da sie in der Vergangenheit bereits unbemerkt mit dem Erreger in Kontakt gekommen sind.

Routineimpfungen bei Kindern und Auffrischungen des Impfschutzes im Erwachsenenalter bieten einen sicheren Schutz vor der Erkrankung. Üblich sind dabei Kombinationsimpfungen gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten, welche der Arzt in Oberarm, Oberschenkel oder Po injiziert.

» Grundimmunisierung – Impf-Schema im Einzelnen:

  • 1. Impfdosis ab dem vollendeten zweiten Lebensmonat
  • 2. Impfdosis ab dem vollendeten dritten Lebensmonat
  • 3. Impfdosis ab dem vollendeten vierten Lebensmonat
  • 4. Impfdosis zwischen dem 11. und dem 14. Lebensmonat

Der Schutz der Grundimmunisierung hält zirka sieben Jahre an.

» Eine Auffrischung des Impfstoffes ist notwendig:

  • im Vorschulalter
  • zwischen neun und 16 Jahren
  • bei Erwachsenen in Abstand von zehn Jahren

Auffrischungen schützen mindestens zehn Jahre.

Nach erfolgter Impfung kann die Einstichstelle anschwellen und sich röten. Bei starken Impfreaktionen ist die Impfung abzubrechen. Ältere Personen vertragen Diphtherie-Impfungen schlechter. Es kann zu Entzündungen oder Lähmungserscheinungen kommen. Dem entgegen wirkt man mit niedrigen Impfstoffdosen, dem sogenannten „d“-Impfstoff.

Beitragsbild: © DimaBerlin / stock.adobe.com

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