Mumps
Die Impfung gegen die Kinderkrankheit Mumps ist Teil der empfohlenen MMR-Impfung
Krankheiten

Mumps – Ursachen, Symptome und Therapie

Mumps ist eine Virusinfektion, die zwar in jedem Lebensalter auftreten kann, in den meisten Fällen aber Kinder betrifft. Hauptsymptom der Erkrankung sind starke Schwellungen im seitlichen Kopf- und Halsbereich.

Was ist Mumps?

Mumps, in der medizinischen Fachsprache auch als Parotitis epidemica bezeichnet, ist vielen Menschen unter dem umgangssprachlichen Namen Ziegenpeter bekannt. Es handelt sich dabei um eine Infektionskrankheit, die durch das Mumpsvirus ausgelöst wird. Da die Erkrankung überwiegend Kinder betrifft und zudem eine lebenslange Immunität hinterlässt, wird sie ebenso wie Masern oder Windpocken den klassischen Kinderkrankheiten zugeordnet.

Von der Infektion sind überwiegend die Speicheldrüsen betroffen. Dies macht sich durch die typische Schwellung im Bereich der Ohrspeicheldrüse bemerkbar. Doch das Virus befällt nicht ausschließlich die Speicheldrüsen, sondern auch andere Organe.

Das Mumpsvirus kommt weltweit vor. In der Regel infizieren sich Kinder zwischen dem 2. und dem 15. Lebensjahr. Dabei erkranken Jungen aus ungeklärter Ursache häufiger als Mädchen. Seit Einführung der Impfung in den 1970er Jahren sind die Erkrankungszahlen zunächst stark zurückgegangen. Allerdings lassen viele Eltern ihre Kinder nicht mehr gegen Mumps impfen, sodass Mumpsinfektionen wieder vermehrt auftreten. In Deutschland werden jährlich im Durchschnitt rund 100 Mumpserkrankungen gemeldet. Das entspricht einer Erkrankungshäufigkeit von 0,8 pro 100.000 Einwohner.

Mumps – Ursachen

Auslöser der Erkrankung ist das Mumpsvirus, das früher auch Paramyxovirus parotitidis genannt wurde. Es handelt sich dabei um ein behülltes RNA-Virus aus der Gattung der Rubulaviren. Das Virus wird in den meisten Fällen durch Tröpfcheninfektion beispielsweise beim Husten oder Niesen übertragen. Ebenso ist eine Ansteckung durch gemeinsames Benutzen von Besteck und Gläsern sowie durch direkten Kontakt mit infektiösem Sekret, beispielsweise beim Küssen, möglich.

Mumps – Symptome

Rund 30 bis 40 Prozent der Mumpsinfektionen verlaufen komplett ohne oder nur mit einer sehr leichten Symptomatik. Da die Betroffenen nach der Infektion trotzdem lebenslang gegen das Virus immun sind, spricht man hier auch von einer stillen Feiung.

Bei den restlichen 60 bis 70 Prozent der Infizierten zeigen sich die ersten Symptome nach einer Inkubationszeit von 16 bis 18 Tagen. Typischerweise kommt es zu Fieber und einer ein- oder doppelseitigen entzündlichen Schwellung der Ohrspeicheldrüse. Dadurch entstehen die charakteristischen „Hamsterbacken“, die auch die Ohrläppchen anheben können. Die Schwellung kann so stark sein, dass die Ohrspeicheldrüse den Gehörgang komprimiert. Das kann zu Ohrenschmerzen führen. Auch das Kauen und Kopfbewegungen sind häufig mit Schmerzen verbunden. Bei einem Blick in den Mund zeigt sich ein geröteter Ausführungsgang der Ohrspeicheldrüse. Dieser befindet sich gegenüberliegend des zweiten oberen Backenzahns.

Doch nicht nur die Ohrspeicheldrüse kann von der Infektion betroffen sein. Breitet sich das Virus auf die inneren Organe aus, können sich auch andere Speicheldrüsen entzünden. So kommt es bei zwei bis fünf Prozent der Patienten zu einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis). Diese geht mit Erbrechen, starken Oberbauchschmerzen und hohem Fieber einher. 40 bis 50 Prozent aller Patienten mit einer symptomatischen Mumpsinfektion leiden ferner unter Atembeschwerden wie Kurzatmigkeit oder Luftnot. Grundsätzlich gilt, dass sowohl das Ausmaß als auch die Ausprägung der Symptome bei Mumps mit dem Alter zunehmen.

Das Mumpsvirus kann verschiedene Komplikationen hervorrufen. Die häufigste Komplikation bei Kindern ist die aseptische Meningitis, eine Entzündung der Hirnhäute. Eine Mumps-Meningitis äußert sich durch Lichtscheu, Nackensteifigkeit (Meningismus) und starke Kopfschmerzen. In selteneren Fällen entzünden sich nicht nur die Hirnhäute, sondern das Gehirn selbst. Man spricht hier auch von einer Enzephalitis. Zu den typischen Symptomen dieser schwerwiegenden Erkrankung gehören neben Benommenheit, Erbrechen und Schwindel auch neurologische Ausfallsymptome wie beispielsweise Krampfanfälle oder Lähmungen. Bei einigen Patienten bleiben auch nach dem Abklingen der eigentlichen Entzündung irreversible Lähmungen zurück.

Eine weitere recht häufige Komplikation ist die sogenannte Mumpsorchitis bei Jungen und Männern. So befällt das Mumpsvirus in etwa 30 Prozent der Erkrankungsfälle die Hoden. Bei einem Drittel der Patienten kommt es daraufhin zu Störungen der Fruchtbarkeit, in seltenen Fällen bleiben die betroffenen Männer oder Jungen unfruchtbar.

Bei einer von 10.000 Mumpsinfektionen erleiden die Patienten ferner eine Innenohrschwerhörigkeit, die sich als ein- oder beidseitige Ertaubung bemerkbar macht. So ist Mumps eine der häufigsten Ursachen für eine erworbene Taubheit bei Kindern.

Zu den selteneren Komplikationen gehören neben Entzündungen der Eierstöcke auch Herzmuskelentzündungen und Gelenkentzündungen. Todesfälle sind bei einer Mumpserkrankung äußerst selten, jedoch geht eine Infektion der Mutter im ersten Schwangerschaftsdrittel mit einem erhöhten Risiko für eine Fehlgeburt einher.

Mumps – Therapie

Es gibt keine spezifische Behandlung, die gegen das Virus angeht. Die Therapie dient also ausschließlich der Linderung der Symptome. Dazu können schmerzlindernde und fiebersenkende Medikamente zum Einsatz kommen. Bei schweren Verlaufsformen kann zudem eine medikamentöse Therapie mit Corticosteroiden indiziert sein.

Wärme- oder Kälteanwendungen in Form von Wickeln oder Umschlägen können die Beschwerden im Bereich der geschwollenen Speicheldrüsen abmildern. Speisen und Getränke, die den Speichelfluss anregen, sollten gemieden werden, da sie die Schmerzen verstärken können. Dazu gehören zum Beispiel scharfe Speisen oder Fruchtsäfte. Zur Erleichterung des Kauvorgangs empfiehlt sich hingegen eine weiche oder breiige Kost.

Mumps – Vorbeugung

Zur Prävention gibt es einen Impfstoff, der aus abgeschwächten Mumpsviren gefertigt wird. Die Impfung gegen Mumps ist Teil der allgemeinen Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts. Die Impfsubstanz wird in der Regel zusammen mit der Masern- und Rötelnimpfung in der sogenannten MMR-Impfung als Kombinationsimpfstoff verabreicht. Diese kombinierte Impfung sollte erstmalig zwischen dem 11. und dem 14. Lebensmonat erfolgen und dann als Wiederholungsimpfung frühestens vier Wochen nach der ersten Impfung erneut verabreicht werden. Nach der Impfung kann es zu lokalen Impfreaktionen wie Schmerzen und Schwellungen an der Injektionsstelle kommen. In seltenen Fällen kann sich durch die abgeschwächten Erreger eine leichte Mumpsinfektion entwickeln, die jedoch in der Regel schnell und komplikationslos von selbst ausheilt.

Bildnachweis: © goodluz (ID 332360336) / shutterstock.com

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